Vater und die Verschwörung Tölzer Wirtin erteilt fragwürdigem Referenten Hausverbot
VON ANDREAS STEPPAN Bad Tölz - "Auf solche Geschäfte verzichte ich." Eva Keller, die Wirtin der Bahnhofsgaststätte, hat spontan einen Vortrag abgesagt, der am Freitag in ihrer Wirtschaft hätte stattfinden sollen, und dem Referenten Hausverbot erteilt. Zum Thema "Ist die Erde ein Planet der Männer?" wollte Johannes Holey referieren. Er ist der Vater des Verschwörungstheoretikers Jan Udo Holey. Dessen Bücher "Die Geheimgesellschaften" - veröffentlicht unter dem Pseudonym Jan van Helsing - haben laut Hans Mascher vom Staatsschutz bei der Kripo Weilheim "antisemitischen, volksverhetzenden Inhalt" und sind daher in Deutschland und der Schweiz verboten. Aber Vater Johannes macht auf seiner Internet-Seite offen Werbung für diese Machwerke.
Über Johannes Holey liegen beim Staatsschutz laut Mascher "keine Erkenntnisse" wegen rechtsradikaler Inhalte vor. Er will den Vater daher deutlich vom Sohn unterschieden wissen. Dass Johannes im Internet auf die antisemitischen Werke des Sohnes verweist, findet er aber "bedenklich". Man wolle nun aber den Referenten und den Veranstalter, den Verlag "Die andere Wahrheit" in Warngau, überprüfen.
Auch Axel Seegers, Mitarbeiter im Fachbereich Sekten und Weltanschauungsfragen des Erzbischöflichen Ordinariats, hat Bedenken. "Johannes Holey macht nicht nur keinen Hehl daraus, dass Jan van Helsing sein Sohn ist, sondern setzt auch noch einen Link zu dessen Verlag." Das drücke seine Position gegenüber den volksverhetzenden Schriften aus. "So etwas macht man nur, wenn man etwas auch empfehlen kann."
Aus seiner Arbeit ist Seegers die so genannte "braune Esoterik" bekannt: Rechtsradikale Inhalte würden in "unterschiedlichsten Schattierungen" die Esoterik färben. Inwieweit das auf Johannes Holey zutrifft, darüber hat Seegers keine Erkenntnisse.
Die Veranstalter von der in Warngau herausgegeben Zeitschrift "Die andere Wahrheit" sind empört über die Absage der Wirtin. Laut Verleger Timon Henryk Busch handelt es sich um einen rein "spirituellen Vortrag", an dem, wie seine Partnerin Angie Hackl hinzufügt, "überhaupt nichts Verfängliches" sei.
Johannes Holey selbst sagt, es sei ihm nicht bewusst gewesen, dass die verbotenen Buchtitel auf seiner Homepage stehen. Zu den Werken sagt er, er könne deren Inhalt "in vielen Punkten nicht vertreten, in vielen anderen Punkten schon".
Hackl und Busch geben an, die fraglichen Bücher nicht gelesen zu haben. Busch: "Aber wenn ich will, kann ich in 90 Prozent aller Bücher rechtsextreme Inhalte rauslesen." Auch Busch selbst äußert im Gespräch eigenwillige Ansichten - etwa, dass die Pharma-Industrie die Vogelgrippe-Panik schüre, um möglichst viele Menschen zu impfen und "wissentlich zu vergiften". "Fragen Sie sich: Wer verdient etwas daran? Wer steckt namentlich dahinter?" Meint Busch damit jüdische Familien? Dazu sagt er nichts mehr.
Für die Wirtin Eva Keller steht jedenfalls fest: "Diese Szene möchte ich nicht bewirten." Dass sie durch ihre Absage Einbußen hat - angekündigt waren 100 bis 150 Gäste -, nimmt sie in Kauf. "Es geht darum, ob ich in den Spiegel schauen kann."
Samstag, 22 April, 2006
In den Jahren 2003 /2004 versuchte Manuel Strapatin mit seiner Zeitschrift „Aufklärungsarbeit“ in Oberbayern den niederbayerischen Regentreff, siehe http://extrablog-regentreff.blogspot.com/ zu kopieren und auf diese Weise mit dem Verkauf von verschwörungstheoretischen Bücher und braunschillernder Esoterik Geld zu machen. Wegen der deutlichen rechtsextremistischen Tendenz der „Aufklärungsarbeit“ gab es Widerstand. Einige Informationen dazu sind hier abgelegt: http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/showtopic.php?threadid=66
Glaubt man Hinweisen aus der Szene, dann ist seine „Aufklärungsarbeit“ pleite. Strapatin versuchte sich noch als Vortragsreisender zum Themenkomplex Ägypten und Pyramiden, hatte damit aber wohl wenig Erfolg. Inzwischen ist es um Manuel Strapatin ruhig geworden. Man findet im Internet noch einen Eintrag von ihm im IKM Branchenbuch: http://web2.cylex.de/firma-home/manuel-strapatin-2455435.html Irgendwann wird er bestimmt wieder auftauchen, gemäß dem Kurzprofil „Stoppt den Wahnsinn“.
In die Auslaufspur Strapatins hat sich 2005 Timon Henry Busch aus Warngau in Oberbayern eingefädelt. Er braucht keinen Wahnsinn mehr zu stoppen, denn er besitzt „Die andere Wahrheit“: http://www.die-andere-wahrheit.de/html/zeitschrift.php Drei Ausgaben hat er bisher geschafft. Bestimmt haben Engel, Feen, Kobolde und Drachen dabei geholfen (siehe Startseite der Homepage). Auch versucht sich Busch als Internet-Buchhändler: http://www.versandhandel-buch.de/
„Die andere Wahrheit“ organisiert wie ihre Vorgängerin Vortragsveranstaltungen zu alle dem, was „uns die tägliche Presse verschweigt“. Zunächst hatte Busch sich in Bad Tölz etabliert, aber da gab es wegen eines Vortrags von Johannes Holey, dem Vater Jan van Helsings, siehe http://lexikon.idgr.de/h/h_e/helsing-jan-van/helsing-jan-van.php im Herbst 2005 Probleme. Der "Tölzer Kurier" berichtete darüber. Der Text des Artikels ist hier als Kommentar angehängt. Weitere Probleme folgten auf den Fuß. Vieles davon kann man an dieser Stelle nachlesen: http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/board.php?boardid=44
Nun ist „Die andere Wahrheit“ wieder in sicherem, heimatlichen Hafen gelandet. Der Wirt des Gasthofes „Zur Post“ in Warngau wird sie nicht vor die Tür setzen. Hatte er doch schon die „Aufklärungsarbeit“ beherbergt. Aber man weiß ja nie. Wir wollen die weiteren Veranstaltungen im Auge behalten und ggf. Widerstand initiieren, wenn die Geschichte allzu toll werden sollte.
Die Aufklärungsarbeit ist nicht tot, sie kommt jetzt nur von der anderen Seite.
posted by Arbeitskreis Enigma at 3:31 PM on Apr 21 2006
"1 - Von der „Aufklärungsarbeit“ zur „anderen Wahrheit“"
1 Comment -
Artikel aus dem "Tölzer Kurier" vom 27.10.2005
Vater und die Verschwörung
Tölzer Wirtin erteilt fragwürdigem Referenten Hausverbot
VON ANDREAS STEPPAN Bad Tölz - "Auf solche Geschäfte verzichte ich." Eva Keller, die Wirtin der Bahnhofsgaststätte, hat spontan einen Vortrag abgesagt, der am Freitag in ihrer Wirtschaft hätte stattfinden sollen, und dem Referenten Hausverbot erteilt. Zum Thema "Ist die Erde ein Planet der Männer?" wollte Johannes Holey referieren. Er ist der Vater des Verschwörungstheoretikers Jan Udo Holey. Dessen Bücher "Die Geheimgesellschaften" - veröffentlicht unter dem Pseudonym Jan van Helsing - haben laut Hans Mascher vom Staatsschutz bei der Kripo Weilheim "antisemitischen, volksverhetzenden Inhalt" und sind daher in Deutschland und der Schweiz verboten. Aber Vater Johannes macht auf seiner Internet-Seite offen Werbung für diese Machwerke.
Über Johannes Holey liegen beim Staatsschutz laut Mascher "keine Erkenntnisse" wegen rechtsradikaler Inhalte vor. Er will den Vater daher deutlich vom Sohn unterschieden wissen. Dass Johannes im Internet auf die antisemitischen Werke des Sohnes verweist, findet er aber "bedenklich". Man wolle nun aber den Referenten und den Veranstalter, den Verlag "Die andere Wahrheit" in Warngau, überprüfen.
Auch Axel Seegers, Mitarbeiter im Fachbereich Sekten und Weltanschauungsfragen des Erzbischöflichen Ordinariats, hat Bedenken. "Johannes Holey macht nicht nur keinen Hehl daraus, dass Jan van Helsing sein Sohn ist, sondern setzt auch noch einen Link zu dessen Verlag." Das drücke seine Position gegenüber den volksverhetzenden Schriften aus. "So etwas macht man nur, wenn man etwas auch empfehlen kann."
Aus seiner Arbeit ist Seegers die so genannte "braune Esoterik" bekannt: Rechtsradikale Inhalte würden in "unterschiedlichsten Schattierungen" die Esoterik färben. Inwieweit das auf Johannes Holey zutrifft, darüber hat Seegers keine Erkenntnisse.
Die Veranstalter von der in Warngau herausgegeben Zeitschrift "Die andere Wahrheit" sind empört über die Absage der Wirtin. Laut Verleger Timon Henryk Busch handelt es sich um einen rein "spirituellen Vortrag", an dem, wie seine Partnerin Angie Hackl hinzufügt, "überhaupt nichts Verfängliches" sei.
Johannes Holey selbst sagt, es sei ihm nicht bewusst gewesen, dass die verbotenen Buchtitel auf seiner Homepage stehen. Zu den Werken sagt er, er könne deren Inhalt "in vielen Punkten nicht vertreten, in vielen anderen Punkten schon".
Hackl und Busch geben an, die fraglichen Bücher nicht gelesen zu haben. Busch: "Aber wenn ich will, kann ich in 90 Prozent aller Bücher rechtsextreme Inhalte rauslesen." Auch Busch selbst äußert im Gespräch eigenwillige Ansichten - etwa, dass die Pharma-Industrie die Vogelgrippe-Panik schüre, um möglichst viele Menschen zu impfen und "wissentlich zu vergiften". "Fragen Sie sich: Wer verdient etwas daran? Wer steckt namentlich dahinter?" Meint Busch damit jüdische Familien? Dazu sagt er nichts mehr.
Für die Wirtin Eva Keller steht jedenfalls fest: "Diese Szene möchte ich nicht bewirten." Dass sie durch ihre Absage Einbußen hat - angekündigt waren 100 bis 150 Gäste -, nimmt sie in Kauf. "Es geht darum, ob ich in den Spiegel schauen kann."
Samstag, 22 April, 2006