"29 - Eckhard K. Fisseler und seine Germanische Neue Arthroseselbsthilfe im Rathaus Felsberg"

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Arbeitskreis Enigma said...

Brief von der SPD – Landesverband Hessen – vom 14. 07. 2006


Sehr geehrter Herr xxxxxxxxxx,

vielen Dank für Ihr Schreiben, die Arthroseselbsthilfegruppe in Felsberg betreffend. Wir haben Herrn Bürgermeister Klaus Stiegel um eine Stellungnahme gebeten, die er uns wie folgt hat zukommen lassen:

„Die „Arthrose-Selbsthilfe“-Gruppe hat für ihr Treffen bereits seit mehreren Jahren Räumlichkeiten im Bürgersaal der Stadt Felsberg benutzt. Initiator und Leiter ist Herr Eckhard Fisseler aus Felsberg-Bödiger. Er ist mir persönlich als unbescholtener Bürger bekannt.

Bei den Treffen wird nach meiner Information über die Krankheit informiert und ein Erfahrungsaustausch betrieben. Hin und wieder sind auch Referenten eingeladen, die über Ursachen und Heilmethoden berichten.

Irgendwelche Anzeichen dafür, dass eventuell „rechtes Gedankengut“ verbreitet wird, wie es die Bezeichnung „Germanische Neue Medizin“ suggeriert, sind mir nicht bekannt.

Vielmehr scheint es um eine Auseinandersetzung im Bereich medizinischer Lehrmeinungen zu gehen, zu der ich wenig sagen kann.

Dazu ein Zitat aus der E-Mail, die am 18. April 2006 an uns gerichtet wurde:
„Die Propagandisten der „Germanischen Neuen Medizin“ ködern Interessierte und Betroffene mittels vorgeschobener Kritik an unserem Gesundheitssystem und der Pharmaindustrie - die ja durchaus ihre Berechtigung haben mag - und zerstören systematisch das Vertrauen in die moderne Medizin und damit zwischen Patienten und Ärzten. Sie schwätzen Betroffenen Alternativen auf, die keine Alternativen sind, sondern Kranke in unverantwortlicher Weise von möglichen, wissenschaftlich fundierten Heilungschancen abhalten. Selbst die medizinische Vorsorge wird verteufelt.“

Das war für uns jedoch kein Grund, einem Bürger dieser Stadt die Anmietung des Bürgersaales zu verwehren, zumal ich den Wahrheitsgehalt der Aussagen nicht zu überprüfen vermag.

Bisher wurde jedenfalls über die Veranstaltungen des Herrn Fisseler nur positiv berichtet. Darauf deutet auch hin, dass die Gruppe im „Sozialnetz Hessen“ des Sozialministerums aufgeührt ist.“

Ich teile persönlich Ihre Einschätzung. Dass sowohl die pseudowissenschaftlichen medizinischen Vorstellungen als auch der Hinweis auf der Internet-Seite der Selbsthilfegruppe auf Dr. Ryke Geerd Hamer sehr problematisch sind. Ein Verbot der Anmietung eine öffentlichen Raums ist aber rechtlich wohl nicht möglich. Vielmehr ist an dieser Stelle Aufklärung und gesellschaftliche Auseinandersetzung geboten, wie Sie sie meines Erachtens mit Recht gesucht haben.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Norbert Schmitt, MdL
Generalsekretär

Mittwoch, 09 August, 2006

Arbeitskreis Enigma said...

e-Mail am 16.07.06 an

Herrn Norbert Schmitt MdL
Generalsekretär des SPD Landesverband Hessen
über dagmar.schmidt@spd.de


Kopien an

Stadt Felsberg
Herrn Bürgermeister Klaus Stiegel
stadtverwaltung@felsberg.de

Kreisverwaltung Schwalm-Eder in Homberg
Fachbereich 53 – Gesundheitswesen
Leiter Dr. Peter Urban
Peter.Urban@schwalm-eder-kreis.de

Sozialministerin
Frau Silke Lautenschläger
Hessisches Sozialministerium
poststelle@hsm.hessen.de

Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen beim Gesundheitsamt Kassel
info@selbsthilfe-kassel.de

Hessische Krebsgesellschaft
oeffentlichkeitsarbeit@hessische-krebsgesellschaft.de

Hessisch Niedersächsische Allgemeine
chefredaktion@hna.de



Sehr geehrter Herr Schmitt,

Herr xxxxxxxxxx hat mir das von Ihnen an ihn gerichtete Schreiben bzgl. der „Arthroseselbsthilfe“ in Felsberg vom 14.07.06 gefaxt. Aufgrund der sträflichen Ignoranz, die Herr Bürgermeister Stiegel in seiner Stellungnahme zu Tage legt, möchte ich darauf hinweisen, dass ich in meiner e-Mail vom 18.04.06 an ihn genügend Linkverweise geliefert habe, über die sich Herr Stiegel von der Richtigkeit der Vorwürfe hätte informieren können. Ich hänge Ihnen diese Mail hier anschließend an. Bitte überzeugen Sie sich selbst. Der Vorgang wurde auch im Extrablog des Arbeitskreises Enigma, Eintrag Nr. 4 vom 18.04.06, dokumentiert:

http://extrablog-gnmpilhar.blogspot.com/2006_04_01_extrablog-gnmpilhar_archive.html

Über das „rechte Gedankengut“ bei Anhängern der „Germanischen Neuen Medizin“ informiert der Eintrag Nr. 3 vom 15.04.06 unter derselben URL. Herr Stiegel geht auch fehl in der Annahme, dass es hier „um eine Auseinandersetzung im Bereich medizinischer Lehrmeinungen“ ginge. Die „Germanische Neue Medizin“ ist keine medizinische Lehrmeinung, sondern absoluter Humbug, und zwar gefährlicher Humbug, wie die gutachterliche Stellungnahme der Deutschen Krebsgesellschaft belegt:

http://www.krebsgesellschaft.de/pressemeldung_detail,895,,16104,detail.html

In diesem Kontext sollt man auch die „Arthroseselbsthilfe“ des Herrn Fisseler betrachten. Lassen Sie seine Internetseiten doch mal von einem Gesundheitsexperten Ihrer Partei analysieren. Nach meiner Auffassung ist diese „Arthroseselbsthilfe“ nichts weiter als ein Club von Querulanten, die sich einbilden Querdenker zu sein. Die auffallende Opposition zur modernen Medizin – hier immer wieder herablassend als Schulmedizin bezeichnet – ist symptomatisch. Die Tatsache, dass Herr Fisseler dazu auch die „Germanische Neue Medizin“ des antisemitischen Scharlatans Ryke Geerd Hamer zu Rate zieht, setzt dem nur noch einen oben drauf.

Ich halte es deshalb für unverantwortlich, wenn die „Arthroseselbsthilfe“ auf der offiziellen Homepage der Stadt Felsberg weiterhin als Hilfsorganisation geführt wird, und der Eintrag beim „Sozialnetz Hessen“ ist ebenso irreführend. Ich appelliere an die Verantwortlichen, diesen Missstand umgehend abzuschaffen.

Dass Herr Fisseler die „Germanische Neue Medizin“ bei seinem Engagement im Rahmen der „Arthroseselbsthilfe“ nicht nur so am Rande propagiert, belegt seine neueste Homepage

http://www.warum-krank.de/index.html

Bitte lesen Sie sich diese Seiten doch mal durch. Da finden Sie unter „Rundbriefe“ z.B. einen Propagandabrief des Iranisch Präsidenten. Ich möchte besonders auf den Text seines Handzettels, den Herr Fisseler aus Anlass seiner Teilname an der Demonstration von Hamer-Anhängern in Tübingen verteilt hatte (unter „Aktuelles“) hinweisen. Mehr über diese Demonstration finden Sie im Extrablog in den Einträgen 9 und 11:

http://extrablog-gnmpilhar.blogspot.com/2006_05_01_extrablog-gnmpilhar_archive.html

Es kann m.E. nicht mehr lange dauern, dass auch Herr Pilhar in Felsberg aufkreuzen wird, um über die „Germanische Neue Medizin“ zu referieren und um vielleicht sogar ein Seminar dort abzuhalten. Siehe dazu einen Bericht aus dem Wiesbadener Tagblatt:

http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=2318225

Sehr geehrter Herr Schmitt, ich teile Ihre Auffassung, dass an dieser Stelle Aufklärung und gesellschaftliche Auseinandersetzung geboten sind und kann Ihnen deshalb versichern, dass diese im Fall Fisseler Felsberg weitaus größere Kreise ziehen wird, falls das nächste Treffen der „Arthroseselbsthilfe“, wie bereits angekündigt, nochmals am 1. August im Rathaus in Felsberg stattfinden sollte und die „Arthroseselbsthilfe“ nicht von der Homepage der Stadt Felsberg verschwindet.

Mit freundlichen Grüßen
K. Sz.

Mittwoch, 09 August, 2006

Arbeitskreis Enigma said...

Brief des Hessischen Sozialministeriums vom 20. 07. 2006


Arthroseselbsthilfe in Felsberg: Protest wegen Germanischer Neuer Medizin

Ihre E-Mail vom 7.6.2006


Sehr geehrter Herr xxxxxxxxxx,

ich bedanke mich sehr für Ihre Hinweise auf die antisemitischen Tendenzen der Arthroseselbsthilfe in Felsberg, die – nach den im Internet zu beziehenden Informationen – der so genannten „Neuen Germanischen Medizin“ des Dr. Ryke Geerd Hamer folgt und mit pseudomedizinischen Wunderheilungsangeboten das Leben von Menschen gefährdet.

Das Fachreferat meines Hauses hat mit den Selbsthilfekontaktstellen in Kassel und in Frankfurt Kontakt aufgenommen, um von dort eine Einschätzung zu bekommen. Aus diesen Recherchen hat sich ergeben, dass die Arthrose-Selbsthilfe im Sozialnetz Hessen (noch) aufgeführt ist, weil der Text explizit zu diesem ideologischen Hintergrund keine Hinweise enthielt und er daher bei auch sorgfältiger Durchsicht der gewünschten Einträge nicht erkennbar war. Die Selbsthilfekontaktstelle Frankfurt, die für das Verzeichnis der Selbsthilfegruppen im Sozialnetz zuständig ist, hat versichert, dass sie Ihnen für diese Informationen außerordentlich dankbar ist und den Eintrag so bald wie möglich herausnehmen wird, wie das in ähnlichen Fällen auch schon geschehen ist.

Selbstverständlich ist auch das Sozialministerium der Ansicht, dass solche Gruppierungen nicht auf offiziellen Internetseiten des Landes Hessen vertreten sein sollten und grundsätzlich nicht mit öffentlichen Mitteln und medialen Präsentationsformen unterstützt werden dürfen. Wir werden in dieser Frage auch mit er Stadt Kassel (Hier ist wohl die Stadt Feldberg gemeint. Anm. K.Sz.) Kontakt aufnehmen, um in der Frage der Nutzung von Räumlichkeiten auf den propagandistischen Missbrauch durch die Verbreitung von Hamer-Lehren hinzuweisen.

Haben Sie nochmals herzlichen Dank für Ihren Hinweis und verzeihen Sie bitte, dass es einige Zeit gebraucht hat, um den Sachverhalt näher aufzuklären.

Mit freundlichen Grüßen
in Vertretung

gez. Gerd Krämer
(Staatssekretär)

Mittwoch, 09 August, 2006

Arbeitskreis Enigma said...

eMail am 13. Aug. 2006 an den

SPD-Bundesvorsitzenden Kurt Beck

Sehr geehrter Herr Beck,

ich habe zwar schon den Auftrag, mich in der Sache an den Herrn Bundespräsidenten und die Medien zu wenden, möchte aber als alter SPD-Wähler zuvor Ihnen als Bundesvorsitzenden der SPD nochmals die Angelegenheit unterbreiten. Vielleicht können Sie sie umgehend bereinigen.

Es dreht sich um die Tatsache, dass der Bürgermeister der nordhessischen Stadt Felsberg, Herr Stiegel (SPD), es einer Gruppe ermöglicht, sich regelmäßig im Bürgersaal des dortigen Rathauses zu treffen, dessen Vorsitzender die gefährlichen pseudomedizinischen Irrlehren der antisemitischen Scharlatan-Sekte „Germanische Neue Medizin“, Ryke Geerd Hamer propagiert. Die übrigen Gruppenmitglieder sind darüber hinreichend informiert und nehmen die Politik ihres Vorsitzenden zumindest billigend in Kauf.

MdB Martin Gerster (SPD) schreibt im „blick nach rechts“:
„In Hamers Schriften tritt eine eindeutige antisemitische Haltung zutage, die ihn letztendlich zu der irrwitzigen Behauptung führt, die Juden verhinderten die Anwendung seiner Neuen Medizin und wollten den Massenmord an Nicht-Juden.“
Quelle: http://www.bnr.de/bnraktuell/ausgabe162006/harmlosweilbeknackt/

Sie können alle Informationen zum Fall Felsberg dem Eintrag Nr. 29 im Extrablog des Arbeitskreises Enigma:
http://extrablog-gnmpilhar.blogspot.com/
entnehmen. Auf dieser Seite finden Sie auch alle weiteren Infos über die „Germanische Neue Medizin“. Dass ein sozialdemokratischer Bürgermeister so etwas in einem öffentlichen Raum seiner Stadt zulässt, ist ein Skandal.

In der Hoffnung, dass dieser letzte Vorstoß in Richtung SPD nun endlich Erfolg haben wird, verbleibt mit den besten Grüßen

i.A. des
Arbeitskreises Enigma
www.ak-enigma.de.vu

TH
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Antwort des SPD-Parteivorstandes vom 17.08.06

Sehr geehrter Herr xxxxxxxxxxxxx,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 14.08.2006.

Sicherlich haben Sie Verständnis dafür, dass der SPD-Vorsitzende und Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Herr Kurt Beck, nicht alle an ihn gerichteten Zuschriften persönlich beantworten kann. Er hat mich gebeten, auf Ihre Nachricht zu antworten und Ihnen mitzuteilen, dass auch ein Parteivorsitzender keinen Einfluss auf Bürgermeister hat.

Bei dem Vorliegen strafrechtlich relevanter Verstöße steht es Ihnen selbst jeder Zeit frei, Strafanzeige zu erstatten.

Freundliche Grüße

Jürgen Giebel

SPD Parteivorstand
Bürgerservice

Tel.: 030 25 991-0
FAX: 030 25 991-410

mailto: parteivorstand@spd.de

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Postanschrift:
SPD-Parteivorstand
Willy-Brandt-Haus
10911 Berlin

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Entgegnung vom 18.08.06

Sehr geehrter Herr Giebel,

ich danke Ihnen für Ihre Antwort namens Ihres Parteivorsitzenden. Es war mir schon klar, dass Herr Beck nicht die Zeit hat, persönlich auf meine Schreiben einzugehen. Ich kenne mich mit den Einflüssen innerhalb der SPD nicht aus. Auf jeden Fall ist der Bürgermeister von Felsberg, Herr Stiegel, Mitglied Ihrer Partei.

Auf einen strafrechtlich relevanten Verstoß kann der Arbeitskreis Enigma leider nicht warten, denn der endet bei der Germanischen Neuen Medizin in der Regel tödlich. Deshalb sind wir ja mit unserer Aufklärungsarbeit präventiv tätig. Allerdings sind wir gegen Ignoranz machtlos.

Auf jeden Fall ist nun aktenkundig, dass im Fall Fisseler Felsberg auch der Bundesvorstand der SPD unterrichtet war. Es soll hinterher keine sagen können, er hätte davon nichts gewusst.

Mit freundlichen Grüßen
TH

Freitag, 18 August, 2006