Gesundheitsamt Bad Doberan Leiterin Frau Dr. Jenning Marita.Jenning@LK-DBR.de
Kopien an
*Landrat Landkreis Bad Doberan Herrn Thomas Leuchert Thomas.Leuchert@LK-DBR.de *Gemeinde Graal-Müritz Bürgermeister gemeinde.graal-mueritz@t-online.de * Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mathias.freund@med.uni-rostock.de *Sozialministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern Cornelia.Kropp@sm.mv-regierung.de *Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern info@aek-mv.de * Fachklinik für Onkologie und Ganzheitsmedizin Graal-Müritz info@Klinik-Graal-Mueritz.de *Gesellschaft für Gesundheitsberatung info@ggb-lahnstein.de *Bürgerinitiative Bunt statt braun e.V. Rostock post@buntstattbraun.de *Ostseezeitung lokalredaktion.rostock@ostsee-zeitung.de
Sehr geehrter Frau Dr. Jenning,
kennen Sie die „Germanische Neue Medizin“? Vielleicht nicht, aber wenn das so weiter geht, werden Sie sie irgendwann kennen lernen, denn nach dieser Heilslehre sind alle wissenschaftlich arbeitenden Ärzte nichts weiter als Schulmediziner, Massenmörder, die mit ihrer jüdischen alten Medizin täglich unzählige Menschenleben auf dem Gewissen haben.
Die Propagandisten der „Germanischen Neuen Medizin“ ködern Interessierte und Betroffene mittels vorgeschobener Kritik an unserem Gesundheitssystem und der Pharmaindustrie - die teilweise ihre Berechtigung haben mag - und zerstören systematisch das Vertrauen in die moderne Medizin und damit zwischen Patienten und Ärzten. Sie schwätzen Betroffenen Alternativen auf, die keine Alternativen sind, sondern Kranke in unverantwortlicher Weise von möglichen, wissenschaftlich fundierten Heilungschancen abhalten. Selbst die medizinische Vorsorge wird verteufelt.
Bitte lesen Sie dazu die gutachterliche Stellungnahme der Deutschen Krebsgesellschaft: http://www.krebsgesellschaft.de/pressemeldung_detail,895,,16104,detail.html
Durch Einflüsse aus Richtung Scientology wird nun auch zunehmend gegen das Impfen Front gemacht. Es könnte diesbezüglich zu aktuellen Problemen kommen, denn die meisten GNM-Anhänger halten z.B. die Vogelgrippe in verschwörungstheoretischer Manier für eine Erfindung „gewisser Kreise“, also von Schulmedizin und Pharmaindustrie. Auch z.B. HIV ist in dieser Szene nichts als ein Instrument der Unterdrückung durch die Herrschenden.
Ausführliche Informationen mit Presseberichten über die „Germanische Neue Medizin“ finden Sie auf dieser Seite: www.gnm-hamer-pilhar.de.vu
Aktueller Anlass:
Der Stellvertreter von Ryke Geerd Hamer und Hauptpropagandist der „Germanischen Neuen Medizin“, Helmut Pilhar, ein Elektroingenieur aus Österreich, hält am Freitag, dem 04. August, einen Vortrag im „Großraum Rostock“. Dem folgt am Samstag, Sonntag und Montag ein Seminar im „Großraum Ostsee“. Da durch Aufklärungsarbeit in der letzten Zeit oft die für solche Vorträge vorgesehenen Räumlichkeiten von den Vermietern kurzfristig gekündigt wurden und/oder kritischen Presseberichte erschienen, hält Herr Pilhar nun die genauen Orte bis kurz vor den Terminen geheim. Siehe: http://www.pilhar.com/News/Seminar/Kalender_08.htm
Werbung für solche Veranstaltung findet man meistens nur vor Ort, z.B. in Esoterikläden oder Einrichtungen, in denen sogenannte Alternativmedizin angeboten wird. Herr Pilhar hat auch jetzt eine neue Masche bei der Ankündigung seiner Veranstaltungen, um nicht gleich mit seiner „Germanischen Neuen Medizin“ aufzufallen. Aus der „Schwäbischen Post“: Heute hält Buchautor Helmut Pilhar in der Festhalle Festwirt in Essingen ab 19 Uhr einen Vortrag zu seinem Buch mit dem Titel "Olivia - Tagebuch eines Schicksals".
Wir konnten inzwischen in Erfahrung bringen, wer die Veranstaltungen im Raum Rostock organisiert. Es handelt sich um die Gesundheitsberaterin
Frau Kolschewski plant im Anschluss an diese Veranstaltungen einen regelmäßigen „Studienkreis“ für die „Germanische Neue Medizin“ im Raum Rostock einzurichten.
Heute konnten wir auch den Veranstaltungsort ermitteln. Es ist das
Wir haben der Geschäftsleitung des Aquadrom dringend empfohlen, die Zusage zu dieser Raumbelegung zu stornieren.
Aus der Stellungnahme der Deutschen Krebsgesellschaft:
„Es sind mehrere Todesfälle von Menschen, die seiner Theorie vertrauten, gut belegt, die unter schulmedizinischer Behandlung eine realistische Heilungschance besessen hätten. Deshalb ist die ‚Germanische Neue Medizin’ mit allem Nachdruck als einerseits absurd, andererseits aber bewiesenermaßen gefährlich zurückzuweisen. Ihrer Verbreitung muss mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln - juristisch und auf dem Wege der Aufklärung - Einhalt geboten werden. Eine Plattform zur Selbstdarstellung darf ihm und seinen Anhängern nicht geboten werden.“
Mein Appell an das Gesundheitsamt Bad Doberan, die ortsansässige Ärzteschaft und die Presse:
Unternehmen Sie bitte etwas dafür, dass in Ihrem Wirkungsbereich keine kranken Menschen in die Fänge dieser Scharlatan-Sekte geraten! Prüfen Sie bitte rechtliche Schritte und sorgen Sie für öffentlich Aufklärung in der Sache und dass die Veranstaltung mit Helmut Pilhar nicht ohne Widerspruch über die Bühne gehen kann! Es geht hier nicht um irgendwelche mehr oder weniger harmlose Spinnereien, sondern um Menschenleben.
Sehr geehrte Mitglieder der Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V.! Meine sehr geehrten Damen und Herren!
Am 4.8.2006 soll laut Meldung des Rostocker "Blitz" 30.7.2006, S. 12 in Graal-Müritz eine Veranstaltung mit Helmut Pilhar über die "fünf biologischen Naturgesetze" stattfinden.
Es handelt sich um einen Propagandavortrag für die "Germanische Neue Medizin" des G.R. Hamer. Es handelt sich um die Verbreitung von Scharlatanerie der übelsten Sorte. Patienten wurde Schaden zugefügt, da sie auf Grundlage der Theorien von Hamer eine wirksame Behandlung ihrer Krebserkrankung ablehnten. Der Urheber der Theorien ist rechtskräftig verurteilt und es wurde ihm die Approbation als Arzt entzogen. Hamer verbreitet mit seinen Theorien antisemitische Inhalte.
Die Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern protestiert aufs Schärfste gegen die Veranstaltung und schließt sich der Schlußfolgerung eines Gutachtens für die Deutsche Krebsgesellschaft vom 5.7.2005 voll und ganz an:
Bei der sog. „Germanischen Neuen Medizin“ von Herrn Hamer handelt es sich um ein in der Biographie und Träumen von Herrn Hamer begründetes Theorem ohne jede wissenschaftliche oder empirische Begründung. Im Gegenteil, nach heutigem Erkenntnisstand ist die zugrundeliegende Grundhypothese widerlegt. Es sind mehrere Todesfälle von Menschen, die seiner Theorie vertrauten, gut belegt, die unter schulmedizinischer Behandlung eine realistische Heilungschance besessen hätten. Deshalb ist die „Germanische Neue Medizin“ mit allem Nachdruck als einerseits absurd, andererseits aber bewiesenermaßen gefährlich zurückzuweisen. Ihrer Verbreitung muss mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln – juristisch und auf dem Wege der Aufklärung – Einhalt geboten werden. Eine Plattform zur Selbstdarstellung darf ihm und seinen Anhängern nicht geboten werden.
Bitte informieren Sie sich auch auf unserer homepage www.krebsgesellschaft-mv.de
mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. med. Mathias Freund Vorsitzender der Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. Mitglied der Deutschen Krebsgesellschaft Abteilung Hämatologie und Onkologie Klinik und Poliklinik für Innere Medizin Universität Rostock
Ein Österreicher wollte in Graal-Müritz die „Germanische Neue Medizin“ erklären. Nach Protesten zog das Aquadrom seine Raumzusage zurück.
Graal-Müritz Der Titel des Vortrags klang wenig spektakulär: Über „biologische Naturgesetze“ wollte der österreichische Elektroingenieur Helmut Pilhar heute im Aquadrom in Graal-Müritz referieren. Laut der Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern verbirgt sich hinter diesem Vortragsthema allerdings „Scharlatanerie der übelsten Sorte“. Helmut Pilhar werbe für die sogenannte „Germanische Neue Medizin“ von Ryke Geerd Hamer, erklärt der Onkologe Professor Mathias Freund von der Rostocker Universitäts-Klinik, der gleichzeitig Vorsitzender der Krebsgesellschaft M-V ist. Hamer gehe „ganz aggressiv gegen die Schulmedizin vor“ und verkünde eine „abstruse Heilslehre“. Auch Andreas Crusius, Präsident der Ärztekammer MV, warnt vor den Therorien Hamers, „die wissenschaftlich nicht begründet sind und schon zu Todesfällen geführt haben, weil sich Patienten der Schulmedizin ganz entzogen haben“. Nach Informationen der Krebsgesellschaft wurde Hamer im Juni 2004 in Abwesenheit von einem französischen Gericht zu drei Jahren Haft verurteilt – „wegen Betrugs und Komplizenschaft bei der illegalen Ausübung medizinischer Tätigkeit“. Die Krebsgesellschaft wirft Hamer neben seiner Kampagne gegen die Schulmedizin auch antisemitisches Gedankengut vor. Helmut Pilhar geriet Mitte der 90er-Jahre in die Schlagzeilen, als seine damals sechsjährige Tochter Olivia an Krebs erkrankte und die Eltern mit ihrem Kind ins Ausland flüchteten, um eine Chemo-Therapie zu verhindern. Erst nach dem Entzug des Sorgerrechts konnte Olivia schulmedizinisch behandelt werden. Ihr Vater ist noch heute von der „Neuen Medizin“ überzeugt. Diese biete eine Erklärung für schwere Erkrankungen, die die Schulmedizin nicht habe. Die Ursache für Tumore seien Konflikte – Ängste oder schlimme Erlebnisse. Für „nachgewiesen falsch“ hält Freund solche Behauptungen. Ein Einfluss der Psyche auf den Heilungsprozess werde zwar auch von der Schulmedizin nicht bezweifelt. Dass Krebs durch Konflikte entstehe, sei aber Teil einer Theorie, „die wahnhafte Züge trägt“. Gerade auf kranke Menschen könne die scheinbare Logik aber eine nachvollziehbare Anziehungskraft ausüben. „Die Menschen haben das Bedürfnis, eine Erklärung für die Krankheit zu finden.“ Die Heilslehre Hamers sei „der Strohhalm eines Scharlatans“. Bereits Mitte der 80er-Jahre wurde Hamer die Approbition in Deutschland entzogen. Nach den öffentlichen Protesten gegen Pilhars Vortrag nahm das Aquadrom seine Raumzusage gestern zurück. „Wir haben gar nicht gewusst, um was für einen Vortrag es sich handelt“, erklärte Marketing-Leiterin Ursula Krüger. Ein örtlicher Hotelier habe den Raum gebucht. „Aber diese Veranstaltung passt nicht in unser Profil“, so Krüger. Die Gesundheitsberaterin Cornelia Kolschewski, die den Österreicher Pilhar nach Graal-Müritz einlud, bedauerte die Entscheidung. Ihr Sohn kämpfe seit Jahren mit einer Krebserkrankung, im Internet sei sie auf die Theorie Hamers gestoßen. „Das sind Naturgesetze, die jeder Mensch versteht.“ Die „Germanische Neue Medizin“ könne die Schulmedizin auch ergänzen. Helmut Pilhar erklärte gestern, er lasse sich „nicht verjagen“ und werde auf jeden Fall nach Graal-Müritz fahren. „Der Vortrag findet eben woanders statt“. Er habe auch schon unter freiem Himmel gesprochen.
in der letzten Woche ist es gelungen, die gefährliche Scharlatansekte „Germanische Neue Medizin“ im Raum Rostock zu stoppen. Wir hoffen, dass dies nachhaltig sein wird.
Wir möchten allen danken, die uns bei unserer diesbezüglichen Aufklärungsarbeit unterstützt haben.
Dank an die Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern für den deutlichen öffentlichen Protest gegen die Veranstaltung von Helmut Pilhar.
Dank an den Präsidenten der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern für die klare Stellungnahme in der Presse.
Dank an die Wohlfühlschule Rostock und die Gesellschaft für Gesundheitsberatung in Lahnstein, die von den Aktivitäten von Frau Kolschewski nichts wussten und sich sofort und ohne Umschweife von der Germanischen Neuen Medizin distanzierten.
Dank an die Geschäftsleitung des Aquadrom Graal-Müritz, die nach Kenntnis der Sachlage die Raumzusage für die Pilhar-Veranstaltungen zurückgenommen hat.
Dank an die Redaktion der Ostsee-Zeitung für die klare Berichterstattung.
Mit den besten und Wünschen
K. Sz. für den Arbeitskreis Enigma www.ak-enigma.de.vu
Kein Haftbefehl gegen Mediziner – aber jede Menge Vorwürfe
Schwerin (zvs) • Gegen ihn lägen keine Haftbefehle in Österreich und Deutschland vor, ließ Ryke Geerd Hamer über seinen Anwalt wissen. Am 4.August haben wir über einen geplanten Vortrag zur „Germanischen Neuen Medizin“ in Graal-Müritz berichtet. Krebs könne man nicht heilen, heißt die umstrittene These von Hamer, er müsse sich selber heilen. Nach interner Beratung haben die Verantwortlichen des Aquadroms den Vortrag abgesagt, die Diskussion indes wurde unvermindert fortgeführt – angefangen mit der Reaktion von Hamer. Etliche seiner Anhänger meldeten sich bei unserer Zeitung, wehrten sich gegen die Vorwürfe, Hamer sei ein „Scharlatan“. Genau das aber behauptet die Krebsgesellschaft MV – und verweist auf ein Gutachten, wonach die „Germanische Neue Medizin“ von Hamer ohne jede wissenschaftliche oder empirische Begründung sei. „Es sind mehrere Todesfälle von Menschen, die seiner Theorie vertrauten, gut belegt, die unter schulmedizinischer Behandlung eine realistische Heilungschance besessen hätten“, heißt es im Fazit von Dr. Sökler. Post erhielten wir auch von der Leiterin der Sekteninformationsstelle des Landes. Sie bedanke sich für die Berichterstattung, schreibt Erika Dohrendorf-Seel, „ich weiß, dass besonders im Raum Neubrandenburg so genannte Runde Tische der Neuen Germanischen Medizin existieren." Artur Bree
Dienstag, 22 August, 2006
Für heute war ein Vortrag von Helmut Pilhar im „Großraum Rostock“ angesagt. Samstag bis Montag sollte dann ein dreitägiges Seminar im „Großraum Ostsee“ folgen. Der genaue Ort wurde auf der Seite von Pilhar mal wieder absolut geheim gehalten. In solchen Fällen ist es aus der Ferne sehr schwer, entsprechende Recherchen durchzuführen. Aber wir haben ja jetzt die Liste von der „Petition“ (siehe Eintrag Nr. 25 vom 12. Juli). Wir können Martin Gabling von der GNM Niederbayern gar nicht genug für diese Initiative danken. Über eine Adresse aus der Liste konnten wir die Gesundheitsberaterin
als Veranstalter der Tournee Helmut Pilhars an die Ostsee ermitteln. Daraufhin verschickten wir unsere übliche Info-Mail (siehe im Kommentar). Aus der Homepage von Frau Kolschewski kann man einiges über sie erfahren (siehe „Persönliches“). Sie ist Langstreckenläuferin. So schaffte sie auf diese Art und Weise in einer Nacht sogar einmal 111 km. Danach krachte ihr Immunsystem zusammen und sie wurde Gesundheitsberaterin.
Unter „Wissen ist Macht“ findet man auf ihrer Seite „Die Wahrheit über Vogelgrippe“. Der fanatische Impfgegner Stefan Lanka http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Lanka hatte es mit seinem pseudowissenschaftlichen Irrsinn auch bis zu Frau Kolschewski geschafft. Und hier kann man sehen, wie sie zur „Germanischen Neuen Medizin“ gekommen ist. Wenn so jemand „Gesundheitsberatung“ betreibt, sollten die Alarmglocken läuten.
Deshalb fragten wir bei der Wohlfühlschule Rostock und bei der Gesellschaft für Gesundheitsberatung (siehe unter „Zuverlässige Partner“) nach, ob sie dort etwas von den GNM-Veranstaltungen wüssten. In beiden Fällen war man völlig ahnungslos von den diesbezüglichen Ambitionen der Frau Kolschewski. Das ist aber auch nachvollziehbar, denn man kann ja nicht jedem Mitarbeiter oder Mitglied ständige hinterher rennen und gucken, was da sonst noch so läuft. Auch scheint das Engagement von Frau Kolschewski für die GNM ziemlich neu zu sein, sonst wäre sie uns schon früher entsprechend aufgefallen. Jedenfalls distanzierten sich beide Organisationen sofort klar und deutlich von der GNM und kündigten Konsequenzen bei der Zusammenarbeit mit Frau Kolschewski an.
Über den „zuverlässigen Partner“ Residenz-Hotel in Graal-Müritz erfuhren wir dann den geplanten Veranstaltungsort, das AQUADROM. Wir informierten die Geschäftsleitung des Aquadrom umgehend über die Hintergründe von Pilhar. Da war man auch völlig ahnungslos. Es war nur ein Vortrag über die „biologischen Naturgesetze“ angekündigt worden. Inzwischen verbreitete auch die Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern eine Protestnote per Presseerklärung (siehe ebenfalls hier im Kommentar). Aufgrund noch weiterer Proteste zog das Aquadrom die Zusage zur Raumvergabe für die Pilhar-Veranstaltungen kurzfristig zurück. Die Ostsee-Zeitung berichtete heute ausführlich darüber. Hier im Kommentar auch dieser Artikel, mit freundlicher Erlaubnis der Redaktion.
Natürlich wird Pilhar schnell ein Ausweichquartier gefunden haben, denn es gibt immer Lokale, deren Besitzer das Geld wichtiger ist als ihr Ruf. Auf jeden Fall hat diese Aktion, trotz der kurzen Zeit, gut geklappt und es konnten viele Menschen vor den Machenschaften von Pilhar und Konsorten gewarnt werden.
Nachtrag 22. Aug. 2006
Wie erwartet fand der Vortrag von Helmut Pilhar am 4. August doch statt, und zwar 40 km weiter in Teschendorf. Es waren 50 bis 60 Zuhörer anwesend. Pilhar spulte wie gewohnt sein zweistündiges Programm ab und gewährte den Leuten im Saal dann noch 15 Minuten für Fragen, von denen er einige nicht verstehen wollte, wie z.B. eine konkrete Frage nach einsehbaren Patientendateien, also die Frage aller Fragen nach nachweisbaren Erfolgen der GNM. Da es die nicht gibt, antwortete Pilhar auch hier wieder programmgemäß ausweichend.
Zum Ende der Veranstaltung verteilte Pilhar noch eine CD. Es handelt sich hierbei um das Video (siehe Eintrag Nur. 30 vom 18. August) mit dem Gespräch zwischen Hamer und Matthes Haug, bei dem es um Hamers Kandidatur für das Amt des „Reichspräsidenten“ geht.
Cornelia Kolschewski wurde als Gesundheitsberaterin inzwischen in Fachkreisen isoliert. Man distanziert sich dort ganz klar von ihren GNM-Aktivitäten. Auch findet man ihre Homepage seit dem 8. August nicht mehr im Internet.
Die Ostsee-Zeitung brachte am 17. August einen weiteren Artikel über den „Wirbel um Hamer“ (Text hier im Kommentar). Wie erwartet hatte die Beschwerdeschreiber-Kolonne Pilhars hier wieder mal zugeschlagen. Und Hamer lässt über seinen Rechtsanwalt verlauten, dass gegen ihn in Deutschland und Österreich keine Haftbefehle vorlägen.
Von den Haftbefehlen gegen Hamer ist aber immer wieder in Informationen über die GNM die Rede. Auffällig ist auch, dass Hamer keine Ambitionen zu haben scheint, sein geliebtes Germanien mal wieder zu besuchen, z.B. zu der Demonstration in Tübingen oder jetzt demnächst, zum „Internationalen Informationstag für GNM“ am 9. September. Dabei wäre er hier doch den Huldigungen durch seine Anhänger sicher. Aber das mit den Haftbefehlen müsste wirklich mal eindeutig geklärt werden.
posted by Arbeitskreis Enigma at 2:37 PM on Aug 04 2006
"28 - Cornelia Kolschewski führt GNM-Studienkreis im Raum Rostock – Proteste gegen Pilhar-Veranstaltungen hatten Erfolg"
5 Comments -
e-Mail am 01.08.2006 an
Gesundheitsamt Bad Doberan
Leiterin Frau Dr. Jenning
Marita.Jenning@LK-DBR.de
Kopien an
*Landrat Landkreis Bad Doberan Herrn Thomas Leuchert
Thomas.Leuchert@LK-DBR.de
*Gemeinde Graal-Müritz Bürgermeister
gemeinde.graal-mueritz@t-online.de
* Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern
mathias.freund@med.uni-rostock.de
*Sozialministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern
Cornelia.Kropp@sm.mv-regierung.de
*Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern
info@aek-mv.de
* Fachklinik für Onkologie und Ganzheitsmedizin Graal-Müritz
info@Klinik-Graal-Mueritz.de
*Gesellschaft für Gesundheitsberatung
info@ggb-lahnstein.de
*Bürgerinitiative Bunt statt braun e.V. Rostock
post@buntstattbraun.de
*Ostseezeitung
lokalredaktion.rostock@ostsee-zeitung.de
Sehr geehrter Frau Dr. Jenning,
kennen Sie die „Germanische Neue Medizin“? Vielleicht nicht, aber wenn das so weiter geht, werden Sie sie irgendwann kennen lernen, denn nach dieser Heilslehre sind alle wissenschaftlich arbeitenden Ärzte nichts weiter als Schulmediziner, Massenmörder, die mit ihrer jüdischen alten Medizin täglich unzählige Menschenleben auf dem Gewissen haben.
Die Propagandisten der „Germanischen Neuen Medizin“ ködern Interessierte und Betroffene mittels vorgeschobener Kritik an unserem Gesundheitssystem und der Pharmaindustrie - die teilweise ihre Berechtigung haben mag - und zerstören systematisch das Vertrauen in die moderne Medizin und damit zwischen Patienten und Ärzten. Sie schwätzen Betroffenen Alternativen auf, die keine Alternativen sind, sondern Kranke in unverantwortlicher Weise von möglichen, wissenschaftlich fundierten Heilungschancen abhalten. Selbst die medizinische Vorsorge wird verteufelt.
Bitte lesen Sie dazu die gutachterliche Stellungnahme der Deutschen Krebsgesellschaft:
http://www.krebsgesellschaft.de/pressemeldung_detail,895,,16104,detail.html
Durch Einflüsse aus Richtung Scientology wird nun auch zunehmend gegen das Impfen Front gemacht. Es könnte diesbezüglich zu aktuellen Problemen kommen, denn die meisten GNM-Anhänger halten z.B. die Vogelgrippe in verschwörungstheoretischer Manier für eine Erfindung „gewisser Kreise“, also von Schulmedizin und Pharmaindustrie. Auch z.B. HIV ist in dieser Szene nichts als ein Instrument der Unterdrückung durch die Herrschenden.
Ausführliche Informationen mit Presseberichten über die „Germanische Neue Medizin“ finden Sie auf dieser Seite:
www.gnm-hamer-pilhar.de.vu
Aktueller Anlass:
Der Stellvertreter von Ryke Geerd Hamer und Hauptpropagandist der „Germanischen Neuen Medizin“, Helmut Pilhar, ein Elektroingenieur aus Österreich, hält am Freitag, dem 04. August, einen Vortrag im „Großraum Rostock“. Dem folgt am Samstag, Sonntag und Montag ein Seminar im „Großraum Ostsee“. Da durch Aufklärungsarbeit in der letzten Zeit oft die für solche Vorträge vorgesehenen Räumlichkeiten von den Vermietern kurzfristig gekündigt wurden und/oder kritischen Presseberichte erschienen, hält Herr Pilhar nun die genauen Orte bis kurz vor den Terminen geheim. Siehe:
http://www.pilhar.com/News/Seminar/Kalender_08.htm
Werbung für solche Veranstaltung findet man meistens nur vor Ort, z.B. in Esoterikläden oder Einrichtungen, in denen sogenannte Alternativmedizin angeboten wird. Herr Pilhar hat auch jetzt eine neue Masche bei der Ankündigung seiner Veranstaltungen, um nicht gleich mit seiner „Germanischen Neuen Medizin“ aufzufallen. Aus der „Schwäbischen Post“:
Heute hält Buchautor Helmut Pilhar in der Festhalle Festwirt in Essingen ab 19 Uhr einen Vortrag zu seinem Buch mit dem Titel "Olivia - Tagebuch eines Schicksals".
Wir konnten inzwischen in Erfahrung bringen, wer die Veranstaltungen im Raum Rostock organisiert. Es handelt sich um die Gesundheitsberaterin
Cornelia (Conny) Kolschewski
Heuweg 1
18181 Graal-Müritz
www.corneliakolschewski.de
Frau Kolschewski plant im Anschluss an diese Veranstaltungen einen regelmäßigen „Studienkreis“ für die „Germanische Neue Medizin“ im Raum Rostock einzurichten.
Heute konnten wir auch den Veranstaltungsort ermitteln. Es ist das
AQUADROM
Buchenkampweg 9
181881 Graal-Müritz
www.aquadrom.net
Wir haben der Geschäftsleitung des Aquadrom dringend empfohlen, die Zusage zu dieser Raumbelegung zu stornieren.
Aus der Stellungnahme der Deutschen Krebsgesellschaft:
„Es sind mehrere Todesfälle von Menschen, die seiner Theorie vertrauten, gut belegt, die unter schulmedizinischer Behandlung eine realistische Heilungschance besessen hätten. Deshalb ist die ‚Germanische Neue Medizin’ mit allem Nachdruck als einerseits absurd, andererseits aber bewiesenermaßen gefährlich zurückzuweisen. Ihrer Verbreitung muss mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln - juristisch und auf dem Wege der Aufklärung - Einhalt geboten werden. Eine Plattform zur Selbstdarstellung darf ihm und seinen Anhängern nicht geboten werden.“
Mein Appell an das Gesundheitsamt Bad Doberan, die ortsansässige Ärzteschaft und die Presse:
Unternehmen Sie bitte etwas dafür, dass in Ihrem Wirkungsbereich keine kranken Menschen in die Fänge dieser Scharlatan-Sekte geraten! Prüfen Sie bitte rechtliche Schritte und sorgen Sie für öffentlich Aufklärung in der Sache und dass die Veranstaltung mit Helmut Pilhar nicht ohne Widerspruch über die Bühne gehen kann! Es geht hier nicht um irgendwelche mehr oder weniger harmlose Spinnereien, sondern um Menschenleben.
Mit freundlichen Grüßen
K. Sz.
Freitag, 04 August, 2006
Erklärung der Krebsgesellschaft MV
Sehr geehrte Mitglieder der Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V.!
Meine sehr geehrten Damen und Herren!
Am 4.8.2006 soll laut Meldung des Rostocker "Blitz" 30.7.2006, S. 12 in Graal-Müritz eine Veranstaltung mit Helmut Pilhar über die "fünf biologischen Naturgesetze" stattfinden.
Es handelt sich um einen Propagandavortrag für die "Germanische Neue Medizin" des G.R. Hamer. Es handelt sich um die Verbreitung von Scharlatanerie der übelsten Sorte. Patienten wurde Schaden zugefügt, da sie auf Grundlage der Theorien von Hamer eine wirksame Behandlung ihrer Krebserkrankung ablehnten. Der Urheber der Theorien ist rechtskräftig verurteilt und es wurde ihm die Approbation als Arzt entzogen. Hamer verbreitet mit seinen Theorien antisemitische Inhalte.
Die Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern protestiert aufs Schärfste gegen die Veranstaltung und schließt sich der Schlußfolgerung eines Gutachtens für die Deutsche Krebsgesellschaft vom 5.7.2005 voll und ganz an:
Bei der sog. „Germanischen Neuen Medizin“ von Herrn Hamer handelt es sich um ein in der Biographie und Träumen von Herrn Hamer begründetes Theorem ohne jede wissenschaftliche oder empirische Begründung. Im Gegenteil, nach heutigem Erkenntnisstand ist die zugrundeliegende Grundhypothese widerlegt. Es sind mehrere Todesfälle von Menschen, die seiner Theorie vertrauten, gut belegt, die unter schulmedizinischer Behandlung eine realistische Heilungschance besessen hätten. Deshalb ist die „Germanische Neue Medizin“ mit allem Nachdruck als einerseits absurd, andererseits aber bewiesenermaßen gefährlich zurückzuweisen. Ihrer Verbreitung muss mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln – juristisch und auf dem Wege der Aufklärung – Einhalt geboten werden. Eine Plattform zur Selbstdarstellung darf ihm und seinen Anhängern nicht geboten werden.
Bitte informieren Sie sich auch auf unserer homepage www.krebsgesellschaft-mv.de
mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. med. Mathias Freund
Vorsitzender der Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Mitglied der Deutschen Krebsgesellschaft
Abteilung Hämatologie und Onkologie
Klinik und Poliklinik für Innere Medizin
Universität Rostock
Freitag, 04 August, 2006
Ostsee-Zeitung Rostock 04.08.2006
Ärzte warnen vor Scharlatan
Ein Österreicher wollte in Graal-Müritz die „Germanische Neue Medizin“ erklären. Nach Protesten zog das Aquadrom seine Raumzusage zurück.
Graal-Müritz Der Titel des Vortrags klang wenig spektakulär: Über „biologische Naturgesetze“ wollte der österreichische Elektroingenieur Helmut Pilhar heute im Aquadrom in Graal-Müritz referieren. Laut der Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern verbirgt sich hinter diesem Vortragsthema allerdings „Scharlatanerie der übelsten Sorte“.
Helmut Pilhar werbe für die sogenannte „Germanische Neue Medizin“ von Ryke Geerd Hamer, erklärt der Onkologe Professor Mathias Freund von der Rostocker Universitäts-Klinik, der gleichzeitig Vorsitzender der Krebsgesellschaft M-V ist. Hamer gehe „ganz aggressiv gegen die Schulmedizin vor“ und verkünde eine „abstruse Heilslehre“.
Auch Andreas Crusius, Präsident der Ärztekammer MV, warnt vor den Therorien Hamers, „die wissenschaftlich nicht begründet sind und schon zu Todesfällen geführt haben, weil sich Patienten der Schulmedizin ganz entzogen haben“. Nach Informationen der Krebsgesellschaft wurde Hamer im Juni 2004 in Abwesenheit von einem französischen Gericht zu drei Jahren Haft verurteilt – „wegen Betrugs und Komplizenschaft bei der illegalen Ausübung medizinischer Tätigkeit“. Die Krebsgesellschaft wirft Hamer neben seiner Kampagne gegen die Schulmedizin auch antisemitisches Gedankengut vor.
Helmut Pilhar geriet Mitte der 90er-Jahre in die Schlagzeilen, als seine damals sechsjährige Tochter Olivia an Krebs erkrankte und die Eltern mit ihrem Kind ins Ausland flüchteten, um eine Chemo-Therapie zu verhindern. Erst nach dem Entzug des Sorgerrechts konnte Olivia schulmedizinisch behandelt werden. Ihr Vater ist noch heute von der „Neuen Medizin“ überzeugt. Diese biete eine Erklärung für schwere Erkrankungen, die die Schulmedizin nicht habe. Die Ursache für Tumore seien Konflikte – Ängste oder schlimme Erlebnisse.
Für „nachgewiesen falsch“ hält Freund solche Behauptungen. Ein Einfluss der Psyche auf den Heilungsprozess werde zwar auch von der Schulmedizin nicht bezweifelt. Dass Krebs durch Konflikte entstehe, sei aber Teil einer Theorie, „die wahnhafte Züge trägt“. Gerade auf kranke Menschen könne die scheinbare Logik aber eine nachvollziehbare Anziehungskraft ausüben. „Die Menschen haben das Bedürfnis, eine Erklärung für die Krankheit zu finden.“ Die Heilslehre Hamers sei „der Strohhalm eines Scharlatans“. Bereits Mitte der 80er-Jahre wurde Hamer die Approbition in Deutschland entzogen.
Nach den öffentlichen Protesten gegen Pilhars Vortrag nahm das Aquadrom seine Raumzusage gestern zurück. „Wir haben gar nicht gewusst, um was für einen Vortrag es sich handelt“, erklärte Marketing-Leiterin Ursula Krüger. Ein örtlicher Hotelier habe den Raum gebucht. „Aber diese Veranstaltung passt nicht in unser Profil“, so Krüger.
Die Gesundheitsberaterin Cornelia Kolschewski, die den Österreicher Pilhar nach Graal-Müritz einlud, bedauerte die Entscheidung. Ihr Sohn kämpfe seit Jahren mit einer Krebserkrankung, im Internet sei sie auf die Theorie Hamers gestoßen. „Das sind Naturgesetze, die jeder Mensch versteht.“ Die „Germanische Neue Medizin“ könne die Schulmedizin auch ergänzen.
Helmut Pilhar erklärte gestern, er lasse sich „nicht verjagen“ und werde auf jeden Fall nach Graal-Müritz fahren. „Der Vortrag findet eben woanders statt“. Er habe auch schon unter freiem Himmel gesprochen.
Freitag, 04 August, 2006
Danksagung
Sehr geehrte Damen und Herren,
in der letzten Woche ist es gelungen, die gefährliche Scharlatansekte „Germanische Neue Medizin“ im Raum Rostock zu stoppen. Wir hoffen, dass dies nachhaltig sein wird.
Wir möchten allen danken, die uns bei unserer diesbezüglichen Aufklärungsarbeit unterstützt haben.
Dank an die Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern für den deutlichen öffentlichen Protest gegen die Veranstaltung von Helmut Pilhar.
Dank an den Präsidenten der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern für die klare Stellungnahme in der Presse.
Dank an die Wohlfühlschule Rostock und die Gesellschaft für Gesundheitsberatung in Lahnstein, die von den Aktivitäten von Frau Kolschewski nichts wussten und sich sofort und ohne Umschweife von der Germanischen Neuen Medizin distanzierten.
Dank an die Geschäftsleitung des Aquadrom Graal-Müritz, die nach Kenntnis der Sachlage die Raumzusage für die Pilhar-Veranstaltungen zurückgenommen hat.
Dank an die Redaktion der Ostsee-Zeitung für die klare Berichterstattung.
Mit den besten und Wünschen
K. Sz.
für den Arbeitskreis Enigma
www.ak-enigma.de.vu
Mittwoch, 09 August, 2006
http://www.svz.de/newsdw/DWPolitik/17.08.06/23-13837684/23-13837684.html
Ostsee-Zeitung, 17. August 06
Wirbel um Hamer
Kein Haftbefehl gegen Mediziner – aber jede Menge Vorwürfe
Schwerin (zvs) • Gegen ihn lägen keine Haftbefehle in Österreich und Deutschland vor, ließ Ryke Geerd Hamer über seinen Anwalt wissen. Am 4.August haben wir über einen geplanten Vortrag zur „Germanischen Neuen Medizin“ in Graal-Müritz berichtet. Krebs könne man nicht heilen, heißt die umstrittene These von Hamer, er müsse sich selber heilen. Nach interner Beratung haben die Verantwortlichen des Aquadroms den Vortrag abgesagt, die Diskussion indes wurde unvermindert fortgeführt – angefangen mit der Reaktion von Hamer. Etliche seiner Anhänger meldeten sich bei unserer Zeitung, wehrten sich gegen die Vorwürfe, Hamer sei ein „Scharlatan“. Genau das aber behauptet die Krebsgesellschaft MV – und verweist auf ein Gutachten, wonach die „Germanische Neue Medizin“ von Hamer ohne jede wissenschaftliche oder empirische Begründung sei. „Es sind mehrere Todesfälle von Menschen, die seiner Theorie vertrauten, gut belegt, die unter schulmedizinischer Behandlung eine realistische Heilungschance besessen hätten“, heißt es im Fazit von Dr. Sökler.
Post erhielten wir auch von der Leiterin der Sekteninformationsstelle des Landes. Sie bedanke sich für die Berichterstattung, schreibt Erika Dohrendorf-Seel, „ich weiß, dass besonders im Raum Neubrandenburg so genannte Runde Tische der Neuen Germanischen Medizin existieren."
Artur Bree
Dienstag, 22 August, 2006