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Tuesday, June 20, 2006

Ist die GNM eine Sekte?

Diese Frage wird oft gestellt und ist nicht einfach zu beantworten.
Einerseits beschäftigt sich das Hamer’sche Konstrukt, namens „Germanische Neue Medizin“ nicht mit religiösen Themen. Andererseits basiert eben jenes Konstrukt ausschließlich auf Glaubensinhalten, die sich dem rational denkenden – um nicht zu sagen: unverblendeten – Menschen vollkommen entziehen.

Die Anhänger Hamers tun nur eines: Sie glauben. Sie glauben absolut vorbehalt- und kritiklos den Hamerschen Theorien, die von Pilhar in der Öffentlichkeit verbreitet werden. Keiner der Anhänger Hamers fragt ernsthaft nach stichhaltigen Beweisen für dessen Behauptungen. Und keiner der Anhänger fragt ernsthaft nach einem Beleg dafür, dass jemals auch nur ein einziger krebskranker Mensch anhand der GNM geheilt worden wäre (http://gnm-aufklaerung.blogspot.com/2006/02/bislang-keine-einzige-heilung-durch.html).
Damit diese peinlichen Fragen auch in Zukunft unterbleiben, wird innerhalb der GNM-Gruppierung gebetsmühlenartig die – ebenso unbewiesene – Behauptung aufrecht erhalten, die GNM sei ja schon x-fach überprüft und verifiziert worden (http://gnm-aufklaerung.blogspot.com/2006/02/die-angeblichen-verifizierungen-der.html).

Zum Charakter der GNM gehört auch die bewusste falsche Darstellung von gegebenen Fakten, die teilweise zur Entwicklung von Verschwörungstheorien herangezogen werden.
So z.B. die Behauptung, die Uni Tübingen sei gerichtlich dazu verurteilt worden, die GNM zu prüfen. Diese Behauptung ist falsch. Wie aus dem entsprechenden Urteil gegen die Uni Tübingen zu entnehmen ist, wurde lediglich ein erneuter Beschluss bzgl. der Ablehnung des Habilitationsgesuches Hamers gefordert, da der erste Beschluss einen Formfehler beinhaltete.

Das Verwaltungsgericht Sigmaringen schreibt dazu in seiner Urteilsbegründung vom 17.12.1987 (Az: 3 K 1180/86):
„Soweit der Kläger die Verpflichtung der Beklagten erstrebt, ihm die Habilitation zu erteilen, ist die Klage unbegründet. […]
Überdies scheitert die Begründetheit dieses Verpflichtungsantrages auch an prüfungsrechtlichen Grundsätzen. In der Rechtsprechung ist anerkannt, daß eventuell vorhandene Mängel bei der Bewertung einer vorhandenen, in einem Gegenstand oder Schriftstück verkörperten Prüfungsleistung - und als solche muß auch eine Habilitationsschrift angesehen werden - etwa dergestalt, daß im Verfahren Fehler unterlaufen sind, von den Prüfern ein unrichtiger Sachverhalt zugrundegelegt wurde oder allgemeingültige Bewertungsmaßstäbe nicht beachtet worden sind, grundsätzlich nur zu einem Anspruch auf Neubewertung der Leistung führen kann (vgl. BVerwG, Beschl.v. 16.4.1980, Buchholz 421.= Nr. 127; VGH Beschl.v. 14.12.1981 - 9 S 1092/80). […]
Im Falle des Klägers ist es jedoch - abgesehen von der ohnehin fehlenden Spruchreife - so, daß die Voraussetzungen für einen ausnahmsweise anzunehmenden Anspruch auf Erteilung der Habilitation nicht gegeben sind. Vielmehr können eventuelle Rechtsfehler, mit denen die Entscheidung der Habilitation auf der Grundlage einer neuen dem zuständigen Prüfungsorgan obliegenden Bewertung der von ihm eingereichten Arbeit führen (vgl. VGH, Urt.v. 18.10.1977 - IX 971/77 -).
Der in dem vom Kläger gestellten Verpflichtungsantrag als "weniger" enthaltene Antrag auf Verpflichtung der Beklagten zur Neubescheidung über sein Habilitationsgesuch gem. § 113 Abs. 4 Satz 2 VwGO ist jedoch begründet. Insoweit ist der Bescheid der Beklagten vom 10.5.1982 rechtswidrig und verletzt den Kläger in seinen Rechten.“

Wichtig ist vor allem der letzte Abschnitt, welcher jeden Hamer-Anhänger Lügen straft, der weiterhin behauptet, die Uni Tübingen wurde zur Überprüfung der NM (damals noch ohne „G“) verurteilt. Lediglich der Beschluss zur Ablehnung musste neu gefasst und Hamer entsprechend mitgeteilt werden.
Laut Hamer und seinen Anhängern jedoch ist die Verweigerung der Uni Tübingen, die GNM zu überprüfen erstens rechtswidrig und zweiten nichts anderes als ein Teil der weltweiten Verschwörung gegen ihn selbst und die ganze GNM (s.u.).

Sektenartig ist zumindest auch die Hierarchie der GNM. Der Guru Hamer sitzt, von den Justizbehörden mehrerer europäischer Staaten gesucht, im spanischen Exil und ist dort für den normalen Hamer-Anhänger nicht erreichbar. Dadurch wird er zur nahezu mystischen Figur, zu der nur ein innerer Kreis der GNM-Anhänger Zugang hat. Gleichwohl wird seine medizinische und politische Lehre von seinem Verkünder Helmut Pilhar unter die Gläubigen gebracht. Dieser herrscht autoritär über einige Dutzend so genannter Stammtischleiter, die wiederum eine Schar von – sagen wir: Laien unterrichten. Mitglieder der GNM, die öffentlich eine andere Meinung vertreten, werden hart zurecht gewiesen. Dies hat schon dazu geführt, dass sich Teile der GNM-Gläubigen von der von Pilhar dominierten Struktur abgesetzt haben.

Sektenartig ist auch die praktische Anwendung der GNM, wenn es sie überhaupt gibt.
In den GNM-eigenen Diskussionsforen wird oft nach GNM-Therapeuten gefragt. Doch noch nie gab es auf eine solche Frage eine direkte Antwort mit einem Hinweis auf einen entsprechenden Therapeuten. Angeblich, weil die Ausübung der GNM in Deutschland verboten sei.
Doch diese Behauptung ist falsch. In Deutschland herrscht grundsätzlich Therapiefreiheit, und jeder Therapeut, gleich ob Arzt oder Heilpraktiker, darf die Verfahren anwenden, die er möchte. Verbotene Verfahren gibt es nicht. Einzig und allein für die Folgen muss jeder Therapeut haften, evtl. sogar strafrechtlich.
Fragende werden dagegen meist mit dem Hinweis abgespeist, man möge sich an einen ominösen Förderverein oder an den nächsten Stammtischleiter wenden. Das Ziel ist klar: wieder ein GNM-Mitglied mehr, dem die Hamersche Hirnwäsche verpasst werden kann.

Wobei wir auch schon beim wichtigsten Aspekt der Frage nach der Sektenhaftigkeit der GNM sind.
Als normal denkender Mensch mit gesundem Menschenverstand, ist es nicht nachvollziehbar, dass sich Zeitgenossen auf die abstrusen Theorien Hamers einlassen. Verstehen könnte man es noch bei unheilbar krebskranken Menschen, die ja vollkommen legitim auch im Bereich der Alternativmedizin nach Chancen suchen.
Die meisten Anhänger Hamers sind jedoch zumindest körperlich gesund, viele vertreten jedoch mit einer solchen Inbrunst und Vehemenz die Hamerschen Lehren, dass dies eindeutig psychopathologische Züge annimmt. Auch die eigene Vita wird voll und ganz dem großen Ziel, der Anerkennung der GNM untergeordnet.
Für Hamer und die Anerkennung seiner Theorien gehen regelmäßig jedes Jahr einige hundert Menschen in Tübingen auf die Straße. Sie kommen aus ganz Europa angereist. Keinem der Demonstranten scheint klar zu sein, dass es ganz und gar nicht irgendeiner wissenschaftlichen Gepflogenheit entspricht, die Anerkennung irgendwelcher Theorien per Demonstrationen durchzusetzen. Keiner der Demonstranten scheint sich nur eine Sekunde ernsthaft und realitätsbezogen zu fragen, warum Hamer mit seiner Theorie, egal, ob mit G oder ohne, seit über 20 Jahren keinen Erfolg hat, warum er mehrfach vorbestraft ist und nun als Verbrecher tituliert werden muss, und warum er per Haftbefehl in mindestens drei Staaten gesucht wird.
Innerhalb der GNM-Doktrin werden diese Aspekte mit kruden Verschwörungstheorien behandelt, in deren Mittelpunkt der Antisemitismus Hamers steht. Die Juden seien es nämlich, welche die Verbreitung der GNM letztlich verhinderten, doch sie selbst würden ihre krebskranken Patienten schon lange ausschließlich nach der GNM behandeln.

Will man nun unter Einbeziehnung der obigen Tatsachen erneut die Frage nach der Sektenhaftigkeit der GNM beantworten, ist man aber tatsächlich nicht viel weiter gekommen. Die GNM-Gruppe selbst distanziert sich selbstverständlich von dem Begriff Sekte. Aber welche Sekte steht denn schon dazu, dass sie eine Sekte ist?

Als Antwort muss man sich damit begnügen: eine Sekte ist, was Außenstehende darin sehen. Je okkulter, abwegiger, realitätsfremder und verschwörungstheoretischer die Lehren einer Gruppe sind, desto eher ist man als Außenstehender geneigt, diese als Sekte zu bezeichnen.
Demnach darf sich also weder Hamer, noch einer seiner Anhänger wundern, wenn man die GNM eine Sekte nennt.

Friday, March 03, 2006

Die Prüfung der (G)NM durch die Uni Tübingen

Die Uni Tübingen hat Hamers Habilitation bekanntlich abgelehnt. Hamers Anhänger behaupten seitdem, Hamers Habilitationschrift sein nie gelesen, seine „Neue Medizin“ (damals noch nicht germanisch) nie „geprüft“ worden. Das ist definitiv falsch, denn aus dem Urteil eines Prozesses gegen die Uni Tübingen geht hervor:

"In den Sitzungen des Habilitationsausschusses der Medizinischen Fakultät der Beklagten am 8.12.1981 und 19.1.1982 wurde Prof. Dr. Schrage - Frauenklinik - und Prof. Dr. Wilms - Medizinische Klinik, Abteilung Innere Medizin - beauftragt, über die eingereichte Arbeit ein Fachgutachten zu erstellen. Am 2.2.1982 erstattete Prof. Dr. Schrage sein Gutachten. Darin ist ausgeführt, daß Form und Methodik der Arbeit den Grundregeln einer Habilitationsschrift nicht entsprechen. Der Kläger entwickle seine Ansichten nicht sachlich und prägnant, sondern der Stil der Arbeit sei geprägt durch persönlich-emotionale Momente. Auch nehme er keinerlei Bezug auf die vorhandene umfangreiche Literatur. Die Anschauungen des Klägers seien auch als Spekulation nicht zu akzeptieren.
Auch der Zweitgutachter Prof. Dr. Wilms legte in seinem Gutachten vom 11.3.1982 dar, daß Form und methodisches Vorgehen des Klägers in seiner Arbeit nicht den Regeln einer wissenschaftlichen Publikation entsprechen. Eine Auseinandersetzung mit der Literatur zu den Entstehungstheorien des Krebses fehle vollständig. Der Kläger äußere sich ohne sachliche Argumentation entweder polemisch oder sensitiv als Außenseiter der sogenannten Schulmedizin. Eine wissenschaftlichen Kriterien genügende, reproduzierbare Darstellung der Methodik insbesondere bei der Auswahl des Krankengutes und der Durchführung der Patientengespräche fehle ebenfalls vollständig. Die Nomenklatur des Klägers erwecke in vielen Bereichen den Eindruck einer Pseudowissenschaftlichkeit. Der vom Kläger postulierte zeitliche Zusammenhang zwischen Konflikt und Krebsentstehung sei an keinem der vom Kläger dargestellten Beispiele schlüssig nachgewiesen. Zusammenfassend ist der Gutachter der Auffassung, daß der Fakultät die Annahme der Arbeit als Habilitationsleistung nicht empfohlen werden könne, da diese an gravierenden formalen, methodischen und sachlichen Mängel leide.
Am 4.5.1982 lehnte der Habilitationsausschuß der Medizinischen Fakultät nach Bekanntgabe der Gutachten und abschließender Diskussion einstimmig die Anerkennung der eingereichten Arbeit des Klägers als Habilitationsleistung ab."

http://www.pilhar.com/Hamer/Korrespo/1986/861217.htm

Anmerkung und Nachtrag (12.7.06): obiger Link funktioniert nicht mehr, seit Pilhar den entlarvenden Text von seiner Page genommen hat. Nun ist er im Webarchiv unter
http://web.archive.org/web/20040621050547/http://pilhar.com/Hamer/Korrespo/1986/861217.htm

zu finden, leider etwas verstümmelt, aber durchaus lesbar.

Also Hamers Habilitation über die Neue Medizin wurde gelesen und "geprüft" und wegen definitiver Unwissenschaftlichkeit von der Uni Tübingen abgelehnt.

Monday, February 27, 2006

Bislang keine einzige Heilung durch GNM

Die Behauptung, es gäbe viele Geheilte durch die GNM wird von den Anhängern Hamers gebetsmühlenartig wiederholt.
Allerdings gibt es keinen einzigen dokumentierten Fall, in dem belegt ist, dass ein wirklich an einer bösartigen Krankheit leidender Mensch durch Anwendung der GNM geheilt worden wäre. Dafür gibt es jedoch einige dutzend Berichte über nachweislich an einem Malignom erkrankte Menschen, welche die GNM nicht überlebten.
Zwar behaupten viele Hamer-Anhänger, sie seien durch die GNM geheilt worden, nur können diese in keinem einzigen Fall einen Beleg für eine vormals bestehende bösartige Krankeit erbringen.

Folgender Link zeigt in exemplarischer Weise, wie die Anhänger Hamers zu ihrer sog. Diagnose kommen. Hier wird aus einem veränderten Körpergefühl in der Schulter die Diagnose „Neuroblastom“:

http://www.gnm-forum.com/phpBB2/ftopic422-0-asc-0.html

Ein Orthopäde hätte nach einer Untersuchung wohl von einer leichten Monoarthritis der Schulter oder einer Muskelverspannung gesprochen.

Weiterhin nahezu berühmt wurde der Fall eines Hamer-Anhängers, der bei sich selbst nach dem Warnhinweis eines Urologen die Diagnose „Hodenkrebs“ stellte, ohne dass es dafür irgend einen Beleg gegeben hätte. Im Gegenteil: alle angeblichen Beweise, die er auf seiner Homepage für diese Diagnose vorlegt, belegen eher die Tatsache, dass er keinen Hodenkrebs hatte. Umso weniger wundert es, dass er nun gesund ist.

Der Fall des Sören Wechselbaum, über den im Magazin „Kontraste“ Ende 2002 berichtet wurde, zeigt jedoch, was passiert, wenn sich ein Patient mit echtem Hodenkrebs der Hamerschen Irrlehre anvertraut.

Legendär ist auch der Hamer-Fan und bekennende Reichsbürger, der von sich behauptet, schon x-fach Leukämie gehabt zu haben. Die Tatsache, dass er sich diese Leukämien immer selbst angedichtet hat, versteht sich von selbst.

Solche Beispiele angeblicher Heilung durch die GNM könnte man noch dutzendfach aufführen, doch zeigen sie alle eines: die Diagnose haben sich diese „Kranken“ immer selbst gestellt und in keinem einzigen Fall der behaupteten Heilungen wurde die Diagnose durch eine histologische Untersuchung nachgewiesen, ohne die ohnehin nicht von einem bösartigen Tumor gesprochen werden darf.

Natürlich gibt es auch Anhänger Hamers mit histologisch oder zytologisch nachgewiesenen Malignomen, die von sich behaupten, sie wären geheilt worden. Jedoch existiert bislang für keinen einzigen Fall der Nachweis der Tumorfreiheit oder einer 5-Jahres-Überlebensgrenze, die bei den meisten Malignomen einer Heilung gleich kommt.

Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass ein nachweislicher Erfolgsfall der GNM bei einer bösartigen Erkrankung mittlerweile auf einer der vielen Webseiten der Hamer-Anhänger unter Vorlage aller Krankenakten veröffentlicht worden wäre, und dieser Fall in der GNM-Szene lange bekannt wäre.
Das Nicht-Vorhandensein eines solchen Falles wird von den Hamer-Anhängern im Allgemeinen mit einem Schwenk in die, der GNM eigenen Verschwörungstheorie begründet: alle Beteiligten hätten angeblich Angst vor Repressalien.

Der gesunde Menschenverstand fragt sich dabei aber sofort, wer denn Repressalien gegen einen geheilten Patienten oder einen heilenden Arzt aussprechen sollte.

Der "Hamersche Herd" - nicht anderes als ein Artefakt

Hamer behauptet, im Hirn-CT (cCT) von Krebspatienten Veränderungen entdecken zu können, die einer Schießscheibe ähneln, also sog. konzentrische Kreise.

Zur Art der „Hamer-Herde“ stellen sich sofort zwei Fragen, die von Hamer nirgends beantwortet werden. Er beharrt aber ständig darauf, dass diese Erscheinungen keine Artefakte der Computertomographie seien, ist aber nicht in der Lage dafür einen stichhaltigen Beweis zu liefern.

Welche morphologische Struktur liegt den Hamer-Herden zugrunde?

Bei einer Computertomographie handelt es sich bekanntlich um eine Schnittbilddarstellung mit einer Schichtdicke von wenigen Millimetern.
Damit ein Schnitt durch eine geometrische Figur einen Kreis ergibt, muss diese eine der nachfolgenden Formen oder eine Mischform daraus aufweisen:

1. Die Kugel:
Egal, in welchem Winkel und in welcher Schicht man durch eine Kugel einen ebenen Schnitt führt, er wird immer kreisförmig sein. Ein daneben geführter paralleler Schnitt hat natürlich die gleiche Form, aber nur dann die gleiche Größe, wenn er exakt genauso weit vom Mittelpunkt der Kugel entfernt ist.

Wenn es sich bei den Hamer-Herden also um kugelförmige Gebilde handeln sollte, muss er ab einem Durchmesser größer als die Schichtdicke immer in mehreren Schnittbildern zu sehen sein und auf jedem Bild eine andere Größe haben.

2. Der Zylinder:
Damit ein Schnitt durch einen Zylinder einen exakten Kreis ergibt, muss die Schnittebene im rechten Winkel zur Zylinderachse stehen. Dies dürfte im CT aber nur in den seltensten Fällen vorliegen, sodass die Hamer-Herde meistens als Oval erscheinen müssten. In den benachbarten Schnittbildern müsst in jedem Fall jeweils die gleiche Struktur mit gleicher Größe erkennbar sein. Bei Kippung der Schnittebene muss die Struktur ihre Form verändern.
Zur vorauszusetzenden exakt gleichmäßigen Struktur des Zylinders ist das gleiche zu vermerken, wie bei der Kugel.

3. Der Kegel:
Auch der Schnitt durch einen Kegel ergibt nur bei einem rechten Winkel zur Längsachse einen exakten Kreis, andernfalls entsteht ein unregelmäßiges Oval oder eine Parabel. In den Nachbarbildern müssten ähnliche, d.h. gleich geformte, aber unterschiedlich große Strukturen erkennbar sein.


4. Die Scheibe:
Womöglich ist ja der Hamer-Herd genau das, als was er erscheint, nämlich eine flache Scheibe.
In diesem Fall wäre es aber sehr unwahrscheinlich, im CT genau diese Scheibe so zu treffen, dass deren Ebene mit der Schnittbildebene genau übereinstimmt. In allen anderen Fällen wäre mehr oder weniger breite eine Linie oder annähernd rechteckige Fläche zu sehen. Bei genauer Übereinstimmung dürfte in den Nachbarschnitten nichts zu sehen sein, bei nicht genauer Übereinstimmung müssten Linien oder Flächen unterschiedlicher Länge erkennbar sein.

Wie dem auch sei, Hamer schweigt sich über das morphologische Korrelat seiner Herde aus. Aber eines wird klar: wenn sie immer als konzentrische Kreise auf einem CT abgebildet werden, müssen sie sehr gleichmäßiger innerer und äußerer Struktur sein. Aus technischen bzw. stochastischen Gründen scheiden der Zylinder, der Kegel und die Scheibe und alle ihre Abwandlungen als morphologisches Korrelat aus. Bleibt also nur die Kugel. Die müsste jedoch auch in weiteren Bildern erkennbar sein, wobei der Schnitt von Bild zu Bild an Größe entweder zu- oder abnimmt.
Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass im Rahmen eines krankhaften Geschehens immer ein exakt kugelrundes Gebilde an verschiedenen Orten des Gehirns auftritt. Weder in der Anatomie noch in der Pathologie sind größere, d.h. im CT erkennbare exakt kugelrunde Strukturen bekannt. Auch wurden bislang aus den Reihen Hamers nie Bildfolgen einer Computertomographie mit sog. Hamer-Herden auf mehreren Bildern, die o.a. Kriterien entsprechen veröffentlicht.


Warum sind „Hamer-Herde“ nur im CT nachweisbar?

Von Kritikern werden die „Hamer-Herde“ von jeher als Artefakt bezeichnet. Diese Ringartefakte sind bei CT-Geräten der 3. Generation (ab 1974), die Hamer bei seiner „Entdeckung“ Anfang der 80er Jahre verwendet haben dürfte, bekanntermaßen keine Seltenheit gewesen, treten aber bei moderneren CTs so gut wie nicht mehr auf.

In der von Hamer als „Verifikation“ bezeichneten Bestätigung der Firma Siemans, an der er allerdings selbst mitgearbeitet hat, wird u. a. als Ausschlusskriterium für ein Artefakt genannt:
„Ein Ringartefakt liegt demzufolge sicher nicht vor, wenn im NMR eine vergleichbare eindeutige Ringformation sichtbar ist, … die geräteabhängigen Artefakte sind kreisförmige oder kreissegmentförmige Strukturen um das Drehzentrum der Anlage. Wenn solche Strukturen echten anatomischen Gegebenheiten entsprechen können, empfiehlt sich die Wiederholung des Scans mit seitlich oder in der Höhe verschobener Patientenposition. Wenn die Struktur in dem wiederholten Tomogramm bezüglich markanter, patienteneigener Strukturen nicht verschoben ist, liegt kein Artefakt vor. “
http://www.pilhar.com/Hamer/NeuMed/Zertif/891222.htm
Allein diese beiden Kriterien genügen, um nachzuweisen, ob es sich bei den „Hamer-Herden“ um Artefakte handelt oder nicht. Wenn eine, im cCT entdeckte Ringstruktur an gleicher Stelle auch im NMR sichtbar ist, kann es sich logischerweise nicht um ein Artefakt des CT handeln, denn die Technik des NMR unterscheidet sich grundlegend von der des CT. Im CT wird mit Röntgenstrahlen gearbeitet, im NMR mit magnetischen Impulsen.
Außerdem wäre ein Hamer-Herd zweifelsfrei kein Artefakt, wenn er bei einem erneuten cCT in anderer Position des Patienten oder anderer Schnittbildführung wieder an gleicher Stelle des Patienten erscheint.
Merkwürdigerweise hat Hamer diese Möglichkeit des Nachweises für die Richtigkeit seiner Theorie – zumindest offiziell - nie genutzt, und bis heute sprechen alle Anhänger der „GNM“ nur immer vom CT, nie aber vom NMR. Das mutet seltsam an, wo doch die Kernspintomographie seit Jahren etabliert und im Gegensatz zum CT strahlungsfrei ist.Natürlich kann man getrost davon ausgehen, dass Hamer bei allen seinen Bemühungen, die „(G)NM“ zu „verifizieren“ auch versuchte, seine Herde im NMR zu finden. Hätte er sie gefunden, so wäre dies mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit veröffentlicht worden, spätestens auf Pilhars Web-Seite. Im gesamten WWW findet sich jedoch kein einziger Fall, bei dem ein Hamer-Herd im NMR nachgewiesen worden wäre. Das Nichtvorhandensein eines solchen Falles ist daher so zu interpretieren, dass die Hamer-Herde im NMR nicht gefunden werden konnten, und sie somit als Artefakt des CT mit veralteter Technik zu werten sind. Auch über die Möglichkeit des Nachweises anhand einer Lageänderung oder einer anderen Schnittbildführung im CT gibt es keine einzige Veröffentlichung auf den einschlägigen GNM-Seiten, wobei man auch hier davon ausgehen kann, dass Hamer dies mit Sicherheit versucht hat, aber auch hier scheiterte und die Sache unkommentiert unter den Tisch fallen ließ.
Die artifizielle Genese der „Hamer-Herde“ wird zudem durch die wenigen Beispiele deutlich, die sich auf GNM-freundlichen Seiten finden. Das eindruckvollste Beispiel ist ausgerechnet auf der Seite von Pilhar zu finden:
http://www.pilhar.com/Hamer/Korrespo/2005/20050808_Beisswenger_GlaubeWissenWeisheit.htm

Sieht man sich einmal den sog. Hamerschen Herd an, der auf dieser Seite abgebildet ist, fällt sofort auf, dass sich dieser über die Trennung der beiden Großhirnhälften erstreckt. Sogar die Ringstruktur wird durch die sog. Fissura longitudinalis cerebri deutlich durchbrochen, so dass zwei ungleich große Teile eines Kreises entstehen.
Das gleiche gilt für einen „Hamer-Herd“ der sich auf dieser Abbildung findet:
http://www.fh-wilhelmshaven.de/~aschroed/komisches/nm/haherdgr.html
Das macht deutlich, dass es sich in beiden Fällen nicht um eine anatomische Struktur sondern nur um ein Artefakt handeln kann, denn welche Struktur kann ohne Verbindung von einem Organteil in ein anderes wachsen oder entstehen, wobei der Verlauf der Grenzstrukturen weiterhin exakt eingehalten wird?


Nachtrag zum unten stehenden Kommentar:
Gegen den dort genannten Heilpraktiker finden mittlerweile staatsanwaltschaftliche Ermittlungen statt.
http://www.ksta.de/html/artikel/1135358152883.shtml

Die angeblichen Verifizierungen der GNM

Behauptung: Die GNM ist vielfach verifiziert worden.

Die Vertreter der GNM behaupten, sie sei über 30mal „verifiziert“ worden.
Ganz abgesehen davon, dass die „Verifikation“ in der Wissenschaft seit den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts nicht mehr angewendet wird, finden sich in den Veröffentlichungen von Pilhar über die GNM lediglich 14 „Verifikationen“. Da Pilhar wirklich jedes Schriftstück über die GNM veröffentlicht, egal, ob Privatkorrespondenz, Zeitungsartikel, amtliche Dokumente etc., darf man davon ausgegehen, dass es auch nur diese 14 gibt.
Die sollte man sich doch mal genauer ansehen, denn die GNM-Jünger basieren ja darauf schließlich ihre Doktrin:

1. Die Verifikation von Löwenstein (1982):
http://www.pilhar.com/Hamer/NeuMed/Zertif/820729.htm

Diese „Verifikation“ des damaligen Chefarztes der Abteilung für
Anästhesie, Lungenphysiologie und Allergologie besteht aus einer 8zeiligen Bescheinigung, dass Hamer unter der Anwesenheit der jeweiligen Stationsärzte 5 Patienten untersucht habe und je 5 Kriterien der „eisernen Regel des Krebses“ erfüllt sieht.
Zur Methodik der Untersuchungen und Art der festgestellten Daten nimmt das Dokument keine Stellung, und was beweist denn auch schon die Anwesenheit des jeweiligen Stationsarztes?

Wertung: völlig unbrauchbar


2. Überprüfung durch Dr. E. Brauchle, Radiologe:
http://www.pilhar.com/Hamer/NeuMed/Zertif/830922.htm

Hierbei handelt es sich um eine 10zeilige Bescheinigung des Radiologen, der bestätigt, dass diverse Kollegen niemals einen „Hamer-Herd“ haben wachsen sehen, und dass ein „Hamer-Herd“ , der nicht wächst, kein bösartiger Tumor sein könne.

Die Intention der Bescheinigung wird nicht klar, zudem sie sich auf „folgende Kollegen“ bezieht, die gar nicht genannt werden. Mit einer „Verifikation“ hat das rein gar nichts zu tun.

Wertung: verwirrend und völlig unbrauchbar


3. Überprüfung in Wien, September 1984:
http://www.pilhar.com/Hamer/NeuMed/Zertif/840906.htm

Hierbei handelt es lediglich sich um eine Vereinbarung über eine zukünftig durchzuführende Studie an der kardiologischen Uniklinik in Wien, „die überschlagsmäßig den möglichen Zusammenhang zwischen Herzinfarkt, Revierkonflikt und Veränderungen im Gehirn, und zwar rechtstemporal in Form eines sogenannten HAMERschen HERDES, klären soll.“
Bei Voruntersuchungen an acht Patienten seinen interessante Zusammenhänge entdeckt worden, die näher untersucht werden sollen.
Also keine „Verifikation“ sondern eine Verabredung zu einer weiteren Untersuchung, die wohl nie stattgefunden hat.

Wertung: völlig unbrauchbar


4. Noch einmal eine „Verifikation“ aus Wien, Dezember 1988:
http://www.pilhar.com/Hamer/NeuMed/Zertif/881209.htm

Ein 13zeiliger Wisch ohne Briefkopf, in dem fünf Unterzeichner (darunter Hamer selbst), die Reproduzierbarkeit der „eisernen Regeln des Krebses“ an sieben Patienten gefunden haben wollen.
Über Methodik der Untersuchungen und exakte Ergebnisse schweigt sich das Dokument aus.

Wertung: völlig unbrauchbar


5. Gmünder „Verifikation“ an einer Zahnarztfrau:
http://www.pilhar.com/Hamer/NeuMed/Zertif/881210.htm

Ein 9zeiliges Schreiben eines Zahnarztes, in dem er bestätigt, dass er gemeinsam mit Hamer und einer praktischen Ärztin aus Wien, die bereits an einer anderen „Verifikation“ teilnahm, die „eisernen Regeln des Krebses“ an seiner Ehefrau überprüft und bestätigt gefunden habe.
Wieder kein Hinweis auf Methodik und genaue Ergebnisse, zudem der Zusatz des Zahnarztes, dass er ab sofort die „EISERNE REGEL DES KREBS auf die Erkrankungen der Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten anzuwenden“ gedenke.

Wertung: völlig unbrauchbar


6. Münchner „Verifikation“ vom März 1989:
http://www.pilhar.com/Hamer/NeuMed/Zertif/890305.htm

18zeilige, notariell beglaubigte Abschrift, auf der 15 Personen (einschl. Hamer selbst) versichern, dass an 27 untersuchten Patienten die „eisernen Regeln des Krebses“ nachgewiesen worden seinen.
Keine Angaben zur Methodik, keine Daten zu den Untersuchungsergebnissen und teilweise exakter Wortlaut, wie bei der Wiener „Verifikation“ 1988.

Wertung: völlig unbrauchbar


7. Die unleserliche Verifikation:
http://www.pilhar.com/Hamer/NeuMed/Zertif/890408og.htm

Vollkommen unleserlicher, 13zeiliger Schrieb der französischen „Association Stop au Cancer“ mit vielen ebenso unleserlichen Unterschriften, darunter wieder die von Hamer selbst. Das Satzbild erinnert aber stark an die „Verifikation“ von Nemur (s.u.).

Wertung: völlig unbrauchbar

8. „Verifikation“ der Fa. Siemens (1989)
http://www.pilhar.com/Hamer/NeuMed/Zertif/891222.htm

Hierbei handelt es sich um eine Bescheinigung der Fa. Siemens von 1989 über 8 Ausschlusskriterien von Artefakten im Hirn-CT.
Dieses Schreiben, das seltsamerweise auch von Hamer selbst unterzeichnet wurde, kann nicht als Nachweis für die Richtigkeit der „eisernen Regeln des Krebses“ dienen.
Heutzutage ist bekannt, dass es sich bei den von Hamer beschriebenen und nach sich selbst benannten Ringen um Artefakte handelt, die durch schlecht abgeglichene Detektoren oder Detektorausfälle auftreten. Vor allem bei Geräten der dritten Generation (ab 1974) sind diese Artefakte bekannt. Die Bescheinigung der Fa. Siemens zertifiziert definitiv nicht, dass es sich bei den von Hamer beobachteten Ringen nicht um Artefakte handelt.
In seiner „Kurzeinführung in die Neue Medizin“ schreibt Hamer:

„Ich meldete mich mit einem „Anliegen“ bei dem Chef der Computertomographie-Abteilung der Herstellungsfirma Siemens, Herrn Feindor. Wir hatten eine angenehme Besprechung, in deren Verlauf ich ihn bat, dass wir beide miteinander zusammen festlegen möchten, welche Kriterien beim Ringartefakt erfüllt sein müssten und wann sicher kein Ringartefakt vorliegen könne. Herr Feindor ist Ingenieur, und wir hatten überhaupt keine Probleme die Bedingungen festzulegen, die in diesem oder in jenem Fall erfüllt oder nicht erfüllt sein dürften. Das war am 18.12.89. Am 22.12.89 wurde das endgültige Protokoll unterzeichnet.“

Hamer hat also die Kriterien für die Artefakte selbst festgelegt. Doch dabei hat er sich ein Bein gestellt, denn er schreibt, dass kein Artefakt des CT vorläge, wenn eine Struktur auch im NMR (Kernspintomographie) oder in der Wiederholung des CT mit anderer Positionierung des Patienten nachzuweisen wäre. Das ist auch vollkommen logisch und nachvollziehbar. Nur konnte ein Hamer-Herd bislang noch nie in einem NMR nachvollzogen werden. In Hamers Aufzeichnungen findet sich kein einziger Fall eines Patienten, bei dem ein und der selbe „Hamer-Herd“ sowohl im cCT als auch im NMR zu finden gewesen wäre. Auch fehlt bislang jeder Beleg dafür, dass jemals ein „Hamer-Herd“ bei einem erneuten CT an gleicher Stelle wieder gefunden worden wäre.

Wertung: völlig unbrauchbar


9. Protokoll der Ärztekonferenz vom 12./13.05.1990 in Namur
http://www.pilhar.com/Hamer/NeuMed/Zertif/900513.htm

Die 11zeilige Übersetzung eines Protokoll einer Ärztekonferenz in Namur (Belgien) vom 12. u. 13. 5. 90 bestätigt die Richtigkeit der „eisernen Regel des Krebses“, welche anhand von sechs Patienten untersucht wurde.
Wieder keine näheren Aufzeichnungen über genaue Ergebnisse und Methodik, auch die Namen der teilnehmenden Ärzte werden diesmal verschwiegen.

Wertung: völlig unbrauchbar


10. Schreiben von Prof. Stemmann an den Dekan der med. Fakultät Düsseldorf
http://www.pilhar.com/Hamer/NeuMed/Zertif/920524.htm

Stemmann beschreibt die positive Überprüfung der „eisernen Regel des Krebses“ anhand von 24 Patienten ohne auf Details einzugehen. Diese kündigt er in einer „ausführlichen Dokumentation samt detailliertem Prüfbericht“ an.
Aber wo ist dieser Bericht? Pilhar hat ihn offensichtlich nicht veröffentlicht, und das will bekanntlich was heißen.
Stemmann kennt als Wissenschaftler die Gepflogenheiten für den Nachweis neuer Hypothesen. Sein Schreiben an den Dekan stellt natürlich keine „Verifikation“ dar und die ausführliche Dokumentation ist nicht einsehbar, vielleicht, weil es sie gar nicht gibt, oder sie eben doch nicht das ergab, was Hamer gerne gehabt hätte. Aufgrund einer diesbezüglichen Anfrage teilte Stemman Prof. klosterhalfen mit:
„Es wurde kein Bericht ausgefertigt“
http://www-public.rz.uni-duesseldorf.de/~klostewg/STEMMANN-KEIN-BERICHT.JPG
Weitere Kommentare von Prof. Klosterhalfen zu der „Gelsenkirchner Verifikation“ finden sich unter:
http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/showtopic.php?threadid=453
Interessant ist auch, dass Hamer ausgerechnet Stemmann als Zeugen aufruft, der ja bekanntlich sein Intimfeind wurde, nachdem er aus der „Neuen Medizin“ die „Metamedizin“ machte.

Wertung: völlig unbrauchbar


11. „Bestätigung“ von Burgau, 1993:
http://www.pilhar.com/Hamer/NeuMed/Zertif/930127.htm

Hier wird Hamer auf eigenem Briefpapier (!) von Dr. Stangl und dem praktischen Arzt Dr. Limberger die Richtigkeit seiner Thesen bescheinigt. 12 Patienten seien untersucht worden. Keine weiteren Hinweise zur Durchführung der Untersuchungen und zu den Ergebnissen.

Wertung: völlig unbrauchbar


12. Die „Verifikation“ von Trnava (1998):
http://www.pilhar.com/Hamer/NeuMed/Zertif/980911.htm

Die berühmte „Verifikation“ der Uni Trnava, die von Hamer auch als „amtliche Verifikation“ bezeichnet wird, entstand während des von Hamer angestrebten Habilitationsverfahrens, welches jedoch abgelehnt wurde. Anstatt der erhofften Habilitationsurkunde erhielt Hamer sozusagen als Trostpflaster eine in radebrecherischem deutsch verfasste „Bestähtigung“.
Man nehme sich daraus nur zwei Sätze vor:

„Es sollte festgestellt werden, ob nach naturwissenschaftlichen Regeln der Reproduzierbarkeitsprüfung die Verifikation seines Systems festgestellt werden konnte. Dies war der Fall.“

Das heißt eigentlich nichts anderes, als dass Hamers Gedankenkonstrukt in sich geschlossen ist.

„Von den jeweils etwa 100 Fakten, die man bei jeder Einzelerkrankung nach den Regeln der "NEUEN MEDIZIN" abfragen kann, konnten zwar in Ermangelung vollständiger Untersuchungsbefunde nicht alle Fakten abgefragt werden, aber die abgefragten Fakten zeigten, daß alle Naturgesetze der "NEUEN MEDIZIN" erfüllt waren.“

Es gab also keine vollständigen Untersuchungsergebnisse, aber die lückenhaften Daten, auf die man der Einfachheit halber erst gar nicht eingeht, genügen angeblich, um die „Naturgesetze der NM“ als erfüllt anzusehen.
Auch sonst keine Hinweise zur Durchführung der Untersuchungen und zu den einzelnen Ergebnissen.
Das Pamphlet stammt angeblich von der Universität Trnava. Diese verfügt jedoch nicht über eine echte medizinische Fakultät. Daher kann vielleicht auch vielleicht nicht erwartet werden, dass sich diese Universität mit den Regeln medizinisch-wissenschaftlicher Veröffentlichungen auskennt.
Seltsam ist jedoch die Passage aus einem Brief eines der Unterzeichnenden auf der „Verifikation“, Prof. Jozef Miklosko, der schreibt:

„Im Rahmen des Habilitationsverfahrens fanden in Bratislava und in Trnava am 8.-9.9.1998 Verifikationsuntersuchungen an 7 Patienten statt. Bei diesen Untersuchungen waren 8-10 Professoren und Dozenten anwesend. Über alle diese Fälle ist eine von Dr. Hamer ausgearbeitete Dokumentation vorhanden, die in 3 Kopien an der Universität Trnava aufgehoben sind. Eine Urkunde wurde am 11.9.1998 ausgearbeitet und von drei verantwortlichen Personen signiert. Diese drei Unterzeichneten haben den Eindruck gewonnen, daß die Frage der möglichst baldigen Anwendung der "NEUEN MEDIZIN" dringend weiterverfolgt werden sollte. Die Unterzeichneten sind im Besitz der 3 Originalausfertigungen und Dr. Hamer ist im Besitze von weiteren 2 Kopien. Am 12.9.1998 habe ich ein einstündiges Interview mit Dr. Hamer gehabt. Dr. Hamer ist im Besitze des Videofilmes und ich besitze die Tonaufnahme.“

http://www.pilhar.com/Hamer/Korrespo/1999/990204.htm

Wo ist diese Dokumentation? Gibt es sie wirklich? Ist sie so nichts sagend, wie alle anderen Verifikationen, dass es sogar Pilhar zu peinlich ist, sie zu veröffentlichen? Letzteres ist extrem unwahrscheinlich, denn Pilhar veröffentlicht einfach alles, was mit der GNM zu tun hat, und dessen er habhaft werden kann, gleich, ob peinlich oder nicht.
Wenn es sie also geben sollte, kann es nur bedeuten, dass Hamer sie Pilhar vorenthalten hat. Aber wieso? Möglicherweise ist die Dokumentation so schwach, dass es Hamer selbst klar wurde, mit einer einzelnen Verifikationsurkunde ohne entlarvenden Anhang können man mehr Gläubige gewinnen.

Miklosko äußert sich im gleichen Schreiben über Hamers angestrebte Habilitation an der Uni Trnava:
„Nach dem Habilitationsvortrag von Dr. Hamer in Trnava hat die Kommission "sein Interesse um die Gesamteinstellung an dem jeweiligen Patienten und seine Standhaftigkeit bei dem Suchen nach neuen Zusammenhängen zwischen dem subjektiven psychologischen Erlebnissen und den darauf folgenden organischen Erscheinungen", gewürdigt. Die Kommission hat in Geheimabstimmung zu dem Schlusse gelangt, daß in der präsentierten Form das Habilitationsverfahren nicht fortgesetzt werden kann.“

Das widerspricht prinzipiell der angeblichen „Verifikation“, und ist wohl die größte Ohrfeige, die man sich akademisch einhandeln kann: man „würdigt“ seine Standhaftigkeit und sein Interesse. Das ist in etwa so, wie wenn im Arbeitszeugnis steht „er war stets bemüht“, was heißen will: „er hat nichts zustande gebracht, was irgendwie vorzeigbar gewesen wäre“. Ist die erwähnte „Würdigung“ vielleicht die o.g. Urkunde, die Hamer als „Verifikation“ bezeichnet? Desweiteren war die Präsentation so schwach, dass man darauf verzichtete, Hamers Habilitation fortzusetzen. Seltsam, wo man doch seine Theorien vorher angeblich amtlich verifiziert hat.

Die Ablehnung der Habilitation wird vom Rektor der Uni Trnava, Prof. Soltés auch in einem Schreiben an den Dekan der medizinischen Fakultät der Uni Graz bestätigt (http://www.pilhar.com/Hamer/Korrespo/1999/990208.htm)
Letzterer vermutet in einem Schreiben an den Direktor der steirischen Ärztekammer eine Fälschung der „Verifikationsurkunde“, was auch sehr wahrscheinlich sein dürfte, und was sich mit der Feststellung deckt, dass sich in den Archiven der Uni Trnava keine Aufzeichnungen über diese „Verifikation“ finden, was überhaupt nicht der wissenschaftlichen Gepflogenheiten entspricht.

http://www.pilhar.com/Hamer/Korrespo/1999/990114.htm


Hamer kommentierte diese „Verifikation“ aber: „Nach naturwissenschaftlichen Regeln darf eine offizielle Verifikation einer Universität nur dadurch außer Kraft gesetzt werden, daß die andere (falsifizierte) Seite, nämlich die sog. Schulmedizin, das Gegenteil beweist. Dies aber kann sie nicht. Denn mit 5000 Hypothesen kann sie überhaupt nichts beweisen, widerlegen oder verifizieren.“
Aber noch weniger, wie es heutzutage nach den von Hamer beschworenen naturwissenschaftlichen Regeln „Verifikationen“ gibt, gibt es „offizielle“ oder „amtliche Verifikationen“ oder Falsifikationen.
Nach den anerkannten naturwissenschaftlichen Regeln gilt jedoch: wer eine These aufstellt, muss selbst dafür sorgen, dass er Beweise dafür bringt. Und eben dies ist Hamer auch mit seinem letzten Versuch der „Verifikation“ nicht gelungen.

Wertung: eine Farce, die den unterzeichnenden Professoren der Uni Trnava nachträglich wohl recht peinlich wurde.


http://www.pilhar.com/Hamer/NeuMed/Zertif/Uberpruf.htm

13. Schreiben von Probst an den ehemaligen baden-württembergischen Minister für Wissenschaft und Forschung Claus v. Trotha
(http://www.pilhar.com/Hamer/NeuMed/Zertif/940811.htm)

Neben den in der GNM-Szene üblichen Falschdarstellungen, die "GNM" sei von der Medizin nicht untersucht und Hamers Habilitationsersuchen von der Uni Tübingen rechtswidrig abgelehnt worden, finden sich die Halbsätze:
"... und konnte deren (Anm.: Arbeit von Hamer) Richtigkeit vereinzelt auch in der Praxis überprüfen."
und:
"... , kann ich als Praktiker seine (Anm.: Hamers) Ergebnisse bestätigen."

Nähere Auskünfte zu Daten, Untersuchungsergebnissen etc. gibt es auch in diesem Schreiben nicht.

Wertung: völlig unbrauchbar



14. Zeugenaussage des Marc Fréchet:
http://www.pilhar.com/Hamer/NeuMed/Zertif/970820.htm

Abgesehen davon, dass im Dunklen bleibt, zu welchem Anlass Fréchet diese Aussage tätigt und wer sie angefordert hat, bleibt der Inhalt ziemlich nebulös.
Er beschreibt zwar etwas ins Detail gehend, er habe über 600 Patienten in drei Gruppen betreut, von denen es die meisten Überlebenden in der Gruppe der Behandlungsverweigerer gab. Über die einzelnen Diagnosen, die bereits durchgeführten und abgelehnten medizinischen Behandlungen und die Art seiner Therapie schweigt er sich jedoch aus. Insbesondere wäre hier die Homogenität der drei Gruppen von größter Bedeutung.

Erfahrungsgemäß findet man jedoch bei Patienten mit der besten Prognose auch am häufigsten diejenigen, die eine (weitere) Therapie, nämlich eine adjuvante Chemotherapie oder Bestrahlung verweigern. Davon ausgehend, dass es sich bei den beschrieben Patientinnen um Frauen mit einem nachgewiesenen Mamma-Ca gehandelt hat, muss ja bereits vorher eine histologische Untersuchung des Tumors stattgefunden haben, die zumeist im Rahmen einer Tumorresektion, also einer Operation erfolgt. Wurde der Tumor komplett entfernt (sog. R0-Resektion) und zudem keine befallen Lymphknoten entdeckt, ist die Prognose grundsätzlich gut. Solchen Patientinnen ist erfahrungsgemäß eine adjuvante Therapie, die zumeist mit Nebenwirkungen verbunden ist, schwer zu vermitteln, aber auch ohne die adjuvante Therapie besitzen sie die größten Langzeitüberlebenschance. Dann ist aber die Bezeichnung der 2. Gruppe „…die die medizinische Behandlung entscheidend ablehnten“ falsch, denn diese Patientinnen wurden ja bereits operiert, mit dem Ergebnis der guten Prognose.

Ein schlichter (oder schlechter) Witz ist seine Aussage:
„Unabhängig der Kenntnis der Arbeit von Dr. Hamer bezüglich der von uns detailliert untersuchten Brustkrebs-Patientinnen, können wir die von Dr. Hamer entwickelte Methode hundertprozentig bestätigen. „
Es ist also egal, ob er Hamers Methode kennt oder nicht, sie ist trotzdem hundertprozentig richtig!?

Als einzig wirklich fassbare Feststellung schreibt er:

"Egal welcher medizinischen Therapie die Patienten folgten oder nicht, kann ich nur bestätigen, das ein intimes Verstehen der biologischen und psychischen Mechanismen, die mit den medizinischen Symptomen verbunden sind, immer zu einer Verbesserung der Situation des Patienten geführt hat. Vielen von ihnen geht es bis heute gut. Ihr Leben hat an Qualität und inneren Frieden gewonnen."

Das ist unbestritten und war auch zum Zeitpunkt der "Zeugenaussage", 1997 nichts Neues mehr. Zu den oben erwähnten „detailliert untersuchten Brustkrebspatientinnen“ gibt es jedoch keine weiteren Detaills.

Also auch hier keine Verifikation der GNM.

Wertung: völlig unbrauchbar



Zusammenfassung:
Von den oft behaupteten ca. 30 Verifikationen der „GNM“ scheint selbst Pilhar nur 14 zu kennen, wobei er sich die letzten 2 erst im Januar 2006 aus den fingern gesogen hat, nach dem ich die erste Version des obigen Textes, in der ich die ersten 12 „Verifikationen“ zerlegt habe ins WWW stellte. Von diesen nun 14 „Verifikationen“, die er auf seiner Homepage veröffentlicht hat, erweisen sich 2 als reine Bescheinigungen über einen Sachverhalt (Siemens und Radiologe), eine ist nichts anderes als eine Vereinbarung über eine durchzuführende Studie (die wohl bis heute nicht erfolgt ist), und eine weitere ist die Ankündigung an den Dekan der medizinischen Fakultät Düsseldorf, ihm eine ausführliche Dokumentation zukommen zu lassen. Die „Verifikation von Namur“ ist vollkommen unleserlich, dürfte aber in ihrem Inhalt den anderen ähneln.
Die verbleibenden neun „Verifikationen“ entsprechen in keiner Weise dem, was man sich als wissenschaftlichen Nachweis für die Richtigkeit der „GNM“ oder der „eisernen Regeln des Krebses“ erwarten würde. Es finden sich in nur einem einzigen Fall Hinweise zur Methodik der Untersuchungen und zu den Untersuchungsergebnissen selbst. Diese Ergebnisse belegen jedoch lediglich alt bekannte Tatsachen und können nicht als Beleg für die Richtigkeit der GNM heran gezogen werden.

Die Summe der abgesehen von der „Zeugenaussage“ „dokumentierten“ Fälle beträgt 89, dazu kämen ggf. noch Fälle der „unleserlichen Verifikation“, also dürfte sich die Gesamtzahl auf etwa 100 Patienten belaufen. Das ist so gut wie gar nichts. Mit einer Gruppe von n=100 kann kaum eine ernst zu nehmende Studie durchgeführt werden, selbst dann nicht, wenn alle 100 unter den gleichen Kriterien innerhalb der gleichen Studie untersucht worden wären, und wenn man nicht eine angeblich Bahnbrechende Theorie beweisen will.

Schlussfolgerung:
Die NM, GNM, eiserne Regeln des Krebses, oder wie Hamer auch immer seine Theorie nennen mag, wurde niemals in irgendeiner Art und Weise seriös nachvollzogen.
Bei keiner der o.a. "Verifikationen" liegt kein erkennbares Studiendesign vor, es wurden keine Studienmethodik veröffentlicht und auch keine detaillierten Daten.
Die Schreiben, die von den Hamer-Anhängern als „Verifikation“ bezeichnet werden, sind schlichtweg ein Witz und das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.

Nachvollziehbar ist jedoch, dass es bislang nicht einen einzigen Menschen gibt der nachweislich mittels o. g. Theorien von einem Krebsleiden geheilt worden wäre. Nachvollziehbar ist auch, dass mehrere Personen, die an einer bösartigen Erkrankung litten und sich der Therapie nach Hamer anvertrauten verstorben sind, obwohl sie mit einer definierten Therapie eine gute Überlebenschance gehabt hätten.