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Dienstag, Juni 27, 2006

 

9 - Gerschitz macht Werbung für Seminar mit Stewart Swerdlow


Oliver Gerschitz (obv) wirbt im Regentreff-Forum für eine Seminar des russisch-amerikanischen Verschwörungstheoretikers Stewart Swerdlow:
http://www.regentreff.de/messages/40093.htm

Zwischenvermerk 02.07.2006
Der Hinweis auf das Swerdlow-Seminar befindet sich beim Regentreff nun an anderer Stelle, allerdings ohne Ortsangabe:
http://www.regentreff.de/messages/40155.htm

Auch Jo Conrad rührt in seinem „Freigeistforum“ dafür die Werbetrommel:
http://www.geistig-frei.com/forum/index.php?topic=8745.0
Hier hat sich daraus inzwischen eine der dort typischen Diskussionen entwickelt.


Vom 23. bis 25. September soll im DGB-Bildungszentrum am Starnberger See ein Seminar mit Stewart Swerdlow stattfinden. Organisiert wird das Seminar von
Christine Zuhr, Freischützstr. 106 / 7, 81927 München.
Im Internet gibt es einige Hinweise, dass sich die Dame auch schon mal als Immobilienmaklerin versucht hat. Nun scheint sie ins Seminar-Geschäft einsteigen zu wollen, und das gleich mit so einer merkwürdigen Sache. Aber dabei muss ja was rumkommen. Bei Erreichung der maximalen Teilnehmerzahl von 30 und einer Seminargebühr von 450 Euro pro Nase wären das 13500 Euro (zur Erinnerung, das waren 27000 Mark), da bleibt sicherlich nach Abzug der Kosten für jeden Beteiligten ein schöner Batzen hängen.

Wer und was ist Stewart Swerdlow? Hier gibt es einen Bericht über einen Vortrag, den Swerdlow im September 2000 in Zürich gehalten hatte:
http://www.das-gibts-doch-nicht.de/seite997.php
Da erzählte er einiges über sich. Wenn man sich das mal durchliest, dann kann man sich kaum des Eindrucks erwehren, dass Swerdlow ein irrer Hochstapler und Betrüger ist, der das unverschämte Glück hat, auf noch größere Irre gestoßen zu sein, die ihm für seinen Schwachsinn auch noch Geld bezahlen.

Was hat Swerdlow in seinem Seminar zu bieten? „Geschichte der Erde & Galaxie, DNA & Du … Illuminati & Geheimgesellschaften … Bewusstseinskontrolle … Einfache De-Programmierungstechniken … Bewußtseins-Patrouille … Hyperraum-Sprache“Im Anschluss des Seminars kann man sich dann noch zum Sonderpreis von 100 Euro persönlich die Säcke voll machen lassen: “Stewart schaut in Ihre Aura und die daraus resultierenden Archetypen. Er liest Ihre Denkmuster die … diese Archetypen (Muster) erschaffen und erklärt Ihnen Ihren Mental-, Emotional-, physischen und spirituellen Körper. Er gibt Ihnen Meditationen und Visualisierungen um Ihre Denkmuster zu korrigieren. Zusätzlich nutzt er universelle Energien um die Heilung zu erleichtern, sowie Archetypen, Töne und Farben, die Ihnen helfen ‚verursachende’ Denkmuster zu entfernen.“

Ich denke das reicht. Aber noch zu dem Komplex „Illuminati & Geheimgesellschaften“: Insider wissen es, das zielt wieder mal in Richtung der angeblichen jüdischen Weltverschwörung. Und amerikanische Verschwörungstheoretiker haben diesbezüglich weitaus weniger rechtliche Hemmungen als ihre deutschen Kollegen.

Der Vorstand des DGB-Bildungswerkes wurde bereits von den inhaltlichen Hintergründen Swerdlows in Kenntnis gesetzt (siehe e-Mail hier im Kommentar). Es wäre wirklich pervers, wenn so ein Seminar in den Räumen des Deutschen Gewerkschaftsbundes stattfinden würde.

Nachtrag 28.06.2006 – Seminar nicht im DGB-Bildungszentrum
Das DGB-Bildungswerk hat bereits geantwortet:
„Herzlichen Dank für ihre Informationen. Nach Überprüfung sind wir zum gleichen Ergebnis gekommen wie Sie. Solch ein Seminar/Raumbelegung ist in unserem DGB Tagungszentrum nicht erwünscht. Der Leiter des Tagungszentrums befindet sich zur Zeit in Urlaub. Nach seiner Rückkehr wird er aber die notwendigen Schritte einleiten.
Wir sind für alle Informationen, Hinweise und Anregungen dankbar bzgl. unserer Angebote. Nur so können wir uns kontinuierlich verbessern bzw. Fehlplanungen vermeiden.“


Nachtrag 01.08.2006
Nun ist Stewart Swerdlow mit seinem Seminar dort gelandet, wo er hingehört, beim Regentreff im Gasthof Wurzer in Regen:
http://www.regentreff.de/messages/40328.htm


Nachtrag 06.10.2006
Das Seminar fand nicht statt. Es gab nicht genug Anmeldungen. Sicherlich hat daran auch der sehr hohe Preis seinen Anteil. Kein Sterbenswörtchen mehr darüber in den einschlägigen Foren. Aber am Starnberger See, in der Nähe der Eso-Hauptstadt München, wäre das vielleicht was geworden. Aber man kann so einen Schwachsinn ja stoppen, wie man an diesem Beispiel sieht.


Freitag, Juni 09, 2006

 

8 - Gernot L. Geise und die reichsdeutschen Flugscheiben aus Efedon


Im Regentreff-Forum kündigt Oliver Gerschitz den nächsten Vortrag an:
http://www.regentreff.de/messages/40020.htm
Am 24. Juni soll Gernot L. Geise über „Die deutschen Flugscheiben – gab es sie wirklich?“ Man gibt sich mit der Fragestellung offen, aber wer wird beim Regentreff ernstlich an der realen Existenz von des GRÖFAZ letztem technischen Aufgebot zweifeln? Schließlich ist diese Geschichte bei den Verschwörungsfanatikern nicht erst seit Jan van Helsing ein Renner.

Da sind Gerschitz und Konsorten doch voll in ihrem Element. Im September 2002 referierte Geise schon einmal beim Regentreff, und zwar über die „Apollo-Lüge“:
http://www.hofberichterstatter.com/Joomla/index.php/content/view/12/29/
Den Bericht zum Vortrag kann man auch hier nachlesen:
http://www.das-gibts-doch-nicht.de/seite2139.php
Bei dieser Veranstaltung spurte Geise noch nicht so recht im Sinne von Gerschitz, der die Reichsflugscheiben nicht als „verkleidete Hubschrauber“ sehen wollte. Vielleicht hat sich Herr Geise inzwischen etwas mehr auf die Bedürfnisse seiner Klientel eingestellt, damit die „Fraktion der Vril- und Haunebu-Anhänger“ nicht ihr Eintrittsgeld zurück verlangt.

Herr Geise war auch schon mal in Warngau zum Vortrag bei der
„Aufklärungsarbeit“ (siehe Eintrag Nr. 1), hat also zur braun-esoterischen Szene keine Berührungsvorbehalte. Ein Link zu seiner Seite www.glgeise.de befindet sich im Hearder des Regentreff-Forums.

Wer ist Gernot L. Geise? Über seine Person kann man hier einiges lesen:
http://www.atlantisforschung.de/content/home/gastautoren/geise.htm
Geise ist sehr vielseitig. Er versteht es, wie so viele Autoren in dem Genre, alle nur erdenklichen „Rätsel“ durch rätselhafte Fragen noch rätselhafter zu machen; auf dass der Stoff, aus denen die Verschwörungsphantasien bestehen, nie ausgehen werde. Aktuell hat er sich auch zum Thema Vogelgrippe zu Wort gemeldet:
http://oha.pfaffenwinkel.net/index.php?/archives/47-Vogelgrippe.html#extended
Damit stimmt er in den Chor der Verschwörungsfanatiker ein, die hinter alle dem wieder eine Machenschaft gewisser Kreise erkennen wollen.

Als Gründungsmitglied des EFODON e.V.
http://www.efodon.de/ engagiert sich Herr Geise als Schriftführer maßgeblich in dem Verein.
„Der EFODON e.V. (Europäische Gesellschaft für frühgeschichtliche Technologie und Randgebiete der Wissenschaft) ist ein gemeinnütziger Verein für wissenschaftliche Zwecke. Eingetragen ist er im Vereinsregister des Amtsgerichts München unter der Nummer VR 18727 Gegründet wurde er im Jahre 1990 in Rüsselsheim. Die USt.-IdNr. lautet 21 250 7365 8.“
Die „Gesellschaft“ mag ja für die Freunde des Unglaublichen von unglaublichem Interesse sein, aber ob sie als gemeinnützig angesehen kann, muss doch stark bezweifelt werden. Und mit wissenschaftlichen Zwecken haben diese pseudowissenschaftlichen Spekulationen so gut wie nichts zu tun. Das muss aber doch mal geklärt werden.

Nachtrag 30.06.2006
Wegen der Frage der angeblichen Gemeinnützigkeit und einer eventuelle daraus resultierenden steuerlichen Begünstigung des EFODON e.V. wurde eine e-Mail an das Finanzamt München geschickt. Siehe Text hier im Kommentar.
Es gibt einen kurzen Bericht vom „Hofberichterstatter“ des Regentreffs zu dem Vortrag:
http://www.hofberichterstatter.com/Joomla/index.php/content/view/185/
Demnach ist Herr Geise seinen Zuhörern in Regen tatsächlich entgegen gekommen. Die reichsdeutschen Lug- und Trugscheiben fliegen wieder.

Nachtrag 28.07.2006
Wie wir inzwischen in Erfahrung bringen konnten, ist der EFODON e.V. von keinem Finanzamt als steuerlich gemeinnützig anerkannt. Demnach geruht die "Gemeinnützigkeit" des Vereins lediglich auf einer irrigen Selbstüberschätzung.

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