Hauptnavigation:

Sie sind hier:

13. September 2007
 

Chats und Foren

 

Joachim Bublath

Forum zur Sendung

skapsi schrieb:

> ...daß es mehr Patienten gibt, die sich für alternative Behandlungen interessieren. Dies kann man ziemlich sicher als Zeitgeist betrachten, geschürt durch die Medien, weil es auch Berichte, unter anderem in Boulevardmagazinen gab, die unkritisch mit den alternativen Therapien umgingen, <

Und zu den Medien, die das kräftig geschürt haben, gehört leider auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Die legendären Fliege-Sendungen sind ja schon genannt worden.

skapsi schrieb:
>so daß man die Bublathschen Sichtweise als Reaktion darauf ansehen kann....<

Eine Sendung zu diesen Verfahren aus naturwissenschaftlicher Sicht war auf jeden Fall ganz dringend nötig, aber man hätte sich auf die Verfahren beschränken sollen. Der Teil über die Heilpraktiker hätte imho nicht in eine Naturwissenschaftssendung gehört, sondern in eine Politiksendung, so wie es neulich bei Kontraste geschehen ist.

skapsi schrieb:

<Es gibt keine wissenschaftliche Anerkennung der Akkupunktur, aber man weiß, daß sie in vielen Bereichen hilft, also kann der Arzt sie abrechnen.
Kann man nicht auch andere Therapien so betrachten ?<

Mit der Akupunktur haben Sie ein Verfahren angesprochen, das imho ebenfalls in eine Sendung über alternative Verfahren gehört hätte.

Sie wird bei Schmerzen im Kniegelenk und LWS-Bereich als GKV-Leistung anerkannt, weil sie bei diesen Indikationen signifikant wirksamer war als konventionelle Verfahren.

Eine wissenschaftlich anerkannte Theorie über die Wirkungsweise der Akupunktur gibt es trotzdem nicht.
Im Gegenteil: Die Gerac-Studie hat gezeigt, dass die Meridianhypothese nicht stimmen kann, denn es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen Behandlungen, bei denen die Nadeln an die 'richtigen' Stellen gesetzt worden sind, und denen, bei denen man die Nadeln bewusst an 'falsche' Stellen gesetzt hat.
Außerdem gibt es in den Studien einen zweiten Punkt, für den es noch keine wissenschaftlich akzeptierte Hypothese gibt: Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen den Behandlungen, bei denen man die Nadeln korrekt eingestochen hat und solchen, bei denen man die Nadeln nicht wirklich eingestochen hat.

=> Skapsi, da haben Sie Recht, Mit der Akupunktur bezahlt die GKV eine Methode, für deren Wirkungsmechechanismus es (noch) keine anerkannte naturwissenschaftliche Erklärung gibt.

In der Gerac-Studie hat man 'echte' Akupunktur mit konventionellen Schmerzbehandlungen und mit Scheinakupunktur verglichen.
Bei Kniegelenks- und LWS-Schmerzen ist sie jetzt Kassenleistung, weil Akupunktur (egal, wie man sie durchgeführt hat) in diesen Studien signifikant wirksamer war als konventionelle Behandlungen.
Bei Migräne ist Akupunktur keine Kassenleistung, weil sie 'nur' etwa genauso wirksam war wie die Behandlung mit Medikamenten.

Quelle:
Endres, Heinz G.; Diener, Hans-Christoph; Maier, Christoph; Böwing, Gabriele; Trampisch, Hans-Joachim; Zenz, Michael

Akupunktur bei chronischen Kopfschmerzen Acupuncture for the Treatment of Chronic Headaches

Deutsches Ärzteblatt 104, Ausgabe 3 vom 19.01.2007, Seite A-114 / B-105 / C-101

 

Login

 
 

Schnellsuche