Globuli-Hexe hat geschrieben:
> Ein Tip dazu:
> sehen Sie sich mal "What the Bleep do we know"
> oder "The Secret" an. Beides sehr
> wissenschaftliche Filme über die Funktionen
> unseres Gehirns.
Können Sie sich noch erinnern, pabri?
"Was aber noch wesentlich schwerer wiegt, ist die Tatsache, dass die wissenschaftlichen Theorien immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden und sich nach und nach New-Age-Weisheiten ans Licht schleichen, bis sie schließlich den kompletten Film dominieren und das Geschehen zu einem unappetitlichen Esoterikbrei verkommt. Bei einem genaueren Blick auf die Hintergründe wird klar, was hier passiert. Nach Ende des Werks werden die interviewten Personen namentlich und in ihrer Funktion vorgestellt. Dort taucht auch das selbsternannte Medium JZ Knight auf. Die Frau rühmt sich damit, ein 35.000 Jahre altes Wesen namens Ramtha „gechannelt“, sprich Kontakt zu ihm aufgenommen zu haben. Dieser Krieger hat zwar, wie sich herausgestellt hat, nichts mit der Ramtha-Sekte zu tun, was den Produzenten in den USA vorgeworfen wurde, aber der unangenehme Stallgeruch bleibt trotzdem haften, obwohl sich Knight von der Ramtha-Sekte distanziert. Dazu haben auch alle drei Regisseure JZ Knights „Schule der Erleuchtung“ durchlaufen. Ebenso fragwürdig ist die Person des Wissenschaftlers Jeffrey Satinovers, der in einem seiner Bücher („Homosexuality and the politics of truth“) Homosexualität als eine von vielen Formen seelischer Krankheit definiert. Dabei gilt Homosexualität selbst in den USA seit 1973 nicht mehr als Krankheit. Das gibt „What The Bleep Do We Know“ einen weiteren äußerst bitteren Beigeschmack, an dem viele Zuschauer zu würgen haben werden. Auch der Rest der Wissenschaftlercrew weist Querverweise zu Themen wie Spiritualität und Religion auf, was die Seriosität und Glaubwürdigkeit des Personals in einem merkwürdigen Licht stehen lässt.
Ganz abgesehen von den fragwürdigen Hintergründen funktioniert „What The Bleep Do We Know“ als Film einfach nicht richtig. Die Rahmenhandlung entwickelt keine Energie, bremst den wissenschaftlichen Unterbau aus und sorgt für viel Leerlauf. Was am Ende bleibt, sind weniger Antworten auf die anfangs angerissenen spannenden Fragen, sondern lediglich simple New-Age-Phrasen, die aber kaum mehr wissenschaftlich belegt werden können - was das eigentliche Anliegen nach der Exposition war. Somit ist „What The Bleep Do We Know“ einem breiteren Publikum in letzter Konsequenz nicht zu empfehlen. Wer sich für die New-Age-Lehre [1] interessiert, ist hier sehr gut aufgehoben und wird an dem Film seine Freude haben. Die proklamierte Allgemeingültigkeit kann die Dokumentation allerdings nicht nachweisen. Dennoch: Der Film gibt zwar keine befriedigenden Antworten, aber wenigstens hat das Werk erreicht, dass die Besucher über die Fragen der Realität und den Sinn des Lebens nachdenken. Denn die Frage „What The Fuck Do We Know?“ ist natürlich berechtigt... Nur leider bedarf es für ein Publikum abseits der New-Age-Jüngerschaft neutralerer Lösungsansätze."