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09. Oktober 2007
 

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Joachim Bublath

Forum zur Sendung

Mehrfach wurde in erbosten Beiträgen aus der "Alternativheil"-Ecke zur Bublath Sendung auch der Verdacht geäußert, daß die böse Pharmaindustrie Einfluß (welcher Form auch immer) auf die Redaktion genommen haben könnte.

Vorangestellt möchte ich bemerken:
Der ausufernde Einfluß von Lobbyisten auf Verantwortliche in Politik und Gesellschaft, die an und für sich zur gewissenhaften und unvoreingenommenen Amtsausübung zum Wohle der Gesamtheit verpflichtet wären, ist schier unerträglich.
Wahrhaftigkeit, Redlichkeit und Intergrität in Denken und Handeln sind schwer zu durchzuhalten, wenn es dabei vonnöten ist, einflußreichen Interessensgruppen auf die Füße zu treten oder sich damit sogar einmal außerhalb der vorherrschenden "political correctnesss" zu bewegen.

Eine einflußreiche Lobby mag sicher unter anderem die Pharmaindustrie darstellen.

Meiner Ansicht nach wird hierbei aber nicht beachtet, in welchem Maße auch alternativmedizinische Firmen und Verbände sich eine gut funktionierende und einflußreiche Lobby geschaffen haben.
(Die Geschichte des Einflusses und die Sonderstellung der hoöopathischen Bewegung in Deutschland, wurzelnd in der Zeit des Nationalsozialismus ist ein interessantes Themenfeld!)

Erstaunt nahm ich kürzlich per Plakatwerbung zu Kenntnis daß der Inhaber der nahegelegenen Apotheke als Veranstalter einlud zu einem abendlichen "Referat" einer Vertreterin der Fa. "Deutsche Homöopathie Union (DHU)", - der Nr. 1 in Deutschland bei der Herstellung homöopathischer "Arzneimittel" -, zum Thema "Homöopathie bei Kindern".
Ort der Veranstalung: Der öffentliche Kindergarten (!) eines sozialdemokratischen Wohlfahrtsverbandes in einem jungen Neubaugebiet am Stadtrand.

Hier wohnt das potentielle Klientel: Die jungen Mütter höherer Bildungsschichten, in deren Kreisen heutzutage ein Anzweifeln der Grundlagen altenativmedizinischer Heilweisheiten als geradezu blasphemsich betrachtet wird.
Kein Wunder, wenn diesen Müttern über div. Gesundheitsratgeber, auch in Apotheken vertrieben, immer wieder die Erhabenheit der Kombination weibliche/mütterliche Intuition und "sanfte" Kügelchen und Wässerchen über die gefühllose Weißkittel-Medizin eingetrichtert wird!

Dahinter stehen in Zeiten der immer krasseren Verteilungskämpfe auf dem Gesundheitssektor handfeste finanzielle Interessen.
Und alle spielen sie mit, wenn es um "sanfte Alternativen für unsere Kleinen" geht.
Der Apotheker im Neubaugebiet weiß schon warum!..
Der Kindergarten stellt völlig arglos seine Räumlichkeiten zur Verfügung!
Für die DHU, ein Wirtschaftsunternehmen, daß seine homöpathisch (also ohne jeden wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis) erzeugten Mittel an den Mann, mehr an Frau und Kind bringen will!

Ob die verantwortlichen Pädagogen ihre Räume auch Firmen wie BAYER oder MERCK zur einseitigen Bewerbung derer Präparate für Kinder zur Verfügung gestellt hätten?...

 

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