mannehahn hat geschrieben:
> (Die Geschichte des Einflusses und die
> Sonderstellung der hoöopathischen Bewegung in
> Deutschland, wurzelnd in der Zeit des
> Nationalsozialismus ist ein interessantes
> Themenfeld!)
Gegenseitige Schuldzuweisungen bezüglich der Verstrickung in den Nationasozialismus anzubringen, halte ich in sofern für unangebracht, als daß weite Teile der Bevölkerung ihren Teil in diesem System beigetragen haben - die Ärzte sind hier auch keineswegs ein unbeschriebenes Blatt, wie man es z.B. in der Ärzte -Zeitung online lesen kann: "Ärzte waren das Rückrat nationalsozialistischer Verbrechen" = Zitat eben genannter Zeitung.
Dies ist nicht als Schuldzuweisung zu verstehen, sondern nur um
aufzuzeigen, daß hier Vorsicht angebracht ist.
Die Homöopathie entspringt ebensowenig diesem System, denn sie ist bereits 250 Jahre alt.
> Erstaunt nahm ich kürzlich per Plakatwerbung zu
> Kenntnis daß der Inhaber der nahegelegenen
> Apotheke als Veranstalter einlud zu einem
> abendlichen "Referat" einer Vertreterin der Fa.
> "Deutsche Homöopathie Union (DHU)", - der Nr. 1 in
> Deutschland bei der Herstellung homöopathischer
> "Arzneimittel" -, zum Thema "Homöopathie bei
> Kindern".
> Ort der Veranstalung: Der öffentliche Kindergarten
> (!) eines sozialdemokratischen Wohlfahrtsverbandes
> in einem jungen Neubaugebiet am Stadtrand.
>
> Hier wohnt das potentielle Klientel: Die jungen
> Mütter höherer Bildungsschichten
> Dahinter stehen in Zeiten der immer krasseren
> Verteilungskämpfe auf dem Gesundheitssektor
> handfeste finanzielle Interessen.
> Und alle spielen sie mit, wenn es um "sanfte
> Alternativen für unsere Kleinen" geht.
> Der Apotheker im Neubaugebiet weiß schon warum!..
> Der Kindergarten stellt völlig arglos seine
> Räumlichkeiten zur Verfügung!
> Für die DHU, ein Wirtschaftsunternehmen, daß seine
> homöpathisch (also ohne jeden wissenschaftlichen
> Wirksamkeitsnachweis) erzeugten Mittel an den
> Mann, mehr an Frau und Kind bringen will!
>
> Ob die verantwortlichen Pädagogen ihre Räume auch
> Firmen wie BAYER oder MERCK zur einseitigen
> Bewerbung derer Präparate für Kinder zur Verfügung
> gestellt hätten?...
Ich stimme Ihnen voll und ganz zu, daß keinerlei Pharmafirma etwas in einem Kindergarten verloren hat, egal ob DHU BAYER MERCK und CO:
Es ist jedoch anzunehnen, daß die "Mütter der höheren Bildungsschichten" wissen, daß es verschiedene Hersteller gibt. Nichts desto trotz ist es nicht in Ordnung.
Anscheinend wird für verschiedene Arztneimittel auch eine unterschiedliche Marktstrategie an den Tag gelegt:
Frei verkäufliche Mittel werden direkt beim potenziellen Abnehmer beworben (Sälbchen und Cremes, Phytos, Globulis, "leichtere" Medikamente usw.). Diese Werbung kommt sogar bis in unsere Wohnzimmer über Medien, Zeitschriften,usw.
Verschreibungspflichtige Medikamente werden bei den Ärzten direkt beworben, was auch nicht schöner ist. Diese werden dann mit allerlei ausgeklügelten Methoden beeinflusst, damit sie die "richtigen" Medikamente verschreiben. Den wesentlich höheren Teil der potentiellen Gewinnspanne der Pharmaindustrie sehe ich hier angesiedelt, da der Patient über jeden Euro, den er selbst zahlen muß stärker nachdenkt, ob er dieses tut.
Es müsste daher staatlicherseits eine bessere Kontrolle ins Leben gerufen werden und nicht ein Kontrollorgan, was von den Pharmafirmen selbst finanziert und geleitet wird.
Gruß
Erika