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22. Oktober 2007
 

Chats und Foren

 

Joachim Bublath

Forum zur Sendung

@ Ute Maria

Ich habe mir nun fast alle Ihrer Beiträge in diesem Forum gelesen. Was mir dabei u.a. aufgefallen ist, ist der auch von Ihnen regelmässig geäußerte Apell, Wissenschaftsmedizin und alternative Heilverfahren als Ergänzung anzusehen.

Vor einiger Zeit fiel mir eine alternativmedizinische Publikation aus der Schweiz in die Hände, in der ein homöopathisch orientierte Impfgegner die Bedeutung von Mikroorganismen im und für den Krankheitsprozess aus homöopathischer Sichtweise darstellte. Die wesentliche Textpassage lautete:

"[...] Erst in dieser zweiten Phase der Erkrankung treten vermehrt die sogenannten "Erreger" auf, die eigentlich überhaupt keine echten Initiatoren (Verursacher) der Erkrankung sind, sondern bestenfalls ihre Indikatoren (Anzeiger).Dies wissen die Homöopathen schon seit langem, spricht doch Hahnemann - er lebte in der vor-bakteriologischen Zeit! - schon vom krankmachenden Agens und meint nicht etwa Mikroben, sondern ein immaterielles geistartiges Agens! Auch Allen lehrte, die Mikroorganismen seien nicht die Ursache krankhafter Zustände, sondern deren Folgen.
[...] So haben Viren die Aufgabe, Gewebe, welches in der dauer-sympathikotonen Phase der Erkrankung zerstört wurde im Sinne von mikroskopisch kleinen Ulcera (geschwürige Löcher), in der vagotonen Heilungsphase wiederaufzufüllen. Bei den Pilzen ist es genau umgekehrt; sie tragen Gewebe ab, welches in der ersten Phase der Erkrankung überschießend gewuchert hat.Die Mikroben unterstützen also den Körper bei der Wiederherstellung seiner Gesundheit! Sie können ihre Aufgabe jedoch nur bei einer bestimmten Arbeitstemperatur - landläufig als Fieber bezeichnet - optimal erfüllen; deshalb verbietet es sich, jegliches Fieber zu bekämpfen.
[...] Als grundlegende Tatsache entdeckte Hahnemann, dass eine Krankheitserscheinung nie lokal begrenzt ist, sondern immer das Resultat, nur den äußeren Ausdruck, einer Störung im Innern des Organismus darstellt. So entzünden sich Mandeln nicht deshalb, weil sich Erreger auf ihnen niedergelassen haben, sondern weil eine Störung im Organismus diese bestimmten Bakterien vermehrt für das Heilungsgeschehen benötigen. Diese von der Schulmedizin als „Erreger" bezeichneten Bakterien sind also in Wirklichkeit unsere Helfer und niemals krankheitsverursachend! Es ist sogar so, dass die behaupteten krankmachende Viren nicht existieren, wovon sich jeder leicht durch Nachfragen nach den wissenschaftlichen Publikationen der behaupteten krankmachenden Viren bei den Gesundheitsbehörden und Laboren überzeugen kann."

Wie soll unter der derartigen Prämissen das vielbesungene, ergänzende Zusammenspiel von Wissenschaftsmedizin und Homöopathie eigentlich funktionieren, wenn der Hochschulmediziner sich bemüht, schwerwiegende Infektion durch Viren, Bakterien oder andere Mikroorganismen zu bekämpfen, während die Homöopathen sich bemühen, die angeblich zum Wohle des Patienten arbeitenden Mikroorganismen zu unterstützen ?

Gulda

 

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