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22. Oktober 2007
 

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Joachim Bublath

Forum zur Sendung

ute maria hat geschrieben:

> Eine D1 als auch eine D3 gilt nach heutiger
> Definition als Homöopatikum, ganz egal ob's Ihnen
> nun gefällt oder nicht.

"Nach heutiger Definition", wie überaus interessant. Demnach nicht nach Hahnemann? Aber war es nicht Samuel Hahnemann, der die Homöopathie fand? Dessen Definition gilt nun nicht mehr? Aber wenn Hahnemanns Definition nicht gilt, dann ist, was heute betrieben wird, keine Homöopathie, denn für die gilt unmißverständlich Hahnemanns Definition!

Damit wäre nun endlich festgestellt, daß das, was die an anderer Stelle "genuine Homöopathen der alten Schule" genannten Damen und Herren heute tun, keinesfalls den Forderungen Samuel Hahnehmanns entspricht. Das beruhigt mich, denn Hahnemann wäre ganz sicher nicht einverstanden mit dem, was hier an anderer Stelle über die "genuinen Homöopathen der alten Schule" gesagt wurde.

Ich rekapituliere: ein "genuiner Homöopath der alten Schule"
- soll unwissenschaftlich sein,
- soll die Ausbildung vernachlassigen und
- soll Pfuschern jeder Couleur immer freundlich zustimmen. Kritik ist verboten.
-soll Kritik zensieren und ein Schreibverbot für die Kritiker verhängen.

Nun fallen zwei weitere Grundlagen von Hahnemanns Homöopathie: die Dynamisierung und die Arzneimittelprüfung. Dazu zitiere ich noch einmal diese Zusammensetzung:

[Zitatanfang]
100 g Salbe enthalten: 5,0 g Condurango Ø; 1,0 g Agnus castus Ø; 1,0 g Hydrastis D4; 0,5 g Pulsatilla D4; 0,5 g Lilium tigrinum Ø.

Konservierung: 100 mg Parabene E214, E216, E218 mit Phenoxyethanol.
[Zitatende]


Eine Urtinktur wird in der Homöopathie doch nicht als Arznei verabreicht, sondern dient der Arzneimittelprüfung!

Aber in der "heutigen Definition" gilt das nicht mehr. Auf die Dynamisierung wird heute gleichfalls verzichtet. Mit anderen Worten: von der Homöopathie des Herrn Hahnemann ist überhaupt nichts mehr übrig.

Woraus man vier Dinge sieht:

Erstens machen die "genuinen Homöopathen der alten Schule" in Wahrheit keine Homöopathie. Was, bitteschön, machen sie dann!?

Zweitens macht jeder, was er will, und nennt das Homöopathie.

Drittens ist Kritik verboten, so daß jedwede Methode, die zur Homöopathie erklärt wird, von den anderen "genuinen Homöopathen der alten Schule" weder kritisiert wird noch jemals kritisiert werden darf.

Viertens folgen diejenigen, die Herrn Bublaths Sendung kritisieren, offenkundig den Regeln dieses hier gezeigten Binnenkonsenses. Wären sie mit Denken und Handeln Homöopathen im Sinne der einzig wahren Homöopathie, das heißt der von Samuel Hahnemann, würden sie niemals im Leben solchem Frevel folgen, ihn niemals aktiv unterstützen, nein, ihn noch nicht einmal stillschweigend billigen.

Was uns hier und heute als Homöopathie offeriert wird, ist blanke Beliebigkeit, schlimmer noch als Kaffeesatzleserei. Mich beunruhight dabei vor allem die Haltung der Heilpraktikerverbände und der Ärzte, die die "Gegendarstellung" zur Sendung erzwingen wollen. Jede einzelne der dahinter stehenden Personen demonstriert damit sogar öffentlich, daß sie Hahnemann und die Homöopathie mißbraucht. Auf wen kann sich dann ein Kranker heute noch verlassen, wenn der Name Homöopathie so wertlos geworden ist? Das ist ein unerträglicher Zustand. Ich hatte gehofft, daß die Patientenverbände sich hierzu äußern würden. Doch selbst die begreifen die Situation nicht oder sind, was ich inzwischen befürchte, ebenfalls in diese Vorgänge involviert.

Ulrich Boot

 

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