- @ Uef007 Fortsetzung -
Um diese Art des Denkens, diese Schwachsinns-Argumentationen zu verhindern, gibt es Verhaltensmaßregeln, nach denen nicht nur wissenschaftliche Theorien, sondern auch ganze Welterklärungsmodelle beurteilt werden können.
Ein behauptetes Phänomen muss kausal (Verknüpfung von Ursache und Wirkung) und logisch begründet sein, d.h. es müssen Aussagen über den zu erwartenden Verlauf und das wahrscheinliche Ergebnis eines auf das Phänomen bezogenen Experiments möglich sein.
Theorien müssen nach der möglichst einfachsten Erklärung suchen (Ockhams Rasiermesser), in sich widerspruchsfrei sein und bereits bekannte Gesetzmäßigkeiten sinnvoll berücksichtigen.
Experimente und Ergebnisse müssen durch unabhängige Dritte reproduzierbar sein. (Intersubjektivität).
Insbesondere medizinische Neuerungen oder nicht der evidenzbasierten Hochschulmedizin entstammenden "alternative" Verfahren müssen durch Test mit Kontrollgruppen und durch randomisierte Doppelblindstudien abgesichert werden.
Die Beweislast für eine Hypothese liegt beim Behauptenden. Es ist nicht Aufgabe der Wissenschaft, jede noch so abstruse Behauptung zu überprüfen und ggf. zu widerlegen.
Ein Erklärungsmodell darf sich nicht der Falsifizierung entziehen. Jeder echte Test einer Theorie ist der Versuch, sie zu falsifizieren oder zu widerlegen. Testbarkeit ist Falsifizierbarkeit, wenngleich einige Theorien besser testbar sind, als andere.
Belege einer Theorie sollten nur gezählt werden, wenn sie Ergebnis eines ernsthaften, aber erfolglosen Versuchs der Widerlegung sind.
Wenn prinzipiell testbare Theorien im Falle der Widerlegung von ihren Bewunderern dennoch aufrechterhalten werden, etwa indem ad hoc neue Annahmen eingeführt werden, die eine Flucht vor der Widerlegung erlauben, muss diese Theorie im wissenschaftlichen Sinn als gescheitert angesehen werden.
Hypothesen und Theorien bedürfen der Zirkelfreiheit, d.h. sie dürfen sich nicht selbst voraussetzen oder auf unbegründete Sätze verweisen (Petitio principii)
Hypothesen oder Theorien bedürfen der inneren Widerspruchsfreiheit, d.h. sie dürfen in ihrem Aufbau keine logischen Widersprüche aufweisen (interne Konsistenz)
Wendet man diese Forderungen auf die Theoriegebäude aller esoterischen Verfahren an an, wird nicht ein Modell diese „Prüfung“ überstehen. Jeder der daran Zweifel hat, möge es ausprobieren.
Gulda