@ Forum - Fortsetzung -
Ich finde es immer wieder bezeichnend und bedenklich, mit welcher Hybris in letzter Konsequenz von den Vertretern der Komplementärmedizin die Mitbestimmung über Naturgesetze gefordert wird. Jedes komplementäre Heilverfahren zeichnet sich letztlich dadurch aus, dass in diesen Therapie-Modellen die Naturgesetze, die in jedem Moment unseres Lebens ihre universelle Wirkung ausüben, ignoriert, als falsch oder unvollständig angesehen werden. Und damit die Wirklichkeitskonstrukte der Alternativen nicht wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen, wird nicht nur die Naturwissenschaft, sondern Wissenschaft ganz allgemein in Zweifel gezogen; solange diese sich nicht im Sinne der Alternativen bemüht.
Bezeichnend für die Situation ist aber, dass die notwendige Auseinandersetzung mit diesen oft genannten Widersprüchen - Theorie des Verfahrens ./. Gesichertes naturwissenschaftliches Wissen - definitiv nicht erfolgt. Dafür verschanzen sich die Vertreter und Befürworter der besonderen Therapierichtungen hinter einer besonders starken Position, für die das Schlagwort - Komplexität - am ehesten zutrifft
Wie soll die dahinterstehende, außerordentlich positiv belegte Nomenklatur wie "ganzheitlich", "Stärkung der Abwehrkraft", "geistartige Verstimmung", "Umstimmung", oder gar "Gesundheit" und "Harmonisierung" auf ihre Dignität geprüft werden? D.h. wer diese Worte verwendet, ist erst einmal gegen Zweifel gefeit.
Nur dann, wenn aus diesem insgesamt autistisch-undisziplinierten Denken die arzneitherapeutischen Handlungsanweisungen oder die konkreten Therapiemaßnahmen destilliert werden, wenn also die Komplexität zugunsten einer detaillierten Betrachtung aufgegeben wird, erscheint die Abstrusität der Verfahren in voller Blüte.
Deshalb ist es von wesentlicher Bedeutung für das "Verständnis" der Homöopathie, die als besondere Therapieeinrichtung auch noch staatlichen Schutz genießt, und letztlich anstrebt, als Verfahren duch die Solidargemeinschaft der Krankenversicherung umfassend fianziert zu werden, sich mit ihren wesentlichen Inhalten - beispielsweise der Materia medica - intensiv zu beschäftigen.
Wie ich aber festzustellen glaube, editiert die Adminisstration dieses Forums zunehmend Beiträge, in den gerade diese Aspekte der Homöopathie besonders angesprochen werden.
Doch gerade hier offenbart sich das Denkmodell Homöopathie in seiner ganzen Andersartigkeit, die wohl den meisten ihrer Klienten kaum bekannt sein dürfte. Und genmau da, wo Schverhalte unbekannt sind, setzt Aufklärungsbedarf ein.
Wenn wissenschaftliche Information im ZDF eine Bedeutung behalten soll, die über Entertainment hinausgeht, sollte die Analyse des Detaills vor der Betrachtung der Komplexität stehen.
Gulda