Hauptnavigation:

Sie sind hier:

19. November 2007
 

Chats und Foren

 

Joachim Bublath

Forum zur Sendung

Strategien gegen das Denken - Teil 2 -

Denken ist gefährlich.
Es ist nicht nur lästig, weil es Zweifel weckt, es stört vor allem die spirituelle Entwicklung; sagen die auch die Gurus der zweiten Generation, die Nachfolger Oshos, der coolsten aller Nachhemd-Vatergestalten, bei dem nicht klar ist, worüber er sich im Nirwana mehr scheckig lacht: Über das Gelingen seiner späten Rache an seinen westlichen Kritikern, oder doch hauptsächlich darüber, dass zunehmend mehr sinnsuchende Zeitgenossen das permanente Energy-Breathing-Juice-of-live-Grinsen von Avataren - in ihrer weltlichen Existenz hauptsächlich Seminarleiter wie beispielweise Margo "Anand" Naslednikov und Amand Schröter, Adviata Maria Bach, Maitreyi Piontek, Manfred "Suviro" Faisst, Michael "Sunito" Plesse, Gabrielle St. Clair, Eckhart Tolle, Richard Moss, oder auch des langjährige Stellvertreter von Osho/Bagwahn, Paul Lowen - tatsächlich als Ausdruck einer höheren Erkenntnis auffassen.
Aber deren Botschaft ist eindeutig: Gib das Denken einfach auf, der unendliche Geschlechtsakt und ozeanische Orgasmen sind das eigentliche Zeil des menschlichen Sein.
Zwar etwas weniger konkret in der Benennung der Alternative, aber wenigstens genau so unmissverständlich, was die Hauptforderung angeht, wendet sich einer der "Großen Lebenslehrer" unserer Tage, an die chronisch Überforderten, an die unter Leistungsdruck Leidenden, an die von Kollegen Gemobbten, an die Verzweifelten und Einsamen: Ihnen muss klar werden, dass nur ihr Denken einem höheren Bewusstein entgegen steht. Und es hilft nur noch die Auflösung des "Ichs" als die zentrale Quelle seelischer Not. Denn dieser Propheten der Persönlichkeitsautolyse hat es eindeutig identifiziert: Das "Ich" ist das Übel. Das Ich und sein Verstand. Besonders der Verstand; Denken ist eine Krankheit.
Für das große Erwachen aus dem Tiefschlaf der spätkapitalistischen Selbstentfremdung sind nicht mehr die Veränderung der Lebensbedingungen nötig, es geht viel einfacher: Durch die Identifizierung des eigenen Verstands als der universellen Quelle jedes Leids und durch die Ausschaltung des Verstandes. Und so formuliert der große Eckhart (der Tolle, nicht der Meister):

"Setz dich auf eine Bank, beobachte deinen Verstand, lächele über ihn."

Es ist eben ganz eindeutig: Denken ist gefährlich. Deshalb, wecken Sie den Lyssenko in sich !

Wenn Sie mit dem Namen nichts anfangen können, sparen Sie sich Wikipedia, ich helfe Ihnen weiter:
Lyssenko, Trofim Denissowitsch (1898 - 1976) war ein ukrainischer Biologe, der aufgrund seiner äußerst guten Beziehung zur russischen Nomenklatura, in der Stalin-Ära einen unvergleichliche Karriere hinlegte. Lyssenko begegnete irgendwann in seiner Ausbildung den bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als überholt geltenden Hypothesen Lamarcks zur geschlechtlichen Vererbung von erworbenen Eigenschaften, und hat dann prompt das Denken eingestellt; was weit weniger ihm als seiner Umgebung schadete. (Es ist bis heute nicht ganz klar ist, wessen Wirken für die russische Bevölkerung in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg verheerender war: Stalins oder Lyssenkows ? Man müsste die Opfer mal sehr genau zählen...).

- Und noch mehr höhere Einsicht in Teil 3 -

 

Login

 
 

Schnellsuche