PandorrasWay hat geschrieben:
> @ kevin1986
>
> Ein kleiner Trost. Sie sind nicht der Einzige, bei
> dem diese Sendung genau so rüberkam, wie Sie diese
> verstanden haben. Ich habe mich danach auch
> gefragt, was das jetzt war. Denn es ging um mehr
> als natürliche Reflexe, nämlich auch um den
> "freien Willen", bzw. ob es ihn überhaupt gibt.
Das ist ein Thema, was schon lange immer wieder diskutiert wird. Dass es Entscheidungen gibt, die eher vom Unterbewusstsein gesteuert werden, da bin ich mir sicher. Bei mir selbst fällt mir das von Zeit zu Zeit auf, wenn ich z.B. auf dem Sofa liege und noch irgend was tun muss, wozu ich eigentlich keine Lust hab. Irgendwann stehe ich dann manchmal auf und tue das, wobei mir dann anschließend bewusst wird, dass die Entscheidung, das nicht länger aufzuschieben, eher aus dem Unterbewusstsein kam. Aber ich denke, solche Dinge kann man nicht in einen Topf werfen mit Entscheidungen, die nach längerer Abwägung der Sachlage gefällt werden und/oder eine lange Planung erfordern.
> Wenn eh nichts unserem eingenen Willen unterworfen
> wäre, da bräuchten wir auch keine Justiz mehr,
> denn es wäre ja keiner mehr verantwortlich für das
> was er tut und jeder könnte tun und lassen was er
> "will" ( bzw. gerade dieses eben nicht ?!).
In diesem Zusammenhang wird auch oft argumentiert, dass Strafen eh nicht abschrecken würden. Bei so genannten Schwerverbrechern mag das vielleicht auch zutreffen, aber im großen und ganzen denke ich schon, dass es ohne Strafen mehr Straftaten (die dann vom eigentlichen Wortsinn her keine mehr wären) gäbe. Darüber hinaus geht es in der Justiz ja auch häufig nicht nur um Bestrafung, sondern auch um Dinge wie Schadenersatz.
Und bei den so genannten Schwerverbrechern muss man, denke ich, auch daran denken, dass Haftstrafen da nicht nur eine Strafe für die Täter, sondern auch ein Schutz potentieller weiterer Opfer ist. Würde man z.B. sagen, ein Mörder darf nicht bestraft werden, weil er nach den neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung nicht wirklich verantwortlich für sein Tun ist, dann ist das z.B. den Angehörigen des Opfers schwer zu erklären. Noch schwerer aber ist dann aber wohl den Angehörigen des nächsten Opfers zu erklären, warum der Täter nicht nach der ersten Tat "aus dem Verkehr gezogen" wurde.
Ein dritter Punkt ist, dass die Abschaffung der Justiz zur Selbstjustiz führen würde. Wenn z.B. ein Täter, der ein junges Mädchen vergewaltigt und getötet hat, aus den hier diskutierten Gründen nicht bestraft würde, dann dürfte auch der z.B. der Vater dieses Mädchens aus den gleichen Gründen nicht bestraft werden, wenn er dann selbst für eine Bestrafung des Täters sorgt.
All das wären sicher Konsequenzen, die kaum jemand in unserer Gesellschaft wirklich will - oder?
> Aber ich glaube, gerade was die Hirnforschung
> anbelangt, sind noch sehr viele Dinge nicht so
> richtig ausgegoren und bedürfen noch vieler
> Forschung, um noch mehr Licht ins Dunkel zu
> bringen.
Sehe ich ähnlich.
Gruß,
TL-HD