Dies ist der Cache von Google von http://www.daserste.de/doku/allroundbeitrag_dyn~uid,bbpwtmokgya7af7p~cm.asp. Es handelt sich dabei um ein Abbild der Seite, wie diese am 30. Okt. 2009 00:19:49 GMT angezeigt wurde. Die aktuelle Seite sieht mittlerweile eventuell anders aus. Weitere Informationen

Nur-Text-Version
Diese Suchbegriffe sind markiert: wdr martens brief Diese Begriffe erscheinen nur in Links, die auf diese Seite verweisen: zuseher  
DasErste.de - Reportage & Dokumentation - Heilung unerwünscht

DasErste.de - Springe direkt zu

Inhalt.
Hauptnavigation.
Weitere Inhalte.

ARD Reportage & Dokumentation

Hauptnavigation
  • aktuelle Kategorie: Informationssendungen
    • aktuelle Sendung: Reportage & Dokumentation
 
Inhalt

Heilung unerwünscht

Brief des Autors Klaus Martens

Bildunterschrift: ]
Liebe Zuschauerin, lieber Zuschauer,

die Fernsehdokumentation über die B12 Creme „Regividerm“ hat in den Printmedien hohe Wellen geschlagen, Verschwörungstheorien und Spekulationen in die Welt gesetzt. Den Vorwurf einer gezielten Werbekampagne für ein Medizinprodukt weise ich entschieden zurück.

Ich fasse die Fakten zu den einzelnen Punkten zusammen:

1. Was die aktuelle Entscheidung über die Produktion der B12 Creme mit meinem Film zu tun hat.

Bildunterschrift: ]
Dass sich jetzt eine Schweizer Firma gefunden hat, die gemeinsam mit dem Besitzer der Patente, Rüdiger Weiss, die Creme produzieren will, ist reiner Zufall. In dem Dokumentarfilm wird darüber berichtet, dass der gegenwärtige Eigentümer der Patentrechte sich entschlossen hatte, zusammen mit einem Partner die B-12-Creme selbst herzustellen. Das versucht er übrigens schon seit über einem Jahr. In der 60-minütigen Fassung von „Heilung unerwünscht“, die am Freitag um 22 Uhr auf dem Sender Phoenix gesendet wurde, nimmt dazu einer der Partner Stellung, der nach meiner Kenntnis auch heute noch neben dem schweizer Unternehmen beteiligt ist.

Im Kommentartext des Films heißt es:

„Der neue Patentbesitzer hat sich nun mit einem kleinen Arzneimittelhändler zusammengetan, um die Creme doch noch in eigener Initiative herzustellen. Ein mühseliger und kostspieliger Versuch, von dem sie nicht sicher sind, dass er überhaupt funktioniert.“ Dann folgt der Satz von Dr. K. Merges (MIT Handel):

„Es sind so viele Patienten, dass wir als kleine Firma gar nicht alle erreichen können. Dazu fehlt uns die Power. Das müssen wir zugeben.“

Im September ergab sich eine Zusammenarbeit mit einem Schweizer Kleinunternehmen (nicht etwa einem Pharmakonzern), das eine erste Charge von 28.000 Tuben herstellen will. Ob die Creme tatsächlich ab Mitte November lieferbar sein wird, bleibt bis heute offen, obwohl bereits eine Pharmazentralnummer in den Datenbanken der deutschen Apotheken vorhanden ist. Aufgrund meines Kenntnisstandes wäre in dem Film die Aussage, „die Creme kommt auf den Markt“ voreilig und leichtfertig gewesen. Denn es gibt immer noch mögliche Hürden.

2. Zur Aussagefähigkeit der vorhandenen Studien.

Bildunterschrift: ]
Die Voraussetzungen für den Verkauf der Creme sind mit der Zulassung als Medizinprodukt der Klasse 2 geschaffen worden. Klinische Studien der Professoren Markus Stücker, Peter Altmeyer und Clemens Allgaier (Universität Leipzig) sind von dem Erfinder (nicht von dem gegenwärtigen Patentinhaber) in Auftrag gegeben worden. Die Ergebnisse führten dazu, dass die Creme unter der Bezeichnung Regividerm vom TÜV nach dem MedProGes. eine Zulassung erhielt. Für die Zulassung sind keine Massentests vorgesehen, sondern Studien, die nach so genannten Signifikanz-Kriterien durchgeführt werden. Die Bochumer Studie mit 48 Probanden ist in diesem Verfahren für eine Zulassung offensichtlich hinreichend aussagekräftig. Die Studie von Allgaier untersuchte zudem den Wirkungsmechanismus des Medikaments. Dass die Studien von dem Erfinder bzw. Eigentümer in Auftrag gegeben werden, ist bei Medikamenten die Regel. Die Zulassungsstelle prüft die Aussagekraft der jeweiligen Studien. Dies ist das branchenübliche Verfahren. Inzwischen ist die B12-Creme übrigens auch für Kinder ab einem Jahr zugelassen.

Im Jahre 2008 wurde im US-amerikanischen Spartanburg eine unabhängige, nicht in Auftrag gegebene Studie an Kindern durchgeführt, dessen Autor Januchowski in dem Film die Wirkung der Rezeptur, die er aus den Veröffentlichungen von Stücker/Altmeyer kannte, bestätigte.

Die Wirksamkeit des Vitamins B12 ist auf seine Funktion als so genannter Stickstoffmonoyd (NO) Fänger zurückzuführen. NO ist am Stoffwechsel der Haut beteiligt. Weitere positive Funktionen des B-12 (Cyanocobalamin) werden in der Wissenschaft diskutiert. Von einem Wundermittel war von meiner Seite aus nie die Rede.

3. Warum ich das Buch „Heilung unerwünscht“ schrieb.

Bildunterschrift: ]
Während der Recherchearbeiten zu dem Film „Heilung unerwünscht“ traf ich auf eine Fülle von Materialien, die eine lückenlose Dokumentation der Entstehung und Entwicklung eines Medikaments - der B12 „Regividerm“ – ermöglichten.

Die Ergebnisse meiner Recherche machten aber auch deutlich, dass die pharmazeutische Branche eine Produktpolitik verfolgt, die darauf zielt, die eigene Produktpalette vor möglichen, auch besser wirkenden Innovationen zu schützen. Für diese zusätzlichen Facetten meines Themas fand sich naturgemäß in meinem Dokumentarfilm über die B12 Creme kein Platz. Daher entschied ich mich, das Thema in ausführlicherer Form noch einmal als Buch aufzuarbeiten.

4. Warum ich bei „hart aber fair“ auftrat.

Bildunterschrift: ]
In die „hart aber fair“-Sendung „Schweinegrippe-Impfung ja oder nein“ lud mich die Redaktion ein, weil ich mich über den Rahmen meiner Einzelfallgeschichte hinaus in meinem Buch mit dem Thema „Macht und Marktstellung der Pharmaindustrie“ beschäftigt habe.

Klaus Martens

 

Sendungsinfos

Rezept zur Salbe

  • Hart aber fairDie B12-Creme ist noch nicht auf dem Markt zu bekommen – aber Ihr Arzt hat die Möglichkeit, die Creme für Sie bei einem Apotheker anrühren zu lassen.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW