Urvertrauen Positiv gestimmtes, sicheres Bindungsverhalten
Der Erwerb des Urvertrauens im Säuglingsalter ist Voraussetzung für den Menschen, auch künftig anderen Bezugspersonen, der Umwelt überhaupt und den eigenen Fähigkeiten vertrauen zu können. Der Begriff stammt aus der Psychoanalyse.
Es geht dabei darum, ob der Säugling überhaupt lernt, Vertrauen in irgendetwas zu entwickeln (also: „Vertrauen in Vertrauen“). Nach Erik H. Erikson erwirbt jeder Mensch in den ersten Lebensmonaten und -jahren ein Gefühl dafür, welchen Situationen und Menschen er vertrauen kann und welchen nicht. Dieses Urvertrauen ist für die Entwicklung von Beziehungen zu anderen Menschen und für die Charakterbildung maßgeblich.
Wurde die Entwicklung des Urvertrauens gestört, etwa durch Lieblosigkeit oder Vernachlässigung, d.h. durch das Fehlen einer „Dauerpflegeperson“ (Dieter Claessens) oder durch Misshandlung, geht man von einer mangelhaften Ausbildung des Urvertrauens aus. Hiermit können Beziehungs- und Bindungsprobleme von Menschen erklärt werden.
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