23. Dezember 2004
Am 21.10.2004 startete ACN den Geschäftsbetrieb in Australien. Auf der Firmenwebseite ermutigte das Unternehmen seine Händler, sich an den grenzenlosen Möglichkeiten der internationalen Expansion zu beteiligen und erwartete eine spannende Zukunft am australischen Markt:
Zitat:
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At ACN, we encourage each of our representatives to take advantage of the
limitless possibilities available through our international expansion, and we
look forward to an exciting future in the Australian marketplace.
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(http://www.acninc.com/acn/us/about_us/news/au_launch.jsp)
Die unbegrenzten Möglichkeiten sind mindestens
vorübergehend deutlich
begrenzt und die spannende Zukunft ist nun anscheinend schneller
Realität geworden als erwartet und vor allem anders:
Nur wenige Wochen nach dem Australien-Start leitete die Australian Competition and Consumer Commission bereits am 15. November 2004 eine Klage gegen den Telekommunikations-Diensteanbieter Australian Communications Network Pty Ltd (ACN) ein wegen Verstoßes gegen die Anti-Pyramiden-Bestimmungen des Handelsgesetzes von 1974.
Die ACCC geht auch gegen den geschäftsführenden Direktor Martin Paech, die ACN-Führungskraft Keith Janke, das Unternehmen Gibbschade Pty Ltd und dessen Direktoren Jonathan Gibbs und Christine Schade juristisch vor.
Die ACCC beschuldigt ACN und Gibbschade der Teilnahme an und der Werbung für ein Pyramidensystem und des Köderns von Personen in dieses System. Die Herren Paech, Janke, Gibbs und Frau Schade werden beschuldigt, an diesen Gesetzesverstößen beteiligt gewesen zu sein bzw. Beihilfe geleistet zu haben.
Die ACCC zielt mit ihrer Klage auf das Marketingsystem von ACN. Unabhängige Händler müssen 548 Dollar zahlen und verkaufen in der Folge die Dienstleistungen an die Verbraucher. Sie haben auch das Recht, weitere Händler in das System zu rekrutieren und erhalten für eigene Umsätze Provisionen wie auch für die Verkäufe ihrer Rekruten. Zusätzlich werden 'Customer Acquisition Bonuses' entsprechend der Anzahl qualifizierter Händler gezahlt. ACN kooperierte bei den Ermittlungen der Behörde und stellte umfangreiche Informationen zum System zur Verfügung; den Vorwürfen widersprach das Unternehmen jedoch.
Am 23.11.2004 erfolgte vor Richter Brad Selway am Federal Court eine Anhörung. Vorläufiges Ergebnis ist eine einstweilige Verfügung auf Basis der ACCC-Klage mit nachfolgenden Auflagen:
Nach einem Bericht der Webseite ovum.com
äußerte sich Martin Paech: "it [ACN] plans to operate below the radar of
the major operators and outside traditional channels" ...
Für die Radarsysteme der australischen Behörde war dies wohl nicht tief genug.
Der Prozessbeginn ist auf den 21. Februar 2005 festgelegt.