Originaltext vom MLM Survivor
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Gerade wurde in St. Louis eine neue Klage gegen das System der "Motivations- Tools" erhoben. Als Beklagte werden neben anderen wieder einmal Jimmy Dunn, Hal Gooch, Bill Childers und ihre "Tools and Functions"- Unternehmen aufgeführt. Kläger sind die ehemaligen Diamonds Charlie und Kim Schmitz und deren Unternehmen Netco, Emerald Joanne Schmitz und die Diamonds Kenny und Rita Kelm und deren Unternehmen R.K. Kelm Co. Die Kläger erheben unter anderem den Vorwurf unerlaubter Behinderung und Vertragsbruch, Vorwürfe, die im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten wegen AMO "Tools" inzwischen schon alltäglich sind.
Die Klageschrift der Kläger beschreibt ein Szenario, dass Amway- Beobachtern sehr vertraut vorkommt: wegen einiger "Vergehen" gegenüber dem System - real oder nur vorgeschoben - tun sich die Upliner zusammen und entwickeln eine einheitliche Strategie, um die Unternehmen ihrer Downliner zu überfallen und deren Einnahmen aus den "Tools" in die eigenen Taschen umzuleiten. Innerhalb der letzten Jahre wurden mehrere umfangreiche Klagen gegen diese Praktiken erhoben: Hayden gegen DiSalvatore, Hart gegen Gooch, Morrison gegen Wilson und Haugen, nur um einige zu nennen. Die beiden Erstgenannten wurden außergerichtlich durch Vergleiche beigelegt, mit knebelnden Auflagen. Die Letztgenannte ist noch vor Gericht anhängig.
Charlie und Kim Schmitz waren Amway- "Wunderkinder". Sie erreichten den Diamond Status in sehr jungen Jahren, waren attraktiv und repräsentierten den Inbegriff des vielbeworbenen und doch so seltenen "Lebensstil eines Diamond".
Dann überschritten Charlie und Kim Schmitz in den Augen ihrer Upline wohl irgendwie die Grenzlinie ins "Unakzeptable" und der AMO - Götze wurde auf sie angesetzt. Ihre Klage skizziert die systematischen Anstrengungen ihres Sponsors Jimmy Dunn. Dunn, ein nichtqualifizierter Diamond, leitete systematisch die Tools- Einnahmen der Schmitz'chen Downline in seine eigene Taschen um. Die Klageschrift erläutert:
"Das Einkommen, das ein Diamond oder Emerald Distributor aus der BSM- Industrie (Business Support Materials) potentiell erzielen kann ist dem Einkommen aus dem Verkauf von Amway- Produkten weit überlegen ..."
Die Schmitz qualifizierten sich von 1990 bis 1998 jährlich neu als Diamond. Nachdem aber in 1998 Dunns Machenschaften Wirkung zeigten, registrierten Charly und Kim Schmitz einen Einbruch der Teilnahmegebühren für ihre Veranstaltungen: die Teilnehmerzahl sank von 2.300 auf nur noch 625. Daraufhin zogen sie sich aus dem "Geschäft der Tools und Functions" zurück.
Bei ihrem Versuch, das Einkommen der Schmitz aus dem Verkauf von "Tools" umzuleiten, erzählten Dunn und Gooch der Schmitz'chen Downline, dass diese für die "Tools" überhöhte Preise fordern und boten in der Folge die "Tools" selbst - zu deutlich niedrigeren Preisen - an. Die Klageschrift erläutert:
"... die beklagten Upliner verheimlichten die Tatsache, dass diese BSM- Preise direkt aus deren eigener Preisliste stammten, mit der sie selbst die Kläger Netco und die Schmitz versorgten. Als die Beklagten dann damit begannen, selbst BSMs an die Netco Downline direkt zu verkaufen, belieferten sie diese Downline zu günstigeren Konditionen (ein geringerer Preis als Netco berechnete), nur um den Anschein zu erwecken, dass Netco und/oder Schmitz zu viel kassiert hatten. Dies war ein vorsätzliches, unerlaubtes und gut inszeniertes System, um Netco und die Schmitz auszubooten, indem deren Glaubwürdigkeit innerhalb ihrer Downline zerstört wurde."
"Der Beklagte Gooch anerkannte stillschweigend das oben beschriebene Preissystem in einer Amvox- Nachricht an Charlie und Kim Schmitz. Der Beklagte Gooch erklärte: 'Wenn jemand das Schiff wechselt und woanders hingeht, um Tools zu kaufen ... dann erhalten sie dort einen besseren Preis, wenn sie dorthin gehen ... dann ist es für andere Menschen verlockend, das Gleiche zu tun'. "
Tatsächlich geht die Klageschrift noch weiter und erhebt den Vorwurf, dass Gooch sein Unternehmen Pro Net / Global Net mit dem einzigen Ziel gründete, "Tools" an ALLE Distributoren zu verkaufen, ohne Berücksichtigung jeglicher Sponsorenlinien - ein direkter Verstoß gegen Amway's Regularien.
"Pro Net hat jedem interessierten Amway Distributor BSM's angeboten und verkauft unter Missachtung der langjährigen Geschäftsgepflogenheiten, der implizierten Vereinbarungen zu BSM's und der unverzichtbaren Sponsorenlinien. Pro Net's Website lädt virtuell Amway Distributoren dazu ein, für BSM's ihre Sponsorenlinien zu umgehen. Pro Net gibt sich öffentlich den Anschein, zum Vorteil seiner "Mitglieder" zu operieren. In Wahrheit jedoch versucht Pro Net, weit über die Interessen seiner "regulären Mitglieder" hinaus, die Interessen seiner "Gründer" zu fördern und zu erhalten, jener Wesen, die mit ihren Kenntnissen als hochrangige Amway- Distributoren versuchen, die BSM- Industrie zu kontrollieren."
Charlie und Kim Schmitz fordern 10 Millionen Dollar Schadenersatz.
Schließlich beschlossen Kim und Charlie Schmitz, aus dem Amway- Geschäft auszusteigen und verkauften ihre Amway- Beteiligung an Joanne Schmitz, Charlie's Mutter und selbst Emerald in deren Linie. Kurz darauf dezimierte Dunn die Organisation erneut und reduzierte dadurch Joanne Schmitz' Kassettenverkäufe von 2.800 Kassetten pro Woche auf nur noch 80. Gleichzeitig wurde die "Provision" pro Kassette von 1,40 Dollar (die Provision, die ein Emerald normalerweise erhält) auf 0,10 Dollar (die Hälfte von dem, was ein Direct oder Platinum erhält). Joanne Schmitz fordert Schadenersatz in Höhe von 100.000 Dollar.
Kenny und Rita Kelm waren von 1989 bis 1995 Diamonds. Das "Verbrechen" der Kelms war, sich an einem weiteren Unternehmen Namens "Nationwide" zu beteiligen. Als Ergebnis dieser Beteiligung, die übrigens von ihrer Amway- Beteiligung vollkommen getrennt war, erklärte ihnen ihr Upliner Jimmy Dunn:
"Entweder baut ihr an Amway und gebt die andere Sache auf, oder ihr baut Nationwide auf und vergesst das Amway- Geschäft, denn ich kann euch beim Amway- Aufbau helfen, aber ich kann euch nicht helfen, wenn ihr beides machen werdet. Also lasst es mich wissen, ich denke, dies ist eine Schlüsselfrage, dann kann ich euch entsprechend antworten."
Seine "Antwort" war, deren "Tool"- Einnahmen umzuleiten, genau so, wie er es schon mit den Schmitz' tat. R.K. Kelm Co. fordert Schadenersatz in Höhe von 5 Millionen Dollar.
Amway's Regeln für das Verhalten von Distributoren verbieten ausdrücklich das Umwerben von Distributoren, die nicht persönlich gesponsert wurden, um diesen, an deren Sponsoren vorbei, "Tools" und "Functions" zu verkaufen.