18. Dezember 1998
International Heritage Inc. (IHI) meldete in North Carolina Konkurs an. Das Unternehmen lieferte dem Konkursgericht eine Liste mit mehr als 100.000 Gläubigern, darunter auch viele ehemalige Firmen- Repräsentanten. Laut dem Konkursantrag verfügt das Unternehmen über Aktiva zwischen 1 und 10 Millionen Dollar bei einem Schuldenstand zwischen 10 und 50 Millionen Dollar. Das Unternehmen geht davon aus, dass für Gläubiger ohne Sicherheiten keine Mittel zur Verfügung stehen.
Voraussichtlich zum Jahresbeginn werden vom Justizministerium des Staates North Carolina alle Gläubiger mit ungesicherten Ansprüchen schriftlich über den Konkursantrag unterrichtet, und man wird sie um Geduld bitten. Das Informationsschreiben soll dann auch sachdienliche Detailangaben zum Konkursverfahren sowie eine Telefonnummer enthalten, über die aktuelle Infos eingeholt werden können.
Das Unternehmen unterzeichnete bereits 1997 eine Vergleichsvereinbarung mit dem Staat North Carolina, in der Heritage zwar zusicherte, sein Vertriebssystem zu verändern, aber alle Gesetzesverstöße abstritt. Auch In Georgia war das Unternehmen wegen mehrerer Verstöße gegen die MLM- Gesetze angeklagt, wurde aber nicht wegen Betreibens eines Pyramidensystems verfolgt. IHI stimmte zu, alle Händler aus Georgia auf Antrag in voller Höhe zu entschädigen.
Im März diesen Jahres erfolgte dann in North Carolina eine Anklage durch die SEC wegen Betreibens eines Multimillionen- Dollar- Pyramidensystems, durch das mehr als 150 Millionen Dollar von mehr als 155.000 Distributoren abkassiert wurden. Richter Richard Story setzte Lloyd T. Whiteaker als Vermögensverwalter für das Unternehmens ein und untersagte Mitgründer und Geschäftsführer Stanley Van Etten sowie zwei weiteren Führungskräften alle Geschäftstätigkeiten. Stanley Van Etten verlor dadurch die Kontrolle über IHI.
Bedingt durch die SEC- Klage vom 16. März gegen das Unternehmen und die drei Firmengründer wurde der Handel der Firmenaktien für 10 Arbeitstage eingestellt.
Das von der Securities and Exchange Commission eingeleitete Gerichtsverfahren gegen International Heritage bleibt von dem Konkursverfahren unberührt und wird fortgesetzt. Der Prozess wird voraussichtlich in 1999 stattfinden. Die SEC fordert für die drei Firmengründer Strafen und die Rückgabe aller ungesetzlich erzielten Gewinne. Für den Fall, dass sich die SEC in diesem Verfahren durchsetzt und dann noch Mittel zur Verfügung stehen, sollen diese an ehemalige geschädigte IHI- Händler ausgezahlt werden. Dabei haben diejenigen Händler die besten Chancen, Gelder als Entschädigung zu erhalten, die per Kreditkarte eingekauft hatten und keinerlei Waren erhielten.
Wegen der laufenden Verfahren erheben die Behörden derzeit keine weiteren Anklagen gegen IHI. Alle offenen Mängelrügen werden entweder im SEC- Verfahren oder über das Konkursgericht verhandelt.