15. August 2002
Die FDA erhielt innerhalb der letzten Jahre Berichte über mehr als 70 Todesfällen und über mehr als 1.400 Fälle von Gesundheitsschädigungen wie Bluthochdruck, Schlafstörungen, Nervosität, Zittern, Kopfschmerzen, Schlaganfälle und Herzinfarkte im Zusammenhang mit Ephedra.
Ephedra, das auch unter dem Namen Ma Huang bekannt ist, wird häufig in Gewichtsreduzierungs- und Body Building- Produkten verwendet. Im Jahr 1999 nahmen mehr als 12 Millionen Menschen dieses Mittel ein.
Die Ephedra- Produkte vermarktenden Unternehmen weisen mit steter Regelmäßigkeit darauf hin, dass diese negativen Auswirkungen nicht zwangsläufig auf Ephedra zurückzuführen sind, sicher hätten die Geschädigten zu viel davon eingenommen oder zusätzliche Medikamente genutzt, die wahrscheinlich die Wirkung von Ephedra verstärkten.
Metabolife International aus San Diego ist der führende Hersteller dieser umstrittenen Gewichtsreduzierungs- Ergänzungen mit Ephedra. Allein 1999 verkaufte das Unternehmen ca. 4,5 Milliarden Tabletten.
Auf Grund der o.a. Problemfälle forderte die FDA auch von Metabolife die Übergabe der dort eingegangenen Kundenbeschwerden. Nach Angaben von FDA- Kommissar Lester Crawford verweigere das Unternehmen aber die Zusammenarbeit, widersetze sich permanent und zeige sich mit der Behauptung, keine solche Beschwerden zu besitzen, seit langer Zeit verlogen und unkooperativ.
Vor drei Wochen hat nun die FDA das Justizministerium um Unterstützung gebeten, das inzwischen auch kriminaltechnische Ermittlungen gegen Metabolife International eingeleitet hat. Es wird untersucht, ob das Unternehmen mit dem Bestreiten der Existenz negativer Erfahrungsberichte gegenüber der FDA unwahre Erklärungen abgegeben hat.
Metabolife behauptet nun, gar nicht über die Untersuchung informiert zu sein, man würde natürlich "in vollem Umfang kooperieren". Firmensprecher erklärten, man sei über diese Ermittlungen keinesfalls überrascht, habe man kürzlich doch auch zwei gerichtliche Vorladungen wegen anderer Vorkommnisse erhalten.
Das Unternehmen jedenfalls ruft laut nach bundesweiten, behördlichen Vorschriften für Ephedra enthaltende Produkte. Die FDA kann derzeit dazu keine Vorschriften erlassen, sie kann lediglich gegen die Unternehmen wegen unwahrer Produktversprechen vorgehen.
20. November 2002
Und es gab sie doch!.
Kurz nachdem die Justizbehörden
die Ermittlungen gegen das Metabolife International eingeleitet
hatten, händigte das Unternehmen den Behörden 14.700 Kundenbeschwerden
wegen gesundheitlicher Probleme aus. Metabolife erhielt zwischen
1997 und 2000 beispielsweise mehr als 13.000 telefonische Kundenbeschwerden
wegen Gesundheitsschädigungen, in knapp 200 Fällen war für die Verbraucher
ein stationärer Krankenhausaufenthalt unumgänglich. Dennoch bleibt
das Unternehmen bei seiner hinterhältigen Behauptung, zu dem Produkt
seien keinerlei Nebenwirkungen bekannt.
Noch schlimmer:
Metabolife-
Präsident und Hauptgeschäftsführer David Brown erklärt der Öffentlichkeit,
das Unternehmen habe immer mit den Behörden zusammengearbeitet:
"Es ist überraschend, dass die FDA genau das Unternehmen in
der Branche der Diät- Ergänzungen kritisiert, das schon immer auf
freiwilliger Basis die geforderten Informationen der FDA überlies."
Das Unternehmen ist zudem weiterhin der Ansicht, dass diese Beschwerden
keine medizinischen Beweise dafür sind, dass Ephedra die Erkrankungen
und Nebenwirkungen hervorgerufen habe.
Die FDA fordert jedenfalls auf Grund der teilweise schweren, gesundheitsschädigenden Nebenwirkungen bis hin zur Todesfolge die Verbraucher auf, vor Einnahme solcher Produkte ihren Arzt zu konsultieren.
weitere Informationen:
Artikel von CNN auf
www.cnn.com
Artikel
des Montana Standard auf www.montanaforum.com
Erklärung
der FDA auf www.fda.gov