1998 gab Metabolife International Inc. seinen MLM- Distributoren den Laufpass und stellte seinen Vertrieb auf Einzelhandel um. Nun wird dem Unternehmen von der US- Regierung kräftig eingeheizt. Die FDA hat das Justizministerium gebeten, gegen das Unternehmen strafrechtliche Ermittlungen aufzunehmen, da das Unternehmen über 13.000 Kundenbeschwerden zur Nutzung seiner Produkte verfüge, deren Vorhandensein in der Vergangenheit bestritten wurde.
Noch 1998 leugnete der Firmeninhaber Michael Ellis in Briefen der FDA gegenüber diese Beschwerden. Die Briefe tauchten auf, als die Steuerbehörden vor drei Wochen eine Razzia bei Metabolife durchführten. Das Unternehmen übergab inzwischen 14.700 Kundenschreiben, in denen von Gesundheitsproblemen in Verbindung mit der Einnahme der Pillen berichtet wird, einschließlich Schlaganfällen und Herzinfarkte. Metabolife erklärt, bei den Beschwerden handele es sich u.a. um drei Todesfälle, zwanzig Herzinfarkte und 24 Schlaganfälle. Ohne Zweifel sind ehemalige Metabolife- Distributoren, die in der Vergangenheit von dem Unternehmen verschaukelt wurden, für die "große Hitze" verantwortlich, die dem Unternehmen nun entgegenschlägt.
In Birmingham, Alabama, hat nun eine Jury von Geschworenen vier Ehepaaren 4.178.500 Dollar zugesprochen, weil es als erwiesen erachtet wurde, dass drei der Kläger durch Metabolife 356, das "Flaggschiff" der Metabolife- Produkte, Schlaganfälle und weitere Gesundheitsschädigungen erlitten, während bei einem weiteren ein Herzinfarkt auftrat. Die Kläger hatten Klage erhoben, dass das Produkt unangemessen gefährlich sei und dass das Unternehmen die erheblichen Gefahrentatsachen nachlässig und absichtlich irreführend darstellte. Metabolife's Ephedra- Produkte, die zur Gewichtsreduzierung und zur Steigerung athletischer Leistungen verwendet werden, enthalten Kombinationen von Koffein und dem Kräuterstimulans Ephedra.Die Entscheidung wurde gefällt, nachdem die Gutachten von sachverständigen Experten gehört wurden und Tausende von Verbraucherbeschwerden als Beweismittel anerkannt wurden.
Zwei der vier Angeklagten vertrauten auf einen Produktaufkleber, der auf jeder Metabolife- Flasche angebracht war und "Unabhängige Laboruntersuchungen zur Sicherheit" attestierte. Diese Beschriftung wurde im Jahr 2000 entfernt, nachdem die Gesundheitsprobleme der Kläger publiziert wurden. Während des Prozesses mussten die Jurymitglieder erfahren, dass diese sogenannten Sicherheitstests an Ratten und Hunden durchgeführt wurden - jedoch nicht mit Metabolife 356, sondern mit einem Vorgängerprodukt.Die Jury
kam zu dem Schluss, dass jeder der Kläger die Produkte zwar fahrlässig einnahm,
dass Metabolife International Inc. aber für den Ersatz des tatsächlichen
Schadens haftbar gemacht werden muss und zu einer Entschädigung mit
Strafzuschlag zu verurteilen ist.
http://verdictsearch.com/news/docs/1204nws-attack.jsp
Dies ist der erste von einer großen Zahl von
Prozessen, die derzeit gegen unterschiedliche Hersteller von Produkten mit
Ephedra als Inhaltsstoff anhängig sind. Zudem wurden für mehrere Dutzend Klagen
außergerichtliche Vergleiche durchgesetzt. So konnte beispielsweise eine Frau
gemäß der Washington Post gegen einen Hersteller von Diät- Ergänzungen 13,3
Millionen Dollar Schadenersatz durchsetzen.
http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/articles/A40923-2001Feb7.html
Ein weiteres Verfahren gegen Metabolife ist in Los Angeles
anhängig.