Die Mitglieder der "Original Dinner Party" bezeichnen sich selbst als Schenkkreis, Herzkreis, Geburtstags-Club oder Tafelrunde. Jay Nixon, Generalstaatsanwalt von Missouri, bezeichnet Systeme wie die "Original Dinner Party" aber als Pyramidensysteme, die ahnungslose Hausfrauen um ihr Geld prellen. Am 20.10.2003 wurde diese juristische Einschätzung durch einen Richter des St. Louis County Circuit Court bestätigt.
Zwei in St. Louis ansässige Organisatorinnen der "Original Dinner Party" wurden zu einer empfindlichen Geldstrafe in Höhe von jeweils 10.000 Dollar wegen Betreibens eines unerlaubten Pyramidensystems verurteilt. Richter Patrick Clifford auferlegte den Beklagten Cindy Mechura und Barbara Bright (auch als Barbara Ann Horlick bekannt) zudem, allen weiteren Beteiligten mitzuteilen, dass es sich bei der Dinner Party um ein verbotenes Pyramidensystem handelt.
Die Dinner Party der verurteilten Damen flog auf, als eine verdeckte Ermittlerin der Staatsanwaltschaft im August 2000 an einem Partyabend teilnahm. Die Organisatorinnen versprachen damals eine Rendite in Höhe von 20.000 Dollar auf die Einstiegs-Investitionen von jeweils 5.000 Dollar. Einsteiger begannen im "Suppen und Salat-Level" und stiegen bei einer entsprechenden Anzahl weiterer neuer Mitglieder über den "Vorspeisen-Level" bis in den "Dessert-Level" auf, in dem sie dann die Einstiegs-Investitionen der neuen Teilnehmern als "Geschenk" erhielten. Kommt der Einstieg neuer Dinner-Party-Teilnehmer jedoch ins Stocken, werden alle Beteiligten unterhalb des Dessert-Levels zu Verlierern. Zwischen Mai und November dieses Jahres wurden so allein im Großraum St. Louis geschätzte 3 Millionen Dollar "verschenkt". Seinen Ursprung hat das System in Kanada, von wo es sich schnell über Washington und Texas bis nach Missouri ausbreitete.
Generalstaatsanwalt Nixon erhob bereits im Jahr 2000 Anklage, die Verteidiger der nun verurteilten Dinner-Party-Organisatorinnen argumentierten jedoch, es handle sich um ein Netzwerk des Schenkens, dem Frauen nur deshalb betreten, weil sie anderen Frauen finanziell helfen möchten und dass weder die Organisatoren noch die Teilnehmerinnen Geld verdienen wollten.
Das Urteil mit den hohen Geldstrafen macht nun eindeutig und endgültig klar, dass solcherart Systeme in Wirklichkeit nichts anderes als illegale Pyramidensysteme sind und damit unmoralisch und strafbar.
weitere Informationen:
Pressemitteilung des Office
of Missouri Attorney General vom 20.10.2003
http://www.ago.state.mo.us/newsrls/2003/102003.htm
(Sicherungskopie)
Dokument aktualisiert 05.01.2004