Die Luzerner Strafuntersuchungsbehörden
und die Kantonspolizei Luzern warnen vor einem neuen Schneeballsystem,
welches auch im Kanton Luzern unter dem Namen „Schenk-Kreis“
oder „Autonomer Kreis“ läuft. Wer daran teilnimmt,
riskiert den Verlust seiner gesamten Einlagen und macht sich zudem
strafbar.
„Wir laden Dich in diesen Kreis ein, gemeinsam mit anderen Frauen die Kraft von gegenseitigem Unterstützen, Geben und Empfangen zu erfahren.“ Auf diese oder ähnliche Weise werden in erster Linie Frauen, z.T. auch Männer angelockt, in Schenk-Kreisen „einen kraftvollen Weg zu finden, um spirituelle, psychische und physische Energien freizusetzen“. Doch beim Schenk-Kreis geht es weniger ums Wohlergehen der Teilnehmenden als vielmehr ums blosse Geldverdienen der Initiantinnen und Initianten.
Ablauf im Schenk-Kreis: Die Initiantin eines Frauen-Schenk-Kreises sucht acht Kolleginnen, die bereit sind, ihr einen festgelegten Betrag zu „schenken“. Dieser Betrag variiert je nach Kreis zwischen 100 und 8'000 Franken. Der Schenk-Kreis ist in vier Hierarchiestufen aufgeteilt. Wenn alle acht Frauen im äussersten Kreis die Frau in der Mitte (Initiantin) beschenkt haben, verlässt diese den Kreis mit ihrem „Geschenk“, das bis zu 64'000 Franken betragen kann. Der Kreis teilt sich in zwei neue Kreise. Die Spenderinnen rücken nun eine Stufe innerhalb des Kreises nach und es bildet sich je ein neuer Kreiskern. Die je acht freigewordenen Stellen im äussersten Kreis müssen wiederum besetzt werden und die Suche nach gutgläubigen Spenderinnen beginnt aus Neue.
Systembedingt verbreiten sich die Schenk-Kreise sehr schnell. Wer einsteigt, muss mit einem Totalverlust rechnen und macht sich strafbar. Bei solchen Schenk-Kreisen handelt es sich um ein gemäss Lotteriegesetz verbotenes Schneeballsystem. Wer sich daran beteiligt, kann mit einer Busse bis zu 10'000 Franken oder mit Gefängnis bestraft werden und muss mit einer Beschlagnahmung des Gewinns rechnen.