Kurbetrieb Konzentrationslager?

Anthroposophische "Ärzte" = Verwalter des Karmas

Teil 3

 

 

Sie finden die Überschrift geschmacklos? Ich auch.
Warum, fragt man sich zurecht, habe ich mich also für diese Überschrift entschieden?
Nun, es ist so, daß sie von jemand anders geformt wurde. Es hat sie jemand geformt, der unendliches Leid für gesundheitsförderlich hält. Der Tod und Schmerz als Entwicklung sieht. Es ist jemand, der an Karma glaubt.

Es ist ein anthroposophischer Arzt. Es ist

Dr. med JÜRGEN SCHÜRHOLZ, Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte, Roggenstr. 82, 70794 Filderstadt, in:

Salutogenese - ein neuer Blick auf Mensch und Welt
Gespräch mit dem Arzt Jürgen Schürholz
Stephan Stockmar

die Drei 8-9/2004

zu finden auf: http://www.diedrei.org/Heft%208-9%2004/16%20Schuerholz-Gespraech.pdf

 

Wenden wir uns aber zunächst dem Karma-Begriff zu, wie ihn dieser Arzt vertritt. Er unterscheidet sich nicht wesentlich von dem, was bereits in Teil 1 und Teil 2 meiner Texte besprochen wurde:

http://www.ariplex.com/ama/ama_ant2.htm
http://www.ariplex.com/ama/ama_ant3.htm

Aber die logische und tödliche Konsequenz dieser absurden Denkweise, die Konsequenz, die Anthroposophen ständig leugnen und zu verstecken suchen, diese Konsequenz findet in diesem Text ihren entgültigen Ausdruck.

(Zur besseren Kenntlichmachung des Interviewers und des Interviewten setze ich ein F: für Frage und ein A: für die Antworten von Jürgen Schürholz ein)

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Gesundheit über den Tod hinaus


F: Rudolf Steiner stellt ja die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Krankheit noch in einen größeren Kontext, wenn er immer wieder deutlich macht, dass ein bestimmtes seelisches Verhalten in einem Leben, also auch das Interesse, das ich für meine Umwelt entwickle, den Gesundheitszustand in einem nächsten Erdenleben prägt, also dass die Salutogenese, wenn man diesem Gesichtspunkt folgen will, über den Tod hinausreicht. D.h. auf der dass ich heute Fähigkeiten entwickle und damit in den mitgebrachten Gesundheitszustandin diesem Leben hereinwirke, aber gleichzeitig auch etwas für die Zukunft anlege?

A: Ja. Auf den ersten Seiten von Rudolfs Steiners Schulungsbuch Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten? steht, dass der einzelne Mensch zwar nicht bestimmen kann, ob er gesund oder krank ist, dass aber jeder nach Gesundheit streben kann. Das heißt zunächst einmal: Ob ich in diesem Leben eine gesunde Konstitution mitbringe oder nicht, ist die Folge von früheren Leben. Wenn ich diesen Begriff der Reinkarnation habe, dann birgt er in sich ja schon die gesundende Entwicklung. Wir hatten eingangs gesagt, dass die die Wunde schließenden Kräfte die Wunde voraussetzen. Wenn ich diese Zusammenhänge sehe, dann entwickle ich ja, wenn ich jetzt nicht diese gesunde Konstitution mitbringe, an der Krankheit, die ich gerade durch,zumachen habe, Kräfte, die für die nächste Inkarnation Gesundheit bedeuten. Wenn also unser Verhalten Konsequenzen hat, die über den Tod hinausgehen und sogar das nächste Leben betreffen, dann ist es höchste Zeit, dass dieser Salutogenese-Begriff Platz greifen kann, damit immer mehr Menschen erkennen: Ob ich gesund bin oder nicht gesund bin, hängt auch von meiner Aktivität ab. Das, was wir bisher im Gesundheitswesen hatten, dass eben die Passivität durch die Art und Weise der Rechtslage forciert wurde, das war — unter dem Gesichtspunkt der aufeinanderfolgenden Inkarnationen — tragisch. Wenn die Menschen jetzt wieder mehr in die Eigenaktivität kommen, hat das im Sinne von Gesundheitsförderung große positive Auswirkungen auch für die Zukunft.
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"Die Krankheit, die ich gerade durchzumachen habe" - Die Krankheit kommt als Befehl. Ein Befehl von Oben. Die Krankheit als Imperativ der grausamen, anthroposophischen Götter.
Mensch, Du hast Dich Deiner Krankheit zu fügen. Deine Krankheit ist gottgewollt. Und Mensch, Du darfst nicht eingreifen in die Krankheit, oder gar ihren Ausbruch verhindern. Denn wenn Du das tust ist die Strafe der Götter nicht angekommen und Du mußt ewiglich weiterleiden.

Das kennen wir nun ja alles zu genüge. Aber daß Menschen, die Krankheiten medizinisch besiegen Umweltsünder sind, weil sie das Wüten der Götter verhindern, ist nicht nur ein übler Tiefschlag gegen alle Mediziner, die Krankheit und Leid in all den Jahren erfolgreich bekämpfen konnten, und damit das durchschnittlich Lebensalter um über 30 Jahre anhoben. Das ist ...***Selbstzensur***:

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A: Die linearkausale »Denke«, die in der naturwissenschaftlich geprägten Medizin vorherrscht, ist dieselbe »Denke«, die auch die Umweltschäden hervorruft.
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Linearkausal zu denken ist gut. Linearkausale Zusammenhänge zu erkennen ist noch besser.

Wir betrachten immer noch den Karmabegriff. Wir wissen nun, daß Anthroposophen glauben, daß der Mensch selber Schuld ist an seinem Leiden. An jedem Leiden und an jedem Tod. Er trägt karmische Schuld ab. Auch wenn er gewaltsam umkommt. Auch wenn er ermordet wird.

Der Spiegel betitelte dies 1984 in einem Loblied auf die Anthroposophie "Der Weltenplan vollzieht sich unerbittlich". Naturromantik ist schön... so schön.

Und so formuliert der "Romantiker" Dr. med. Jürgen Schürholz:

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A: Es ist doch leicht einzusehen, dass die Kräfte, die eine Wunde schließen, nur entstehen können, wenn eine Wunde da ist.
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Im letzten Jahrhundert erhob sich in Deutschland einer, der unter Mithilfe einer ganzen Generation, millionenfache Wunden schlug und dabei Tod und Verwüstung hinterließ, wie es zuvor nicht für möglich gehalten wurde.
Wenn Sie mit all dem, was Sie nun wissen, linearkausal denken: Was denken Sie, sagt ein Anthroposoph zu den Opfern dieses unfaßbaren Verbrechens? Was wird der Arzt Dr. med. Jürgen Schürholz wohl dazu sagen?

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A: Mich hat fasziniert, dass Antonovsky nicht dem Grundsatz gefolgt ist, »die Ausnahme bestätigt die Regel«, sondern dass er klug und eigenständig genug war, durch die Ausnahme die Regel in Frage zu stellen. Denn als er klimakterische Frauen in Israel zu untersuchen hatte, stellte er fest, dass ein Drittel von ihnen, die alle im Konzentrationslager gewesen waren, in hervorragendem Gesundheitszustand war — ganz entgegen der Regel. Darüber hat er weiter nachgedacht und fand, dass diese Menschen, die jene schrecklichen Jahre gesund durchgestanden haben, über ganz bestimmte Fähigkeiten und Kräfte verfügten.
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Sehen Sie nur genau hin, was da steht. Das ist wichtig. Vergessen Sie es bitte nie mehr.
Da steht übersetzt:

Wer Hitlers Konzentrationslager nicht überlebt hat, der war eben zu schwach dazu.

Ja, zu schwach. Denn es gab welche, die überlebt haben. Und das müssen die Starken sein, die über die ganz besonderen Kräfte verfügen, sagt der Anthroposoph.

"Es ist doch leicht einzusehen, dass die Kräfte, die eine Wunde schließen, nur entstehen können, wenn eine Wunde da ist", formuliert Schürholz gönnerhaft.

Es ist aber noch leichter einzusehen, daß jemand, wie Hitler, der unermeßlich Wunden schlug, auch aus anthroposophischer Sicht unermeßliche Karmaschulden anderer Leute abgetragen hat, und damit in den Augen von Leuten, wie Schürholz, ein Wohltäter war.

Und in der Tat: Dr. med. Jürgen Schürholz erteilt dem Massenmord eine Absolution und erklärt Konzentrationslager zu Heilanstalten. Denn die Starken haben überlebt und haben das, was Anthroposophen ein "Mehr an Gesundheit" und ein "Mehr an Entwicklung" nennen, erlangt:

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A: Auch die Schilderungen von Jacques Lusseyran, der im KZ in Buchenwald war, bestätigen Antonovsky. Er erzählt in seinem Buch, Das wiedergefundene Licht, wie er dort mit seinen französischen Freunden eine Insel der Wärme und einen menschlichen Zusammenhang gebildet hat, wie er wohl in dieser Qualität nur unter solchen extremen Verhältnissen überhaupt zustande kommen kann.

(...)

Das heißt auch, ich kann die Kräfte, um aus Krisen heil herauszukommen, nur entwickeln, wenn ich in Krisen komme und sie durchstehe. Diese Menschen, die im KZ waren und die diese inneren Gesundheitskräfte entwickeln konnten, zeigen das sehr deutlich.
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Das Konzentrationslager als Kurklinik zur Schaffung eines hochqualitativen menschlichen Zusammenhaltes und zur Entwicklung von Gesundheitskräften?

Wie krank, kalt und abartig muß ein Hirn sein, welches so etwas gebirt?

In Anbetracht dieser menschenverachtenden Zeilen, halte ich es für angemessen, nicht mehr allzuviel zu kommentieren. Nur zwei Dinge bleiben:

  1. Bitte passen Sie auf sich und Ihre Kinder auf. Halten Sie sie fern von gefährlichen Ideologien, die unter dem Deckmantel der "Menschlichkeit" daher kommen.
  2. Die Anthroposophen und ihre Ärzte sind ein Fall für eine verfassungsrechtliche Beobachtung.