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The March of the Morons / Guruismus / von Massenwahn bis Führerkultismus => Die Skeptiker - Esoterik der besonderen Art... => Topic started by: Pangwall on January 07, 2021, 10:10:06 PM

Title: Der Witz des Jahres ... für 20000 Euro
Post by: Pangwall on January 07, 2021, 10:10:06 PM
Das folgende Zitat stammt aus dem Thread http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=11367.0

[ZITAT]
Erst das ungekürzte Original, dann die Gegenrede.

https://2019.goldenesbrett.guru/

[*quote*]
Das Goldene Brett 2019

Es ist wieder so weit: Das Goldene Brett 2019 wird wieder verliehen!


Danke für die Einreichungen!
Der Verein für „Original Play“, die Homöopathie-Firma Hevert und der Lungenfacharzt Dieter Köhler: Die Shortlist für den Negativpreis für den größten Unfug des Jahres steht fest.

Zum neunten Mal wird am Freitag dem 13. Dezember 2019 das „Goldene Brett vorm Kopf“ vergeben – ein Negativpreis für den größten unwissenschaftlichen Unfug des Jahres. Hunderte Nominierungen wurden gesammelt, nun hat eine Jury die drei Finalisten ausgewählt: Die International Foundation for Original Play, die ohne wissenschaftliche Evidenz und ohne ausreichende Kontrolle das körperbetonte Spiel von Kindern mit fremden Erwachsenen propagiert, die Homöopathie-Firma Hevert, die mit Abmahnungen prominente Homöopathie-Kritiker zum Schweigen bringen wollte, und der Lungenfacharzt Dieter Köhler, zusammen mit den Mitunterzeichnern seiner Stellungnahme, die Feinstaub und Stickoxide für wahrscheinlich harmlos erklärte. Einem dieser drei Vorschläge wird am 13.12. das Goldene Brett zugesprochen werden.

Kuscheln mit Fremden: Die International Foundation for Original Play

„Original Play“ ist ein wissenschaftlich nicht anerkanntes „Spielkonzept“, erfunden von O. Fred Donaldson. Dabei geht es um Berührungen und körperbetontes Spiel von Kindern mit Erwachsenen, die ihnen fremd sind. „Original Play“ wird dabei ohne wissenschaftliche Basis zum Allheilmittel für das Kind und sogar zum „spirituellen Ausdrucksmittel“ erklärt. Anstatt die These psychologisch oder pädagogisch zu untermauern, wird bloß auf „Natürlichkeit“ und die „Gnade Gottes“ verwiesen.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist das bedenklich, schließlich entsteht bei dieser Art von körperbetontem Heurumbalgen eine höchst asymmetrische Beziehung: Die Erwachsenen üben Kontrolle aus, Kindern hingegen fällt es oft schwer, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und aufzuzeigen. Dass Körperkontakt für Kinder wichtig ist, steht außer Frage – doch ohne jede Kontrolle und Qualitätssicherung überwiegen die potenziellen Nachteile.

Mit Anwaltsbrief gegen die Wissenschaft: Hevert

Der deutsche Arzneimittelhersteller Hevert verkauft homöopathische Präparate. Im Frühling sorgte die Firma durch ihren außergewöhnlichen Umgang mit wissenschaftlicher Kritik für Aufsehen: Mehrere prominente Homöopathie-Kritiker bekamen eine Abmahnung zugeschickt. Sie sollten ab sofort die Behauptung unterlassen, dass Homöopathie nicht über den Placeboeffekt hinaus wirksam sei. Im Falle des Zuwiderhandelns sollte eine Strafe in der Höhe von 5100 Euro fällig werden.

Diese Vorgehensweise birgt eine ernste gesellschaftliche Gefahr. Die Wissenschaft muss das Recht haben, Fakten zu präsentieren. Wissenschaftliche Wahrheiten können nicht per Anwaltsbrief geklärt oder vor Gericht ausverhandelt werden – sie sind, wie sie sind. Ob das irgendjemandem gefällt oder nicht, darf keine Rolle spielen. Mit derselben Logik könnten sonst Autofirmen Berichte über klimaschädliche Abgase unterdrücken oder Tabakkonzerne Studien über Lungenkrebs stoppen. Wenn wir rationale gesellschaftliche Diskussionen führen wollen, darf Wissenschaft nicht eingeschüchtert werden.

Gerechtigkeit für Feinstaub und NOx? Dieter Köhler und die Unterzeichner seiner Stellungnahme

Dr. Dieter Köhler ist Lungenfacharzt und veröffentlichte eine Stellungnahme über die Gesundheitsgefährdung durch Feinstaub und Stickoxide. Darin stellt er die gesundheitlichen Gefahren von Luftverschmutzung auf wissenschaftlich unhaltbare Weise als harmlos dar: In der Praxis sehe man als Lungenfacharzt niemals Feinstaubtote, erklärt  Köhler. Daher hält er es für wahrscheinlich, dass Daten, die zu „scheinbar hohen Todeszahlen führen“, einem statistischen Fehler unterliegen.

Nach dieser Logik müsste auch UV-Strahlung ungefährlich sein – schließlich sieht ein Hautarzt niemals einen Sonnenbrandtoten. Dieter Köhler scheint die Grundkonzepte der Epidemiologie nicht verstanden zu haben: Wenn man unterschiedliche Bevölkerungsgruppen auf statistisch korrekte Weise miteinander vergleicht, kann man sehr wohl untersuchen, ob eine bestimmte Exposition mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden ist – auch wenn kein einzelner Toter konkret dieser Todesursache zuzuordnen ist. Selbst als Köhler ganz konkrete Rechenfehler nachgewiesen wurden, zog er seine Stellungnahme nicht zurück, sondern blieb bei seinen Grundaussagen.

Verleihung am Freitag, dem 13.12.2019

Die öffentliche Verleihungsfeier für „Das Goldene Brett vorm Kopf“ findet am 13.12.2019 um 20:15h (Einlass ab 20h) in der Urania in Wien (Uraniastraße 1) statt. Das Goldene Brett vorm Kopf wird von der Gesellschaft für kritisches Denken vergeben – die Wiener Regionalgruppe der Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP), der größten Skeptikervereinigung im deutschen Sprachraum.
[*/quote*]




Natalie Grams selbst hat bei Twitter den Scan der Unterlassungserklärung gepostet:

(https://pbs.twimg.com/media/D7WevCpWkAA5wcm.jpg:small)

https://pbs.twimg.com/media/D7WevCpWkAA5wcm.jpg


Darin heißt es wörtlich:

[*quote*]
Unterlassungserklärung

Die Unterzeichnende, Frau Dr. Natalie Grams verpflichtet sich gegenüber der Firma
Hevert Arzneimittel GmbH & Co. KG,

1. es ab sofort zu unterlassen, in Bezug auf die Wirksamkeit homöopathischer
    Arzneimittel
in der Öffentlichkeit zu behaupten “nicht über den Placebo-Effekt
    hinaus”, wie dies geschehen ist im Interview mit der Zeitung “Die Rheinpfalz”,
    abgedruckt in dem Artikel “Eine Quasi-Religion” vom 3. Mai 2019 mit dem
    Wortlaut “Machen wir es kurz: Wirken Homöopathika?” “Nicht über den
    Placebo-Effekt hinaus” sowie

2. für jeden Fall der Zuwiderhandlung unter Ausschluss des
    Fortsetzungszusammenhanges eine Vertragsstrafe in Höhe von 5.100,00 Euro an
    die Firma Hevert zu zahlen und

3. die Kosten dieser Abmahnung zu erstatten, sofern sie in Rechnung gestellt
    werden.
[*/quote*]



Ein dermaßen eklatanter Fall von kollektivem, willentlichem Analphabetismus, das kann man mit Fug und Recht sektoid nennen.
[/ZITAT]


Seit einundeinhalb Jahren geht das nun ununterbrochen so. Immer wieder werden falsche Behauptungen aufgestellt.

Das Spaßige dabei: daß Hevert, die Firma, die die Abmahnung vom Stapel gelassen hat und deswegen von Anfang an haargenau wußte, was da drin steht, und daß die Natalie Grams immer wieder falsche Tatsachenbehauptungen aufstellt, das nicht in einer Pressekonferenz zum Besten gibt. Oder wenigstens in einer Pressemitteilung.

Warum ist das spaßig? Weil Hevert in der Klemme sitzt. Würde Hevert die Sache aufdecken, käme raus, was für ein Spiel Hevert treibt. Hevert muß zugucken, wie die Skeptiker auf Heverts Kosten nonstop Nonsens machen, und kann dagegen nicht mal Piep sagen. Das gönn ich denen.

Auf der anderen Seite sind die Skeptiker. Die ergötzen sich immer und immer wieder an "Homöopathie wirkt nicht über den Placebo-Effekt hinaus" und tun so, als ob sie Hevert damit juristisch auf der Nase herumtanzen würden, weil Hevert in seiner Abmahnung diese Äußerung verbieten wollte.
Das hat Hevert aber gar nicht getan. Hevert wollte wörtlich:

[*quote*]
Unterlassungserklärung

Die Unterzeichnende, Frau Dr. Natalie Grams verpflichtet sich gegenüber der Firma
Hevert Arzneimittel GmbH & Co. KG,

1. es ab sofort zu unterlassen, in Bezug auf die Wirksamkeit homöopathischer
    Arzneimittel
in der Öffentlichkeit zu behaupten “nicht über den Placebo-Effekt
    hinaus”, wie dies geschehen ist im Interview mit der Zeitung “Die Rheinpfalz”,
    abgedruckt in dem Artikel “Eine Quasi-Religion” vom 3. Mai 2019 mit dem
    Wortlaut “Machen wir es kurz: Wirken Homöopathika?” “Nicht über den
    Placebo-Effekt hinaus” sowie
[...]
[*/quote*]


So ist das. Skeptiker, völlig verblendet, wollen das nicht wahr haben und murksen eine Luftnummer nach der anderen, genauer gesagt: die gleiche immer und immer wieder, wie die Öffentlich-Rechtlichen mit dem gräßlichen "Dinner for One" im deutschen Fernsehsilvester.

Jetzt setzen Skeptiker noch eins drauf: den Witz des Jahres.

Zivilcourage? Die würde Natalie Grams zeigen, wenn sie zugeben würde, daß sie mit ihrem Homöopathie-Zauber ihren Patienten geschadet hat. Aber auf dieses Geständnis wird man lange warten können. In Ihren Büchern ist davon nichts zu sehen. Diese Courage, die fehlt ihr.

Mit Skeptikern herumzualbern erfordert keine Zivilcourage. Sich gegen die Esoteriker und gegen die Skeptiker aufzulehnen, DAS erfordert Zivilcourage. Mit anderen Worten: Ich spreche pro domo. Ich würde dieses Thema auch nicht anschneiden und uns Forianer herausstellen, wenn die Skeptiker nicht auf eine himmelschreiende Weise immer und immer wieder ihren so erbärmlichen, so peinlichen Kindergarten-Prinzeßchen-Schmu auf dem "Niveau" einer amerikanischen Jugendlichen-Fernseh-Soap-Opera abziehen würden. Und dann sind das auch noch Akademiker. Aber was soll's? Bodo Schiffmann ist auch einer...


(http://www.transgallaxys.com/~aktenschrank/gut_auslueften/DER_WITZ_DES_JAHRES__FUER_20000_EURO_20210107_800.jpg)

Der Fließtext:

https://blog.gwup.net/2021/01/07/natalie-grams-mit-dem-preis-fuer-civil-courage-geehrt/#comment-144115188075939220

[*quote*]
gwup | die skeptiker
… denken kritisch seit 1987.

Natalie Grams mit dem „Preis für Civil-Courage“ geehrt

7. Januar 2021 von Bernd Harder | 6 Kommentare

Heute Morgen twitterte Dr. Natalie Grams angesichts der Ereignisse in Washington:
https://twitter.com/NatalieGrams/status/1347098784174661634

Für ihr eigenes unermüdliches Engagement in Sachen Aufklärung ist Grams jetzt mit dem „Preis für Civilcourage“ der Stiftung zur Förderung der Civil-Courage geehrt worden.

Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert. Die Stiftung wurde im Jahr 2000 von dem Verleger-Ehepaar Hertha Beuschel-Menze und Frohmut Menze gegründet. Der „Preis für Civilcourage“ wird nach Eigendarstellung „an Menschen vergeben, die mit einem besonderen Maß an ziviler Courage zur Verbesserung gesellschaftlicher Verhältnisse auch unter widrigen Umständen beitragen“.

Bei einer kleinen provisorischen Feier Anfang Januar überreichte Beuschel-Menze in Heidelberg die Urkunde:

In der Begründung heißt es:

    Dr. Natalie Grams hinterfragte als erfolgreich praktizierende homöopathische Ärztin die Grundlage ihrer damaligen Profession (selbst)kritisch und blieb nicht bei der Erkenntnis stehen, dass die Homöopathie sich nicht als medizinische Methode rechtfertigen kann.

    Mit Mut und Konsequenz vollzog sie die Abkehr von der Homöopathie und damit von ihrem bisherigen Lebensplan: Sie gab ihre gut gehende Praxis auf und widmete sich fortan der Aufklärung über Pseudomedizin. Sie blieb auch nicht bei der Homöopathie stehen, da sie die Notwendigkeit von Aufklärung auch in anderen medizinischen Bereichen erkannte, insbesondere auch beim Impfthema.

    In unzähligen Medienauftritten, Beiträgen, Kolumnen, drei Büchern und in den sozialen Medien betrieb sie zeitgemäße Wissenschaftskommunikation, die sich durch stets wertschätzenden und nicht ausgrenzenden Stil auszeichnete.

    Dies ist umso mehr hervorzuheben, da sie für ihre öffentliche Aufklärung umfangreich Drohungen, Hassreden und Anfeindungen ausgesetzt war.

    Grams kann mit Recht als Leitfigur und Impulsgeberin eines in den letzten Jahren neu belebten Diskurses zum Thema Pseudomedizin und Medizinmythen angesehen werden.

    In einer Zeit, in der man für das Transportieren von wissenschaftlichen Fakten massive persönliche Anfeindungen und Verleumdungen in Kauf nehmen muss, sind mutiges Aufklären und Haltung wichtiger denn je. Frau Dr. Grams zeigt den Wert von Wissenschaftskommunikation auch gegen solchen Widerstand auf.

    Die verbreitete und sogar gesetzlich privilegierte Homöopathie spielt dabei nach wie vor eine besondere Rolle. Sie ist für viele der „Einstieg zum Ausstieg“ aus dem kritischen Denken, die Basis für eine grundsätzliche Wissenschaftsskepsis und damit ein Weg ins Postfaktisch-Irrationale.

    Das Akzeptieren des Postfaktischen kann auch und gerade in der Coronakrise zu folgenschwerer Faktenleugnung führen, die letztlich die Gesellschaft gesamtheitlich gefährdet.

Eine offizielle Preisverleihung soll im Sommer stattfinden.

Zum Weiterlesen:

    Natalie Grams mit Preis für Civil-Courage ausgezeichnet, hpd am 7. Januar 2021
    Die Ketzerin, brand eins 9/2016
    Natalie Grams wird bald wieder als Ärztin für gute Medizin sorgen, GWUP-Blog am 17. April 2020

Kategorien: Blogs & Medien, GWUP, Homöopathie | Schlagwörter: Alternativmedizin, Homöopathie, Natalie Grams | Permalink
[*/quote*]


Title: Re: Der Witz des Jahres ... für 20000 Euro
Post by: Julian on January 09, 2021, 07:36:17 PM
Dieser Quatsch steht immer noch da. Daß die sich nicht schämen. Schriftlich vor der ganzen Weltöffentlichkeit sichtbare Unterlagen sagen

[*quote*]
1. es ab sofort zu unterlassen, in Bezug auf die Wirksamkeit homöopathischer
    Arzneimittel in der Öffentlichkeit zu behaupten “nicht über den Placebo-Effekt
    hinaus”,

[*/quote*]

Das hat die Grams sogar selber bei Twitter veröffentlicht. Aber sie können es nicht lassen. Sie wollen es nicht lassen. Sie ändern einfach die Worte der Aussage. Wie tief wollen die noch sinken?


https://twitter.com/homeopathy_inh/status/1346503459076513798

[*quote*]
INH - Informationen über Homöopathie @homeopathy_inh

Wir erinnern uns: Im Frühjahr 2019 ging der Pharmakonzern Hevert juristisch gegen die Aussage „#Homöopathie wirkt nicht über den #Placeboeffekt hinaus“ vor.

Das ging nach hinten los...

Hier nochmal der wunderschöne Beitrag von @janboehm
 dazu:
Homöopathie wirkt* | NEO MAGAZIN ROYALE mit Jan Böhmermann - ZDFneo
*nicht über den Placebo-Effekt hinaus.Zu Risiken und Nebenwirkungen dieses Beitrags lesen Sie die Kommentare und fragen Sie Ihren Homöopathen oder Wunderheil...
https://www.youtube.com/watch?v=pU3sAYRl4-k&feature=youtu.be
6:06 PM · Jan 5, 2021·Twitter for iPhone
11 Retweets 1  Quote Tweet 48  Likes
[*/quote*]


DAFÜR bekommt man einen Preis für Zivilcourage? DAFÜR? Die wissen gar nicht, was Zivilcourage ist.

Die wissen nicht, was Homöopathie ist, und die wissen nicht, was Zivilcourage ist. Was wissen die überhaupt?