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Author Topic: Psychisch Kranke erwischt es doppelt schlimm  (Read 1407 times)

wilma

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Psychisch Kranke erwischt es doppelt schlimm
« on: February 12, 2010, 03:19:37 PM »

Lesens- und sehr nachdenkenswert:

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=heft&id=67590
Dtsch Arztebl 2010; 107(5): A-190 / B-166 / C-162
Hewer, Walter
Psychiatrische Patienten: Anhaltend hohe Sterblichkeit

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Das Wissen um eine erhöhte Sterblichkeit bei Menschen mit psychischen Erkrankungen ist nicht neu. Entsprechende Beobachtungen und Statistiken wurden bereits im 19. Jahrhundert publiziert. Aktuelle Daten aus verschiedenen Ländern (unter anderem Finnland, Schweden, Dänemark, den USA) zeigen, dass SMI-Patienten auch heute noch eine substanziell geringere Lebenserwartung haben. In Finnland etwa ist die Lebenserwartung von schizophren Erkrankten, verglichen mit der Allgemeinbevölkerung, um mehr als 20 Jahre verkürzt (1). Vergleichbare Daten wurden auch aus den USA berichtet (2). Diese Befunde stehen im Einklang mit den Ergebnissen umfangreicher Metaanalysen, in denen Sterblichkeitsdaten aus zahlreichen Ländern – auch aus Deutschland – ausgewertet wurden (3, 4).
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SMI bedeutet severe mental illness.
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ama

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Psychisch Kranke erwischt es doppelt schlimm
« Reply #1 on: February 15, 2010, 03:18:30 PM »

Dazu paßt auch diese Meldung von heute: "IQ als Risiko-Indikator für Herz-Kreislauf-Erkrankung".

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From:    "European Society of Cardiology" <press[bat]escardio.org>
Date:    Mon, February 15, 2010 6:38 pm

IQ als Risiko-Indikator f&#252;r Herz-Kreislauf-Erkrankung

PRESSEMITTEILUNG

Gro&szlig;e Studie: Niedriger Intelligenz-Quotient ist nach dem Rauchen der wichtigste Risiko-Indikator f&uuml;r Herz-Kreislauf-Erkrankung             Ein niedriger Intelligenz-Quotient (IQ) ist nach dem Rauchen der wichtigste Risiko-Indikator f&uuml;r eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, bedeutsamer noch als &Uuml;bergewicht und Bluthochdruck. &Auml;hnliche Ergebnisse ergaben sich im Hinblick auf die Gesamtsterblichkeit. Das ist das Ergebnis einer aktuellen, vom britischen Medical Research Council finanzierten wissenschaftlichen Untersuchung von 1.145 M&auml;nnern und Frauen im Alter von rund 55 Jahren, die &uuml;ber einen Zeitraum von 20 Jahren beobachtet worden waren. (&bdquo;West of Scotland Twenty-07&ldquo;, ver&ouml;ffentlicht in der Februar-Ausgabe des European Journal of Cardiovascular Prevention and Rehabilitation, einem Journal der European Society of Cardiology (ESC))            
Untersucht wurden im Rahmen der Studie die Auswirkungen sozialer Faktoren auf die Gesundheit in der Allgemeinbev&ouml;lkerung, dabei wurden Daten zu K&ouml;rpergr&ouml;&szlig;e, Gewicht, Blutdruck, Tabakkonsum, k&ouml;rperlicher Aktivit&auml;t, Bildung und Beruf erfasst. Die geistigen F&auml;higkeiten (IQ) wurden mit einem der &uuml;blichen Intelligenztests ermittelt.            
&bdquo;Die Konsequenzen f&uuml;r eine Pr&auml;vention liegen ganz klar in erster Linie im gesellschaftspolitischen Bereich&ldquo;, kommentiert Prof. Dr. med. Helmut Gohlke (Chefarzt Abt. Klinische Kardiologie II; Herz-Zentrum in Bad Krozingen) diese Ergebnisse. &bdquo;Empfehlungen zur Pr&auml;vention m&uuml;ssen auf die geistigen Aufnahme-F&auml;higkeiten und auf die realen Lebens- und Arbeits-Bedingungen des Adressaten abgestimmt sein.&ldquo;              
Studienleiter Dr. David Batty nennt mehrere Mechanismen, wodurch ein niedriger IQ das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung erh&ouml;ht. Insbesondere sind das der Zusammenhang von geringer Intelligenz und gesundheitssch&auml;digendem Verhalten z. B. hinsichtlich Rauchen oder geringer k&ouml;rperlicher Aktivit&auml;t, und die damit verbundenen Folgen wie &Uuml;bergewicht oder Bluthochdruck. Eine weitere m&ouml;gliche Erkl&auml;rung sei der Umstand, dass der IQ eines Menschen als Indikator der Summe im Laufe seines Lebens erfolgter physischer Sch&auml;den etwa durch Krankheit oder Fehlern&auml;hrung angesehen werden kann.            
Hinsichtlich der Auswirkungen dieser Ergebnisse auf das Gesundheitswesen betonte Dr. Batty, dass die individuellen F&auml;higkeiten eines Patienten, reflektiert durch seinen IQ, von gro&szlig;er Wichtigkeit f&uuml;r das Management seiner kardiovaskul&auml;ren Risikofaktoren sind. &bdquo;Vom Standpunkt des Gesundheitswesens aus gesehen best&uuml;nde durchaus die M&ouml;glichkeit, den IQ anzuheben, wobei aber die Ergebnisse aus Studien zu Fr&uuml;hf&ouml;rderung und schulvorbereitenden Programmen noch keine eindeutigen R&uuml;ckschl&uuml;sse erlauben&ldquo;, so Dr. Batty.              
Dr. Batty machte au&szlig;erdem darauf aufmerksam, dass der IQ einer der wichtigsten Gr&uuml;nde daf&uuml;r ist, dass die soziale Schicht in hohem Ma&szlig;e f&uuml;r Ungleichheiten hinsichtlich der gesundheitlichen Versorgung ma&szlig;geblich ist. Ein niedriger IQ k&ouml;nnte eine weitere unabh&auml;ngige Erkl&auml;rung darstellen.            
&bdquo;Das Verdienst dieser Arbeit ist, auf die relative Bedeutung des IQ im Vergleich zu einigen bekannten Risikofaktoren hingewiesen zu haben&ldquo;, so Prof. Gohlke. &bdquo;Der niedrige IQ ist kein Risikofaktor, sondern lediglich ein Indikator f&uuml;r h&ouml;here Gef&auml;hrdung. Der IQ ist auch keineswegs vollst&auml;ndig begabungsabh&auml;ngig, sondern auch bildungs- und ausbildungsabh&auml;ngig.&ldquo;            
Es sei seit langem bekannt, dass sozial Unterprivilegierte eine erheblich geringere Lebenserwartung haben als Bev&ouml;lkerungsgruppen in den oberen sozialen Schichten. Prof. Gohlke: &bdquo;In Deutschland ist das Mortalit&auml;tsrisiko der niedrigeren Einkommensgruppen, bei vergleichbarem Alter im Vergleich zur &ouml;konomisch am besten gestellten Gruppen um den Faktor 2,5 erh&ouml;ht, und damit liegt die Bedeutung des sozialen Status &ndash; gemessen am Einkommen &ndash; in der gleichen Gr&ouml;&szlig;enordnung wie diejenige des IQ.&ldquo;            
Weitere Informationen zu dieser Pressemitteilung und eine PDF-Datei der Publikation erhalten Sie von der Pressestelle der ESC unter press@escardio.org sowie presse@dgk.org            
             
Die European  Society of Cardiology (ESC) vertritt &uuml;ber 62.000 Kardiologen aus ganz Europa  und dem Mittelmeerraum. Ihre Zielsetzung ist eine Senkung der Auswirkungen  kardiovaskul&auml;rer Erkrankungen in Europa.            
Die Deutsche  Gesellschaft f&uuml;r Kardiologie &ndash; Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) ist  eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7000  Mitgliedern. Ihr Ziel ist die F&ouml;rderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskul&auml;ren Erkrankungen, die  Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer  Mitglieder.            
Die DGK ist eines der Gr&uuml;ndungsmitglieder der  European Society of Cardiology.                                                                                

European Society of Cardiology, The European Heart House 2035 Route des Colles, B.P. 179 - Les Templiers, Sophia Antipolis F-06903 France  
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