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Author Topic: Die AOK: skrupellose Opportunisten  (Read 518 times)

Thymian

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Die AOK: skrupellose Opportunisten
« on: September 18, 2018, 10:40:02 PM »

Medwatch hat Litsch, den Vorstandsvorsitzenden des AOK-Bundesverbandes (Dachverband der elf regionalen Allgemeinen Ortskrankenkassen mit mehr als 25 Millionen Versicherten) interviewt. Das Interview ist uninteressant. Im Kern ist es Eigenreklame mit einem bekannten Namen.


Litsch hat aber etwas gesagt, was die lieben Journalisti mal wieder nicht verstehen. Sie finden es so schön, daß Litsch gesagt hat  "Wir würden ein Verbot der Homöopathie-Erstattung unterstützen", daß sie es als Überschrift benutzen. Sie haben aber nicht begriffen, daß der Knüller in einer anderen Antwort ist, beziehungsweise aus beiden zusammen besteht.

Die beiden Sätze:

AOK-Chef Martin Litsch: „Wir würden ein Verbot der Homöopathie-Erstattung unterstützen“
von MedWatch | 18. Sep 2018 | Arzneimittel, Gesundheitspolitik
https://medwatch.de/2018/09/18/interview-litsch-verbot-homoeopathie-erstattung/

[*quote*]
MedWatch:
Als Vorstand der AOK NordWest haben Sie ja auch einen Tarif für Homöopathie eingeführt.

Litsch:
Ja, weil sehr viele Kunden das nachgefragt haben. Mit Blick auf die Marktsituation müssen sie schon sehr tapfer sein, diesen Wahltarif nicht einzuführen.



MedWatch:
Würde es helfen, wenn das Bundesgesundheitsministerium den Kassen die Erstattung verbieten würde?

Litsch:
Natürlich würde das die Situation grundlegend ändern. Wir setzen uns immer für Evidenz in der Medizin ein, ich würde es in jedem Fall unterstützen.
[*/quote*]



Litsch, Aussage 1:

"Mit Blick auf die Marktsituation müssen sie schon sehr tapfer sein, diesen Wahltarif nicht einzuführen."


Litsch, Aussage 2:

"Natürlich würde das die Situation grundlegend ändern."


Tatsache: Die AOK Nordwest hat einen Tarif für Homöopathie eingeführt.

Warum hat sie das getan? Weil die Marktsituation sie dazu gezwungen hat.

Der Clou liegt in Aussage 2: Würde es einen übergeordneten Zwang geben, der ALLEN Kassen diese Homöopathie-Tarife verbieten würde, würde die AOK selbstverständlich sofort auf diesen Tarif verzichten. Es geht um den übergeordneten Zwang. Der ersetzt die eigene Entscheidung.

Die eigene Entscheidung hatte aber dazu geführt, den Tarif einzuführen. Eingeführt nicht aus Überzeugung, sondern vom Markt gezwungen. Wäre dieser Zwang weg (weil das Ministerium ALLEN diese Tarife verbietet), wäre der Tarif sofort wieder weg.

Das heißt, daß die AOK großes Interesse an einem Verbot hat. Sie kann die Konkurrenz nicht zwingen, die Tarife aufzuheben. Aber sie kann versuchen, bei der Politik auf ein Verbot hinzuarbeiten.

Könnte es sein, daß Litsch großes Interesse daran hatte, dieses Interview zu führen mit eben der Absicht, die Politiker zum Verbot hinzuführen?

Zu fragen ob Litsch der Initiator des Interviews war, wäre zuviel der Spekulation. Also lassen wir das.


Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, daß die AOK ihr Mäntelchen nach dem Wind gehängt hat, gegen die Interessen ihrer Versicherten. Wenn man als Versicherter derart mißbraucht wird, das hat schon die Qualität einer Sklavenkolonie.
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