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Author Topic: Heilpraktiker, Bescheißen mit Statistik  (Read 1066 times)

Julian

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Heilpraktiker, Bescheißen mit Statistik
« on: October 18, 2018, 09:50:34 PM »

Was halten Sie von dieser Statistik?

https://www.bdh-online.de/repraesentative-umfrage-jeden-tag-gehen-in-deutschland-128-000-patienten-zum-heilpraktiker/

Die Arbeitszeit als 7 Tage/Woche und 52 Wochen/Jahr anzusetzen, sehe ich als einen Trick an. Teilt man nämlich die 47.000 Heilpraktiker und die 46.607.322 Kundenkontakte auf, kommen laut Statistik pro Tag

   128.000 Kunden zum Heilpraktiker

Weil mit illusorischen 364 Tagen gerechnet wird. Aber wieviel Arbeitstage sind es tatsächlich?

Hier ist vor einiger Zeit die Zahl der Kunden/Tag berechnet worden:

http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=6390.msg20589#msg20589

Ich finde, daß der Umgang der Heilpraktiker mit Statistik "kreativ" ist. Heute würde man es eher "Fake News" nennen.

Das Finanzamt rechnet allgemein (für alle Berufe) anscheinend  mit 230 Tagen bzw 280 Tagen, wobei ich die 230 bei Heilpraktikern für wahrscheinlicher halte:

https://www.lohnsteuer-kompakt.de/fag/0/704/wie_viele_arbeitstage_kann_ich_in_der_steuererklaerung_fuer_fahrtkosten_ansetzen

[*quote*]
Das Finanzamt erkennt daher in der Regel ohne Nachfrage folgende Arbeitstage pro Jahr an:

    bei einer 5-Tage-Woche 230 Arbeitstage pro Jahr oder

    bei einer 6-Tage-Woche 280 Tage pro Jahr
[*/quote*]


Bei 47000 Heilpraktikern und 46.607.332 Kundenkontakten:

Tage Kunde/Tag  Kunde/HP_Tag
364  128.000    2,72
280  166.454    3,54
230  202.640    4,31

Das sagt aber nichts über die in Rechnung gestellte Arbeitszeit aus.

1 Milliarde Einnahmen bei 47.00 Heilpraktikern --> 21.276 Euro pro Jahr Roheinnahme pro Heilpraktiker

1 Milliarde Einnahmen bei 46.607.332 Kundenkontakten --> 21,45 Euro pro Kundenkontakt

Damit wird obige Tabelle zu:
     
Tage Kunde/Tag  Kunde/HP_Tag Euro/Tag
364  128.000    2,72         58,34
280  166.454    3,54         75,93
230  202.640    4,31         92,44


Nun hat aber ein "normaler" Heilpraktiker einen Stundenlohn von mindestens 45 Euro.


https://heilpraktiker-psychotherapie-hessen.de/heilpraktiker-lexikon/gebueehrenordnung-heilpraktiker-psychotherapie/

[*quote*]
Gebührenordnung Heilpraktiker

Der Heilpraktiker und Heilpraktiker Psychotherapie ist in seiner Honorarfindung frei.

Die Gebührenordnung kann er zur Bestimmung seiner Leistungsvergütung heranziehen. Da die Gebührenordnung für Heilpraktiker aus den 80-er Jahren stammt, sind dort die Stundenvergütungen für psychotherapeutische Leistungen mit max. 46 € für 50 Minuten bestimmt.

Da dieser Stundensatz von maximal 46 € jedoch heutzutage wirtschftlich gesehen eine rentable Praxisführung kaum zuläßt, ist anzuraten, dass die Gebührenordnung eher nicht in der Rechnung zugrunde gelegt wird.

Bei der Abrechnung mit privaten Krankenkassen, erstattet diese, wenn alle Bedingungen zur Leistung erfüllt sind, in der Regel maximal auch nur diesen Betrag. Der Patient muss dann die Differenz aus eigener Tasche draufzahlen. Dies sollte  vor Beginn der Therapie schriftlich festgehalten werden, um nachträglichen Differenzen vorzubeugen.

Der Heilpraktiker Psychotherapie unterliegt der wirtschaftlichen Aufklärungspflicht, d.h. dass der Patient genau informiert werden muss, welche Kosten bei einer Psychotherapie auf ihn  zukommen.

Psychologische Psychotherapeuten rechnen z.B. mit Stundensätzen über 80 € ab und können bei privatversicherten Patienen oder bestimmten Erschwernissen (z:B. bei besonders schwierige Krankheitsbilder des Patinenten, Therapie an Abendstunden oder am Wochenende, Notdienst) Steigerungssätze verlangen, die bis zu 160 € pro Stunde (50 Minuten) sind.
[*/quote*]



Mit 46 Euro wird obige Tabelle zu:
     
Tage Kunde/Tag  Kunde/HP_Tag Euro/Tag bez. Zeit
364  128.000    2,72         58,34    1,26h
280  166.454    3,54         75,93    1,65h
230  202.640    4,31         92,44    2,00h

Das heißt: Nach den Zahlen der "Umfrage" arbeitet ein durchschnittlicher Heilpraktiker am Tag nur zwischen 1,26 und 2,00 Stunden.

WENN ein Heilpraktiker "wie ein Maurer" genau nach Arbeitszeit arbeitet, für die er bezahlt wird, sieht das für den Kunden so aus:

Tage Kunde/Tag  Kunde/HP_Tag Euro/Tag bez. Zeit Zeit/Kunde
364  128.000    2,72         58,34    1,26h     0,46h
280  166.454    3,54         75,93    1,65h     0,46h
230  202.640    4,31         92,44    2,00h     0,46h

Wie schön: 0,46 Stunden pro Kunde, so herum oder so herum...

Das heißt, daß die ganze Rechnerei ein einziger Schwindel ist. Die Angaben, wie wenig Kunden der Heilpraktiker pro Tag hat (und womit die so gerne angeben), besagt NICHTS über die tatsächliche Zeit. Warum? Weil nur die bezahlte Zeit zählt!

Die Tabelle habe ich mit den 46 Euro berechnet. Die realen Stundensätze sind aber weitaus höher, und dementsprechend WENIGER Zeit gibt es pro Kunde.


"Für Sie" schreibt (zitiert in dem Forums-Thread)]:

http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=6390.msg20589#msg20589

http://www.fuersie.de/gesundheit/homoeopathie/artikel/heilpraktiker

[*QUOTE*]
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Immer mehr Deutsche wenden sich an Heilpraktiker: Neun Milliarden Euro geben Patienten inzwischen jedes Jahr für alternative Medizin aus – und mehr als die Hälfte davon bezahlen sie selbst.

[...]

Eine aktuelle Studie der Barmer GEK zeigt, dass einem Arzt pro Patient durchschnittlich acht Minuten bleiben. Dagegen führt jeder der 15 000 deutschen Heilpraktiker im Schnitt pro Tag nur vier Behandlungen durch – und kann sich damit deutlich mehr Zeit für seine Patienten nehmen.
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
[*/QUOTE*]


Damit wird suggeriert, daß Heilpraktiker sich viel Zeit nehmen könnten. Konjunktiv, wohlgemerkt! Real sieht es ganz anders aus.

Hier ist von 20 - 30 Kunden pro Tag die Rede, in der dort zitierten Zeitung: "Friedrich Ritzer. Trotzdem: Nach eigenen Angaben behandelt er  pro Tag zwischen 20 und 30 Patienten".

Ritzer ist der mit der Hundescheiße.

Bei 21,45 Euro pro Kunde sind das 429,00 bis 643,50 Euro. Pro Tag. Und das sind nur die unteren Zahlen. Real dürfte es wesentlich mehr sein.

Hundescheiße lohnt sich.
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Thymian

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Re: Heilpraktiker, Bescheißen mit Statistik
« Reply #1 on: October 19, 2018, 04:05:30 PM »

Liest Christian J. Becker alias Christian Joachim Becker aus Hamburg-Ohlstedt hier mit? In den frühen Morgenstunden des 19.10.2018 schrieb Julian obigen Forumsbeitrag. Der von ihm erwähnte Umfrage-Quatsch ist rund 11 Monate alt: "Warendorf, 28.11.2017 ". Das müffelt doch schon ein bißchen.

Mehrere Stunden nachdem Julian sich die Heilpraktiker vorgenommen hatte, bringt Becker diese Pressemitteilung zu dem Megabullshit des Heilpraktikerverbands:


https://www.openpr.de/news/1023138/128-000-Patienten-gehen-jeden-Tag-zum-Heilpraktiker-Homoeopathie-ist-manchen-Aerzten-ein-Dorn-im-Auge.html

[*quote*]     
19.10.2018 - 08:59 - Gesundheit & Medizin

128.000 Patienten gehen jeden Tag zum Heilpraktiker / Homöopathie ist manchen Ärzten ein Dorn im Auge
Pressemitteilung von: hambürgerblog

Schaubild der Kampagne gegen Homöopathie und Heilpraktiker

Seit langem sind Heilpraktiker manchen konventionell-medizinisch arbeitenden Ärzte-Gruppen ein Dorn im Auge. Aktuell haben diese Ärzte offensichtlich eine Kampagne gegen Heilpraktiker gestartet. Das trojanische Pferd gegen Heilpraktiker ist die Homöopathie, gegen die die GroKo eine Kampagne gestartet hat (lt. Apotheke Adhoc, 14.9.). Bei den Hebammen war die Haftpflichtversicherung das trojanische Pferd, um deren Berufsstand zu beschädigen, bei den Heilpraktikern sollen es u.a. die Homöopathie und andere Therapiemethoden werden. Das mutmaßlich erste Ziel der Anti-HP-Kampagne ist, den Beruf des HPs in der Öffentlichkeit zu diskreditieren, damit weniger Menschen HP werden wollen. Zu sehen ist das in den Fachblättern der Ärzte, z.B. ZFA. Es titelt „Den Heilpraktiker-Beruf abschaffen?“.

Analysiert man die Zahlen der Heilpraktiker, kann man verstehen, warum manche Ärztegruppen Angst vor Heilpraktikern haben. Kurz: Patienten lieben ihre Heilpraktiker.

Hier eine Zahlen-Übersicht:

- 128.000 Patienten gehen jeden Tag zur HeilpraktikerIn
- 47.000 Heilpraktiker mit ca. 60.000 Beschäftigten
- Mehr als 46 Millionen Patientenkontakte/Jahr
- Enlastung für Krankenkassen und Versicherte durch Heilpraktiker: 1 Milliarde Euro
- 531 Mio Euro durch Selbstzahler, 174 Mio durch Private KV, 155 Mio durch Zusatzversicherungen, 139 Mio durch Beihilfe. (Quelle der Zahlen: Bund Deutscher Heilpraktiker)


(Autor: Christian J. Becker, HomoeopathieWatchblog.de)

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR im Presseportal Hamburg veröffentlicht.

Red. hambürgerblog
Claus-Ferck-Straße 1
22359 Hamburg
Telefon 040 228 60 148

HomoeopathieWatchblog ist ein Online-Magazin, das über Homöopathie berichtet. Für gesundheitspolitisch Interessierte schreibt es über Aktuelles aus der Politik, z.B. über die Kampagne gegen Homöopathie. Für Endverbraucher gibt der Blog praktische Tipps und Adressen rund um die Globuli. Redaktionsleiter ist der PR-Journalist, Diplom-Ökotrophologe und Globuli-User Christian J. Becker.

News-ID: 1023138 • Views: 157
[*/quote*]


Becker hat den Köder geschluckt. Besonders helle war das nicht. Das hätte selbst ein Schüler merken können, daß an der Sache etwas faul ist. Dazu muß man nicht einmal viel denken, sondern bloß lesen:

Julian schreef:

[*quote*]
Das heißt, daß die ganze Rechnerei ein einziger Schwindel ist. Die Angaben, wie wenig Kunden der Heilpraktiker pro Tag hat (und womit die so gerne angeben), besagt NICHTS über die tatsächliche Zeit. Warum? Weil nur die bezahlte Zeit zählt!
[*/quote*]


Aber Becker planscht voll rein in den Intelligenzsumpf der Heilpraktiker:

[*quote*]
Hier eine Zahlen-Übersicht:

- 128.000 Patienten gehen jeden Tag zur HeilpraktikerIn
- 47.000 Heilpraktiker mit ca. 60.000 Beschäftigten
- Mehr als 46 Millionen Patientenkontakte/Jahr
- Enlastung für Krankenkassen und Versicherte durch Heilpraktiker: 1 Milliarde Euro
- 531 Mio Euro durch Selbstzahler, 174 Mio durch Private KV, 155 Mio durch Zusatzversicherungen, 139 Mio durch Beihilfe. (Quelle der Zahlen: Bund Deutscher Heilpraktiker)

[*/quote*]


Nehmen wir nur mal diese Behauptung: "47.000 Heilpraktiker mit ca. 60.000 Beschäftigten". Was besagt die? Daß es in den Heilerpraxen 107.000 Personen gibt, nämlich die 47.000 und 60.000 Angestellte? Nein. Tut es nicht. Wie man schon in der Kuchengrafik sehen kann, türken die Heilpraktiker selbst bei einfachsten Sachen. Beschäftigte sind die für den Besitzer Arbeitenden. Der Besitzer zählt nicht mit. Was sagt die Grafik?



Die nicht lesbaren Pastelltöne des Originals wurden abgedunkelt und die Größe runtergeschrumpft auf 800 Pixel Breite.

(Original:
https://www.bdh-online.de/wp-content/uploads/2017/11/anzahl-der-beschaeftigten-in-heilpraktiker-praxen-in-deutschland.png)


11.215 Beschäftigte, und keine 60.000, wie die Zitate suggerieren. Kreativer Umgang mit Statistik. Heute nennt man so etwas Fake News.

Aber das ist noch gar nichts im Verhältnis zu den anderen Kreativitäten im Umgang mit Statistik. Hier ist die  Umfrage zu finden:

https://www.heilpraktikerverband.de/aktuelles/aktuelle-meldungen/407-grosse-heilpraktiker-umfrage-das-leisten-deutschlands-heilpraktiker.html

Das ist die Beschreibung der Umfrage:

https://www.vfp.de/no-jos/aus_newsletter/fakten_und_zahlen_zum_heilpraktikerberuf_07.pdf

Hinweis: Wir haften nicht für Tastaturen, Bildschirme und andere Gegenstände, die durch Lachexplosionen, Colaertränkung und Kaffeetauchfahrten oder ähnliches zu Schaden kommen!


[Keine Haftung für Grammatikschäden . ET]
« Last Edit: February 10, 2019, 04:31:06 PM by Thymian »
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.         Kinderklinik Gelsenkirchen verstößt gegen die Leitlinien!
          http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=11095.0

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Thymian

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Re: Heilpraktiker, Bescheißen mit Statistik
« Reply #3 on: February 10, 2019, 04:31:27 PM »

Tak!
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ZargonBlitz

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Re: Heilpraktiker, Bescheißen mit Statistik
« Reply #4 on: May 10, 2019, 09:06:33 PM »

Laut https://www.bdh-online.de/wp-content/uploads/2017/11/pressemitteilung-zur-umfrage-des-bdh-2017.pdf gibt es in Deutschland 47.000 Heilpraktiker. Die Zahl stammt nach Aussage des BDH-Online.de von "Statistisches Bundesamt, 25. Januar 2017, Untersuchungsjahr 2015, Fachserie 12, Reihe 7.3.1".
"An der Umfrage im Juli 2017 haben insgesamt 1.733 Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker teilgenommen" schreibt der BDH-Online.de
Über die Ausbildung gibt es keine Angaben.


Eine weitere Umfrage gab es vor 2 Jahren vom 22.09. – 14.10.2017: "1414 Kolleginnen und Kollegen haben an unserer Umfrage teilgenommen." Laut dieser zweiten Umfrage https://www.vfp.de/no-jos/aus_newsletter/fakten_und_zahlen_zum_heilpraktikerberuf_07.pdf mit 1414 Antwortenden ist:

"3. „Der Heilpraktiker“ ist meist eine Frau
Zumindest was die Mitglieder der Verbände des VUH e.V. und VFP
e.V. angeht, zeigt sich ein eindeutiges Bild: Circa 80% der Befragten
gaben an eine Frau zu sein
, rund 20% der Kollegen waren
männlichen Geschlechts.
Die/ der jüngste Teilnehmer hatte das 25. Lebensjahr gerade
erreicht, die/der älteste Teilnehmer zählte stolze 75. Lebensjahre.
Durchschnittlich waren die meisten Umfrageteilnehmer/innen
zwischen 40. und 60. Jahre alt."



Eine dritte Umfrage https://www.heilpraktiker.org/stiftungsumfrage von 2016 wird von einer anderen Gruppe in https://www.heilpraktiker.org/files/seiteninhalt/stiftungsumfrage/hp-sdh-stiftungsumfrage-0915-web-1.pdf beschrieben:

"Der „typische“ Heilpraktiker? Ein Faktencheck!
Umfrage der Stiftung Deutscher Heilpraktiker*
Die Umfrage erfolgte repräsentativ unter den Mitgliedern der Trägerverbände sowie weiterer Berufsverbände über deren jeweilige Mitgliederzeitung. Jedes Mitglied hatte die gleiche Chance teilzunehmen. Der Fragebogen konnte der Zeitschrift entnommen und ausgefüllt per Post oder Fax zurückgesendet oder direkt online beantwortet werden. Selbstverständlich wurde die Anonymität gewahrt. Insgesamt beantworteten 1067 Personen den Fragebogen.
Die Mehrheit der Teilnehmenden antwortete per Post (n=553, 51,8%), gefolgt von einer Rücksendung per Fax (n=345, 32,3%). Das Angebot, den Fragebogen online auszufüllen, nutzte rund ein Sechstel der Teilnehmenden (n=169, 15,8%).
Das Vorgehen ist deutlich aufwändiger in der Auswertung als eine Online-Umfrage.
Wie jedoch die am häufigsten gewählte Art der Rücksendung zeigt, ist es wichtig, verschiedene Teilnahmemöglichkeiten anzubieten, um tatsächlich Repräsentativität zu gewährleisten! Dadurch unterscheidet sich diese Umfrage von anderen, ausschließlich online durchgeführten Befragungen verschiedener Heilpraktikerverbände.
Abgesichert wurde die Repräsentativität durch einen Abgleich der Alters- und Geschlechterstruktur zwischen Teilnehmenden und den Mitgliederdateien.
Der gesamte Fragebogen (Datenerhebung 2016) kann hier eingesehen werden.
Im Folgenden finden Sie die Ergebnisse in der Schnellübersicht. Wenn Sie zu einzelnen Punkten mehr wissen wollen, klicken Sie auf die jeweilige Schaltfläche dahinter "+".
Möchten Sie direkt zu einer detaillierten Auswertung, dann klicken Sie hier.
Eine ausführliche Darstellung der Situation der Berufsgruppe Heilpraktiker ist auch als Printversion vorgesehen.
Wir danken Frau Dr. Janine Freder, die im Auftrag der Stiftung die Studie maßgeblich durchgeführt hat, sowie Frau Dr. Utta-Kristin Leiße für die Aufbereitung der Daten.
* Die Stiftung Deutscher Heilpraktiker ist eine gemeinnützige Einrichtung zum Zweck der Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens auf dem Gebiet der volks- und naturheilkundlichen Diagnose- und Behandlungsmethoden. Folgende Berufsverbände sind der Stiftung angeschlossen: Fachverband Deutscher Heilpraktiker e.V. (FDH), Union Deutscher Heilpraktiker e.V. (UDH) und Verband Deutscher Heilpraktiker e.V. (VDH).

Auswertung

Der „typische Heilpraktiker“ ist…
(zu 74%) weiblich
zwischen 40 und 60 Jahre alt


wohnhaft in einer Kleinstadt oder im ländlichen Raum
Heilpraktiker mit unbeschränkter Erlaubnis
im Vollerwerb tätig

Der „typische Heilpraktiker“ hat...
Abitur

einen Ausbildungs- oder Lehrberuf erworben
die Ausbildung zum Heilpraktiker an einer Heilpraktikerschule absolviert
90 Stunden Fortbildung im Jahr auf seiner Agenda
Der „typische Heilpraktiker“ arbeitet...
vernetzt mit anderen Behandlern (anderen Heilpraktikern, Ärzten, Physiotherapeuten)
schwerpunktmäßig mit Arzneimitteln und manuell
mit (mindestens) 5 Therapiemethoden
in der eigenen Praxis und ohne Mitarbeiter

Der „typische Heilpraktiker“ behandelt...
bis zu 30 Patienten in der Woche
bei einem Wochenhonorar von bis zu 600 €

seine Patienten nicht (nur) aus finanziellem Kalkül
Newsletter abonnieren
Heilpraktiker finden
Heilpraktiker werden
Mitglied werden"



"Der „typische Heilpraktiker“ hat... Abitur" wird ausgeführt als

"1058 Befragte beantworteten die Frage nach ihrem höchsten erreichten Schulabschluss.
Die Mehrheit (n=619) verfügt über einen Schulabschluss, der zur Aufnahme eines Studiums an einer Hochschule (Hochschulreife) berechtigt. Ein weiteres gutes Drittel (n=398) hat einen mittleren Schulabschluss (z.B. Realschulabschluss, MSA).
Nur 14 Teilnehmende haben einen Volksschulabschluss. Hierbei lag das Durchschnittsalter bei 63 Jahren."


"982 Befragte machten Angaben zur beruflichen Qualifikation. Einen Ausbildungs- oder Lehrberuf hatten dabei 609 Personen absolviert, ein Hochschulstudium 303 Teilnehmende. 24 Befragte gaben an, einen anderen Abschluss zu haben und lediglich 46 Personen waren ohne Berufsabschluss. Allerdings haben von den Befragten ohne Abschluss 12 Personen eine Qualifikation erworben, die in Bezug zu einer Tätigkeit als Heilpraktiker steht, wie z.B. Osteopathie, Gestalttherapie, Yogalehrer u.ä.."



Nun behauptet aber ein Christian Becker, ebenso mathematikunfähig wie die Heilpraktiker:

"Jeder dritte Heilpraktiker hat ein Hochschulstudium absolviert / Umfrage unter 1067 HPs über Aus- und Weiterbildung
VON CHRISTIAN BECKER · VERÖFFENTLICHT MAI 8, 2019 · AKTUALISIERT MAI 8, 2019
Die Versuche von einzelnen Politikern, mit gesetzgeberischen Maßnahmen Druck auf den Heilpraktiker-Beruf auszuüben, haben vor allem ein Ziel: Das Vertrauen der Patienten soll erschüttert werden mit der PR-Botschaft, dass die Ausbildung aus Sicht der Politik nicht ausreichend sei. Jedoch zeigt eine Umfrage unter Heilpraktikern, dass die Absicht der Politik falsch ist, da das Ausbildungsniveau hoch ist.
Eine Antriebsfeder hinter dieser Politik ist eine bestimmte Ärztegruppe, die 2017 auf dem 120. Ärztetag mit dem Antrag durchgekommen ist, dass Ärzte eine politische Kampagne (Bericht) starten, um den HP-Beruf einzuschränken. Die Dt. Apotheker Zeitung titelte zum Beschluss: „Ärzte wollen Heilpraktiker entmachten“ (Link). Den Antrag hat Dr. Rudolf Henke eingebracht. Er hat eine Doppelfunktion: Arzt-Lobbyist als Kammerpräsident Nordrhein und als Bundestagsabgeordneter der CDU im Gesundheitsausschuss ein Entscheider über Gesetze – auch gegen HPs.
Realität des Heilpraktiker-Berufs widerlegt die Politik
Eine Umfrage der Stiftung Deutscher Heilpraktiker unter 1067 Heilpraktikern über Vorbildung, Ausbildung und Weiterbildung (veröffentlicht vom Fachverband Deutscher Heilpraktiker, Link https://www.heilpraktiker.org/stiftungsumfrage) zeigt das hohe Ausbildungsniveau.
Die Umfrage belegt bei der beruflichen Vorbildung, dass nahezu jeder dritte Heilpraktiker (31 %) ein Hochschulstudium absolviert hat.

Und 62 % haben einen Ausbildungs- oder Lehrberuf. Mehr als jeder Zweite (58 %) hat Abitur.
Bei der Frage nach der Ausbildung und Fortbildung belegt die Umfrage, dass 89 % ihre Ausbildung an einer Heilpraktiker-Schule absolviert haben, bei der die Ausbildung im Durchschnitt etwa drei Jahre dauert.
Für die Fortbildung investieren die Befragten in der überwiegenden Mehrheit (89 %) im Jahr 90 Stunden in ihre Fortbildung. Zum Vergleich: Ärzte müssen pro Jahr 50 Fortbildungspunkte sammeln (sie erhalten je 45-minütiger Fortbildungseinheit 1 Punkt).
Patienten schätzen auch die Therapievielfalt beim Heilpraktiker. Diese zeigt sich auch bei der Umfrage. Denn Heilpraktiker wenden insgesamt 321 Therapiemethoden an. Die Top Five der angewandten Therapien sind laut Umfrage (Mehrfachnennungen möglich):
Homöopathie wendet jeder Dritte (37 %) an,
gefolgt von klassischer Akupunktur (22 %),
Infusionen/Injektionen (21 %),
Osteopathie (19 %) und
Phytotherapie (19 %)."


Zu dieser Umfrage heißt es aber in https://www.heilpraktiker.org/stiftungsumfrage : "Insgesamt beantworteten 1067 Personen den Fragebogen." Berechnet wird der Prozentsatz aber mit 982, die überhaupt eine Antwort zur Qualitikation geben. 303/1067= ~28 Prozent. 28 Prozent und nicht 31 Prozent!


1. Bei der Umfrage im Juli 2017 mit 1.733 Antwortenden macht BDH-Online.de keine Angaben über ein Hochschulstudium.

2. Umfrage 22.09. – 14.10.2017 mit 1414 Antwortenden: "Circa 80% der Befragten gaben an eine Frau zu sein".
Von 1414 Antwortenden knapp über 275 mit Hochschulstudium, aber nur ~ 275 mit Abschluß Diplom, Doktor, Bachelor oder Master = ~20 Prozent


(Umfrage 22.09. – 14.10.2017)

3. Bei der Umfrage 2016 https://www.heilpraktiker.org/stiftungsumfrage mit 1017 Antwortenden:
"Der „typische Heilpraktiker“ ist… (zu 74%) weiblich
zwischen 40 und 60 Jahre alt"

Von 1017 Antwortenden: 303 mit Hochschulstudium = ~28 Prozent mit Hochschulstudium



2. Umfrage: 80 Prozent Frauen. 3. Umfrage: 74 Prozent. Eine repräsentative Umfrge sollte aber den gleichen Wert ergeben!

Die Berechnungen sind stümperhaft: anstatt von der Gesamtzahl der Antwortenden auszugehen, wird von einer kleineren Teilmenge als 100 Prozent genommen. Ein schwerer Fehler!

Besonders krass ist die statistische Fälscherei beim Unterschied von 20 Prozent mit Hochschulstudium (2. Studie) und dem angeblichen "Jeder dritte Heilpraktiker hat ein Hochschulstudium absolviert". Zwischen einem Fünftel und einem Drittel klafft ein gewaltiger Unterschied, ein zu großer Unterschied, als daß man ihn den Statistikfälschern durchgehen lassen darf. Würde man genauer hinsehen, könnte am Ende herauskommen, daß die 303 "mit Hochschulstudium" möglicherweise die einzigen überhaupt mit Hochschulstudium sind von 47.000 Heilpraktikern. Wundern würde das Niemanden.
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Krik

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Re: Heilpraktiker, Bescheißen mit Statistik
« Reply #5 on: May 11, 2019, 10:13:32 AM »

Daß Christian J. Becker lügt und fälscht wie gedruckt, ist bekannt. Hier ist ein weiteres Beweisstück:




Universität und Hochschule ist nicht dasselbe. In der gesamten Statistik sind FACHhochschulen nicht erwähnt. Das bedeutet, daß die Zuordnung sowieso falsch ist. Es kann ja wohl kaum sein, daß es nur Hauptschüler, Realschüler, Abiturienten und Hochschüler unter den Heilpraktikern gibt, aber keine FACHhochschüler. q.e.d.

Was bezweckt Becker mit seiner Lüge? Er will das miese Bildungsniveau der Heilpraktiker verschleiern. Ärzte haben nämlich MEDIZIN studiert. An einer UNIVERSITÄT! Heilpraktiker haben bloß eine Unbedenklichkeitsbescheinigung. Ein hervorragender Qualitätsnachweis...

Christian J. Becker gibt an Journalist zu sein. Also solcher hat er nicht das "Laienprivileg" eines normalen Bürgers, sondern ist VERPFLICHTET zu einer gründlichen Recherche. Wie man aber an den vielen Beweisstücken sieht, neigt Becker grundsätzlich zum Lügen, Hetzen und Fälschen. Ein wirklich hervorragender Frontmann für Homöopathen und Heilpraktiker. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr...


https://twitter.com/HP_Newsblog/status/1126045518982000641

[*quote*]
Heilpraktiker_Newsblog @HP_Newsblog

#Heilpraktiker-Beruf widerlegt Vorurteile: z.B. hat jeder dritte HP Hochschulabschluss. Jeder HP investiert 90 Stunden in Fortbildung pro Jahr. 89 % haben HP-Beruf 3 Jahre an HP-Schule gelernt. Details über Ausbildungs-Studie im
https://heilpraktiker-newsblog.de/2019/05/08/jeder-dritte-heilpraktiker-hat-ein-hochschulstudium-absolviert-umfrage-unter-1067-hps-ueber-aus-und-weiterbildung/
#homöopathie #bundestag

https://pbs.twimg.com/media/D6CERRtXoAEm3ms.jpg


01:45 - 8. Mai 2019
[*/quote*]
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