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Author Topic: Ni vapor en la Mar Nero, ni mujer de Rumania, ni kaza en Turkiya!  (Read 90 times)

Zollstein

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https://numeri249.wordpress.com/2019/01/05/ni-vapor-en-la-mar-nero-ni-mujer-de-rumania-ni-kaza-en-turkiya

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Verfasst     : Januar 5, 2019 um 5:03 pm
Autor        : anti3anti
Schlagwörter: Islam, Istanbul, Juden, Ladino, Migration, Religion, sephardisch, Spanien, Sprache
Kategorien   : Jewish

Ni vapor en la Mar Nero, ni mujer de Rumania, ni kaza en Turkiya!

Die Sprache die die sephardischen (aus Spanien vertriebenen) Juden bis heute sprechen, heißt „Ladino“ und lässt sich mit etwas Mühe gut verstehen, wenn man das Spanische gut beherrscht. Übersetzt lautet die Überschrift: Kein Dampfer auf dem Schwarzen Meer, keine Frau aus Rumänien, kein Haus in der Türkei! Die Juden im Osmanischen Reich und später in der Türkei halten sich alle an die Warnung. Den Juden werden Besitzungen von den herrschenden Türken schwer besteuert.

Ni kaza en Turkiya: Erzählungen jüdischer Autoren aus Istanbul

Verlag Auf dem Ruffel; 1. April 2018
ISBN-10: 3933847540

149 Seiten 18,80 €

Etwa ein halbes Dutzend Ladino schreibende Schriftsteller werden vorgestellt. Wen die Erzählungen packen, kann sich diese und weitere Geschichten übers Internet besorgen – vorausgesetzt er liest Ladino oder Türkisch. Im Verlag „Auf dem Ruffel“ findet der Suchende so manchen strahlenden Edelstein. https://www.ruffelverlag.de/

Einige Sätze sind mit besonders aufgefallen.

"… dies war eine Schule, an der Schüler aus verschiedenen Volksgruppen gemeinsam als Osmanen unterrichtet wurden, so dass sie später mit einem höheren Schulabschluss auch andere Berufe als den des Kaufmanns ergreifen konnten."

Dieser wunderbare Satz zeigt die Realität. Juden und andere Minderheiten haben im Osmanischen Reich und später in der Türkei weniger Chancen als „echte“ Türken. Mit Ausnahme der unbeliebten Kurden sinkt die Zahl der Juden und Christen kontinuierlich von Jahr zu Jahr. Bis heute und bald nicht mehr.

In manchen Geschichten dachte ich, meine Vorfahren und Verwandten zu erkennen. Nach Rücksprache leider Nein.

„Istanbul im Dezember 1955“ von Stella Aciman ist erschütternd. Sie beschreibt am Beispiel Istanbuls das Pogrom von 1955 an den Griechen und anderen Christen in mehreren Städten, wobei auch eine Synagoge (irrtümlicherweise) angezündet wird. Die Erzählung klagt nicht an. Sie kann und will nichts erklären. Wäre der Genozid an den Armeniern vor über 100 Jahren in der Türkei verarbeitet worden, so wären 1955 keine Griechen verwundet und ermordet worden. Nicht nur der Westen zieht es vor zu schweigen. Der jetzige türkische Potentat sieht darin eine Akzeptanz des Unrechts, das in seinen Augen eine patriotische Landesverteidigung ist. Die Folge sind bis heute willkürliche Verhaftungen, Krieg und türkische Flüchtlinge. Selbst die türkische Literatur leidet darunter: Juden, Griechen und Armenier werden aus der Literatur der Türkei ausgesondert.
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