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Author Topic: AUFRUHR IN LETZEBURCH!  (Read 45 times)

Munterbunt

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AUFRUHR IN LETZEBURCH!
« on: January 19, 2019, 07:38:02 PM »

Tobias Senzig, wir werden hoffentlich noch oft von ihm lesen, verprügelt die Homöopathen.

Okay, Andere haben den Homöopathen auch die Meinung gegeigt. Aber Senzig macht etwas ganz ungewöhnliches: er greift die Komplexmittel an! Endlich hat Einer diese Art des Betrugs begriffen.

Man muß den Text vorsichtig lesen (was einige der Kommentatoren natürlich nicht getan haben). Dann erkennt man die Tragweite seiner Ausführungen. Tobias Senzig ist ein Bulldozer. HUT AB! SAUBER!


http://www.tageblatt.lu/meinung/kommentar/homoeopathie-gefaehrlicher-hokuspokus-in-pillenform/

[*quote*]
Kommentar

Homöopathie – Gefährlicher Hokuspokus in Pillenform
Tobias Senzig
12. Januar 2019. 14:44 Uhr - Akt: 12. Januar 2019. 16:24 Uhr   
 
So macht man ein homöopatisches “Arzneimittel”: Man nehme eine Ursubstanz – zum Beispiel Schlangengift, Froschschleim oder die eigene Plazenta – verdünne das ganze bis ins Unkenntliche mit Alk und Wasser, schlage es auf ein in Richtung Erdmittelpunkt ausgerichtetes Lederkissen – und fertig ist die Supermedizin. Achja: Die Zubereitungsschritte sollten optimalerweise von einer “spirituell geeigneten” Person getätigt werden. Mal ehrlich: Selbst die Tinkturen keltischer Druiden hatten vor 2000 Jahren bessere Chancen, einen Menschen zu heilen.

Die reine Lehre der Homöopathie ist so offenkundiger Blödsinn, dass die Industrie inzwischen auch auf eine andere Karte setzt. Heutzutage verscherbelt die allein in Deutschland 600 Millionen Euro schwere Branche nicht nur “C30-Potenzen” von verfaultem Ochsenfleisch an ihre Jünger (für 20,30 Euro zum Schnäppchenpreis), sondern vermischt geschickt ihre Zaubertränke mit Naturarzneimitteln.

Dadurch soll der Hokuspokus offenbar einer größeren Zielgruppe nahegebracht werden. Und tatsächlich – als Naturmedizin wirkt sie auch, die Homöpathie: Wenns im Bauch meines ein Jahr alten Söhnchens ordentlich rummst, bekommt er ein “Carum-Carvi-Zäpfchen”. Was ist drin? Der gute alte Kümmel! Nicht millionenfach verdünnt, sondern einfach mit etwas Haft- und Gleitmaterial vermanscht damit es auch flutscht. Der Hersteller nennt das dann “D1-potenziert”.

Dabei wussten sehr wahrscheinlich schon die alten Kelten, dass Kümmel nicht nur in Kombination mit Gulasch, Käse oder Salat eine gute Figur abgibt. Als Heilpflanze regt er die Verdauung an und hat krampflösende Eigenschaften. Was hat das mit dem spirituellen Humbug zu tun, den die Homöopathie veranstaltet? Überhaupt nichts. Dennoch steht auf unserer Zäpfchenverpackung nicht “Phytopharmaka” – also pflanzliches Arzneimittel – sondern “homöopathisches Arzneimittel”.

Die Homöopathie versucht, die Menschen durch den Einsatz von tatsächlich funktionierenden, natürlichen Wirkstoffen aufs falsche Gleis zu leiten. Mit der Hoffnung, dass sie irgendwann an der Esoterik-Endstation ankommen, wo Traumfänger hängen, levitiertes Wasser aus den Quellen sprudelt und eine Orgonit-Säule auf dem Vorplatz über Chemtrails wacht.

Jeder sollte selbst darüber entscheiden dürfen, ob er anthroposophische “Medikamente” nehmen möchte, wenn er glaubt, dass er dadurch seinen Schnupfen behandeln kann. Aber inzwischen gibt es bereits Menschen, die sich so sehr im Reich der Globuli verrannt haben, dass sie bei einer Krebsdiagnose die Chemotherapie verweigern. Wehret den Anfängen: Ärzte sollten keine homöopathischen Mittel verschreiben dürfen. Und Apotheken sollten sie nicht verkaufen dürfen.

 
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