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Author Topic: Heilpraktiker: Die Rolle rückwärts und die Rolle der FDP  (Read 510 times)

Merzending

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Heilpraktiker: Die Rolle rückwärts und die Rolle der FDP
« on: April 18, 2019, 05:29:31 PM »

Vor zwei Tagen brachte das Ärzteblatt eine Meldung ohne nachprüfbare Quelle:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/102470/FDP-will-Heilpraktikerberuf-jetzt-doch-erhalten

[*quote*]
Politik
FDP will Heilpraktikerberuf jetzt doch erhalten
Dienstag, 16. April 2019
/Björn Wylezich, stockadobecom

Berlin – Die FDP hat eine grundlegende Wende in ihrer Einstellung zum Heilprakti­kerberuf und zur Heilpraktikerausbildung vollzogen. Sah die Arbeitsgruppe Gesundheit der FDP-Fraktion im Bundestag es noch im vergangenen Herbst „im Sinne der Patienten­sicherheit“ als geboten an, „die Erlaubnis zur Bezeichnung als Heilpraktiker mittelfristig auslaufen zu lassen“, plädiert die Gesamtfraktion jetzt dafür, den Beruf zu erhalten und auch die Ausbildung allenfalls „innerhalb der bestehenden Systematik“ zu verändern. Das geht aus einem neuen Positionspapier der FDP-Fraktion hervor, das dem Deutschen Ärzteblatt (DÄ) vorliegt.

„Wir nehmen wahr, dass sich Menschen von Heilpraktikern gut beraten und betreut füh­len. Wir respektieren das Empfinden der Menschen, Heilung zu finden“, sagte Pascal Ko­ber, sozialpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, dem Deutschen Ärzteblatt.
[*/quote*]

Das neue Positionspapier, nehmen wir an, es existiert wirklich, ist für den Bürger nicht einsehbar. Also dürfen wir rätseln, was drin steht, und wir dürfen rätseln, wer und was den Richtungswechsel verursacht hat. Das Ärzteblatt ist dabei keine Hilfe.
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Merzending

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Re: Heilpraktiker: Die Rolle rückwärts und die Rolle der FDP
« Reply #1 on: April 18, 2019, 06:19:22 PM »

Vor einem Monat hat die FDP Pulheim eine entsprechende Stellungnahme veröffentlicht. Sie ist kurz, eindeutig, und sie enthält Namen.


https://www.fdppulheim.de/2019/03/18/therapiefreiheit-staerken-heilpraktiker-als-freien-beruf-erhalten/

[*quote*]
„Therapiefreiheit stärken. Heilpraktiker als freien Beruf erhalten“

18. März 2019, Aktuelles, Gesundheit

Die FDP setzt auf die Therapiefreiheit von Patientinnen und Patienten als wichtiges Prinzip des Gesundheitssystems. Der Beruf des Heilpraktikers soll fortbestehen.

Der FDP-Kreisverband Rhein-Erft spricht sich gegen den Beschluss der Arbeitsgruppe Gesundheit der FDP-Bundestagsfraktion aus, den Beruf des Heilpraktikers abzuschaffen.

Nachdem der Arbeitskreis Gesundheit der FDP Bundestagsfraktion beschlossen hat, „die Erlaubnis zur Bezeichnung als „Heilpraktiker“ mittelfristig auslaufen zu lassen“ und „ausschließlich wissenschaftlich-fundiert ausgebildete Ärzte staatlich gelabelt „Heilkunde“ betreiben“ zu lassen, hat sich innerparteilich schnell Widerstand geregt.

Dem Antrag „Therapiefreiheit stärken. Heilpraktiker als freien Beruf erhalten“  wurde  auf dem FDP Parteitag der Stadt Pulheim einstimmig gefolgt und er wurde auch auf dem Stadtarteitag  der FDP Erftstadt beschlossen.

Die Initiatoren des Antrages,  Gabriele Molitor und Karl-Heinz Weingarten stellten den Antrag ebenfalls auf dem Kreisparteitag der FDP am 16.03.2019 vor und auch dort wurde dem Antrag bei nur einer Gegenstimme gefolgt.

Auch der Bundesverband “Liberaler Mittelstand e.V.”, aus der FDP nahestehenden Unternehmern, wendet sich gegen Bestrebungen, den Beruf “Heilpraktiker” abschaffen zu wollen.

„Wir freuen, uns über die große Unterstützung aus den Stadtverbänden und dem Kreisverband der FDP“ so die Antragsteller Gabriele Molitor und Karl-Heinz Weingarten.

© 2019 FDP Pulheim · Kontakt · Impressum & Datenschutzhinweis · News per RSS-Feed abonnieren · Internodium Internetagentur
[*/quote*]


Vor zwei Tagen jubelt eine Homöopathengruppe bei Facebook und vermutet einen Erfolg eines Offenen Briefes vom November 2018 an die FDP.

https://www.facebook.com/VKHD-Verband-Klassischer-Hom%C3%B6opathen-Deutschlands-263221187077016

[*quote*]
VKHD Verband Klassischer Homöopathen Deutschlands
16. April (2019) um 11:27

Na so was! Die FDP will den Heilpraktiker-Beruf jetzt doch erhalten?! Woher rührt dieser Gesinnungswandel? Spielt der Offene Brief des VKHD an die FDP-Fraktion vom November '18 (
https://www.vkhd.de/therapeuten/service/downloads-docman-hierarchie-galerie/oeffentliche-dokumente/680-offener-brief-des-vkhd-an-die-fdp/file
) eine Rolle? Wie auch immer: das ist zunächst einmal eine erfreuliche Nachricht!
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/102470/FDP-will-Heilpraktikerberuf-jetzt-doch-erhalten
[*/quote*]



Offener Brief des VKHD an die FDP-Fraktion, November 2018

https://www.vkhd.de/therapeuten/service/downloads-docman-hierarchie-galerie/oeffentliche-dokumente/680-offener-brief-des-vkhd-an-die-fdp/file

[*quote*]
Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Per E-Mail an: dialog@fdpbt.de
16. November 2018

Offener Brief an die FDP Bundestagsfraktion

Sehr geehrte Damen und Herren,
verschiedene Medien berichteten zuletzt von Plänen aus Ihrer Fraktion, den Beruf des Heilpraktikers
abzuschaffen, so zum Beispiel das Deutsche Ärzteblatt in seiner Online-Ausgabe vom 14.11.2018:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/99132/FDP-will-Heilpraktiker-langfristig-
abschaffen?rt=4d88da7d1ce0e0bcfd83c1f9c319c861
Laut einem Positionspapier, das dem Ärzteblatt vorliegt, fordert die AG Gesundheit der FDP-Fraktion
die Abschaffung des Heilpraktiker-Berufs und begründet das mit verschiedenen, teils absurden
Annahmen, etwa dass der Staat sich mit der Erteilung der Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne
Bestallung "zum Gehilfen für Verbrauchertäuschungen" mache. Weiter heißt es: „Durch eine staatliche
Erlaubnis, die Bezeichnung ‚Heilpraktiker’ zu führen, wird bei Patienten der Eindruck erweckt, dass der
betreffende Behandler tatsächlich des ‚Heilens‘ kundig ist und von der von einem Heilpraktiker
vorgenommenen Behandlung tatsächlich ‚Heilung‘ zu erwarten ist“. Als (Mit-)Verantwortliche dieser -
aus unserer Sicht nicht nur absurden, sondern auch verunglimpfenden Aussagen - wird die
Bundestagsabgeordnete Katrin Helling-Plahr genannt. Unterstützung erfährt sie via Twitter von ihrem
Fraktionskollegen Andrew Ullmann.
Diese Positionen der FDP irritieren uns sehr, passen sie doch nicht zur grundsätzlichen Haltung der FDP,
wie sie auf der Website der FDP zum Thema "Gesundheit" zu finden ist:
"Leitbild unserer Gesundheitspolitik sind mündige Patientinnen und Patienten. Deshalb treten wir
weiter für die freie Arzt-, Krankenhaus-, Therapie- und Krankenkassenwahl ein und wollen allen
Menschen eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung sichern. Dabei
setzen wir auf die Möglichkeiten der Selbstverwaltung und des Wettbewerbs für effektive Lösungen."
(https://www.fdp.de/thema/gesundheit)Die ebenfalls für das Ressort Gesundheit zuständige FDP-Politikerin Christine Aschenberg-Dugnus
drückt das noch etwas genauer aus, indem sie auch die freie "Therapeutenwahl" in den Vordergrund
stellt. (https://caschenbergdugnus.abgeordnete.fdpbt.de/)
Eine Anfrage des Fachverbands Deutscher Heilpraktiker (FDH) e.V. anlässlich der bevorstehenden
Bundestagswahl im September 2017 beantwortete die FDP mit folgenden Sätzen: „Grundsätzlich setzen
wir Freie Demokraten uns für den Erhalt des Heilpraktikers in der jetzigen Form als freien und
selbständigen Heilberuf neben dem Arzt ein. Die Freiberuflichkeit der Heilberufe ist aus liberaler Sicht
Grundvoraussetzung für ein leistungsfähiges Gesundheitswesen. Wir sehen heilpraktische
Behandlungen als ein wichtiges Ergänzungsangebot für Patientinnen und Patienten, das jedoch nicht als
Alternative zur Schulmedizin verstanden werden darf.“
(https://www.heilpraktiker.org/files/news/wahlpruefsteine-2017.pdf)
Das klingt alles nicht so, als ob die FDP den Beruf des Heilpraktikers tatsächlich abschaffen will. Sie
sollte dann aber auch Äußerungen von Arbeitsgruppen, die der Absicht der FDP-Fraktion
widersprechen, entsprechend kommentieren, um nicht bei den Wählerinnen und Wählern einen
falschen Eindruck zu erwecken.
Aus unserer Sicht stellt der Heilpraktiker selbstverständlich keine Gefahr für die Gesundheit der in
seiner Obhut befindlichen Patienten dar, im Gegenteil:
In Deutschland praktizieren rund 47.000 Heilpraktiker in Voll- und Teilzeitpraxen. Sie sind seit
Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil des Gesundheitssystems. Trotz rund 46 Millionen
Patientenkontakten pro Jahr kommt es extrem selten zu Schadensfällen in der Heilpraktiker-Praxis. Dies
drückt sich auch in sehr niedrigen Haftpflichtprämien aus. Und das, obwohl laut einer Umfrage unter
Heilpraktikern rund zwei Drittel aller Kollegen sogenannte invasive Verfahren anwenden. Etwa die
Hälfte der jährlich anfallenden Behandlungskosten in Höhe von etwa einer Milliarde Euro zahlen die
Patienten übrigens selbst. Davon profitiert auch die Solidargemeinschaft im Gesundheitssystem.
(Quelle: https://www.heilpraktiker-fakten.de/2017/11/28/128-000-patienten-gehen-jeden-tag-zum-
heilpraktiker/).
Wir bitten Sie, zu den Forderungen der AG Gesundheit eindeutig Stellung zu beziehen.
Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
Mit freundlichen Grüßen
VKHD e.V. – Der Vorstand
(Ralf Dissemond, 1. Vorsitzender)
(Monika Kindt)
(Dr. Birgit Weyel)
[*/quote*]
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Merzending

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Re: Heilpraktiker: Die Rolle rückwärts und die Rolle der FDP
« Reply #2 on: April 18, 2019, 06:39:54 PM »

Bei dieser auf Bundesebene der FDP veröffentlichten Stellungnahme ist kein Datum zu sehen, aber das PDF zeigt den 9.9.2016 als Datum: portal_liberal_-_patientensicherheit_verbessern_-_2016-09-09.pdf

https://www.liberale.de/printpdf/35216

https://www.liberale.de/content/patientensicherheit-verbessern

[*quote*]
Fraktionen

Heilpraktikerausbildung
Patientensicherheit verbessern

Susanne Schneider stößt Debatte über die Heilpraktikerausbildung an

Nach den Todesfällen von Patienten einer alternativen Praxis in Brüggen stößt die FDP-Landtagsfraktion eine Debatte über die Heilpraktikerausbildung an. "Heilpraktiker dürfen in Deutschland ohne geregelte Ausbildung und ohne Überprüfung von Qualitätsstandards eigenverantwortlich Patienten behandeln", sagt Susanne Schneider, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion. Die FDP möchte die Patientensicherheit erhöhen und fordert die Landesregierung auf, die Anforderungen für die Berufsausübung von Heilpraktikern zu erhöhen. Die Initiative wird kommende Woche im Landtag beraten.

Rechtsgrundlage für die Tätigkeit von Heilpraktikern ist ein vor 77 Jahren in Kraft getretenes Gesetz, dessen Umsetzung auf Länderebene erfolgt. In NRW erteilen die örtlich zuständigen Kreise und kreisfreien Städte die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde. Schneider: "Ein Mindestalter von 25 Jahren, ein Hauptschulabschluss, fehlende Vorstrafen und das Bestehen einer einmaligen Prüfung medizinischer Grundkenntnisse reichen aus, um praktizieren zu dürfen. Ein Arzt benötigt hingegen ein sehr gutes Abitur, ein sechsjähriges Medizinstudium sowie eine Facharztweiterbildung bevor er sich in einer eigenen Praxis niederlassen darf."

Geregelte Qualitätskontrollen fehlen

Geregelte Qualitätskontrollen oder Weiterbildungspflichten gibt es für zugelassene Heilpraktiker ebenfalls nicht. Dennoch dürfen sie Injektionen setzen oder offene Wunden behandeln, Aderlass oder Eigenbluttherapie durchführen. "Therapeuten mit zweifelhaften Qualifikationen dürfen schwerwiegende Erkrankungen wie zum Beispiel Krebsleiden behandeln. Dabei verzichten Patienten im Vertrauen auf den Heilpraktiker oft auf die eigentlich angezeigte schulmedizinische Therapie", zeigt sich Schneider besorgt.

 
FDP fordert Neuregelung des Heilpraktikergesetzes

Die FDP-Fraktion sieht dringenden Handlungsbedarf, um die Sicherheit für die Patienten zu erhöhen. Die Freien Demokraten fordern daher, dass die Anforderungen an die Erlaubniserteilung für Heilpraktiker erhöht werden und ihnen invasive Eingriffe untersagt werden.

Zudem soll sich die Landesregierung auf Bundesebene dafür einsetzen, dass verbindliche Pflichten zur Qualitätskontrolle und Weiterbildung für Heilpraktiker eingeführt werden und eine Neuregelung des Heilpraktikergesetzes verabschiedet wird, die durch den Abschluss eines Studiums oder einer Ausbildung in einem Gesundheitsberuf nachgewiesene medizinische Kenntnisse voraussetzt.

Einen eigenständigen Heilberuf lehnt die FDP hingegen ab. Schneider dazu: "Wissenschaftlich nicht überprüfbare Methoden und Therapieformen können keine Grundlage für eine akademische oder schulische Ausbildung von Heilpraktikern sein."
[*/quote*]


Diese markige Stellungnahme erweist sich inzwischen als Fake:

"Einen eigenständigen Heilberuf lehnt die FDP hingegen ab. Schneider dazu: "Wissenschaftlich nicht überprüfbare Methoden und Therapieformen können keine Grundlage für eine akademische oder schulische Ausbildung von Heilpraktikern sein.""
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Merzending

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Re: Heilpraktiker: Die Rolle rückwärts und die Rolle der FDP
« Reply #3 on: April 18, 2019, 07:01:06 PM »

Gabriele Molitor und Karl-Heinz Weingarten sind treibende Kräfte pro Heilpraktiker. Karl-Heinz Weingarten ist wenig aussagekräftig, Gabriele Molitor dafür um so mehr...

https://de.wikipedia.org/wiki/Gabi_Molitor

[*quote*]
Gabi Molitor
Gabi Molitor, eigentlich Helga Gabriele Molitor (* 1. April 1962 in Köln), ist eine deutsche Politikerin (FDP) und war von 2009 bis 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages.
[...]
Leben
Ausbildung und Beruf

Ein Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaft in Münster beendete Molitor 1988 mit dem Magister Artium. Sie arbeitete von 1989 bis 1998 in verschiedenen Positionen als Pressereferentin für die FDP, zuletzt im Bundestagsbüro des Bundesministers für Wirtschaft Helmut Haussmann. Seit 1998 ist sie als freiberufliche Journalistin tätig und führt eine PR-Agentur. Seit Mai 2015 ist Sie Leiterin der Kommunikation an der Universität Witten/Herdecke.
[*/quote*]


Die Wahl zum 18. Deutschen Bundestag fand am 22. September 2013 statt. Gabriele Molitor war nicht mehr dabei. Wie geht es nach September 2013 weiter?

Zunächst einmal gibt es pro Jahr Bundestag einen Monat ein "Übergangsgeld". Für die Zeit von 2009 - 2013 sind das vier Monate mit einem überaus luxuriösen Geldbeutel: Oktober, November, Dezember 2013, Januar 2014. Ende Januar 2014 ist der Geldregen vorbei.

https://de.wikipedia.org/wiki/Abgeordnetenentsch%C3%A4digung

[*quote*]
Übergangsgelder nach Ausscheiden aus dem Bundestag

Nach dem Ende des Mandats erhalten die ehemaligen Abgeordneten ein zu versteuerndes Übergangsgeld, welches der Wiedereingliederung in ihrem früheren Beruf dienen soll. Für jedes Jahr der Mandatsausübung wird das Übergangsgeld einen Monat lang ausgezahlt, höchstens jedoch für 18 Monate. Die Höhe richtet sich nach der jeweils aktuellen Abgeordnetenentschädigung. Ein ehemaliger Abgeordneter erhält momentan für ein Jahr im Bundestag ein Übergangsgeld von 9.541,74 €, für 18 Jahre und mehr stehen ihm insgesamt 171.751,32 € zu (zu zahlen in 18 Monatsraten à 9.541,74 €).

Ab dem zweiten Monat nach dem Ausscheiden werden alle sonstigen Einkünfte auf das Übergangsgeld angerechnet.
[*/quote*]
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Merzending

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Re: Heilpraktiker: Die Rolle rückwärts und die Rolle der FDP
« Reply #4 on: April 18, 2019, 07:12:30 PM »

Der Weg in den Bundestag führte über einen nicht besonders guten Listenplatz der Landesliste der FDP. Daß sie in den Bundestag kam, verdankt Gabriele Molitor dem außergewöhnlich guten Abschneiden der FDP bei dieser einen Wahl.

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2010/30789296_wege_politik_molitor-202364

[*quote*]
Deutscher Bundestag
Dokumente
Startseite Dokumente Textarchiv 2010
Artikel

Journalistin mit liberalen Werten: Gabriele Molitor
Gabriele Molitor (FDP)

Gabriele Molitor ist Journalistin und seit Oktober 2009 Abgeordnete der FDP-Bundestagfraktion. Die studierte Publizistin und Kommuni-kationswissenschaftlerin fand ihre erste Arbeitsstelle 1989 als Pressereferentin in der FDP-Bundesgeschäftsstelle in Bonn und wurde später stellvertretende Pressesprecherin der FDP. Ab 1996 arbeitete sie als Pressereferentin im Bundestagsbüro von Dr. Helmut Haussmann, der unter Bundeskanzler Helmut Kohl Bundesminister für Wirtschaft und Generalsekretär der FDP war. Da lag es wohl nahe, dass die Journalistin irgendwann selbst politisch gestalten wollte. Sie trat 1993 in die FDP ein.

2005 kandidierte sie zum ersten Mal für den Bundestag, aber damals schaffte sie den Einzug ins höchste deutsche Parlament nicht. Beim zweiten Anlauf war sie erfolgreich, denn bei der Bundestagwahl 2009 erreichte die FDP ein sensationelles Wahlergebnis. Gabriele Molitor gewann im Wahlkreis 93 Euskirchen-Erft II das Bundestagsmandat über die Landesliste Nordrhein-Westfalen.

Pressereferentin bei der FDP

Die Kölnerin studierte nach dem Abitur ab 1982 Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Universität Münster und schloss das Studium 1988 mit Magister Artium ab. "Danach wollte ich eigentlich ein Volontariat bei einer Zeitung machen, aber das erwies sich als schwierig", erzählt Molitor. "Ich fand eine Stellenausschreibung, in der eine liberale Organisation eine Pressereferentin suchte. Ich fand das interessant und bewarb mich auf den Posten."

Gabriele Molitor erfuhr erst im Bewerbungsgespräch, dass die Bundesgeschäftsstelle der FDP die Stelle ausgeschrieben hatte. Die junge Absolventin überzeugte und wurde eingestellt. "Damals war Bonn noch Regierungssitz und die FDP in Regierungsverantwortung. Die Arbeit in der Bundesgeschäftsstelle war spannend und gefiel mir von Anfang an. Bereits nach einem Jahr wurde ich stellvertretende Pressesprecherin der Bundes-FDP", sagt Molitor.

Beeindruckt von charismatischen Persönlichkeiten

Über ihre damalige Zeit spricht die Politikerin immer noch mit Begeisterung. "Ich war in einer Zeit in die Bundespressestelle gekommen, die wirklich aufregend war. Die Mauer war gefallen und alles war im Umbruch. Ich traf auf Persönlichkeiten wie Cornelia Schmalz-Jacobsen, Hans-Dietrich Genscher und Otto Graf Lambsdorff, die mich als junge Frau sehr beeindruckt haben. Was diese Vollblutpolitiker sagten, hatte Substanz. Otto Graf Lambsdorff hat immer Klartext gesprochen, ob mit einem Bäckermeister oder mit einem Manager aus der Wirtschaft. Der hat sich nie hinter Worthülsen versteckt. Man konnte ihn auch jederzeit anrufen, und dann hat er in kürzester Zeit ein druckreifes Pressestatement in den Block diktiert", erzählt Gabriele Molitor rückblickend.

Der Umgang mit so charismatischen Persönlichkeiten ging an Gabriele Molitor nicht spurlos vorbei. "Die Zeit hat mich wirklich geprägt. Dinge, für die Liberale stehen, wie der Schutz der Bürgerrechte und der Pressefreiheit, sind Themen, für die auch ich mich als parteilose Mitarbeiterin einsetzte. Deshalb war der Schritt, 1993 in die FDP einzutreten, für mich eigentlich nur folgerichtig", erzählt die Abgeordnete.

Engagement in der Kommunalpolitik

1996 wurde sie Pressereferentin im Bundestagsbüro von Dr. Helmut Haussmann, der seit 1976 Bundestagsabgeordneter war und bei dem Gabriele Molitor die parlamentarischen Abläufe im Bundestag sehr gut kennenlernten konnte.

Ab 2003 engagierte sich Gabriele Molitor in der Kommunalpolitik. Dabei bewies sie von Anfang an Durchsetzungsvermögen. Sie wurde sehr schnell zur stellvertretenden Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes Erftstadt gewählt. Im Jahr 2004 zog sie als Stadtverordnete in die Stadtratsfraktion in Erftstadt ein und wurde dort stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion. Im gleichen Jahr übernahm sie den Schriftführerposten im FDP-Bezirksverband Köln.
Organisationstalent im Wahlkampf gefragt

"Ich dachte mir, ich muss mich einbringen, wenn ich was verändern will", sagt Molitor. Weil sie nicht nur ein Karteikastenmitglied sein wollte, strebte sie bereits bei der Bundestagwahl 2005 ein Mandat an. Damals verpasste sie den Einzug ins höchste deutsche Parlament zwar knapp, weil ihr Listenplatz kaum Aussicht auf Erfolg hatte. Aufgeben wollte Gabriele Molitor deshalb aber noch lange nicht. Sie wurde 2006 Vorsitzende des Landesfachausschusses Kinder-Jugend-Familie-Integration der FDP in Nordrhein-Westfalen und engagierte sich im Bereich Arbeit und Soziales.

2008 wurde sie von ihrer Partei als Kandidatin für den Bundestag auf der Landesliste Nordrhein-Westfalen im Wahlkreis 93 nominiert - Listenplatz achtzehn. Einen Mitarbeiterstab hatte Gabriele Molitor nicht, sie war im Wahlkampf auf sich allein gestellt. "Das war wirklich hart, denn ich musste nicht nur alle Wahlkampftermine allein realisieren, sondern auch organisieren, und schließlich habe ich auch eine Familie. Da muss man ein Organisationstalent sein, um alles zu managen", sagt die FDP-Politikerin.

Freiheit, Toleranz und Eigenverantwortung

Gabriele Molitor glaubte an den Erfolg und kämpfte für den Sieg. Wahlkampftermin reihte sich an Wahlkampftermin, in den letzten Woche vor dem 27. September war sie täglich unterwegs. "Da spürte ich den Aufwind, den die FDP im Sommer 2009 bekam, ganz deutlich", sagt Molitor und fügt an: "Es gab ganz klare Zeichen von den Wählern und ich hatte ein gutes Gefühl, dass wir ein positives Wahlergebnis bekommen werden." Die Stimmenauszählung gab ihr Recht, die FDP hatte mit 14,6 Prozent das beste Wahlergebnis in ihrer Geschichte erzielt.

Als Bundestagsabgeordnete tritt sie für liberale Grundwerte wie Freiheit, Toleranz und Eigenverantwortung ein. Sie möchte Chancengerechtigkeit in der Bildung erreichen und das Bildungssystem zukunftsfähig machen, damit Bildungserfolge nicht von der sozialen Herkunft der Kinder abhängen.

Behindertenpolitische Sprecherin der Fraktion

Gabriele Molitor ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales und behindertenpolitische Sprecherin ihrer Frakion. Außerdem gehört sie dem Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union an und ist stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Gesundheit. (bsl)

(Stand: August  2010)
© Deutscher Bundestag
[*/quote*]


Mit dem Niedergang der FDP sind solche Wahlergebnisse Vergangenheit. Dazu noch die offensichtlich fehlende Unterstützung bei der Wahl 2009. Das läßt für die Zukunft bei der FDP nichts Gutes erwarten.
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Merzending

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Re: Heilpraktiker: Die Rolle rückwärts und die Rolle der FDP
« Reply #5 on: April 18, 2019, 08:17:01 PM »

Xing, die dubiose Datenkrake, gibt diese Details frei:

[*quote*]
Gabriele Molitor's professional experience
2 years
05/2015 - 04/2017
Leiterin Kommunikation/Universitätssprecherin
(This company name is only visible to logged-in members.)

13 years
3 months
02/2002 - 04/2015
Inhaber
Produktiv-PR

Only logged-in members can view all of the career entries.
[*/quote*]

Mit dem Namen "Produktiv-PR" findet man eine Firmendomain und mit dem Namen "Gabi Molitor" einen Personendomain:


http://www.gabi-molitor.de/

Diese Domain ist seit spätestens Dezember 2014 leer und trägt nur noch ein Bild:



http://www.gabi-molitor.de/domain.jpg

Im Webarchive lassen sich Spuren finden:

http://web.archive.org/web/*/http://www.gabi-molitor.de/*

https://www.dasoertliche.de/Themen/Molitor-Gabriele-Erftstadt-Liblar-Am-Schie%C3%9Fendahl

[*quote*]
Molitor Gabriele 
...

http://www.produktiv-pr.de
[*/quote*]

Diese Domain gibt es nicht mehr. Aber im Webarchive sind die Jahre 2013 und 2014 zu finden:

http://web.archive.org/web/*/http://www.produktiv-pr.de/*

2016 ist sie in den Händen eines Domaingrabbers.

Inhaltlich läßt sich nichts Wesentliches finden. Das Design war anscheinend dermaßen schlecht, daß entweder Seiten gefehlt haben oder Seiten so schlecht zusammengestottert waren, daß sie von den Spidern nicht erfaßt werden konnten.


"Gabriele Molitor's professional experience": "05/2015 - 04/2017 Leiterin Kommunikation/Universitätssprecherin". Was war davor, in der Zeit von Oktober 2013 bis April 2015?

Die große Erfüllung scheint diese Zeit nicht gewesen zu sein. Sie wird einfach nicht beschrieben.


Erst ab Mai 2015 geht es offiziell weiter:

https://www.uni-wh.de/detailseiten/news/gabriele-molitor-leitet-die-abteilung-kommunikation-der-universitaet-wittenherdecke-1476/

[*quote*]
Universtät Witten/Herdecke
Presse

Meldung vom 07.05.2015
Universität

Gabriele Molitor leitet die Abteilung Kommunikation der Universität Witten/Herdecke

Neue Leiterin der Kommunikationsabteilung kommt aus Erftstadt

Gabriele Molitor hat am 4. Mai die Aufgabe als neue Leiterin der Kommunikationsabteilung und Pressesprecherin der Universität Witten/Herdecke aufgenommen.
 
Frau Molitor absolvierte in Münster ein Magisterstudium der Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Nach Tätigkeiten beim WDR und bei den Westfälischen Nachrichten war sie von 1989 bis 2000 u.a. als Pressesprecherin für die FDP-Bundespartei in Bonn tätig. Von 2002 bis 2009 erfolgten Gründung und Aufbau eines eigenen Presse- und PR-Büros im Raum Köln. Von 2009 bis 2013 war Frau Molitor Mitglied des Deutschen Bundestages, behindertenpolitische Sprecherin der FDP- Fraktion sowie Mitglied in den Ausschüssen für Gesundheit und Europäische Angelegenheiten.

„Ich habe in den 80er Jahren studiert. Damals gab es einen großen Stillstand an den Hochschulen. Die Gründung der Uni Witten/Herdecke war schon damals ein Signal für mich, das auf Besserung hoffen ließ“, schildert sie ihre ersten Berührungspunkte mit der UW/H. „Inzwischen haben sich auch die staatlichen Unis verändert, aber Witten ist ihnen immer noch eine Länge voraus.“ Später im Bundestag gab es weitere Berührungspunkte: „Ich war Mitglied des Gesundheitsausschusses, weil mir dieser Themenbereich immer wichtig war. Seitdem ist die Uni Witten/Herdecke für mich Vorbild für Reformen in der Ausbildung von Ärzten und Ärztinnen.“ Jetzt lernt Gabriele Molitor die Universität noch genauer kennen: „Besonders spannend finde ich die vielen Studiengänge und Angebote, die zwischen den drei Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur angesiedelt sind. Diese Grenzüberschreitungen finde ich spannend, sie passen gut in die Hochschullandschaft.“

Gabriele Molitor ist 53 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder.


Weitere Informationen bei Gabriele Molitor, 02302/926-808, gabriele.molitor@uni-wh.de

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 2.100 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

Zentrale der Universität Witten/Herdecke
Universität Witten/Herdecke
Alfred-Herrhausen-Straße 50
58448 Witten, Deutschland
Telefon: +49 (0)2302 / 926-0 (Zentrale)
[*/quote*]


Ausgerechnet die Universität Witten-Herdecke, Brutstätte des Steinerismus, als Arbeitgeber. Welche Rolle spielt dieser Brötchengeber bei der politischen Aktivität pro Heilpraktiker? Verraten werden sie es uns nicht. Aber denken können wir es uns schon...
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Julian

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Re: Heilpraktiker: Die Rolle rückwärts und die Rolle der FDP
« Reply #6 on: April 18, 2019, 08:45:06 PM »

Die WAZ hat einen Artikel zu dem Wechsel von der Politik in die Esoterikindustrie. Die Kommentare sind entsprechend...


https://www.waz.de/staedte/witten/neue-wittener-uni-sprecherin-gabriele-molitor-mit-fdp-vergangenheit-id10907091.html

[*quote*]
NRW
Universität
Neue Wittener Uni-Sprecherin Gabriele Molitor mit FDP-Vergangenheit

Jutta Bublies
21.07.2015 - 21:34 Uhr

So schön, gesteht sie lächelnd, hat sie sich Witten nicht vorgestellt. „Es ist hier so grün, so hügelig. Auch die Uni hat mit dem Pferdebachtal eine gute Lage.“ Gabriele Molitor ist Wahl-Wittenerin, sei einigen Wochen die neue Sprecherin der Universität Witten-...

[...]
Leserkommentare (13)

    derwestener124.07.2015 09:33
    Neue Wittener Uni-Sprecherin Gabriele Molitor mit FDP-Vergangenheit

    Man sollte die UWH besser nicht mit einer normalen Universität verwechseln, da sie von Esoterikern gegründet wurde. War auch nicht zu erwarten, dass der Artikel darauf hinweist.

    Gegründet und mitfinanziert von Anthroposophen arbeitet man natürlich eng mit dem KH Herdecke zusammen, wo die Pseudowissenschaft "Anthroposophische Medizin" (Karma, Aura, Ätherleib...) betrieben wird. Da man auch dort dem Hellseher Rudolf Steiner huldigt, sind die Ärzte natürlich auch meist Anthros - und natürlich Impfgegner, denn "Masern sind sinnvoll".

    Frau Molitor lobt das Medizinstudium an der Uni? Der Wissenschaftsrat urteilte dazu: "In der Humanmedizin sind die Forschungsleistungen äußerst gering. Wir halten es für nicht länger verantwortbar, die Medizinerausbildung an der UWH fortzuführen."


    Ich hoffe, die Pressesprecherin hat gute Argumente dazu!
    Ich wünsche Frau Molitor Glück.Weniger anzeigen


    10 Antworten
    Antworten
    Melden
    Unbehagen23.07.2015 15:03
    Neue Wittener Uni-Sprecherin Gabriele Molitor mit FDP-Vergangenheit

    sanft gelandet ...
    Antworten
    Melden
    Catman5522.07.2015 21:54
    Neue Wittener Uni-Sprecherin Gabriele Molitor mit FDP-Vergangenheit

    und, bereut sie es nun endlich....?
    Antworten
[*/quote*]
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