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Author Topic: Die 'Paywall', ein Trick um die Dummheit der Redaktion zu verstecken  (Read 29 times)

Ayumi

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Immer schön alles im Hinterzimmer halten. Bloß niemanden von draußen auf die lokalen Sauereien aufmerksam machen. So kann man als lokales Käseblatt sein Machtmonopol halten.


https://www.augsburger-allgemeine.de/krumbach/Ungewoehnliche-Medizin-fuer-den-Patient-Naturfreibad-id55548026.html

[*quote*]
Augsburger Allgemeine

Thannhausen
26.09.2019
Ungewöhnliche Medizin für den Patient Naturfreibad
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Bademeister Oliver Schwarz (links) und sein Kollege Christophe Béjot behandelten das Wasser des Thannhauser Freibades im Sommer über mit einer speziellen Lösung zur Verbesserung der Mikrobiologie. Die Behandlung erwies sich als erfolgreich.
Bild: Stefan Reinbold

Plus

Vor zwei Jahren war das Thannhauser Freibad wegen einer Algenblüte geschlossen. Dank einer bioenergetischen Behandlung hat sich die Wasserqualität des Sees deutlich verbessert.
Stefan Reinbold.jpg
Von
Stefan Reinbold

Zugegeben, es klingt ein bisschen nach Hokuspokus, was die Firma Natursinn da im Thannhauser Freibad macht. Bioenergetisch aufgeladenes Quarzmehl wird im Wasser verteilt und soll dazu beitragen, die Wasserqualität des Sees zu verbessern.

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So kann man als lokales Käseblatt sein Machtmonopol halten. Es sei denn, daß jemand schneller ist. Und bei Twitter...
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Ayumi

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Re: Die 'Paywall', ein Trick um die Dummheit der Redaktion zu verstecken
« Reply #1 on: September 27, 2019, 05:53:06 PM »

Das hier sind der "Artikel" und der nicht minder dusselige "Kommentar" dazu:





https://pbs.twimg.com/media/EFfX-IPXUAI0c_u.jpg:large
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Ayumi

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Re: Die 'Paywall', ein Trick um die Dummheit der Redaktion zu verstecken
« Reply #2 on: September 27, 2019, 06:20:33 PM »

Thannhausen, Günzburg und Augsburg, wo ja nun fast gar nichts stimmt.

Dann wollen wir mal...











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Ayumi

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Re: Die 'Paywall', ein Trick um die Dummheit der Redaktion zu verstecken
« Reply #3 on: September 27, 2019, 06:39:27 PM »

Die Firma Natursinn gibt es tatsächlich. Sie hat sogar eine Homepage, in der dieses Bild

https://www.natursinn.de/wp-content/uploads/2018/07/technologie_ow.png

zeigen soll, wie die magischen Kräfte in das "Mehl" "übertragen" werden.

Daß darauf Amtspersonen (wie Bürgermeister) hereinfallen...

Vielleicht sollten die Städte und Gemeinden sich Bürgermeister aussuchen, die tatsächlich mal auf einer Schule waren und dort tatsächlich auch etwas vernünftiges gelernt haben. Nur mal so als Vorschlag...


Der Beschreibungstext des "Verfahrens" ist so absurd und grotesk, daß er von Jens Spahn, Donald Trump oder einem von den 'Grünen' kommen könnte:

https://www.natursinn.de/homepage/produktuebersicht/gewaesser2000/technologie/

[*quote*]
QUANTENPHYSIK IN DER PRAXIS

GEWÄSSER2000 wird mithilfe eines quantenphysikalischen Verfahrens hergestellt, das feinstoffliche Schwingungsinformationen (Signaturen) von Mineralien und Sauerstoff auf ein ausgewähltes Trägermedium (Quarzmehl, Quarzsand und Diabas-Steinmehl) speichert. Zur Übertragung wird ein verdichteter Strahl aus Vakuumenergie (Raumenergie) genutzt (siehe vereinfachte Abbildung). Das verwendete Medium trägt schließlich die feinstofflichen Schwingungseigenschaften der Ursprungsstoffe. Vergleichbar ist dieses Prinzip in Ansätzen mit der klassischen Homöopathie. Dort wird ebenfalls nicht mit einem Wirkstoff selbst, sondern mit dessen (z. B. auf Globuli) übertragener Information (Eigenschwingung) gearbeitet.

Das so mit spezifischen Wirkeigenschaften (Schwingungsinformationen) ausgestattete Quarz- bzw. Steinmehl wird kontinuierlich in geringer Dosierung in das Gewässer eingebracht. Ähnlich wie bei der Homöopathie wirkt das informierte Quarzmehl nun nach dem Resonanzprinzip wie ein Biokatalysator und hebt das Energieniveau im Wasser. Die vorhandene Mikrobiologie wird aktiviert oder durch die Milieuveränderung in den aeroben Bereich gewandelt und beginnt mit der Verstoffwechselung (dem Abbau) überschüssiger Nährstoffe.

Eine weiterführende Erläuterung zur Wirkungsweise der GEWÄSSER2000-Produkte finden Sie in unserer umfangreichen Infomappe (Abschnitt D):
      Infomappe
Online-Broschüre
   Infomappe
PDF (17,2 MB)
   Infomappe
Broschüre per Post

DOSIERUNG UND ANWENDUNG
REFERENZBEISPIELE
[*/quote*]


Hat ein echter Biochemiker dieses Pulver analysiert? Nicht? Dann wird es aber höchste Zeit. So wie es aussieht, hat die Bürgermeister-begnadete Intelligenzmangelregion Thannhausen 25.000 Euro für Sand aus dem Fenster geworfen.

Gibt es so etwas wie eine Revision für die Ausgaben der Gemeinde? Höchste Zeit, die Schredder anzuwerfen, bevor die Revision dahinter kommt, was die Stadtoberen da angerichtet haben...
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Ayumi

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Re: Die 'Paywall', ein Trick um die Dummheit der Redaktion zu verstecken
« Reply #4 on: September 27, 2019, 07:38:48 PM »

1. Es ist keine Homöopathie!

Es ist KEINE Homöopathie! Die Überschrift in der "Günzburger Zeitung" genannten Versagerpostille ist falsch. Das ist sofort feststellbar. Der Schreiberling hat offensichtlich nicht einmal grob recherchiert. Oder das, was er gesehen hat, nicht verstanden.

Gibt es bei der "Günzburger Zeitung" keine Kontrolle?


2. "Raumenergie" ist ein eindeutiger Hinweis auf Bullshit!

Wieso hat keiner aus der Gemeinde da nachgehakt? Warum hat der "Journalist" das nicht überprüft?


3. Wozu Sauerstoff, wenn Pressluft ausreicht?

Luft ist ein Gasgemisch: 21 Prozent Sauerstoff, 78 Prozent Stickstoff, 1 Prozent weitere Gase.

Quelle:
https://www.chemiezauber.de/inhalt/basic-1/am-anfang-war-das-feuer/sauerstoff/354-wie-gross-ist-der-sauerstoffgehalt-der-luft.html

Kaum zu glauben: In der Luft ist Sauerstoff. In guten Schulen, heißt es, wird das im Unterricht nicht nur erzählt, sondern sogar experimentell ermittelt. Die Schüler sollen ja was lernen.

In Thannhausen gilt das offensichtlich nicht.

In Thannhausen überlegt man die Installation eines 50.000 Euro teuren Sauerstoff-Sprudlers. Dabei hätte das Einsprudeln von Pressluft auch gereicht.


4. Wozu Sand ins Wasser werfen, wenn es besser ist, keinen Dreck ins Wasser zu lassen?

Der Sand ist biologisch im großen und ganzen unsinnig. Sand ist Sand. Es gibt sogar Baggerseen, die ringsum immer noch eine dicke Sandschicht haben. Was passiert? Nichts! Der Sand löst sich nicht auf. Es sind harte Mineralien, die nahezu unlösbar sind. Wären sie lösbar, gäbe es keine Sandsteingebirge. Schon mal darüber nachgedacht?


5. Wozu Sand ins Wasser werfen, wenn es besser ist, keinen Dreck ins Wasser zu lassen?

Das Käseblatt schreibt:

"Dazu werde bereits jetzt versucht, herunterfallendes Laub soweit als möglich schnell abzurechen, dass möglichst wenig davon mit den Herbststürmen in den See geblasen wird. Das Grundproblem des Gewässers  besteht ja in einem zu hohen Eintrag von Biomasse und fehlenden Möglichkeiten, die daraus entstehenden Nährstoffe abzubauen."

Man hat also an Land das Laub und Gras zusammengekehrt und an Land beiseite geschafft, damit es nicht in den See geblasen wird. Wieso hat man das nicht gleich gemacht? Die Schlammschicht am Seegrund soll 2 Meter dick gewesen sein.

2 Meter, das ist lebensgefährlich! Der See wird als Freibad genutzt. Wenn jemand in diese Schlammschicht geraten wäre, hätte man den nie orten und wieder herausholen können.

2 Meter Schlamm kommen nicht von ungefähr. Es muß einen großen Eintrag von Laub gegeben haben. Das heißt: man hat den See vernachlässigt.

Wozu wirft man für 25.000 Euro Sand in den See, wenn es ausreicht, den See von Laub frei zu halten? 12 Monate hat das Jahr. Lassen wir die unwirtlichen Monate weg, sind es vielleicht 6-8 Monate, in denen jemand die Landfläche sauber halten muß.

Bei 8 Monaten zu je 3000 Euro Lohn (einschließlich der "Nebenkosten") für einen Arbeiter hätte man bei 8 Monaten sogar noch einen Tausender übrig. Als Gratifikation für gute Leistung. Für den Arbeiter!


6. Teichwasser trinken!?

"Im August beurteilte das Labor Scheller die Sauberkeit des Wassers. Demnach könnte man das Wasser bedenkenlos trinken."

Man kann dieses Teichwasser bedenkenlos trinken? Welcher Irre hat das behauptet!?

Nicht bloß die Fische befördern ihre Fäkalien in das Wasser, auch unsortierte Badbesucher tun es. Und dieses Wasser soll trinkbar sein?


7. Bakterienbrühe trinken!?

"Dreimal in der Saison werden in einer mikrobiologischen Behandlung zusätzlich zwischen zehn und 15 Kanister mit einer Lösung eingebracht, in der sich, salopp gesprochen, die guten Bakterien befinden, die die überschüssige Biomasse im Gewässer auffressen. Das Quarzmehl fungiert dabei gewissermaßen als eine Art Katalysator, der die Arbeit der Bakterien verbessert."

In einer Kläranlage befinden sich die arbeitenden Bakterien auf großen Schaufeln, die sie durch das Wasser ziehen. Und der Sand? Der tut gar nichts. Katalytisch sowieso nicht.


Da haben wir physikalischen Blödsinn, ein Märchen von "Raumenergie" und anderem Bullshit. Damit wird der Sand magisch. Der Sand wird ins Wasser geworfen, aber die wirkliche Arbeit besteht darin, den Dreck nicht vom Land ins Wasser zu lassen und das Laub wegzuharken. Die Bakterienbrühe soll dann auch noch etwas tun.

Dafür zahlt eine Raumenergie-verstrahlte Bildungslücke Thannhausen 25.000 Euro!


8. Gartenteichbesitzer sind schlauer

Für Gartenteiche kann man biologische Filter bauen. Auf eine mit Pflanzen besetzte Fläche oberhalb der Wasserfläche des Teichs wird fortwährend Wasser aus dem Teich gepumpt. Das Wasser nimmt aus dem Teich die Schwebstoffe mit und die Pflanzen bewirken eine Grobfilterung. Das Wasser sickert durch die Filterfläche und rinnt dann in den Teich zurück. Man muß also Pumpenergie aufbringen, um das Wasser um den Höhenunterschied nach oben zu bringen. Das kostet elektrischen Strom.

Die Feinfilterung entsteht durch eine biologische Grenzschicht, einen "Biofilm", der für Bakterien fast unpassierbar ist. Diese organische und aktive Schicht bildet sich nach mehreren Tagen von selbst und wird durch Ablagerungen dicker und undurchlässiger. Jeder gut informierte Aquarienbesitzer weiß das. Sogar Teichbesitzer können das wissen. Schließlich gibt es in den Baumärkten eine Menge Zubehör im Angebot für genau diese Aufgabe: Teichreinigung.

Es soll Gemeinden geben, in denen die Abwasserreinigung auf diese Weise geschieht. Aber das kann nur im Ausland sein. Deutsche sind dafür zu dumm.



9. Journalistisches Fallobst bitte einsammeln!

"Wir leben in einer Zeit, in der wir gerne alles erklärt haben wollen, die Dinge rational und nachvollziehbar zu bemessen sind. Aber nur weil uns vielleicht das notwendige Instumentarium fehlt, eine Wirksamkeit zu beweisen, muss das nicht automatisch heißen, dass es sie nicht gibt. Ein See kann sich keinen Placebo-Effekt einbilden."

Ein See kann sich nichts einbilden. Ein See hat keinen Grips - ein Schicksal, das er mit vielen Journalisten teilt.

Schulbildung als Anfangsvorraussetzung für einen Journalisten, wie wäre es damit?
« Last Edit: September 28, 2019, 06:32:02 PM by Ayumi »
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Écrasez l'infâme!

Julian

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Sandkastenspiele mit Wasser, Sand und dem Geld von Schulversagern
« Reply #5 on: September 28, 2019, 09:19:36 PM »

Warum wird der Sand im Wasser verteilt und wie?

An einer Stelle gibt es einen Hinweis:

https://www.augsburger-allgemeine.de/krumbach/Im-Freibad-kann-man-unbeschwert-baden-id51753791.html

[*quote*]
Startseite Lokales (Krumbach) Im Freibad kann man unbeschwert baden

Thannhausen
26.07.2018
Im Freibad kann man unbeschwert baden

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Die Sanierungsmaßnahmen am Natursee im Freibad Thannhausen zeigen Wirkung. Nachdem im vergangenen Jahr eine Algenblüte das Baden unmöglich machte, ist der See in diesem Sommer wieder sauber.

Die Sanierungsarbeiten an dem Natursee im Thannhauser Familienbad zeigen ihre Wirkung. Dennoch plant die Stadt weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität.

Von
Stefan Reinbold

Ruhig liegt er da, der See des Thannhauser Freibads. Noch sind an diesem Morgen keine Badegäste da, die hier schwimmen oder planschen. Das Wasser ist klar und sauber. Kein Vergleich zu der Situation, die hier noch vor gut einem Jahr herrschte. Zahllose kleine Inselchen aus einer braun-grauen Masse dümpelten damals auf der Wasseroberfläche. Zwar sei die Wasserqualität durch die sich vom Seegrund ablösenden Schlammplatten grundsätzlich nicht beeinträchtigt gewesen. Dennoch hatten Stadtverwaltung und Rat entschieden, das Bad für Badegäste aufgrund der unappetitlichen Optik zu sperren. Das Zeitfenster sollte genutzt werden, den Badebereich zu sanieren.

Der See drohte zu kippen. Im Grunde ein natürlicher Vorgang, der stehende Gewässer dieser Größenordnung bei zu hohem Nährstoffeintrag allmählich verlanden lässt. Salopp gesprochen ist der natürliche Reinigungskreislauf des Sees zum Erliegen gekommen. Dadurch sinkt auch der Sauerstoffgehalt im Wasser und damit auch die Zahl der Bakterien, die organisches Material im Wasser zersetzen. Folge ist, dass sich immer mehr abgestorbene Biomasse am Seegrund absetzt und je nach Witterung wieder an die Oberfläche treibt.

Wie dieser natürliche Selbstreinigungsprozess wieder in Gang gebracht werden kann, darüber hatte sich der Thannhauser Stadtrat viele Gedanken gemacht und mehrere Experten angehört, um sich die jeweiligen Vorgehensweisen erklären zu lassen. Letztlich entschieden sich die Räte für ein Verfahren der Firma Natursinn aus Augsburg. Dabei wird ein Granulat aus Quarzsand und Steinmehl einmal wöchentlich an verschiedenen Stellen in den See gebracht. Ein zeitintensiver Vorgang, denn das Granulat muss zunächst im Eimer mit Wasser vermischt und dann an verschiedenen Stellen in den See geleert werden. Rund zweieinhalb Stunden ist Bademeister Oliver Schwarz damit beschäftigt, etwa 80 Eimer entsprechend zu präparieren und sie dann mit dem Boot an die vorgesehenen Punkte im See zu bringen und zu entleeren. Etwa ein Jahr lang wird dieses Prozedere nun schon im Thannhauser Freibad praktiziert. Etwa 15 bis 20000 Euro hat die Stadt dafür investiert. Offenbar gut angelegtes Geld. Seit Juni ist das Familienbad wieder für Badegäste geöffnet. „Die Geschichte fruchtet“, freut sich Thannhausens Bürgermeister Georg Schwarz. „Das Material, das von unten kommt, ist weniger geworden und zerfällt leichter.“ Der See sehe wieder besser aus und auch vonseiten der Badegäste habe es bislang „keine negativen Äußerungen“ gegeben. Den Bürgermeister freut auch, dass mit dem derzeit angewandten Verfahren keine Folgekosten verbunden sind. „Wir hoffen jetzt, dass es so positiv weiter geht“, sagt Schwarz.
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Um der Natur zusätzlich auf die Sprünge zu helfen, werde überlegt, so Schwarz, die an manchen Stellen bis zu einem Meter mächtige Schlammschicht vom Grund des Sees zu baggern, damit „sich die Bakterien schneller durchfressen“, wie Schwarz hofft. Mit dem zuständigen Betreuer der Firma, die das Verfahren in Thannhausen begleitet, wurde diese Option bereits schon durchgesprochen. Offenbar seien die Bakterien im Winter ohnehin nicht aktiv, was ein Ausheben des organischen Materials im zeitigen Frühjahr ermöglichen würde. Ob und wie die Maßnahme umgesetzt werden kann, soll im Herbst im Stadtrat diskutiert werden, stellt Schwarz in Aussicht.

Flankierend soll auch im Sinne der Ursachenbekämpfung dafür gesorgt werden, dass das Laub, das im Herbst von den Bäumen fällt, möglichst schnell beseitigt wird, damit der Wind es gar nicht erst ins Wasser weht. Die Bäume zu fällen kommt für Schwarz nicht infrage, die werden als Schattenspender noch gebraucht.
[*/quote*]




Lesen die Bürger ihr eigenes Lokalblatt nicht? Das muß doch auffallen, was da wirklich geschieht:

[*quote*]
Dabei wird ein Granulat aus Quarzsand und Steinmehl einmal wöchentlich an verschiedenen Stellen in den See gebracht.

Ein zeitintensiver Vorgang, denn das Granulat muss zunächst im Eimer mit Wasser vermischt und dann an verschiedenen Stellen in den See geleert werden.

Rund zweieinhalb Stunden ist Bademeister Oliver Schwarz damit beschäftigt, etwa 80 Eimer entsprechend zu präparieren und sie dann mit dem Boot an die vorgesehenen Punkte im See zu bringen und zu entleeren.

Etwa ein Jahr lang wird dieses Prozedere nun schon im Thannhauser Freibad praktiziert.

[*/quote*]


Wieviel Kilogramm Sand wurden auf diese Weise ins Wasser geworfen?

Wie hoch bzw. niedrig ist die Sinkgeschwindigkeit der Sandkörner in diesem Wasser?


Angenommen, im Wasser haben sich dünne Algenwolken gebildet. Was geschieht, wenn Sand VON OBEN auf diese Wolken heruntersinkt?

Sie werden durch das Gewicht des Sands heruntergedrückt.

Angenommen, das Gras auf dem Land um den See wird nicht weggeharkt. Was geschieht? Es gibt eine Algenblüte.

Daß gar nichts an Land weggenommen wird, dürfte der Normalzustand sein. Vor allem, wenn die Algenblüte durch gelöste Salze verursacht wird.

Wir haben demnach eine Firma, die ein magisches Pulver, nämlich Sand, auf Algenwolken herabrieseln läßt.

Wird der Sand die Algen im Wachstum beeinträchtigen? Nein. Aber er wird sie nach unten drücken. Es gibt also keine Verringerung des Algenwachstums, sondern bloß ein Zusammendrücken der Algenwolke: SIE IST DÜNNER!

Freuen sich die Besitzer der Teiche an der dünneren Schicht, sind sie Opfer eines einfachen physikalischen Tricks geworden, für den sie ein Vermögen ausgeben müssen, und der an der Algensituation kein bißchen ändert. Algen sind Algen, egal ob dick oder dünn im Wasser verteilt.

Eines allerdings kommt doch hinzu: Brauchen die Algen zum Wachsen Licht, wachsen sie an der Oberfläche schneller. In größerer Tiefe, wohin sie durch den Sand gedrückt werden, bekommen sie weniger Licht, wachsen weniger. Der Sand verringert dann tatsächlich das Wachstum. Aber nur, wenn die Algen keine Gasblasen bilden, die sie DOCH nach oben treiben...

Jeder gute Schullehrer für Biologie oder Physik kann das erklären. Aber Thannhausen ist offenbar ein Refugium für bildungsferne Schichten.


Und noch etwas: je dichter die Algenschicht, desto mehr behindert sie die Sauerstoffversorgung. Fäulnis macht sich breit. Die Algenschicht zusammenzudrücken ist also etwas, was man auf gar keinen Fall tun sollte. Das Abpumpen der Algen auf eine Klär- und Filterfläche neben dem Gewässer ist die einzige sinnvolle Möglichkeit, die Algen aus dem Wasser zu entfernen.

Also: keinen Sand ins Wasser werfen, sondern ganz einfach vom Teichgrund das Wasser pumpen auf einen Filter neben dem Teich.

Aquarianer kennen diese Methode seit Jahrzehnten und jeder gute Baumarkt hat das notwendige Zubehör dazu.
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RUEBENKRAUT

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So dicke Kartoffeln gibt es gar nicht...
« Reply #6 on: September 29, 2019, 06:07:10 AM »

https://www.vg-thannhausen.de/Freibad



https://www.vg-thannhausen.de/images/2010/Jan/05/l_137.e3c330b80dfa00151e29ce35a939bab1.jpg

Der Blick geht auf eine Brücke. Im Hintergrund ist das Kinderbecken. Nach links, im Bild an den blauen Teilen zu erkennen, ist ein Sprungbrett. Rechts ist eine große Rutsche. Die Perspektive täuscht. Die Rutsche ist räumlich hinter der Brücke

Der tiefe Teich ist vor der Brücke. Man sieht nur etwa die Hälfte. Insgesamt ist der Teich sehr klein. Die Tiefe von 8m ist da schon sehr erstaunlich. Von einem echten Naturteich kann nicht mehr die Rede sein.


Das Ganze ist anscheinend eine Kiesgrube oder Sandgrube gewesen. Die beiden Aushublöcher liegen heute in einem Industriegebiet. Mit "Wertstoffhof". Wie idyllisch...





1079 Pixel:
http://www.transgallaxys.com/~aktenschrank/FREIBAD_THANNHAUSEN_1079.jpg


An dem rund 90-95m langen großen Teich ist im Luftbild links Gebüsch zu erkennen. Ansonsten alles öde Liegewiese.

Dieses kleine Baggerloch kriegen die Hutsimpel nicht in den Griff.

Dabei ist alles so einfach: Mit Windmühlen (die fallen in dem Industriegebiet eher nicht auf, es sei denn durch ihre konstruktive Schönheit) wird Wasser aus dem Teich auf eine Filterfläche gepumpt, das vorzugsweise im Süden des Geländes liegt. Das kleine Dreieck südlich des Freibadgeländes, der Zipfel zwischen den Straßen, kann notfalls von der Gemeinde angekauft werden. Land ist genug vorhanden.

Windmühlen kosten keinen Strom, sondern leisten wertvolle Arbeit. Entweder ein hoher Turm und eine australische Mühle drauf oder ein kleiner Turm und eine holländische Mühle drauf. Schon arbeitet der Filter das ganze Jahr durch nahezu wartungsfrei.
« Last Edit: September 29, 2019, 06:47:21 AM by RUEBENKRAUT »
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Yulli

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Re: Die 'Paywall', ein Trick um die Dummheit der Redaktion zu verstecken
« Reply #7 on: September 29, 2019, 08:36:17 AM »

[*quote*]
Dreimal in der Saison werden in einer mikrobiologischen Behandlung zusätzlich zwischen zehn und 15 Kanister mit einer Lösung eingebracht, in der sich, salopp gesprochen, die guten Bakterien befinden, die die überschüssige Biomasse im Gewässer auffressen. Das Quarzmehl fungiert dabei gewissermaßen als eine Art Katalysator, der die Arbeit der Bakterien verbessert.
[*/quote*]

In sauberem Wasser sind gar keine Bakterien. Bakterien sind eine biologische Verunreinigung.

Die Bakterien leben von Stoffen, die in reinem Wasser nicht sind. In reinem Wasser ist nämlich gar nichts. Reines Wasser ist H20, und sonst gar nichts.


Wenn Bakterien in Wasser sind, ist das eine Verschiebung der biologischen Situation. Wenn noch mehr Bakterien einer bestimmten Art in das Wasser gebracht werden, hat das starken Einfluß auf die anderen Lebewesen im Wasser. Bakterien sind nicht bloß "da", sondern geben Stoffe ab, von denen viele sogar sehr giftig sind.

Die Bakterien, die das Laub fressen, produzieren Gifte. Zusätzlich Bakterien in das Wasser zu schütten, erhöht die Giftmenge beträchtlich.

Würde das Wasser aus dem Teich über Gräben und Bäche abfließen und ins Meer laufen, wäre das für den Teich gut. Aber der Teich ist ein stehendes Gewässer. Da fließt nichts ab. Im Gegenteil! Der Teich verlandet.  Auch noch Sand reinzuwerfen ist da wirklich saublöd!


Die einzige Methode, den Teich sauber zu halten:

1. keinen Dreck reinwerfen!

2. den vorhandenen Dreck herausholen!
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