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Author Topic: Karmische "Forschungen"...  (Read 1502 times)

hu_la

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Karmische "Forschungen"...
« on: January 26, 2007, 07:47:47 PM »

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Es ging um diesen Artikel im Spiegel:

DER SPIEGEL (47/2006) - 20.11.2006
"LANDWIRTSCHAFT : Erleuchtung durch die Gurke
Sie glauben an Homöopathie, Reinkarnation und kosmische Energien - an der Uni Kassel dürfen anthroposophische Landwirte ihre esoterische Sicht lehren und Mond- und Ätherkräfte beforschen."

--

Dazu gab es von betreffender Seite prompt Anmerkungen u. a. unter:

http://www.ibdf.de/

bzw.

http://www.forschungsring.de/


[*Zitatanfang*]
------------------------------------------------------
[...]
Von: Michael Olbrich-Majer, Redaktion Lebendige Erde, 23.11.06

Erleuchtung durch die Gurke?
Anmerkungen zum Beitrag im Spiegel vom 20.11.2006, S. 186 ff, der die Forschung zu biologisch-dynamischer Landwirtschaft an der Uni- Kassel- Witzenhausen in Frage stellt.


Hätten Demeter- und später Bioland- Bauern auf den wissenschaftlichen Mainstream gewartet – es gäbe heute noch keinen Ökologischen Landbau in Deutschland. Inzwischen ist die Agrarwissenschaft etwas weiter.

Egal wie man zu Rudolf Steiner stehen mag, anzuerkennen ist, dass auf ihn wesentliche Impulse zur Entstehung des Ökolandbaus in Deutschlands zurückgehen. Die Autorin aber verwendet ihre Skepsis als Munition für eine offenbar hochschulinterne Abrechung, die vor dem Hintergrund der Konkurrenz der beiden hessischen Agrarwissenschaftstandorte Gießen und Kassel-Witzenhausen abläuft. Letztendlich geht es hier um die Frage, ob Gießen ((High-Tech Landwirtschaft inclusive Gentechnik) oder Kassel (Schwerpunkt Ökolandbau, international einzigartig) als zukunftsfähig gelten. Gerade hat der Wissenschaftsrat alle deutschen Agrarfakultäten evaluiert – darüber zu lesen wäre sicher interessanter gewesen. Stattdessen werden fachfremde Wissenschaftler zitiert.

Von einem Beitrag, der bereits im ersten Halbsatz Homöopathie lächerlich macht und dann in diesem Ton fortschreitet, kann man keine sachgemäße Auseinandersetzung mit einem Thema erwarten, das etwas vielschichtiger als die Homöopathie ist. Auch dass die Autorin nicht weiß, dass man Blüten am besten dann erntet, wenn es trocken ist und sich u.a. über die Ernte an „sonnigen Tagen“ lustig macht, weist sie nicht gerade als Kennerin des Fachs aus.
Noch ein paar Anmerkungen, die aufscheinen lassen, dass die Forschung am biologisch-dynamischen Lehrstuhl durchaus ernst zunehmen ist:

- Wissenschaftlichkeit: Eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten u.a. auch an der Uni Gießen, führen einen Nachweis der Wirkung biologisch-dynamischen Präparate.

[...]
Inzwischen gibt es auch erste, durch Forschung bestätigte Wirkungsmodelle zu den biologisch-dynamischen Präparaten (FRITZ, J. 2000: Reaktionen von Pflücksalat (Lactuca sativa L. var. crispa) und Buschbohnen (Phaseolus vulgaris L. var. nanus) auf das Spritzpräparat Hornkiesel. Berlin: Verlag Dr. Köster. Diss. agr. Bonn

- Homöopathie: Mit ihrer Hilfe lassen sich Mastitis durchseuchte Herden mit weniger Antibiotika sanieren (aid-infodienst Verbaucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft 12.7.2006, bzw. Merck, C.C.; Fidelak, C.; Klocke, P.; Reinecke, A.; Paal, K.; Rothe, J. und Spranger, J. ,2004: Etablierung der homöopathischen Mastitistherapie in einem biologisch-dynamisch wirtschaftenden Milcherzeugerbetrieb unter Berücksichtigung ökologischer, epidemiologischer und ökonomischer Gesichtspunkte. Bericht, Tierklinik für Fortpflanzung, Freie Universität Berlin.

- kosmische Einflüsse auf Kühe: Dass Empfängnisbereitschaft und Fruchtbarkeit mittelbar etwas mit dem Mond zu tun haben, weiß jede Frau, denn der Rhythmus ist diesem „kosmischen Gestirn“ entlehnt. Findige Bauern sind daher auch erfolgreich mit einem Brunftkalender, der solches berücksichtigt. Im Tier- und Pflanzenreich finden sich unzählige Beispiele für Mondenwirkungen. (ENDRES K.-P., SCHAD, W., Biologie des Mondes, Mondperiodik und Lebensrhythmen S. Hirzel Verlag Stuttgart 1997)

- Die Möhre, die den Mond mag: In zwölf Jahre währenden Anbauversuchen zu seiner Habilitation fand SPIEß (1994), dass es bei Pflanzen lunare Reaktionstypen gibt: Möhren reagieren auf die Aussaat vor Vollmond positiv, Kartoffeln dagegen, wenn sie zu Neumond gelegt wurden. Auch beim Holzeinschlag sind solche Effekte bekannt (ZÜRCHER, E., CANTIANI, M.-G., SORBETTI-GUERRI, F., MICHEL, D. 1998: Tree stem diameters fluctuate with tide. Nature, Vol. 392, 16 April 1999: 665-666., bzw. SPIEß, H. ,1994: Chronobiologische Untersuchungen mit besonderer Berücksichtigung lunarer Rhythmen im biologisch-dynamischen Pflanzenbau, Habilitation Kassel, Schriftenreihe des IBDF, Darmstadt, Bd. 3).

- Zaubertrank: Mehrere Dissertationen und hunderte andere Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit der Wirkung der biologisch-dynamischen Präparate, weisen Wirkungen in der Gesamtheit aber auch Einzelwirkungen nach. (s.a. RAUPP, J.; KÖNIG, U.J. 1996: Biodynamic preparations cause opposite yield effects depending upon yield levels. Biol. Agric. & Hort., 13, 175-188). Auch Wissenschaftler der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft FAL befassen sich inzwischen mit den Präparaten.

- Bildekräfte:[/b] Die Molekulargenetik sucht sie in der Zelle (Was reguliert, dass das gleiche Gen verschiedene Effekte hat?), die Biodynamiker in der Pflanze, und sie nutzen das gar erfolgreich zur Züchtung von bisher mehr als einem Dutzend eingetragener Gemüsesorten. (www.oekoseeds.de)

- Pseudowissenschaftliches Glaubenssystem:[/b] Jahrzehntelange Forschung, zwei Dutzend Dissertationen, ein Vielfaches an wissenschaftlichen Publikationen zeigen ein anderes Bild: das des kritischen Hinterfragens von Anfang an mit den Mitteln der aktuellen naturwissenschaftlichen Forschung, wenn auch - da in der Regel privat finanziert - in der Zahl der Arbeiten begrenzt. Dies dennoch zu ignorieren, wirft die Frage nach der wissenschaftlichen Sorgfalt auch der zitierten Wissenschaftler auf.

- Eine umweltgemäße, Ressourcen schonende, multifunktionale Landwirtschaft gehört zu Recht zu den Leitzielen der EU-Landwirtschaftspolitik. Biologisch-dynamische Landwirte haben angeregt durch Rudolf Steiner und später mit ihren biologisch-organischen Kollegen in Pionierarbeit betriebliche Wege dorthin entwickelt. Ökolandbau ist heute Leitbild für nachhaltiges Wirtschaften. Die Biologisch-dynamische Variante ist dabei die bodenschonendste Variante und doppelt so energieeffizient, sprich klimaschonend, wie konventionelle Landwirtschaft, wie ein in Science publizierte Langzeitversuch nachweist (MÄDER, P., FLIEßBACH, A., DUBOIS, D., GUNST, L. FRIED, P., NIGGLI, U.: 2002: Soil Fertility and Biodiversity in Organic Farming, Science, Vol. 296, 1694ff


Apropos Kosmos: Nicht erst der Klimawandel kann darauf aufmerksam machen, dass die Erde ein Gestirn im Kosmos ist und das Leben auf ihr daher bestimmten Gesetzmäßigkeiten unterliegt. Die mächtigen Sonnenwirkungen und auch die des Mondes in ihren vielfältigen Effekten auf Lebensvorgänge zu verstehen, ist ein Anliegen der Biodynamiker: Schließlich nutzt die Landwirtschaft wie kaum eine andere Branche die Wirkungen von Sonne und auch Mond. Dazu braucht es keine wissenschaftliche Bestätigung – das weiß jeder Biologe und jeder Hausgärtner.

Innovation braucht manchmal ungewöhnliche Methoden, denn zur Führung eines Wirtschaftsbetriebs gehört auch Kreativität. Landwirtschaft allein naturwissenschaftlich begreifen zu wollen greift daher viel zu kurz.

Im Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise werden seit 80 Jahren Verfahren des biodynamischen und des ökologischen Landbaus entwickelt. Der Forschungsring e.V. ist Mitstifter der Stiftungsprofessur für biologisch-dynamische Landwirtschaft an der Universität Kassel-Witzenhausen.
Eine Literaturliste findet sich auf der Website www.forschungsring.de im Bereich IBDF, unter allgemeinen Hinweisen: Literaturliste zu den biologisch-dynamischen Präparaten.
Die Zeitschrift Lebendige Erde wird vom Forschungsring herausgegeben.

[...]
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[*/Zitatende*]
Quelle:
http://www.sektion-landwirtschaft.org/1807.html


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==> WENN DER MOND AUF DEN HINTERN SCHEINT
Mit dem Ökolandbau erlebt die Anthroposophie eine bemerkenswerte und staatlich forcierte Renaissance.

(http://www.novo-magazin.de/58/novo5852.htm)

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[Link korrigiert, hu_la]
« Last Edit: November 06, 2007, 11:34:40 AM by hu_la »
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