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Author Topic: Italien: die zwei Seiten der Neuen Germanischen Medizin  (Read 2945 times)

Rauchwolke

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Italien: die zwei Seiten der Neuen Germanischen Medizin
« on: April 15, 2007, 07:33:44 PM »

Aus einem Artikel der italienischen Zeitung "Cronache Del Mezzogiorno", erschienen am 13.4.2007. Autoren: Peppe Rinaldi und Ilario D' Amato
Der Artikel bezieht sich auf einen Leserbrief an die Zeitung zum Thema Neue Germanische Medizin. Der Leserbrief ist mit C.A. unterschrieben. Frau A. wohnt in der kalabresischen Stadt C. und ist dem Übersetzer mit Name und Anschrift bekannt. Wir haben auch zweimal telefoniert, ich habe mir ihre Angaben von ihr bestätigen lassen. Da sie als Witwe mit drei Kindern sich vor Belästigungen durch NGM-Ärzte fürchtet, sowie ihren Kindern in der Kleinstadt wo jeder jeden kennt ebenfalls Belästigungen in der Schule oder bei der Arbeitssuche ersparen will, hat sie beschlossen ihren Namen nicht öffentlich zu nennen. Einen Kontakt könnte ich hingegen gegebenenfalls herstellen.

Der gesamte Artikel ist hier auf italienisch einzusehen:

http://www.transgallaxys.com/~italix/articoli/
(articolo del 13 aprile 2007)

Artikelabschrift und Übersetzung:

Redaktionelle Einleitung:
Zitat:
Eine Frau berichtet über das Leiden des Ehemannes, der von den hamerschen Theorien überzeugt war. Miteinbezogen sind Ärzte und "Therapeuten", die den Mann dazu bewegt hätten, keine Anwendungen der "Schulmedizin" anzuwenden.

[Titel/Überschrift:]
Ich habe gesehen wie sein Lebenslicht langsam erlosch...("L'ho visto spegnersi poco a poco")

Nach dem Beginn von unserer Untersuchung [über die NGM] stiegen wespennestartige Reaktionen aus ganz Italien auf. Im folgenden zitieren wir einen der Leserbriefe, die in der Redaktion eingegangen sind.

Ende des redaktionellen Teils, Beginn Leserbrief von Frau C.A.:

"Sehr geehrter Herr Dott Danilo Toneguzzi, Sie haben bei mir eine Gänsehaut ausgelöst... Sie drücken Ihren starken Ärger über den Ton in dem Artikel aus [Bezug zu einem Vorartikel vom 6.4.07] und bezeichnen die vorgebrachten Themen als Diffamierung ? Ich muß Sie sicherlich nicht an die Prinzipien erinnern, an die ein "Arzt" sich halten muß. Ich bin keine Ärztin, ich kann jedoch über die schmerzliche Erfahrung erzählen, die meine Familie (ich habe drei Kinder, das älteste ist 17) machen musste.
Mein Mann war fünfzig Jahre alt, und neun Monate nach der Entdeckung eines Lungentumors im November 2005 ist er im August [2006] gestorben. Natürlich ist er zwischenzeitlich "behandelt" worden (telefonisch - wir leben in Kalabrien, und der "Arzt" in Rom), von einem "hamerschen Arzt" der ihm die völlige Genesung von seinem Bronchial-Ulkus (er [der Arzt] sagte es wäre kein Tumor) garantierte: Er sagte, es würde ausreichen, seinen Konflikt zu lösen, und dann wäre alles erledigt. Wichtig wäre, daß er sich unter keinen Umständen an die konventionelle Medizin wenden dürfte, und natürlich, daß er niemandem von seiner Wahl erzählen dürfte, sich derartig "behandeln" zu lassen, und er dürfte auch nicht über ihn [also den Arzt] sprechen. Zweimal ist er nach Aulla begleitet worden, zu diesem "Arzt", um mit Pfister [Präsident des Vereins ALBA. Pfister ist kein Arzt] zu sprechen (das erste Gespräch hatte er mit dem Dr. L., dabei hat er das Buch "Testamento per una nuova medicina" für 70 Euro gekauft, das Arztgespräch kostete 150 Euro). Der Tumor meines Mannes - der im November 2005 einen cm groß war - war drei Monate später 3,5 cm groß, aber: "es ist ganz normal, alles unter Kontrolle" sagte fortgesetzt dieser Arzt aus Rom.

Im Mai wurde bei meinem Mann ein Tumor am Kinn diagnostiziert: "mach Dir keine Sorgen, sicherlich tritt nun ein Konflikt bezüglich Deines Geldes auf", war die Antwort des Arztes. Kurz darauf wurden mehrere Hirnmetastasen festgestellt: "Glaub nicht daran.." sagte der Arzt, "..es gibt keine Metastasen. Das, was die konventionelle Medizin als Hirntumor bezeichnet, ist nichts anderes als ein Ödem [Wasseransammlung], das sich dann schrittweise wieder auflöst. Und das ist dann der Beginn der Heilung. Ich erinnere Dich daran, Dich keinerlei Therapie zu unterziehen ! Hast Du gesehen: die Ärzte wollen Dir Angst machen, ich hatte es Dir bereits gesagt daß Du keine MRT machen sollst, um zu sehen, was Du da für eine Schwellung am Kinn hast. Nochmal, gib Ihnen keinerlei Erklärung".

Aber inzwischen ging es meinem Mann zunehmend schlechter. Oft hatte er starke Brustschmerzen, die ihn daran hinderten sich zu bewegen, und am Telefon sagte ihm der hamersche Arzt: "Die Bronchialulzera machen keinen Schmerz, sicher durchlebst Du gerade den Konflikt der Selbstherabsetzung".

Am 20. Juli sollte mein Mann die dritte Begegnung mit seinem Therapeuten P. haben, in Aulla, aber er war inzwischen gelähmt im Bett und er konnte nicht mehr sprechen. Ich habe selbst in Aulla angerufen, konnte aber nur auf den Anrufbeantworter sprechen. Ich bat sie, sich mit mir in Verbindung zu setzen, da mein Mann mit P. Kontakt aufnehmen wollte. Sein Arzt, mit dem er telefonisch in Kontakt war, war nämlich verschwunden. Am 16. August hatte mein Mann einen Darmdurchbruch (inzwischen hatte er Metastasen im Darm). Er wurde notoperiert, und am 19. ist er unter entsetzlichen Schmerzen gestorben.

Die Moral von der Geschichte ? Wahrscheinlich wäre mein Mann in jedem Falle gestorben, aber die Art und Weise wie mein Mann gelitten hat, war wirklich kriminell. Ihn zu überzeugen, bis zum Ende jeden Kontakt - auch den zwischenmenschlichen - zu einem Arzt der konventionellen Medizin abzulehnen (aus Angst daß er ihm irgendein Medikament gegeben hätte), ist meiner Meinung was für Verrückte. Dulcis in fundo: Der Arzt der meinen Mann "behandelt" hat, kam Ende August zu mir nach Hause (Er kam aus dem Urlaub zurück), um mir zu sagen daß mein Mann gestorben wäre, weil er gespürt hätte, daß ich seine [Therapie-]Wahl nicht unterstützt hätte. Auf jeden Fall hätte er den Lungentumor (auf einmal war es kein Bronchialulkus mehr) bereits erledigt [gelöst] gehabt, allerdings wäre da ein unerwartetes Hindernis eingetreten...

Eine Schande ! Ich frage mich: nachdem ihr die Patienten sterben lasst, wollt ihr da euer Gewissen auf die Angehörigen abladen ? Das einzige, was ihr wirklich gut könnt, ist es, daß ihr die wirklich Kranken täuschen [blenden] könnt und das Leben auch der Angehörigen verwüsten könnt. Der hamersche Arzt arbeitet ruhig weiter im Krankenhaus Sant' Andrea in Rom und erhält pünktlich sein Gehalt als Arzt, dabei gut aufpassend daß niemand von seinen Kollegen erfährt daß er diese Medizin praktiziert.

Eine kleine Einzelheit um abzuschliessen: Diese "Medizin", an die er so glaubt, wendet er nicht bei allen an. Für seine Mutter glaubte er es für richtig zu erachten, eine Radiotherapie bei ihrem Krebs anzuwenden mit all dem, was die konventionelle Medizin empfiehlt: vielleicht ist es einfacher auf Kosten Anderer Experimente durchzuführen ? Noch einmal: eine Schande. Ist das alles für Sie korrekt ?

Con distinti saluti C.A.
« Last Edit: April 15, 2007, 11:58:20 PM by ama »
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Rauchwolke

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Italien: die zwei Seiten der Neuen Germanischen Medizin
« Reply #1 on: April 15, 2007, 09:32:23 PM »

Zusätzlicher Artikel der Zeitung "Cronache del Mezzogiorno" bezüglich des Leserbriefs von Frau A. aus der Kleinstadt C in Kalabrien (Süditalien).

Titel: Während der Patient verfaulte, war der Arzt in der Karibik. Wer kümmert sich darum?
"Ich habe das Krankenhaus angeschrieben und meine Geschichte vorgebracht, aber sie haben mir nie geantwortet".

Wir wollten eigentlich Punkt für Punkt auf den zweiten Brief des Vereins ALBA antworten, da auch die [NGM-] Studiengruppe "circolo di Cava" [aus der Gegend von Salerno] sich nicht meldet. [war Thema in einem Vorartikel]. Aber als wir den Brief erhielten, den Sie gerade gelesen haben, fehlten uns auf einmal die Worte. Was kann man für Worte finden um den Schmerz auszudrücken für einen Verlust, der vielleicht verhinderbar war, einer "starken, mit beiden Beinen auf der Erde" stehenden Person (so wird der Ehemann von der Frau beschrieben), der, getrieben durch die Verzweiflung um seine Erkrankung jenen Theorien Gehör schenkte? Wir wollten daher persönlich mit der Autorin des Briefes sprechen, die erst jetzt den Mut fand ihr Leid kundzutun.

Bei ihrem Mann wird zunächst ein Lungentumor diagnostiziert: er sollte eine leichte Chemotherapie bekommen. Aber der Mann wurde von einem Arzt, der aus seinem Ort stammte (der jedoch am Sant' Andrea in Rom arbeitet), davon überzeugt, sich an die "Neue Germanische Medizin" zu wenden. Er begibt sich zu einem Arzt in Aulla, der diese Medizin ausübt: es ist eine kurze Unterredung und sehr enttäuschend. Der Arzt - so erklärt die Frau - hätte dabei meist von sich geredet, ohne dem Mann tröstende Worte zu gönnen. Was hat die Visite gekostet? 150 Euro (mit den Steuern), dazu noch das Buch von Hamer. Ein Buch, dem noch andere folgen werden, und wieder andere.

Aber, nachdem die anfängliche Enttäuschung vorbei war, kurze Zeit später, überzeugt der römische Arzt den Mann, direkt einen hamerschen Therapeuten ebenfalls im Norden aufzusuchen. Von da an beginnen häufige Kontakte mit jenem "Therapeuten" [Name dem Übersetzer bekannt], der häufig von dem Mann telefonisch angesprochen wurde, und der versuchte, in die Geheimnisse der hamerschen Theorie vorzudringen.  

Aber der Mann ist nicht völlig überzeugt: er würde gerne an diese so beruhigend klingende Theorie glauben, aber er führt gleichzeitig Untersuchungen mit Kernspin und CT durch. Deshalb wird er mehrfach vom römischen Arzt beschimpft, der glaubt, daß die Metastasen, die allmählich erscheinen (wir erinnern daran daß der Mann keinerlei medizinische Therapie durchführte), darauf zurück zu führen seien, daß der Mann durch die "offiziellen" Ärzte ihm eine Angst eingejagt hätten. Ärzte, mit denen er bloß nicht über seine "Therapie" sprechen dürfe.

Nach einer Weile verbreiten sich die Metastasen weiter, bis sie schliesslich zur Lähmung der linken Seite des Patienten führten. Für den römischen Arzt gibt es keinen Zweifel: es ist ein Partnerkonflikt, daher hat die Ehefrau schuld, die ihn nicht ausreichend unterstütze. Und sie, obwohl sie skeptisch ist, liest ihm das "Testamento" von Hamer vor und beruhigt ihn: "Siehst Du, es ist alles hier geschrieben. Jetzt noch musst Du Dich noch so fühlen, aber dann wirst Du vollständig gesunden". Aber der Mann stirbt kurz darauf, ohne Morphin unter tausend Leiden.

Warum hat sich die Ehefrau nicht an die Strafverfolgungsbehörden gewandt?

"Leider kann ich nicht viel beweisen" - unterstreicht sie mit Bedauern - "da ich nur die Quittungen der Ärzte habe, sowie die Tagebücher meines Mannes, in denen er alle Leiden im Zusammenhang mit dieser "Therapie" aufzeichnete. Aber die Wut und das Ohnmachtsgefühl bleiben. "Ich habe auch die Ethikkommission angeschrieben, den ärztlichen Leiter und der Abteilung im Sant' Andrea, wo dieser hamersche Arzt praktiziert, aber ich habe keine Antwort bekommen".

Und sie schließt: "In den letzten Lebenstagen meines Mannes konnte ich niemanden um Hilfe bitten, weder die "offiziellen" Ärzte noch den römischen Arzt, denn dieser war in Ferien in der Karibik. So ist mein Mann gestorben, ohne jegliche Unterstützung". (i.d.a.)

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Zusatz: in Aulla (Liguria levante) werden zweijährige Kurse der NGM angeboten für 5880 Euro. Finanztechnisch durch eine GmbH, an der nach Gerüchten auch Marco Pfister und seine Lebensgefährtin Simona Cella angeblich beteiligt sein sollen.
Wenn man sich bei dem Verein ALBA nach diesen Kursen erkundigt, erfährt man Kurseinzelheiten, Ortsangaben und Preisangaben - und wird nicht darauf hingewiesen, daß die Kurse ALBA-unabhängig wären. Es gibt hier offenbar sehr enge Verflechtungen.

Aus einem Forumsbeitrag ist bekannt dass an einem derartigen 4 tägigen Ausbildungsblock 120 Personen teilnahmen. 120 x 480 Euro = 57600 Euro für 4 Tage. Die Vortragenden sollen angeblich 50% der Einnahmen kassieren.

In Aulla ist auch die "secondo parere srl" GmbH eines gewissen Dottor Lupi ansässig, die die "Amici di Dirk" Bücher von Hamer in Italien vertreibt. Vor dem Streit mit Hamer hieß die GmbH noch "Amici di Dirk srl" mit gleicher Anschrift. Hamer verbot dann jedoch den Gebrauch von "Amici di Dirk".

Herr A war Nichtraucher und war Anhänger einer gesunden Ernährung und Lebensweise. Er arbeite bei einer staatlichen Institution mit öffentlichen Sicherheitsaufgaben. Er starb mit 50 Jahren.
« Last Edit: April 16, 2007, 12:31:21 AM by ama »
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