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Author Topic: Italien: 2. Ermittlungsverfahren gegen NGM - Arzt  (Read 3224 times)

Rauchwolke

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Italien: 2. Ermittlungsverfahren gegen NGM - Arzt
« on: April 29, 2007, 07:57:18 PM »

Es läuft zur Zeit ein Ermittlungsverfahren in der Toskana wegen des Todes einer NGM-Patientin. Einzelheiten sind jetzt nur zum Teil bekannt. Es sind aber Leute dran, das zu recherchieren...

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Heute wurde bekannt, dass gegen den Arzt Paolo Rossaro (56) aus Albignasego (Provinz Vicenza) ermittelt wird, und zwar wegen Körperverletzung und Betrug.

Er hatte einem LKW-Fahrer mit einem Lymphom abgeraten sich konventionell behandeln zu lassen und ihm ein Heilungsversprechen durch psychologische Unterstützung sowie teures "ozeanisches Wasser" usw gegeben.

Der Patient verschlechterte sich jedoch zunehmend und musste schliesslich notfallmässig ins Krankenhaus eingeliefert werden, wo alles rauskam.

"Er ist ein Anhänger der Hamer Theorie" meinte der LKW-Fahrer über seinen Arzt...


http://www.ilgiornaledivicenza.it/ultima/oggi/cronaca/Aab.htm
http://www.ilgiornaledivicenza.it/ultima/oggi/cronaca/Bab.htm

Rauchwolke
« Last Edit: April 30, 2007, 11:26:48 PM by ama »
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Rauchwolke

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Italien: 2. Ermittlungsverfahren gegen NGM - Arzt
« Reply #1 on: April 29, 2007, 11:45:56 PM »

Hier die Übersetzung:

Nuova Medicina Germanica ®

giornale di Vicenza vom 29.4.07:

Zitatbeginn

Selbständiger Arzt in Schwierigkeiten nach der Anzeige eines LKW-Fahrers aus dem Basso Vicentino, der sein Leben riskiert hat.
Alternative Medizin ?
"Er hat mein Lymphom mit Ampullen, ozeanischem Wasser und teuren Produkten behandelt"

von Diego Negri

Indem er sich nicht an Behandlungsprotokolle hielt, und anstatt zu behandeln, soll er die Krankheit eines Patienten verschlimmert haben, der sogar in Gefahr kam zu sterben. Ein Hausarzt wird beschuldigt, mit alternativen Methoden behandelt zu haben, "wie ein Sektenführer" meint ein Ermittler, alles andere als ein selbständiger Arzt [dies tun sollte]. Daher wurde gegen ihn ermittelt und der Vorwurf lautet auf schwere Körperverletzung [lesioni gravi], während die Staatsanwaltschaft den Vorwurf des Betruges prüft. In der Patsche ist Dr. Paolo Rossano, 56 Jahre, aus Albinasego, der von einem jungen LKW-Fahrer angezeigt wurde, dem es nun dank einer klassischen Therapie im Krankenhaus besser geht, während die Polizei versucht sich Klarheit zu verschaffen. Die Angelegenheit von C, 34 Jahre, der im Basso Vicento lebt, ist typisch für eine bestimmte Art, Medizin zu betreiben. Der junge Mann verlor vor ein paar Jahren seinen Vater wegen eines Tumors, vergebens war die Chemotherapie, die den Vater sogar weiter schwächte. Als er im Juli 2004 merkte, daß er ein geringgradiges Lymphon hatte, verzichtete er damals auf die Ratschläge der Ärzte der Krankenhäuser von Noventa und Vicenza. Er wollte nicht so leiden wie sein Vater. So hörte er stattdessen auf den Rat eines erborista [Naturheilkundiger], der ihn an den Dr Rossaro verwies.

"Der ist ein Anhänger der Hammer Theorie" erklärte C den Polizisten der Station von S. Bortolo - der glaubt, daß der Körper von jedem von uns die Kraft und Energie finden kann, von allem zu gesunden. Im August vor drei Jahren hat er sich daher in der Praxis in Albignasco vorgestellt - wo Rossaro als Hausarzt arbeitet - mit Biopsien und einem CT. Der Mann aus Vicenza stimmte damals zu, als der Arzt ihm erklärte, daß er ohne Chemotherapie und Medikamenten gesunden könne, und stattdessen auf eine Diät, Vitamine und eine psychologische Unterstützung setzen sollte. Ab und zu traten Krisen auf, mit hohem Fieber die dann mit einer klassischen Therapie behandelt wurden. Aber die Krankheit schritt fort. Die regelmässigen Besuche in Albinasego setzten sich lange Zeit fort. Von März 2006 bis Oktober 2006 soll Rossaro ihm Infusionen mit Stärkungsmitteln, aber nie mit Arzneimitteln verschrieben haben, bis der junge Mann immer größere Probleme bekam, was auch anhand eines Teiles der Laborwerte des Blutes erkennbar war. Aber die Therapie mit Stärkungsmitteln auf Eisenbasis und mit anderen Mitteln ging weiter, unter anderem mit Ozeanwasser: Produkte, von denen C angibt, diese in der Praxis gekauft zu haben - wo er auch die Behandlung bezahlte - und in einer Erboristeria [Geschäft für Heilkräuter].

Der Gesundheitszustand verschlechterte sich weiter. "Im November hat er mir eine Bluttransfusion verschrieben, bis ich ihn am 3. Dezember anrief, um ihm zu sagen, daß ich es selbst bis nach Albinasego nicht mehr schaffe: mir ging es sehr schlecht, ich musste im Bett bleiben. Ich habe ihn gefragt, ob er nicht zu mir kommen könne".

Die Polizisten des stellvertretenden Kommissars Livio Manea und des Hauptinspektors Giuseppe Cracco überprüften die Anreise ins Basso Vicentino von Rossaro an diesem Tag. C wurde jegliche Therapie untersagt: "Warte ein paar Tage ab, die Krise wird vorbeigehen und Dir wird's besser gehen". Als die Familienangehörigen protestierten, meinte Rossaro, daß ein Krankenhausaufenthalt nichts bringen würde. Aber in der folgenden Nacht rief die Familie die 118 an. C drohte zu sterben.

Der Krankenwagen bringt ihn mit Eilauftrag zuerst nach Noventa und dann, wegen des schlechten Zustandes, nach Vicenza. "Ich wurde nach meinem Zustand und den Unterlagen nach Protokoll behandelt. Ich erholte mich in einigen Tagen. Nun habe ich die Chemotherapie begonnen, ich fühle mich besser und bin zur Arbeit zurückgekehrt" meint der junge Mann.

Die Anzeige kam vom Krankenhauspersonal. Die Ermittler informierten die Staatsanwaltschaft von Padua und es begannen die Untersuchungen. Es wurden die Arzneimittel von C beschlagnahmt und nun kümmert sich um den Fall die Staatsanwältin Renza Cescon und die Polizei von Padua. Im Augenblick wird dem Arzt schwere Körperverletzung vorgeworfen. Und schon melden sich andere aus Vicenza, die von Rossaro behandelt wurden und die keineswegs von seinen alternativen Therapien überzeugt sind.
Ende Zitat


Zweiter Artikel:
Giornale di Vicenza 29.4.07

Beginn Zitat
Die Aussage des kranken Vizentiners
Ich habe ihm vertraut aber ich drohte zu sterben

"Ich habe ihm vertraut: in jenem Moment war er die richtige Person, weil die Chemotherapie und die anderen Behandlungsmethoden meines Vaters mir viel Angst machten. Ich bin aber kein Arzt, und ich habe mich an ihn gewandt, um von meinem Lymphom zu gesunden. Stattdessen ging es mir laufend schlechter, wenn ich mich gleich an die traditionelle Medizin gewandt hätte, wäre ich schon gesund."

C hat auch eineinhalb Jahre mit seinen Familienangehörigen gerungen, die seine Wahl bedauerten und besorgt waren. Sie sahen seine ständige Verschlechterung, er nahm ihre Ratschläge nicht an, sich ins Krankenhaus zu begeben.

Bis zum Dezember hat der LKW-Fahrer viel riskiert. "Ich habe mich auf die Hamer Therapie versteift und glaubte, daß es die beste Lösung wäre, um gesund zu werden: Selbstwertgefühl und die Gewissheit, daß es mir gut ginge, als Antidot gegen den Schmerz. Aber das Lymphom wurde schlimmer."

Die Polizei versucht sich ebenfalls über eine andere Frage Klarheit zu verschaffen. C war auch oft in der Praxis wegen Bluttransfusionen. Während dieses Zeitraumes, so erklärt der Vicentiner, hätte der Arzt ihm Blankorezepte gegeben: das Ziel war es zu verhindern, daß er zur Rezeptausstellung nach Albignasego fahren musste, und im Bedarfsfalle hätte ein Telefonanruf genügt und der Patient hätte selbst das Rezept ausfüllen können. Das ist die Aussage des jungen Mannes, der mitbekam, wie Rossaro zu Beginn des April sich bei den Carabinieri meldete, um den Diebstahl von Rezepten aus seiner Praxis zu melden, die genau dann verschwunden wären, als der Vicentiner sich Bluttransfusionen geben liess. Ein weiterer Aspekt der die Untersuchung verkompliziert.

Letztlich wurde der Dr. Rossaro auch der Standesvertretung der Ärzte in Padua gemeldet, die seine beruflichen Entscheidungen und die Verfechtung der sogenannten nicht-traditionellen Medizin nun prüfen muss.
 
Ende Zitat
« Last Edit: April 30, 2007, 11:25:45 PM by ama »
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ama

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Italien: 2. Ermittlungsverfahren gegen NGM - Arzt
« Reply #2 on: April 30, 2007, 11:09:47 PM »

Die zwei Texte im Original. Ich darf das kopieren.

http://www.ilgiornaledivicenza.it/ultima/oggi/cronaca/Aab.htm

[*QUOTE*]
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Domenica 29 Aprile 2007

Professionista nei guai dopo la denuncia di un camionista del Basso
Vicentino che ha rischiato la vita

Medicina alternativa? Indagato
«Guariva il mio linfoma con fiale, acqua oceanica e prodotti costosi»

di Diego Neri

Non seguendo i protocolli, anziché curare avrebbe aggravato la malattia di
un paziente che ha rischiato di morire. Un medico di base è accusato di
aver agito con metodi alternativi, «quasi da santone» come ha riferito un
investigatore, più che da professionista. Per questo è stato indagato e
l’ipotesi a suo carico è quella di lesioni gravi, mentre la procura valuta
anche l’ipotesi della truffa. Nei guai il dottor Paolo Rossaro, 56 anni,
di Albignasego, denunciato da un giovane camionista vicentino che ora sta
migliorando grazie alle cure classiche dell’ospedale mentre la polizia sta
facendo chiarezza sul caso.

La vicenda di C., 34 anni, residente nel Basso Vicentino, è emblematica di
un certo modo di intendere la medicina. Il giovane ha perso il padre
qualche anno fa a causa di un tumore: inutili le cure chemioterapiche, che
anzi avevano indebolito il corpo del genitore. Per questo C., quando nel
luglio del 2004 aveva scoperto di essere stato colpito da un linfoma
ancora in forma molto lieve, non ha ascoltato i consigli dei medici degli
ospedali di Noventa e Vicenza. Non voleva soffrire come il padre. E
anziché tornare ha seguito il consiglio di un erborista, che gli ha
indicato il dottor Rossaro.

«È un seguace della teoria di Hamer - ha spiegato C. ai poliziotti del
posto fisso del S. Bortolo -, che ritiene che il corpo di ciascuno di noi
possa trovare la forza e le energie per curare quanto c’è di negativo».

Nell’agosto di tre anni fa perciò il camionista si è presentato nello
studio di Albignasego - dove Rossaro opera come medico di base - con
biopsia e Tac. Il vicentino ha riferito di essere d’accordo con lui quando
il professionista gli ha spiegato che avrebbe potuto guarire senza
chemioterapie e farmaci, ma al momento con una dieta e delle vitamine,
oltre ad un aiuto psicologico.

«Ogni tanto avevo delle crisi, con alte febbri che curavo con farmaci
classici. Ma la mia malattia andava avanti». Le visite periodiche ad
Albignasego sono proseguite a lungo. Da marzo a ottobre del 2006 C.
Rossaro gli avrebbe prescritto delle flebo di integratori, mai farmaci,
fino a quando il giovane ha iniziato ad avere grossi disturbi, come
evidenziarono in parte gli esami del sangue. Ma la terapia continuò ad
essere a base di integratori di ferro e altre fiale, con fra l’altro acqua
oceanica: prodotti che C. ha riferito di aver acquistato nello studio del
medico - al quale pagava le visite - e in erboristeria.

«Le condizioni di salute sono via via peggiorate. In novembre mi ha
prescritto delle trasfusioni di sangue, fino a quando il 3 dicembre l’ho
chiamato per dirgli che non ce la facevo ad andare ad Albignasego: stavo
malissimo, ero a letto.

Gli ho chiesto se poteva venire a casa mia».

I poliziotti del sostituto commissario Livio Manea e dell’ispettore capo
Giuseppe Cracco hanno verificato come quel giorno Rossaro scese nel Basso
Vicentino. A C. ordinò di sospendere tutte le cure: «Aspetta un paio di
giorni, la crisi passerà e ti sentirai meglio». Rossaro avrebbe indicato
ai famigliari che protestavano che il ricovero in ospedale non sarebbe
servito.

Ma la notte successiva la famiglia del camionista chiamò il 118. C.
rischiava di morire: l’ambulanza lo trasportò d’urgenza prima a Noventa e
poi, viste le condizioni molto gravi, a Vicenza.

«Compresa la mia situazione e le cartelle cliniche del 2004 mi curarono
secondo i protocolli. Mi ripresi in alcuni giorni. Ora ho iniziato la
chemioterapia, mi sento meglio e sono tornato al lavoro», precisa il
giovane.

Ai poliziotti il caso fu segnalato dal personale ospedaliero. Gli
inquirenti avvisarono la procura di Padova e scattarono gli accertamenti.
Furono sequestrati i farmaci che C. utilizzava e del caso si sta
occupando, con il pm Renza Cescon, anche la polizia della procura
patavina. L’ipotesi al momento a carico del medico è quella di lesioni
gravi. E stanno già spuntando altri vicentini in cura da Rossaro per nulla
soddisfatti delle sue terapie alternative.

© Copyright , Athesis S.p.A. - Tutti i diritti riservati
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http://www.ilgiornaledivicenza.it/ultima/oggi/cronaca/Bab.htm

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Domenica 29 Aprile 2007

La testimonianza del vicentino malato
«Mi sono fidato di lui ma stavo morendo»

«Mi sono fidato di lui: in quel momento era la persona giusta perché la
chemioterapia e le altre cure alle quali era stato sottoposto mio padre mi
facevano tanta paura. Però io non sono un medico, e mi sono rivolto per
guarire dal linfoma. Invece sono peggiorato progressivamente, se mi fossi
rivolto fin da subito alla medicina tradizionale sarei già guarito».

C. ha combattuto per un anno e mezzo anche con i suoi famigliari,
addolorati e preoccupati dalla sua scelta. Loro lo vedevano sempre peggio,
e non accettava i loro consigli di recarsi in ospedale. Fino a dicembre,
quando il camionista ha rischiato grosso.

«Mi ero intestardito con la terapia di Hamer ed ero convinto che si
trattava della soluzione migliore per guarire: autostima e convinzione di
stare meglio come antidoto al dolore. Ma il linfoma si aggravava».

Fra l’altro, la polizia sta cercando di fare chiarezza anche su un altro
aspetto.

C. ha frequentato assiduamente lo studio di Rossaro anche per le
trasfusioni.

In quel periodo, spiega il vicentino, il medico gli avrebbe consegnato
delle ricette in bianco: lo scopo era evitare di farlo andare dal Basso
Vicentino ad Albignasego, e in caso di necessità bastava un colpo di
telefono e il medico gli avrebbe indicato cosa scrivere per farselo
prescrivere. Questa è la versione del giovane, che ha scoperto come
Rossaro i primi giorni di aprile si sia presentato dai carabinieri per
denunciare il furto di alcune ricette che sarebbero state trafugate dallo
studio proprio nei giorni in cui il vicentino si recava a fare le
trasfusioni. Un aspetto ulteriore che complica l’inchiesta giudiziaria
scaturita dalle dichiarazioni del camionista.

Infine, il caso del dottor Rossaro è stato segnalato anche all’Ordine
padovano dei medici, che dovrà valutare le sue scelte professionali e la
propugnazione della cosiddetta «medicina non tradizionale».

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« Last Edit: April 30, 2007, 11:12:57 PM by ama »
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