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Author Topic: bert ehgartner wrote: "da haben sich ja zwei seuchenpoeten getroffen"  (Read 2090 times)

ama

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Was man im WWW so alles findet. Zum Beispiel den bert ehgartner, schreibseeligerweise:

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bert ehgartner wrote:
da haben sich ja zwei seuchenpoeten getroffen mit deceptor und dir, gratuliere.
jetzt braucht ihr nur noch zu entscheiden wozu ich mich nun eher selbst ernannt habe: zum selbsternannten Medizinjournalisten oder zum selbsternannten Laien-Impfgegner.

Auf das Niveau der Storys möchte ich nicht eingehen, denn das hieße sonst das fröhliche Jauchegruben-Tauchen auch noch mitmachen.
31/07 14:20:15
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[*/QUOTE*]

Wo? Da:
http://blog.esowatch.com/index.php?itemid=86#c
.

ama

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bert ehgartner wrote: "da haben sich ja zwei seuchenpoeten getroffen"
« Reply #1 on: July 31, 2008, 09:53:41 AM »

Wie wirr die Gedanken des Bert Ehgartner gestrickt sind, sieht man unter anderem an diesen NEUEN Einlassungen, garantiert ungekürzt (damit es nicht heißt, ich hätte aus dem Zusammenhang gerissen):

http://med.blogger.de/stories/1072863/

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Freitag, 14. März 2008
AIDS unterm Glassturz
malamud, 10:56h
Vergangenes Jahr habe ich einen Artikel zur AIDS-Problematik geschrieben, der in den Leserbriefen und Stellungnahmen komplett verrissen wurde. Der Tenor lautete: Skandalös! Unverantwortlich! Unseriös!
Alice Wimmer von UNAIDS-Pakistan schrieb sogar, dass „der Beitrag durch seinen unausgewogenen Tenor weltweite Anstrengungen unterminiert.“

Hier zum Nachlesen der Artikel:
http://www.news.at/profil/index.html?/articles/0721/560/174173.shtml


Beim Interview mit einer moslemischen Frau und zweifachen Mutter in einer Blechhütte im Slum Mukuru, Nairobi.

Und hier eine Stellungnahme, die ich dazu auf http://www.sciblog.at/ veröffentlicht habe:

Im Kern gings in dem Artikel um drei Thesen:
• Das häufig von AIDS-Organisationen prophezeite Überschwappen der Epidemie auf die heterosexuelle Bevölkerung findet (in den Industrieländern) nicht statt und wird auch nie stattfinden.
• Die AIDS-Katastrophe in Afrika und Asien wird (z.B. von US-amerikanischen fundamentalen Glaubensgruppen) zur Missionierung der Entwicklungsländer mit moralischen Botschaften (Treue! Enthaltsamkeit!) missbraucht. AIDS als flammendes Schwert der neuen Kreuzritter.
• Die Versorgung von Abermillionen Patienten mit antiretroviralen Medikamenten ist zweifellos ein gutes Geschäft für die Hersteller dieser Präparate und beschäftigt unzählige Mitarbeiter diverser Hilfsorganisationen. Mit Sicherheit ist die pure Medikamentenabgabe aber nicht dazu geeignet, die gesundheitlichen Probleme von Menschen nachhaltig zu verbessern, die unter katastrophalen hygienischen und sozialen Bedingungen z.B. in den Slums der Großstädte Afrikas oder Asiens hausen. Zudem sind die Nebenwirkungen der HAART Drugs enorm und in ihren Langzeit-Konsequenzen nicht wissenschaftlich erforscht. Gerade unter Dritte-Welt-Verhältnissen ohne ausreichendes Monitoring (viral load, CD4 T-cell counts, etc.) und bei problematischer Compliance erscheint die Ansicht extrem blauäugig, dass diese Drugs in der Dauertherapie „jedenfalls mehr nützen als schaden“.

In den meisten Bereichen der Medizin könnte man über diese Thematik offen und vorurteilsfrei diskutieren. Bei AIDS geht das nicht.
Da schwappt gleich die Empörung hoch.
Alle Medien fühlen eine selbstverständliche Verpflichtung zur Aufklärung im Dienste der guten Sache. Und zwar – mit folgender stets gleich bleibenden Grundmessage:

„AIDS ist eine fürchterliche Krankheit, die schon Millionen Todesopfer gefordert hat. Viel Positives wurde schon geleistet aber eine Menge ist noch zu tun. Deshalb braucht es weiterhin die strikte
1) Vermeidung von Risikoverhalten und
2) noch mehr Geld für Aidshilfe, Medikamente und Wissenschaft“

Unausgesprochen, aber geradezu selbstverständlich gilt die Pflicht, die nicht so tollen Aspekte dieser „weltweiten Kampagne“ auszublenden. Und gerade wir Wissenschaftsjournalisten, denke ich, lassen uns hier manchmal allzu leicht einspannen.

Ich weiß schon, dass wir es hier mit einem seltsamen Konglomerat zu tun haben, wo die wüstesten Thesen kursieren und man sich rasch in seltsamer Gefolgschaft befindet, wenn man öffentlich eine kritische Haltung vertritt: mit Leuten, die die Existenz von HIV komplett abstreiten bis zu Verschwörungsfreaks, die AIDS als gesteuerte Kampagne der CIA darstellen.

Dennoch kann das nicht bedeuten, dass eine Wissenschafts-Sparte automatisch unterm Glassturz steht, egal was sie zustande bringt. Eine Science-Community, die es sich in einem schier unendlichen Wasserbett aus Förderungen bequem gemacht hat und seit 25 Jahren emsig an einem einzigen Virus herum forscht. Sie haben HIV nun brav in alle Einzelteile zerlegt und jeder Mechanismus und Submechanismus seiner Existenz ist auf Sabotiertauglichkeit geprüft worden.
Doch was haben wir als Resultat?

Eine Therapie, die zwar die HIV-bedingte Sterblichkeit seit Einführung der HAART zur Mitte der 90er Jahre deutlich reduzieren konnte, dabei gleichzeitig aber so belastend auf den Organismus wirkt, dass dieser Vorteil durch eine höhere Herz- und Krebs-bedingte Mortalität wieder verloren geht. Dass „HAART and the Heart“ eine ungesunde Mischung ist, warnen die Mediziner schon seit Jahren. Und es ist jetzt schon absehbar, dass die gesundheitliche Belastung durch die Nebenwirkungen der Therapie von Jahr zu Jahr weiter ansteigt.
Aktuelle Analysen siehe z.B. hier:
http://www.annals.org/cgi/content/abstract/145/6/397
oder hier:
http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140673606691526/abstract


Heute bietet HIV/AIDS ein Krankheitsbild, als wäre es von einem genialen Superschurken in den Gruselphantasiekabinetts der bösen Pharmamultis entworfen worden:
• Keine Heilung ist möglich, jeder Patient bleibt bis ans Lebensende in dauerhafte Abhängigkeit von teuren Medikamenten
• Diese Medikamente werden ständig resistent, damit ergibt sich die Notwendigkeit begleitender Neuentwicklung unter Abkassieren der Forschungsetats – neue Medikamente werden wegen der Dringlichkeit meist „fast-track“ zugelassen.
• Der tödliche Ruf der Krankheit erlaubt die riskantesten Therapien, Therapiefehler fallen wegen der enormen Mortalität kaum auf
• Die objektive Prüfung der Therapien über randomisierte placebokontrollierte Studien ist nicht möglich, weil Placebogruppen ethisch nicht verantwortbar wären und auch von keiner Ethikkommission bewilligt würden
• Es gibt bei AIDS keine Tradition, keine Naturheilmittel oder überlieferten Hausrezepte. Nicht mal fachferne Mediziner können in der HIV/AIDS-Science wirklich mitreden, weil im Lauf der Jahre ein ungeheuer komplexes Thesengebäude mit eigenem Fachvokabular, eigenen Diagnostika und hochkomplizierter Therapie-Schemata entstanden ist. Das erspart Einmischung von außen – die Community bleibt unter sich.

Kein Wunder, wenn so was die Verschwörungstheorien zum Erblühen bringt.

Insgesamt ist das Krankheitsbild HIV/AIDS so etwas wie die Apotheose der Monokausalität: DAS Supervirus ist an allem schuld. Es ist derart gefinkelt und bösartig, dass die klügsten Forscherhirne es nicht zu fassen vermögen. „Das einzige, was man diesem Virus bisher noch nicht nachgesagt hat, ist, dass es singt “, formulierte es einmal ein Wissenschaftler.
Und vor lauter Fokus auf das Virus sieht die Wissenschaft nicht mehr was links und rechts davon vor sich geht.
Ist es nicht gerade die Pflicht von uns Fachjournalisten, gegenzusteuern, wenn den Wissenschaftlern die Begeisterung über ihren isolierten Forschungsgegenstand durchzugehen droht und darzustellen, dass ein Phänomen in der Medizin selten durch einen einzigen Parameter erklärt wird – außer wenn uns ein lockerer Dachziegel auf den Kopf fällt?

Wer kann denn wirklich schlüssig erklären, warum sich HIV plötzlich anders verhält – je nachdem, ob sich die Viren in Europa oder in Afrika befinden? Wieso sind hier nach wie vor die bekannten Risikogruppen (promiske Homosexuelle und IV-Drogensüchtige) dort aber die Normalbevölkerung betroffen? Vor allem wenn sie unter desaströsen Bedingungen lebt?



Wem nützt die nahezu vollständige Fokussierung von Wissenschaft, Politik und Hilfsorganisationen auf die Medikamenten-Therapie wirklich?

Läuft nicht gewaltig etwas schief, wenn die UN unter dem Einfluss der HIV-AIDS Experten die weltweite Empfehlung rausgeben, dass HIV-positive Mütter ihre Säuglinge nicht stillen sollen, um sie vor den bösen Viren zu schützen.
Und dann zeigt sich in gleich drei aktuellen Studien – dass die Babys ein doppelt so hohes Sterberisiko haben, wenn sie nach dieser Richtlinie mit Flaschennahrung gefüttert werden.
Und dass sogar das Risiko, dass sie HIV-positiv sind um ein Vielfaches höher ist, wenn sie NICHT gestillt werden.
http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140673607602839/fulltext

Wie ist es möglich, dass eine Wissenschaft so daneben haut und ihr eigenes Fachgebiet so schlecht versteht? Und dann auch noch die Warnungen der Experten ignoriert und damit weiter Menschenleben gefährdet http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140673606695147/fulltext
http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140673606695147/comments?action=view&totalComments=1#678

Aids ist längst ein Milliardengeschäft geworden, in dem es um Vieles geht. Unter anderem auch um das Wohl der Patienten. Doch dieser Aspekt gerät zunehmend in den Hintergrund. Immer stärker wird hingegen der Eindruck, dass auf den großen Aids-Weltkongressen längst schon das Lobbying diverser Interessensverbände im Zentrum steht und weiten Vorrang vor Evidenz basierter Medizin genießt.


Wir sollten uns dieser Tatsachen bewusst sein und uns nicht fesseln und einlullen lassen, von den immer penetranter werdenden Appellen der AIDS-Lobbyisten zu kritikloser Solidarität.
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« Last Edit: July 31, 2008, 09:55:03 AM by ama »
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ama

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bert ehgartner wrote: "da haben sich ja zwei seuchenpoeten getroffen"
« Reply #2 on: November 10, 2008, 01:58:56 PM »

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Aids ist längst ein Milliardengeschäft geworden, in dem es um Vieles geht. Unter anderem auch um
das Wohl der Patienten. Doch dieser Aspekt gerät zunehmend in den Hintergrund. Immer stärker wird
hingegen der Eindruck, dass auf den großen Aids-Weltkongressen längst schon das Lobbying diverser
Interessensverbände im Zentrum steht und weiten Vorrang vor Evidenz basierter Medizin genießt.
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Quelle: http://med.blogger.de/stories/1072863/

schreibt der Bert Ehgartner. Siehe oben.  

Das ist nicht so einfach, schnapp, mal eben dahingequirlt, sondern da steckt Kontinuität dahinter.

In dieser Seite der HIV-Leugner hat er unterschrieben, der Bert Ehgartner:

http://www.rethinkingaids.com/quotes/rethinkers.htm

[*QUOTE*]
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Bert Ehgartner. Medical Journalist, Documentary Filmmaker, Asperhofen, Austria. Co-author, Das
Medizinkartell. Die sieben Todsünden der Gesundheitsindustrie (The Medicine Cartel. The Seven
Deadly Sins of the Health Industry); Author, Die Lebensformel (The Life Formula).
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[*/QUOTE*]

Bert Ehgartner, der sich (man sieht es) "Medicine Journalist" nennt, und auch dort wie an anderen Stellen (zum Beispiel in Weblogs und Foren) eifrig Reklame für seine kommerzielle Umsetzung der kümmerlichen Resultate seines Schreibdrangs macht, hat unterschrieben. Das Webarchive ist so freundlich und gibt uns mit diesem Beweisstück

http://web.archive.org/web/20060711190242/http://www.rethinkingaids.com/quotes/rethinkers.htm

sogar an,  daß das online war am 11.7.2006. Und das ist es seit da nun schon mehr als zwei volle Jahre. Gelegenheit hatte er also mehr als genug gehabt, der Bert Ehgartner, seine Unterschrift unter dem Wahnsinnspamphlet zu entfernen. Doch er tat es nicht. Nein, er schreibt

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Aids ist längst ein Milliardengeschäft geworden, in dem es um Vieles geht.
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[*/QUOTE*]
Quelle: http://med.blogger.de/stories/1072863/

Mit dem Verkauf seiner Bücher hat er daran sicherlich auch seinen Anteil. Keine Milliarden, aber immerhin, irgendwie scheint der Bert Ehgartner ja von etwas zu leben. Von etwas, das er "Medizin Journalismus" nennt. Zum Beispiel in Form eines Buchs mit dem selbstentlarvenden Titel "Lob der Krankheit". Auf S. 109 erzählt der Bert etwas über ein "Antibiotikum" (gemeint ist aber ein Mittel gegen Pilze, also ein Antimykotikum) das bei Verwendung im Lebensmittelbereich zu Resistenzen führen könnte. Dazu meint er, der "Medizinjournalist" Bert Ehgartner:

[*QUOTE*]
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...ergibt sich die Gefahr, dass Menschen über den Konsum von Käse resistent gegen diesen Wirkstoff
werden...

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[*/QUOTE*]

(Nachzulesen in
http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2008/08/lob-der-krankheit-scienceflops.php#comments
wo Wolfgang Maurer das berichtet.)


Bert Ehgartner:
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...ergibt sich die Gefahr, dass Menschen über den Konsum von Käse resistent gegen diesen Wirkstoff
werden...

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[*/QUOTE*]

Wie überaus erfreulich. Was alles hätte geschehen können, wenn er geschrieben hätte, daß die Menschen resistent gegen den Käse werden!? Die Molkereiindustrie wäre vor die Hunde gegangen, ganze Landstriche wären der Wüste anheim gefallen, der Untergangs des Abendlands... Verdammt! Das Ende ist nah.

Er schrieb es nicht. Wie überaus, überaus erfreulich. Wahr ist das, was er schrieb, damit noch immer nicht, und korrigiert hat es es wohl auch nicht, trotz Wolfgang Maurers Hinweis.

Es ist nun mal gequirlter Hirninhalt aus der Fabulatur.




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« Last Edit: November 10, 2008, 02:01:59 PM by ama »
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