Die Nahrungsmittelmafia > Die Naturkostmafia

Verbraucherzentrale gegen Pillenmafia

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aid PresseInfo Nr.: 40/08 vom 1. Oktober 2008

<<<<< Verbraucher und Ernährung >>>>>

Eine Pille gegen alle Leiden
Nahrungsergänzungsmittel mit absurden Heilsversprechen in Internetforen

Vier Kriterien für ein gesundes Leben
Langzeitstudie mit Frauen bestätigt bessere Gesundheit

Atmosphäre und gutes Essen in der Schulmensa gewünscht
Erfahrungen zur Schulverpflegung vorgestellt


<<<<< Landwirtschaft und Umwelt >>>>>

Schutz der Kulturpflanzen unverzichtbar
1.300 Pflanzenschützer trafen sich in Kiel

Heizen mit Holzpellets
Wirtschaftliche und umweltschonende Alternative


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Eine Pille gegen alle Leiden
Nahrungsergänzungsmittel mit absurden Heilsversprechen in Internetforen
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(aid) - "Wunder gibt es immer wieder", sang schon vor 38 Jahren Katja Ebstein. Ob sie damit die Lobhudeleien von Nahrungsergänzungsmitteln im Internet meinte, ist zwar zu bezweifeln und dennoch extrem passend. Die Verbraucherzentrale NRW hat sich nämlich auf den Seiten der drei Meinungsforen Ciao, Dooyoo und Yopi drei aktuelle "Testberichte" zu zehn verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln genauer angesehen. Da schwanden etwa chronische Schmerzen und offene Beine waren nach drei Monaten konsequenter Einnahme eines bestimmten Präparates verheilt. Pillen eines US-Herstellers wurden zum "wunderbaren Segen eines Gesundbrunnens". Andere Autoren jubelten, dass Kapseln mit ihrem "Mix aus Obst und Gemüse" gegen Schuppenflechte, Tinnitus und gegen hohen Blutdruck geholfen hätten.
Aber es geht noch besser: So habe nach einem Herzinfarkt ein Mittelchen alle Werte innerhalb von "drei Monaten wieder in den grünen Bereich gebracht”. Ein Aloe Vera Gel wiederum besiegte ein Schilddrüsenleiden. Oder ein Produkt, das nicht nur den Langzeitblutzucker innerhalb kürzester Zeit gesenkt, sondern auch "Schulterschmerzen nach einem Sturz vom Fahrrad” auskuriert hat.
Während Hersteller und gewerbliche Händler mit solchen abenteuerlichen Aussagen gegen das Verbot krankheitsbezogener Werbung verstoßen würden, meinen die Schreiber in den Internetforen offenbar ungehindert Geschichten erzählen zu können. "Sie agieren in einer Grauzone, entziehen sich weitgehend der Lebensmittelüberwachung und werden bisher nicht behelligt”, kritisiert Angela Clausen, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale NRW.
Gut 1,3 Milliarden Euro gaben deutsche Verbraucher von Oktober 2006 bis September 2007 in Apotheken, Drogerie- und Verbrauchermärkten für Nahrungsergänzungsmittel aus. Den Vertrieb im Internet nicht mitgerechnet. Die größten Marktsegmente sind dabei Vitamine und Mineralstoffe sowie Mittel gegen Erkältungen, Husten und Atemwegserkrankungen. Tatsache bleibt aber: In kontrollierten Langzeitstudien konnte zum Beispiel bisher nicht nachgewiesen werden, dass die Produkte einen fehlenden Gemüse- und Obstverzehr ausgleichen können. Zusatzprodukte sind meist teuer und bringen wenig. Schlimmstenfalls ist mit Nebenwirkungen zu rechnen. Es ist auch nicht möglich, eine einseitige, ungesunde Ernährungsweise mit Zusatzpräparaten wettzumachen.
Der aid infodienst hat einen Leitfaden unter www.was-wir-essen.de/gesund/nahrungsergaenzungsmittel.php zusammengestellt, damit Sie beim Einkauf keinen unseriösen Anbietern auf den Leim gehen. Doch noch vor dem Kauf eines Produktes sollte die kritische Frage nach der Notwendigkeit einer Nahrungsergänzung stehen, denn die Vitamin- und Mineralstoffversorgung in Deutschland hat im Durchschnitt ganzjährig ein hohes Niveau. Lediglich bei Vitamin D, Folat, eventuell Vitamin E und Jod könnten Versorgungslücken entstehen. Fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Ihre Ernährungsberaterin.
aid, Harald Seitz


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Vier Kriterien für ein gesundes Leben
Langzeitstudie mit Frauen bestätigt bessere Gesundheit
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(aid) - Ein gesunder Lebensstil mit einer vollwertigen Ernährung und ausreichend Bewegung kann Frauen mittleren Alters vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs schützen. So lautet das Resultat einer US-amerikanischen Langzeitstudie, die kürzlich im Britischen Ärzteblatt veröffentlicht wurde. Die Forscher hatten knapp 78.000 Krankenschwestern für einen Zeitraum von 24 Jahren begleitet. Die Frauen machten im Abstand von zwei bis vier Jahren ausführliche Angaben zu ihrer Ernährungs- und Lebensweise und berichteten über eventuell aufgetretene Erkrankungen.
Die Wissenschaftler definierten vier Kriterien für einen gesunden Lebensstil: eine ausgewogene Ernährung, ein gesundes Körpergewicht, Nichtrauchen und täglich sportliche Aktivitäten. Wer diese vier Faktoren erfüllte, konnte das Risiko für eine chronische Erkrankung deutlich senken. Bis zum Ende der Studie starben knapp 8.900 Probanden, davon 1.800 an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung und 4.500 an Krebs. Mehr als die Hälfte dieser Todesfälle wäre laut Berechnungen durch eine gesunde Lebensweise vermeidbar gewesen.
Schon geringe Verbesserungen des Lebensstils, auch um einzelne Kriterien, können das Risiko für eine chronische Erkrankung deutlich senken, betonen die Wissenschaftler. Bei Frauen, die sich gesund ernährten, war das vorzeitige Sterberisiko beispielsweise um 13 Prozent geringer. Wer sich regelmäßig bewegte, konnte die Wahrscheinlichkeit für einen vorzeitigen Tod um 17 Prozent senken. Den größten Einfluss hatte jedoch das Nichtrauchen mit 28 Prozent. Bei Frauen, die übermäßig viel Alkohol tranken, war das Krebsrisiko deutlich erhöht.
aid, Heike Kreutz


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Atmosphäre und gutes Essen in der Schulmensa gewünscht
Erfahrungen zur Schulverpflegung vorgestellt
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(aid) - Eigentlich klingt es ganz einfach: Schüler erwarten von ihrer Schulverpflegung ein attraktives Angebot. So erläuterte es Professor Dr. Gertrud Winkler von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen anlässlich des Heidelberger Ernährungsforums Ende September 2008. Das Angebot soll abwechslungsreich und nicht immer vorhersehbar sein. Das heißt, dass besondere Aktionen oder Themenwochen vom Regelspeiseplan abweichen dürfen. Leider nicht selbstverständlich, müsste das Essen sowohl optisch, als auch geschmacklich ansprechend sein. Gern sollte zum Essen auch ein kostenloses oder -günstiges Getränk angeboten werden, so die Ernährungswissenschaftlerin.
"Schulverpflegung funktioniert immer dann, wenn die Mensa integrierter Bestandteil der Schule ist und nicht als lästiges neues Anhängsel betrachtet wird", formulierte Winkler weiter. Dazu gehört, dass das Thema Schulverpflegung in allen Fächern zur Sprache kommt, die Schülerinnen und Schüler Wünsche und Kritik äußern können und diese auch ernst genommen werden. Schulleitung und Lehrer müssen nicht unbedingt an demselben Tisch wie ihre Schüler essen, sollten sich aber dennoch in der Mensa sehen lassen.
In der Kommunikation um das Essensangebot nimmt das Ausgabepersonal eine Schlüsselrolle ein. Es sorgt für die richtige Atmosphäre, in der die Schüler gern zum Essen kommen. Die schlagfertige Mitarbeiterin, die mit den Jugendlichen auf Augenhöhe spricht, kommt bei den Schülern gut an.
Jüngere und ältere Schüler wünschen sich verschiedene Dinge: Während die Jüngeren lieber in festen Tischgemeinschaften essen und ältere Schüler als Tischbetreuer schätzen, finden ältere Schüler genau das "furchtbar" und stellen sich einen attraktiven Mensabereich in der Art eines Coffeeshops vor. Hier gehe es darum, ein altersangepasstes Angebot zu kreieren, appellierte Winkler.
Schüler aller Altersgruppen möchten in ansprechenden Räumen essen, die sie gern auch selbst gestalten. Sie wünschen sich ausreichend Platz zwischen und an den Tischen, um ein Tablett gefahrlos zu balancieren. Sie möchten in Ruhe und in entspannter Atmosphäre essen.
Die Daten belegen, wie wichtig Umfeldfaktoren für ein Gelingen des Mensa-Angebots sind: Die Speisen und Getränke selbst seien nur ein wichtiger Punkt in einem Bündel an Einflussfaktoren, schloss Winkler ihre Überlegungen.
Die auf dem Heidelberger Ernährungsforum vorgestellten Daten beruhen auf einer qualitativen Befragung an 16 Schulen aller Schulformen im Schuljahr 2005/2006, auf einer Expertenbefragung im Schuljahr 2006/2007 und auf regelmäßigen Fallstudien bis 2008.
aid, Stephanie Wetzel


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Schutz der Kulturpflanzen unverzichtbar
1.300 Pflanzenschützer trafen sich in Kiel
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(aid) - Der Pflanzenschutz steht vor neuen Herausforderungen. Das wurde auf der 56. Deutschen Pflanzenschutztagung Ende September in Kiel deutlich. Das Motto der Veranstaltung "Pflanzenproduktion im Wandel - Wandel im Pflanzenschutz" beschreibt die Situation treffend. Pflanzenschutz ist umso mehr gefordert, je begehrter Getreide, Ölsaaten und andere Agrarrohstoffe auf dem Markt sind. Das steigende Konsumniveau im südostasiatischen Raum trägt hierzu ebenso bei wie die wachsende Weltbevölkerung. Zudem steigt die Nachfrage nach Acker- und Erntegut aus energiepolitischen Gründen.
"Der Pflanzenschutz wird sich ändern und weiterentwickeln", unterstrich Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Dr. Christian von Boetticher in seiner Eingangsrede. Auch künftig sei der Schutz der Kulturpflanzen vor Krankheiten, Schädlingen und Unkrautkonkurrenz unverzichtbar. Dies gelte insbesondere für Hochertragsstandorte wie Schleswig-Holstein. Dort seien angepasste Strategien zum Schutz der Kulturpflanzen zu entwickeln, um die Ertragspotenziale wirklich auszuschöpfen. Pflanzenschutz bedeute dabei nicht nur die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel, es ginge vielmehr um ein ganzes Bündel von Maßnahmen, die zu kombinieren seien. Dennoch werde der chemische Pflanzenschutz auch weiterhin wesentlicher Baustein der Abwehrstrategien sein, unterstrich der Minister. Angesichts zunehmender Resistenzbildungen zeige sich, dass die Entwicklung neuer, wirksamer Stoffe mit zugleich günstigeren Eigenschaften notwendig sei, um sich gegen größere Ertragseinbußen abzusichern.
Über die laufenden Verhandlungen zur Neuregelung und Harmonisierung der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zeigte sich der Minister besorgt, dass es zu übermäßig starken Restriktionen für den chemischen Pflanzenschutz kommen könne. Ein Kompromiss sei notwendig zwischen den Interessen des Gesundheits-, Verbraucher- und Umweltschutzes sowie der nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Hierzu sei mehr Ausgewogenheit notwendig, unterstrich von Boetticher.
Besorgnis über einen möglichen Ausgang der Brüsseler Verhandlungen äußerten auch andere Referenten und Teilnehmer der Tagung. Wenn der Brüsseler Entwurf in seiner derzeitigen Form verabschiedet werde, so wären vor allem viele Sonderkulturen, Kartoffeln und Raps  sehr stark betroffen. "Die aktuelle ernährungs- und energiepolitische Situation erfordert einen hocheffektiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln", so zum Beispiel Dr. Gerald Finck, Referent für Pflanzenschutz beim Kieler Landwirtschaftsministerium. Die Situation verlange ein ausgewogenes Pflanzenschutzmanagement gerade im Hinblick auf Resistenzen. Eine Verringerung der Instrumente wie etwa das kategorische Streichen ganzer Wirkstoffgruppen werde die Gefahr von Resistenzen erhöhen, erklärte Finck. Prof. Dr. Andreas von Tiedemann wies als 1. Vorsitzender der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft darauf hin, dass sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den letzten Jahren durch verbesserte Ausbringungstechniken ("Abdriftmindernde Düsen"), Wirkstoffe, Prognosemodelle, Schadschwellen und nicht zuletzt ein verbessertes Know-How auf den Feldern deutlich verbessert habe. "Pflanzenschutz ist eine der modernsten Technologien unserer Zeit", so von Tiedemann.
Über 1.300 Wissenschaftler stellten in 670 Vorträgen und Posterpräsentationen die vielfältigen Forschungsfelder vor und diskutierten die Ergebnisse mit Praktikern, Beratern und Vertretern von Verbänden und anderen Organisationen. Die Tagung war gelungene Schnittstelle und Kommunikationsbasis zwischen Forschung und Praxis.
aid, Dr. Uwe Scheper



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