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Author Topic: Neue Kontrastmittel für die Krebsdiagnostik  (Read 1475 times)

ama

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Neue Kontrastmittel für die Krebsdiagnostik
« on: November 13, 2008, 12:55:52 PM »

[*QUOTE*]
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Pressemitteilung

Neue Kontrastmittel für die Krebsdiagnostik

Dr. Angela Homfeld,Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie an
der Universität Hamburg (HPI)
12.11.2008

Seit 30 Jahren blicken Ärzte mit Hilfe der Magnetresonanztomograpie (MRT)
in innere Organe und Gewebe des Körpers. Sie erkennen damit krankhafte
Veränderungen in Organen, wie z.B. Verletzungen, Entzündungen oder Tumore.

Jetzt gehen Ärzte und Wissenschaftler der Universitäten Hamburg und Kiel,
des Heinrich-Pette-Instituts und der Philips-Forschungslaboratorien einen
Schritt weiter:
Sie entwickeln und testen neue Kontrastmittel für die MRT, um Tumore
früher als bislang und auf molekularer Ebene erkennen zu können. Dies soll
in Zukunft eine gezieltere und bessere Therapie ermöglichen. Dazu sind
Techniken notwendig, die unter dem Begriff "Molekulare Bildgebung"
zusammengefasst werden.

TOMCAT, so der Titel des neuen Konsortiums soll die Magnetresonanztomographie
für die Krebsdiagnostik und -forschung verbessern. Das Bundesministerium
für Bildung und Forschung (BMBF) fördert TOMCAT mit 2.8 Mio Euro. Harald
Ittrich und Gerhard Adam vom Universitätsklinikum Eppendorf (UKE)
koordinieren das Konsortium: "Wir wollen hochspezifische zielgerichtete
Kontrastmittel entwickeln, die auf molekularer Ebene im Millimetermaßstab
kleinste bösartige Tumore oder Metastasen erkennen und uns mehr
Informationen über Eigenschaften der Tumoren liefern."


Die Wissenschaftler verwenden hierfür so genannte SPIOs. Das sind
superparamagnetische Eisenoxid-Partikel, die nur wenige Nanometer groß
sind. Diese SPIOs werden zu zielgerichteten Detektiven, indem sie an
Tumormarker gekoppelt werden.

Harald Ittrich: "Das Gesamtgebilde aus SPIO und Tumormarker muss so
klein wie möglich bleiben, damit das Kontrastmittel die Blutbahn verlässt
und sich spezifisch am Tumor anreichert."


Die Ärzte und Wissenschaftler testen zunächst in der Gewebekultur und an
Mäusen, ob und wie ihre neuen Kontrastmittel funktionieren und wie
effizient diese sind.

Solide Tumore, wie zum Beispiel bösartige Tumore der Lunge, der Brust
(Mammakarzinome), des Darmes, der Bauchspeicheldrüse, der Leber oder ihrer
Metastasen dienen als Testsysteme. Sie besitzen erhöhte Mengen bestimmter
Proteine auf den Zelloberflächen, die Rezeptormoleküle der CEA-Familie
(CEA = Carcinoembrionales Antigen). TOMCAT-Forscher der Klinischen Chemie
in Hamburg werden Antikörper gegen diese Proteine optimieren und an SPIOs
koppeln.
So entstehen hochspezialisierte Nanopartikel für die Tumordiagnostik.

Heinrich Hohenberg wird mit seinen Kollegen am Heinrich-Pette-Institut
( http://www.hpi-hamburg.de ) untersuchen, wie diese Nanopartikel an
Zellen und Gewebe binden, wie sie abgebaut oder eingelagert werden.
"Wir verwenden dafür hochauflösende Elektronenmikroskope, mit denen wir
die Gewebe und Zellen unter lebensnahen Bedingungen und dreidimensional
darstellen können. So soll neben der makroskopischen Sichtbarmachung der
Tumoren mittels MRT auch die Wirkungsweise der Kontrastmittel im Mikro-
und Nanokosmos auf zellulärer und molekularer Ebene untersucht werden."
,
erklärt Heinrich Hohenberg

Seit mehr als 25 Jahren sind die Philips-Forschungslaboratorien in Hamburg
auf die Magnetresonanztomograpie spezialisiert und somit starker
industrieller Partner im TOMCAT-Konsortium. Eine neue Methode, das
"Magnetic Particle Imaging (MPI)" wurde hier vor 3 Jahren entwickelt und
soll im Rahmen der Studien näher untersucht und weiterentwickelt werden.

Die zentrale Frage ist, ob MPI als bildgebende Methode in der
Tumordiagnostik etabliert werden kann.

"Mit TOMCAT können wir neue Strategien entwickeln, die in Zukunft eine
frühere Erkennung und bessere Behandlung von Tumoren ermöglichen
sollen"
, so fasst Harald Ittrich die Mission von TOMCAT zusammen.

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Die Partner von TOMCAT:

Institut für Klinische Chemie/Zentrallaboratorien des UKE, Hamburg; Prof.
Dr. C. Wagener, Dr. P. Nollau

Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
des UKE, Hamburg; Prof. Dr. G. Adam, Dr. H. Ittrich (Koordinatoren von
TOMCAT)

Institut für Anatomie II - Experimentelle Morphologie des UKE, Hamburg;
Prof. Dr. med. U. Schumacher

Klinik für Allgemeine Chirurgie und Thoraxchirurgie sowie Anatomisches
Institut des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Kiel; Prof. Dr. H.
Kalthoff, Prof. Dr. R. Mentlein

Institut für Biochemie und Molekularbiologie II : Molekulare Zellbiologie
des UKE, Hamburg; Prof. Dr. Dr. h.c. U. Beisiegel, PD Dr. P. Nielsen

Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie,
Hamburg; Dr. H. Hohenberg

Philips Forschungslaboratorien Hamburg; Dr. H. Dahnke, Dr. J. Borgert

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news288314
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