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Author Topic: Betrugsvorwurf: Anklage gegen "Krebsarzt"  (Read 9312 times)

ama

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Betrugsvorwurf: Anklage gegen "Krebsarzt"
« on: November 15, 2008, 05:41:14 PM »

Zur Beweissicherung:

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Salzburg
MEDIZIN
14.11.2008

Betrugsvorwurf: Anklage gegen "Krebsarzt"

Ein in Salzburg praktizierender
deutscher "Krebsarzt" muss sich
vor Gericht verwantworten: Die
Staatsanwaltschaft hat gegen ihn
Anklage wegen Betrugsverdachts
erhoben: Er soll für "dubiose
Praktiken" viel Geld kassiert
haben.

Anlassfall: Tod eines krebskranken Slowenen

Ins Rollen kam der Fall nach dem
Tod eines krebskranken Slowenen:
Dieser ließ sich heuer im April und
Mai in der Praxis des deutschen
Arztes in Salzburg behandeln - um
fast 13.000 Euro.

Der Slowene starb eineinhalb
Monate nach seiner Rückkehr,
obwohl ihm der Arzt Genesung
oder Verlängerung des Lebens um
mindestens fünf Jahre versprochen
habe.

Meldung aus Slowenien an
österreichische Ärztekammer.

Ärzte sehen "Schwindel und Geldmacherei"

Nach dem Tod des Slowenen
sprachen slowenische Onkologen
von dubiosen Praktiken und
schalteten die österreichische
Ärztekammer ein. In einem
Expertengutachten wurde dem
Alternativmediziner "Schwindel,
Geldmacherei und Ausnützung des
Leids von Patienten" vorgeworfen.
Das Krebsgeschwür bei dem Mann
sei schon so ausgebreitet gewesen,
dass jede Operation aussichtslos
gewesen wäre. Einem anderen
Patienten soll der Arzt gesagt
haben, dass die bei einer
Röntgenuntersuchung festgestellte
Vergrößerung des Krebsgeschwürs
in seinem Körper "eine positive
Reaktion auf die (alternative,
Anm.) Behandlung" gewesen sei,
kritisierten die slowenischen
Onkologen in ihrem Gutachten
weiter.

Vier Fälle angeklagt

In der Anklageschrift wird dem
deutschen Arzt Betrug an vier
Patienten vorgeworfen. Eine
krebskranke Frau habe für die
Behandlung von Oktober 2002 bis
Juli 2003 rund 30.500 Euro
bezahlen müssen. Den anderen drei
Patienten verrechnete er offenbar
jeweils 11.000, 12.000 sowie
15.000 Euro.

Anzeige erstattet wurde von der
Ärztekammer Salzburg,
Bundespolizeidirektion Salzburg,
vom Amt der Salzburger
Landesregierung und dem LKH
Hartberg.

Beschuldigter wies bisher Schuld von sich

Der Beschuldigte hatte bisher
jegliche Schuld zurückgeweisen -
er sprach von "schlechter
Behandlung" anderer Ärzte und
"Nachlässigkeit" vonseiten der
Angehörigen. Zudem verwies er
auf seine Publikationen: Darin
habe er ausgeführt, dass die
Therapie mit Eigenblut auch eine
tumorreduzierende Wirkung
zukomme.

Der Anwalt des Krebsarztes war
am Freitag für eine Stellungnahme
gegenüber der APA vorerst nicht
erreichbar.

salzburg.ORF.at; 28.8.08
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[*/QUOTE*]

Quelle:
http://salzburg.orf.at/stories/322157/

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ama

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Betrugsvorwurf: Anklage gegen "Krebsarzt"
« Reply #1 on: January 03, 2009, 06:07:01 PM »

Diesen Artikel dürfen wir dank der freundlichen Erlaubnis des Autors und des Salzburger Fensters übernehmen:

http://www.salzburger-fenster.at/rubrik/lokales/2808/skandal-um-salzburger-krebsarzt-in_9897.html

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Salzburger Fenster

Home > 28/08 > Lokales > Archiv > SF28/08

Skandal um Salzburger „Krebsarzt" in Slowenien

Bereits drei Jahre Berufsverbot in Salzburg, Strafverfahren in Salzburg und München


Der Präsident der bayerischen Ärztekammer nannte ihn ein „erwerbsgetriebenes Ungeheuer“. Der deutsche „Krebsarzt“ Nikolaus Klehr behandelt in Salzburg Patienten aus Osteuropa. Nach Todesfällen gehen nun in Slowenien die Wogen hoch.


Ales Pate, Sohn eines verstorbenen Patienten des „Krebsarztes“, legte dem Salzburger Fenster Rechnungen über insgesamt 12.683,51 Euro vor.
Der ehemals in Deutschland sehr prominente und ebenso umstrittene „Krebsarzt“ Dr. Nikolaus Klehr behandelt in seiner Praxis in der Franz-Josef- Straße derzeit vor allem Krebspatienten aus Slowenien. Nach dem Tod mehrerer seiner Patienten beschäftigen sich nun slowenische Medien, die slowenische Ärztekammer, Mediziner, allen voran die Ärzte des Onkologischen Instituts Ljubljana (Laibach) und verbitterte Angehörige in zahlreichen Leserbriefen mit dem „Scharlatan“ aus Salzburg.
Das „Salzburger Fenster“ wurde auf die Vorwürfe gegen den Arzt aus Salzburg aufmerksam gemacht. Wir haben vor Ort in Ljubljana mit Angehörigen und Ärzten gesprochen.
Ales Pate trauert um seinen Vater Peter Pate. Der 69-jährige an Darmkrebs erkrankte Mann war Patient von Dr. Klehr in Salzburg und verstarb kurz darauf.


„Er war wie ein Gott für uns“

Patienten und Angehörige klammern sich „an jeden Funken Hoffnung“und bezahlen enorme Summen an Dr. Klehr – jetzt nennen sie ihn Scharlatan


In Bayern verlor der „Krebsarzt“ Dr. Klehr eine Unterlassungsklage gegen einen Mediziner, der ihm vorgeworfen hatte, durch Vorspiegelung falscher Tatsachen Hoffnung bei todkranken Patienten zu erwecken. Jetzt wiederholen sich diese Vorwürfe in Slowenien.


Peter Pate während seiner Behandlung in der Salzburger Praxis von Dr. Klehr. Die slowenischen Ärzte sahen bei ihm keine Aussicht auf Heilung. Er verstarb kurz nach der Behandlung in Salzburg. / Foto: privat
Nach einer Sendung im staatlichen slowenischen Fernsehen über den „Wunderheiler“ ging der Sohn mit einem Leserbrief an die Tageszeitung „Delo“ vom 21. Juni dieses Jahres an die Öffentlichkeit. Er bezeichnete darin Doktor Klehr als „Scharlatan“, der seinem Vater „Genesung oder eine Verlängerung seines Lebens um mindestens fünf Jahre versprochen hatte“. Eineinhalb Monate nach der Rückkehr aus Salzburg sei der Vater dann verstorben.
Wir haben Ales Pate in Ljubljana getroffen, wo er sämtliche Angaben aus dem Leserbrief bestätigte. Er konnte uns Rechnungen über insgesamt 12.683,51 Euro für die Behandlungen bei Dr. Klehr in Salzburg vorlegen. Zudem musste der Vater 1.819 Euro für Nächtigungen in einem Hotel in Salzburg während der 14-tägigen Behandlung im April und Mai dieses Jahres aufbringen.
Ales Pate überließ uns auch den Befund der Universitätsklinik Ljubljana vom 1. Februar dieses Jahres, unterzeichnet von drei Professoren, aus dem hervorgeht, dass die Ärzte für den schwer krebskranken Mann wegen sich ausbreitender Metastasen keine Heilungschancen mehr sahen. Sie hielten jede weitere Operation für nicht mehr sinnvoll und empfahlen nur mehr eine Symptombehandlung. „Trotzdem“, so Ales Pate „glaubten mein Vater und ich mit blindem Vertrauen an die Versprechungen des Doktor Klehr. Mein Vater nahm die Strapazen der Fahrten nach Salzburg und der täglich sechs bis sieben Stunden dauernden Infusionen auf einem unbequemen Stuhl auf sich. Wir waren geblendet von seinen Aussagen, die Behandlung würde erfolgreich verlaufen.“

„35.000 Euro“


Franc Oblaks Lebensgefährtin starb nach einem Jahr Behandlung bei Doktor Klehr. „Wir haben bis zuletzt an ihn geglaubt.“
Ähnlich klingt der Bericht von Franc Oblak, dessen langjährige Lebensgefährtin Sonja Sorsak im Alter von 49 Jahren im Februar dieses Jahres an Krebs gestorben ist. Auch ihr konnten die slowenischen Ärzte keine Aussichten auf Heilung mehr machen. Trotzdem fuhren Franc Oblak und Sonja Sorsak im Januar 2007 zu Dr. Klehr nach Salzburg. Franc Oblak erinnert sich an die Versprechungen. Der Arzt habe wörtlich gesagt „ich kann Ihnen keine Garantie geben, aber ich bin überzeugt, dass ich Sie heilen kann.“ Franc Oblak: „Das hat uns Hoffnung gemacht.“ Im Laufe des Jahres 2007 sind sie dann auch „einmal für zwei Wochen und mindestens sieben bis acht Mal für eine Woche nach Salzburg zur Behandlung gefahren“. Am Anfang sei tatsächlich eine leichte Verbesserung des Zustandes seiner Lebensgefährtin eingetreten, dann aber eine rapide Verschlechterung bis hin zum Tod im Februar dieses Jahres. Franc Oblak: „Rund 35.000 Euro haben wir im Lauf dieses Jahres für die Behandlung in Salzburg bezahlt. Das war uns nicht zuviel. Doktor Klehr war wie ein Gott für uns. Wir haben bis zuletzt an ihn geglaubt.“

Tote Patienten


„Krebsheiler ist Scharlatan!“ Schlagzeile in der slowenischen Zeitschrift „Jana“ vom 22. Juli 2008.
Die beiden obigen tragischen Fälle stehen nicht allein. Auch andere Angehörige gehen nun mit ähnlichen Schilderungen an die Öffentlichkeit. „Seit rund zwei Jahren hören wir immer häufiger von Krebspatienten, die nach Salzburg zu Doktor Klehr fahren“, berichtet die Krebsspezialistin Doktor Olga Cerar vom Onkologischen Institut Ljubljana. Sie selbst kennt persönlich „zwei Patienten, die zu Doktor Klehr gefahren sind und nach seiner Behandlung gestorben sind“. Nach 35 Jahren als Ärztin versteht Doktor Cerar diese Patienten: „Es gibt bei Krebserkrankungen eine letzte Phase von wenigen Monaten, wo wir offen sagen müssen, dass wir keine Heilungschancen mehr sehen. In dieser schwierigen Phase sind viele Patienten für falsche Versprechungen empfänglich und klammern sich an jeden Strohhalm Hoffnung.“
Doktor Jana Ocvirk, ebenfalls Ärztin am Onkologischen Institut Ljubljana, weiß persönlich „von zehn Patienten, die bei Doktor Klehr in Salzburg waren. Sie sind mit einer einzigen Ausnahme alle tot. Diese Ausnahme ist ein Patient, der misstrauisch geworden ist, und die Behandlung bei Doktor Klehr abgebrochen hat.“
Univ.-Prof. Doktor Matjaz Zwitter, Spezialist für Lungenkrebs und Vorsitzender der Ethik-Kommission des Onkologischen Institutes Ljubljana, ergänzt: „Wir kennen kein einziges Beispiel einer längerfristigen Verbesserung oder Genesung durch diese Behandlungen.“
In Salzburg übt „Krebsarzt“ Doktor Klehr seine Tätigkeit bisher sehr still und ohne öffentliches Aufsehen aus. Sein Betätigungsfeld liegt hier vornehmlich bei Patienten aus Osteuropa. In der Anfangszeit kamen viele polnische Patienten zur Behandlung nach Salzburg, jetzt kommen sie zahlreich aus Slowenien.
In Deutschland erregte er allerdings in den 1990er Jahren enormes öffentliches Aufsehen. Er wurde in der Regenbogenpresse als „Herr der Killerzellen“ gefeiert. Dafür sorgten insbesondere Yvonne und Klausjürgen Wussow. Mit dem bekannten Schauspieler trat er mehrmals gemeinsam in Talkshows auf.

„Ungeheuer“ und „infame Strategie“


Doktor Olga Cerar vom Onkologischen Institut Ljubljana kennt verstorbene Patienten von Dr. Klehr. / Fotos (3): Breidenbach
Kritisch beleuchtete erstmals das Magazin „Stern“ am 18. April 1996 das Wirken des angeblichen Wunderheilers.
Das ARD-Magazin „Panorama“ widmete am 10. Dezember 1998 dem „dubiosen Mediziner“ eine eigene Sendung. Dort wurde unter anderem über den Fall einer an Leukämie erkrankten Frau berichtet, die nach einer 17.000 Mark teuren Behandlung verstorben war. Der damalige Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Dr. Hans Hege, nannte Klehr in dieser Sendung ein „erwerbsgetriebenes Ungeheuer“ und einen „Scharlatan, der mit der Hoffnung von Krebskranken Geld macht“. In der Sendung wurde auch die Aussage eines ehemaligen Mitarbeiters von Klehr genannt, wonach dieser mit seinen Behandlungen bis 1996 bereits rund 100 Millionen Mark verdient hätte.
Drastisch urteilte bereits 1994 der damalige Gesundheitsreferent der Stadt München, Dr. Hermann Schulte-Sasse. Herr Klehr verspreche Patienten einen Behandlungserfolg, den er in keiner Weise einhalten könne: „Diese Vorspiegelung falscher Tatsachen erweckt Hoffnung bei todkranken Patienten, und dies halte ich für eine besonders unärztliche, für eine besonders infame Strategie.“ Eine Klage Klehrs auf Unterlassung dieser Aussage wurde vom Landgericht München am 26. Januar 1996 abgewiesen.

Drei laufende Verfahren in Bayern

Gegenwärtig sind in Bayern gegen Dr. Klehr, der nach wie vor auch in München tätig ist, drei Verfahren anhängig. Bei der Regierung von Oberbayern läuft laut Regierungsdirektor Heinrich Schuster ein „pharmazierechtliches Verwaltungsstrafverfahren“. Bei der Staatsanwaltschaft München laufen laut Oberstaatsanwalt Anton Winkler zwei Verfahren. Eines wegen „Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz“. Dabei gehe es darum, „dass dem Doktor Klehr bereits vor Jahren die Erlaubnis zur Herstellung so genannter Blut-Zytokine entzogen wurde, und der Verdacht besteht, dass er dies trotzdem tut“. Das zweite Verfahren betrifft einen „Verstoß gegen das Heilmittelwerbegesetz“. Dabei geht es laut Oberstaatsanwalt Winkler darum, „dass Herr Klehr auf seiner Internet-Seite Versprechungen bezüglich Krebsbehandlungen macht, aber solche Versprechungen darf man nicht abgeben“.

Berufsverbot und Strafverfahren in Salzburg

Während die Salzburger Ärztekammer auf Anfragen des Salzburger Fensters zu diesem Fall nur sehr ausweichend antwortet, erhielten wir in Ljubljana Kenntnis davon, dass es bereits einen aufschlussreichen Briefwechsel zwischen der slowenischen und der Salzburger Ärztekammer gibt. Ein Schreiben der Salzburger Ärztekammer vom 18. April dieses Jahres nach Slowenien liegt uns vor. Es heißt darin unter anderem: „Im Jahr 2003 verdächtigte ihn die Disziplinarkommission von Oberösterreich und Salzburg des ärztlichen Fehlverhaltens und verhängte eine vorläufige Suspendierung. Diese Maßnahme wurde am 2. Juni 2006 zurückgezogen und Dr. Klehr ist seither wieder befugt seinen Beruf als Mediziner auszuüben … Wegen diverser Fakten ist ein Strafverfahren am Landesgericht Salzburg mit der Aktenzahl Ref 46 Ur212/02b anhängig.“ Die damalige Suspendierung Dr. Klehrs steht im Zusammenhang mit dem Tod einer von ihm behandelten polnischen Patientin in Salzburg.
Beim Landesgericht Salzburg bestätigt Staatsanwältin Barbara Feichtinger dieses seit dem Jahr 2002 anhängige Verfahren. Ermittelt wird wegen „des Verdachts des Betrugs“. Der Akt würde derzeit beim Oberlandesgericht Linz liegen. Das Gericht sei „in den Fall tief eingestiegen, wofür schon die Bestellung von vier Gutachtern spricht“.

„Keine wissenschaftliche Studie bekannt“

Salzburgs Onkologie-Primar hält keinerlei Kontakt


Primar Univ.-Professor Richard Greil
Primar Univ.-Professor Richard Greil, Vorstand der Onkologischen Abteilung der Salzburger Landeskrankenanstalten, kennt keine wissenschaftliche Studie von Dr. Klehr.

SF: Herr Professor Greil, haben Sie fachlichen Kontakt mit Doktor Klehr?

Prof. Greil: Ich habe keinerlei Kontakt mit Herrn Dr. Klehr.

SF: Warum nicht?

Prof. Greil: Ein sinnvoller Kontakt setzt den Respekt der wissenschaftlichen Wertigkeit der verwendeter Methoden, die Bereitschaft zur Offenlegung von Behandlungsergebnissen, die Anerkennung der Grundregeln bei der Entwicklung medizinischen Fortschrittes voraus. Zentral ist die besondere Würdigung der existenziellen Bedrohungssituation von Tumorpatienten in ihrer seelischen, gesundheitlich-körperlichen, sozialen und finanziellen Integrität und der ärztliche Auftrag, den Patienten in allen diesen Belangen vor Schaden zu schützen.

SF: Ist Ihnen eine klinische Studie über die Behandlungsmethoden des Doktor Klehr bekannt, die nach den anerkannten Regeln medizinischer Wissenschaft wie Wiederholbarkeit, Nachvollziehbarkeit, öffentliche Zugänglichkeit, behördliche Genehmigung und Genehmigung durch die Ethik-Kommission erstellt wurde?

Prof. Greil: Es ist mir keinerlei derartige Studie bekannt. Das internationale Verzeichnis der von anonymen und unabhängigen Gutachtern auf wissenschaftliche Wertigkeit geprüften Publikationen (Pubmed)weist keine klinische Studie unter der Federführung von Dr. Klehr aus, die über den Erfolg bzw. die Ergebnisse der von ihm propagierten Methoden an repräsentativen Patientengruppen berichten würde. Es sind mir auch keine Darstellungen dieser „Therapien“ an international angesehenen Fachkongressen, die quasi die Börse der Innovation in der Medizin darstellen, bekannt.

Interview: Heinrich Breidenbach



„Die Patienten sind nicht an Krebs gestorben“

Angehörige und andere Ärzte schuld


Dr. Nikolaus Klehr / Foto: Internet
Wir erreichten den „Krebsarzt“ Nikolaus Klehr in seinem Urlaub am Telefon. Er weist alle Vorwürfe zurück.

SF: Herr Doktor Klehr, es gibt in Slowenien schwere Vorwürfe von Angehörigen verstorbener Patienten und von Medizinern gegen Sie. Sie würden falsche Hoffnungen bei todgeweihten Patienten wecken und für teures Geld in Salzburg letztlich unwirksame Behandlungen durchführen.

Dr. Klehr: Die Vorwürfe sind unbegründet. Ich erwecke keine falschen Hoffnungen, die genannten Zahlen sind falsch. Meine Patienten werden gut aufgeklärt. Die Zeitschrift „Jana“, in der diese falschen Darstellungen publiziert wurden, muss eine Richtigstellung drucken.

SF: In der Zeitschrift werden auch sehr kritische Stellungnahmen hochrangiger slowenischer Mediziner ihnen gegenüber zitiert.

Dr. Klehr: Es ist mir unverständlich, wie diese Kollegen sich auf ein solches Schmuddelniveau herablassen können.

SF: Aber es sind doch Patienten kurz nach der Behandlung bei
Ihnen gestorben?

Dr. Klehr: Die beiden öffentlich genannten Patienten sind sicher nicht an Krebs gestorben. Die Therapie eines slowenischen Arztes und die Nachlässigkeit von Angehörigen haben zum Tod geführt. Mehr kann ich dazu aus Gründen der ärztlichen Verschwiegenheitspflicht nicht sagen.

„Nicht publiziert“

SF: Können Sie mir eine anerkannte wissenschaftliche Publikation nennen, welche die Erfolge Ihrer Behandlungen belegt?

Dr. Klehr: Vom Berliner Universitätsklinikum Charitè wurden unsere Erfolge bestätigt.

SF: Können Sie mir die Namen der Autoren dieser Studie nennen, und wo sie veröffentlicht wurde?

Dr. Klehr: Es handelt sich um eine gutachterliche Stellungnahme in unserem Auftrag, verfasst von einer Arbeitsgruppe. Wir haben sie nicht publiziert.

Interview: Heinrich Breidenbach
 
Heinrich Breidenbach

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« Last Edit: January 03, 2009, 06:12:06 PM by ama »
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ama

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Betrugsvorwurf: Anklage gegen "Krebsarzt"
« Reply #3 on: January 03, 2009, 06:15:53 PM »

Diesen Artikel dürfen wir dank der freundlichen Erlaubnis des Autors und des Salzburger Fensters übernehmen:

http://www.salzburger-fenster.at/rubrik/lokales/2908/weiter-riesenwirbel-um-salzburger_9937.html

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Weiter Riesenwirbel um Salzburger "Krebsarzt"

Zahlreiche Medienreaktionen auf SF-Exklusivbericht und neue Vorwürfe


Entsetzte Röntgenärztin: „Krebskranke verschulden sich und nehmen Kredite für Behandlung in Salzburg auf.“ Salzburgs Ärzte- Präsident Karl Forstner zeigt sich über die Vorwürfe betroffen. Es mangle aber an „konkreten Fakten“.



Das Onkologische Institut Ljubljana ist ein Zentrum der Kritik am Salzburger „Krebsarzt“. Den Briefwechsel mit der Salzburger Ärztekammer hat das Institut letzte Woche ins Internet gestellt. Foto: Heinrich Breidenbach


Das „Salzburger Fenster“ hat in seiner letzten Ausgabe exklusiv in Österreich über die schweren Vorwürfe von Angehörigen verstorbener Patienten, Medien und Medizinern in Slowenien gegen den in Salzburg tätigen „Krebsarzt“ Dr. Nikolaus Klehr berichtet. Der umstrittene und früher in Deutschland „prominente“ Arzt behandelt in Salzburg vornehmlich Patienten aus Osteuropa, derzeit vor allem aus Slowenien. Dem Mediziner wird vorgeworfen für teures Geld Behandlungen anzubieten, für deren positive Wirksamkeit es keinen wissenschaftlichen Nachweis gebe, und damit vergebliche Hoffnungen bei schwer kranken Krebspatienten zu wecken.
Dr. Klehr hat gegenüber dem Salzburger Fenster sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen.
In den slowenischen Medien ist in der letzen Woche intensiv mit Bezug auf den Artikel im „Salzburger Fenster“ über den Fall berichtet worden. Dabei sind auch neue Vorwürfe öffentlich geworden, unter anderem jene von der Röntgenärztin Dr. Irena Sedonja aus dem Krankenhaus von Murska Sobota. Ein Schreiben der Ärztin an das Onkologische Institut Ljubljana liegt uns im Wortlaut vor. Die Ärztin berichtet darin von Patienten, die „starke Verschuldung“ und die „Aufnahme von Krediten“ für Behandlungen in Salzburg in Kauf nehmen, deren Krankheit aber trotzdem und entgegen aller Hoffnungen „erbarmungslos fortschreitet“. Sie sei nach Berichten ihrer Patienten „entsetzt“ darüber, wie Dr. Klehr ihre Befunde deutet. Sogar das Wachsen von Tumoren würde er als positiv und „als Beweis einer erfolgreich verlaufenden Behandlung“ interpretieren.
Die Tageszeitung „Delo“ berichtete von einem neuen Gutachten slowenischer Mediziner über die Methoden des Dr. Klehr und von deren Ankündigung, noch intensiver von der Österreichischen Ärztekammer Aufklärung in dieser Causa zu fordern. Der bisherige Briefwechsel zwischen der slowenischen und der Salzburger Ärztekammer wurde mittlerweile vom Onkologischen Institut Ljubljana ins Internet gestellt.

Ärzte-Präsident: „Zu wenig konkrete Fakten“


Ärztepräsident Forstner: „Betroffen, aber an das Gesetz und die Verschwiegenheitspflicht gebunden.“ Foto: Ärztekammer Salzburg
In Salzburg zeigte sich der Präsident der Ärztekammer Dr. Karl Forstner „unglücklich“ über den Fall: „Es macht mich betroffen, wenn so schwere Vorwürfe über fragwürdige Behandlungsmethoden und Rechnungslegung gegen einen in Salzburg praktizierenden Arzt erhoben werden.“ Die Ärztekammer könne aber nicht „nach Laune und subjektivem Empfinden in das Recht auf freie Berufsausübung eingreifen, sondern ist an das Gesetz und die Verschwiegenheitspflicht gebunden.“ Bis dato habe sich nur eine Frau bei der Ärztekammer gemeldet, die die deutsche Übersetzung eines Leserbriefs von Angehörigen eines verstorbenen Patienten in einer slowenischen Zeitung übermittelt habe. Die Frau wollte anonym bleiben. Forstner: „Das ist zu wenig.“
Der Ärzte-Präsident betont allerdings, dass er in seinem Antwortschreiben an die slowenische Ärztekammer darauf hingewiesen habe, dass die Kammer natürlich konkreten Fakten, die ihr von slowenischen Ärzten zur Kenntnis gebracht werden, nachgehen und dem Gericht übermitteln werde. Beim Salzburger Landesgericht ist gegen Dr. Klehr seit dem Jahr 2002 ein Strafverfahren wegen „Verdacht des Betrugs“ anhängig. „Bis jetzt“, so Forstner, „sind uns mit Ausnahme des einen Leserbriefes aus Slowenien keine konkreten neuen Fakten übermittelt worden.“

Behandlungen trotz Verbot?

Wie berichtet wurde in Salzburg gegen Dr. Klehr im Jahr 2003 ein vorläufiges Berufsverbot verhängt. Dieses stand im Zusammenhang mit dem Tod eines von ihm behandelten polnischen Patienten in Salzburg. Der „Krebsarzt“ hat gegen das vorläufige Berufsverbot erfolgreich rechtliche Schritte gesetzt und übt seit Juni 2006 seine Tätigkeit in Salzburg wieder legal aus.
Dem „Salzburger Fenster“ liegt nun die gesicherte Information vor, wonach am 4. Februar 2004 erneut eine von Dr. Klehr behandelte todkranke junge polnische Krebspatientin in das Salzburger Landeskrankenhaus eingeliefert werden musste. Die Ärzte konnten der jungen Frau nicht mehr helfen und sie wurde am 7. Februar 2004 mit dem Rettungswagen nach Polen zurück transportiert. Zu dieser Zeit hatte Klehr in Salzburg Berufsverbot. Uns liegen noch keine gesicherten Informationen darüber vor, ob dieser Vorfall damals überhaupt von den Salzburger Behörden untersucht wurde, und zu welchen Ergebnissen und Konsequenzen eine solche Untersuchung geführt hat.
 
Heinrich Breidenbach

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Betrugsvorwurf: Anklage gegen "Krebsarzt"
« Reply #4 on: January 03, 2009, 06:17:31 PM »

Diesen Artikel dürfen wir dank der freundlichen Erlaubnis des Autors und des Salzburger Fensters übernehmen:

http://www.salzburger-fenster.at/rubrik/lokales/3608/-krebsarzt-neue-beschwerde_10507.html

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Salzburger Fenster

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"Krebsarzt": Neue Beschwerde

Witwe wandte sich an Ärztekammer: „Über 14.000 Euro für vergebliche Hoffnungen“– Patient verstorben


Im Fall des in Salzburg tätigen deutschen „Krebsarztes“ Nikolaus Klehr hat sich nach den Berichten im Salzburger Fenster die Witwe eines verstorbenen Patienten bei der Ärztekammer gemeldet. Sie möchte im anhängigen Strafverfahren als Zeugin aussagen.



Frau Marion Christofzik: „Es kostet viel Kraft, aber ich werde als Zeugin aussagen, wenn ich geladen werde.“ Foto: Breidenbach


Ich habe an diesen Arzt nie geglaubt, aber ich konnte meinem schwer kranken Mann doch die Hoffnung nicht nehmen“, sagt die in Villach lebende Frau Marion Christofzik zum Salzburger Fenster. Sie trauert um ihren Mann Gerhard, der im Mai dieses Jahres nach einem langen Krebsleiden verstorben ist. Im Spätstadium der Krankheit hatte sich ihr Mann Gerhard Christofzik mit letzter Hoffnung an den in Salzburg tätigen „Krebsarzt“ Nikolaus Klehr gewandt und war von diesem behandelt worden.
Nachdem Frau Christofzik aus den Berichten im Salzburger Fenster erfahren hatte, dass beim Landesgericht Salzburg ein Verfahren gegen Dr. Klehr wegen „Verdacht des Betrugs“ anhängig ist, und dass die Ärztekammer Fakten, die ihr zur Kenntnis gebracht werden, auch an das Gericht weiter leitet, übermittelte sie letzterer eine Dokumentation über die Behandlung ihres Mannes durch Dr. Klehr. Johannes Barth, stellvertretender Direktor der Salzburger Ärztekammer, bestätigt gegenüber dem SF den Eingang „einer Beschwerde einer Angehörigen eines verstorbenen Patienten“. Die übermittelten Dokumente seien dem Landesgericht Salzburg und der Disziplinarkommission der Ärztekammer „zur weiteren Prüfung“ übergeben worden.

„Auf richtigem Weg“

Frau Christofzik hat auch dem Salzburger Fenster die Dokumentation übergeben. Aus dieser geht unter anderem hervor, dass Herr Christofzik wegen eines bereits metastasierenden Darmkrebses im Mai 2007 im Landeskrankenhaus Villach mit einer schmerzlindernden Chemotherapie behandelt wurde. Ein Röntgenbefund vom 31. Juli 2007 musste zahlreiche neue Metastasen in Leber und Lunge feststellen.
Trotzdem habe laut Frau Christofzik Dr. Klehr noch Monate nach diesen Befunden, nämlich beim ersten Kontakt am 22. November 2007, ihrem damals bereits todgeweihten, schwerkranken Mann noch Hoffnungen gemacht: „Er hat alle Befunde gekannt und sprach trotzdem davon, dass wir das in den Griff bekommen werden, und dass er die Botenstoffe des Blutes auf die Krebszellen ,abrichtet’, die dann die Wucherungen des Krebses stoppen oder vernichten.“ Im Verlauf der Behandlung habe Dr. Klehr dann sogar noch gesagt „wir sind auf dem richtigen Weg“.
Frau Christofzik will das auch vor Gericht als Zeugin bestätigen: „Es kostet viel Kraft, aber wenn ich geladen werde, werde ich aussagen.“

„Schweigepflicht“

An Kosten für die Behandlung bei Dr. Klehr in Salzburg listet Frau Christofzik auf: Reine Behandlungskosten 13.753,76 Euro, Laborkosten 730,61 Euro, dazu kommen noch die Übernachtungen in Salzburg mit 660 Euro. Insgesamt also 15.144,37 Euro. „Alle Rechnungen habe ich der Salzburger Ärztekammer übergeben.“
Dr. Klehr wurde vom Salzburger Fenster zu einer Stellungnahme zu diesen neuen Vorwürfen gebeten. Er meinte, er werde dies „angesichts des zusätzlich andernorts durchgeführten interferierenden Therapieregimes“ sehr gerne tun. Leider aber sei er ohne die hierzu erforderliche Vollmacht der Erben des Patienten „sowohl standesrechtlich als auch allgemein juristisch“ an die Einhaltung „der mir obliegenden Schweigepflicht gebunden“.

Prozess verloren

In München hat Dr. Klehr einen Prozess verloren. Es handelt sich dabei um die Klage der Witwe eines verstorbenen Patienten auf Herausgabe der Krankenakten. Laut Süddeutscher Zeitung konnten die Ärzte auch diesem damals 63-jährigen Darmkrebspatienten keine Hoffnungen mehr machen, und hatte sich dieser als „letzten Strohhalm“ an Klehr gewandt. Nach dem Tod des Patienten hatte sich Klehr geweigert, die Patientenakten der Witwe zu übergeben. Dies mit dem Argument, er sei auch über den Tod hinaus an seine „Verschwiegenheitspflicht“ gebunden.
Die Münchner Richter verurteilten Klehr im März dieses Jahres in erster Instanz zur Herausgabe „leserlicher Kopien sämtlicher Krankenunterlagen“. Am 9. Oktober nun hat das Oberlandgericht München die Berufung Klehrs gegen das Urteil endgültig und rechtskräftig zurückgewiesen. Dr. Klehr muss die Prozesskosten bezahlen und die Krankenakten des verstorbenen Patienten dessen Witwe übergeben.
Die auf Arzthaftungsrecht spezialisierte Münchner Rechtsanwaltskanzlei „Waibl & Jobst“ betont gegenüber dem Salzburger Fenster, dass die Klage auf Herausgabe der Krankenakten nur der erste Schritt in diesem Fall gewesen sei und der Vorbereitung weiterer gerichtlicher Schritte diene.

 
Heinrich Breidenbach

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Eule

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http://www.krebsforum-lazarus.ch/board5-pressemeldungen/264-jetzt-b5-aktuell-dr-klehr-ist-nicht-zu-fassen-warum-ein-zweifelhafter-krebsarzt-weiter-praktizieren-darf/

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http://www.br.de/radio/b5-aktuell/programmkalender/sendung121986.html

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Der Funkstreifzug

Heute, 06.11.2011
09.15 bis 09.29 Uhr

Als Podcast verfügbar

B5 aktuell

Mehr zur Sendung
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Musiktitel
Suche: Funkstreifzug

Dr. Klehr ist nicht zu fassen: Warum ein zweifelhafter Krebsarzt weiter praktizieren darf

von Claudia Gürkov
Redaktion: Carola Brand

Als Podcast verfügbar

Themen auf den Punkt gebracht

Betrachtungen zu aktuellen Entwicklungen aus Politik und Gesellschaft - sonntags um 9.15 Uhr in B5 aktuell.
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Als Podcast verfügbar

http://cdn-storage.br.de/mir-live/MUJIuUOVBwQIb71S/iw11MXTPbXPS/_2rc_K1S/_AiS/_-rp5-rP/111106_0915_Der-Funkstreifzug_Dr-Klehr-ist-nicht-zu-fassen.mp3
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Thymian

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Der Funkstreifzug
Themen auf den Punkt gebracht
Stand: 04.11.2011

Betrachtungen zu aktuellen Entwicklungen aus Politik und Gesellschaft

Das Thema vom 6.11.2011
Dr. Klehr ist nicht zu fassen: Warum ein zweifelhafter Krebsarzt weiter praktizieren darf

Das Geschäftsmodell von Versicherungen, Kosmetikherstellern und Wunderärzten basiert auf zwei menschlichen Regungen: Angst und Hoffnung. Wenn also ein todkranker Mensch, dem die Schulmedizin nicht mehr helfen kann, Rettung bei einem Arzt sucht, der sich später als Scharlatan herausstellt - kann man es ihm verdenken? Sicher nicht. Wohl aber den Behörden und Verbänden, die es nicht schaffen selbst ernannten Wunderheilern das Handwerk zu legen.
Umstrittene Therapie

So wie im Fall von Dr. Nikolaus Klehr. Seit 20 Jahren behandelt der Dermatologe vor allem Krebspatienten mit einer Art Eigenbluttherapie. Kein Wissenschaftler hat je die Wirksamkeit bestätigt und es gab Dutzende von Prozessen gegen den Arzt, der von manchen Medien als Wunderheiler gehandelt wurde. Doch Dr. Klehr ist nicht zu fassen - er praktiziert immer noch. In München und Salzburg betreut er Patienten aus halb Europa. Patientenschutz? Fehlanzeige.

Jahrelanger Rechtsstreit

Während Behörden und Verbände zaudern, beweist eine Witwe aus Markt Schwaben Zivilcourage. Sie verklagte Dr. Klehr, der ihren krebskranken Mann behandelte, durch alle Instanzen. Knapp fünf Jahre nach dem Tod ihres Mannes verurteilte der Bundesgerichtshof den Arzt, die Krankenakte des Toten an die Familie herauszugeben und die Behandlungskosten zu erstatten. Das Geld wurde jetzt überwiesen. Die Akte aber hütet Dr. Klehr bislang ebenso eifersüchtig wie seine Approbation.
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Quelle:
http://www.br.de/radio/b5-aktuell/sendungen/der-funkstreifzug/index.html
« Last Edit: November 07, 2011, 05:17:08 AM by Thymian »
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Drennhaak

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Krebsarzt Klehr wegen Betrugs vor Gericht
« Reply #7 on: October 22, 2013, 07:10:52 AM »

ist das ein neues Verfahren gegen Klehr oder hat Klehr es geschafft, die alten Verfahren gegen ihn so lange zu verzögern? Weiß Jemand etwas von neuen Zeugen?

Der Bayerische Rundfunkt gibt in seiner Notiz keine näheren Angaben.

http://www.br.de/nachrichten/oberbayern/krebs-arzt-prozess-100.html

Prozess
Krebsarzt vor Gericht

Der umstrittene Dermatologe behandelte unter anderem in München, Bad Heilbrunn, Traunstein und Salzburg - auch mit einem angeblichen Wundermittel. Am Dienstag (22.10.13) steht der Krebsarzt in Salzburg vor Gericht - wegen Betrugs.
Stand: 22.10.2013

Der Mann führte auch Behandlungen mit Eigenblut durch. Dafür verlangte er von den Krebspatienten hohe Geldsummen. 1996 entzog ihm die Regierung von Oberbayern die Approbation, die er später wiedererlangte. Die Staatsanwaltschaft Salzburg will ihm jetzt Betrug am Patienten nachweisen.

Gibt es Filmberichte? Wer sind die Journalisten?
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Kartoline

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Klehr wurde abgeschmettert. Nach 15 Jahren...
« Reply #8 on: February 25, 2014, 06:15:49 AM »

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/blutlabor-in-gruenwald-arzt-darf-krebs-killerzellen-nicht-mehr-herstellen-1.1897272
Kurz-URL http://sz.de/1.1897272

[Zitat]
25. Februar 2014 08:32
Blutlabor in Grünwald
Arzt darf angebliche Krebs-Killerzellen nicht mehr herstellen

[...]
Dem Münchner Mediziner Nikolaus Klehr bleibt es weiterhin verboten, die von ihm kreierten Eigenblut-Präparate in seiner Betriebsstätte in Grünwald zu produzieren. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) entschieden. Der selbsternannte Krebsarzt liegt seit den 1990er Jahren mit Gesundheitsbehörden und Justiz im Clinch: Im Mittelpunkt stehen seine angeblichen Killerzellen gegen Krebstumore - ein weltweit lukratives Geschäft.

Immer wieder lassen sich verzweifelte Patienten auf die sehr teure Spezial-Therapie ein. Das Klinikum Großhadern hatte aber schon frühzeitig festgestellt, dass es sich bei dieser vermeintlichen Krebsfresser-Mixtur vor allem um "verdünntes angeronnenes Blutplasma" handle.
[...]

Klehr klagte dagegen vor dem Verwaltungsgericht München - ohne Erfolg. Nun, fast fünf Jahre nach der Entscheidung in erster Instanz, hat der VGH den Antrag des Arztes auf Zulassung der Berufung ohne weitere mündliche Verhandlung durch Beschluss abgelehnt.

Der 20. Senat hat keine ernstlichen Zweifel an der Richtigkeit der Entscheidung des Verwaltungsgerichts. Vor allem habe der Arzt der Regierung jahrelang keine Sachkunde- und Zuverlässigkeitsnachweise für verantwortliche Personen vorgelegt - die Behörde habe deshalb damals nicht länger warten müssen. Der Widerruf sei somit verhältnismäßig. Auf einzelne Punkte aus der Urteilsbegründung, die Klehr vor dem VGH angreifen wollte, kommt es nach Auffassung des Senats gar nicht mehr an. Rechtsmittel gegen diesen Beschluss (Az.: 20 ZB 11.1998) sind nicht zugelassen.
[Zitat Ende]

Die Sprengkraft dieser Sache ist, daß sie keine hat. Sieht man das Datum als Beginn der juristischen Auseinandersetzung, so fing die Rechtssache 1998 an. In den folgenden 15 Jahren konnte Klehr weitermachen. Die aufgeflogenen Fälle belegen es.

Dieser "Rechtsstaat" hat 15 Jahre lang die Rechte der Kranken mit Füßen getreten.
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Borodor

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Re: Betrugsvorwurf: Anklage gegen 'Krebsarzt'
« Reply #9 on: March 12, 2019, 08:49:44 AM »

Kartoline:

"Die Sprengkraft dieser Sache ist, daß sie keine hat. Sieht man das Datum als Beginn der juristischen Auseinandersetzung, so fing die Rechtssache 1998 an. In den folgenden 15 Jahren konnte Klehr weitermachen. Die aufgeflogenen Fälle belegen es.

Dieser "Rechtsstaat" hat 15 Jahre lang die Rechte der Kranken mit Füßen getreten."


In anderen Fällen werden Strafanzeigen sogar abgewiesen. Der "Rechtsstaat" ist eine Farce.
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