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Author Topic: Was ist ein Hamer?scher Herd?  (Read 3650 times)

ama

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Was ist ein Hamer?scher Herd?
« on: January 20, 2006, 10:20:04 PM »

http://216.194.74.26:80/forum/messages/119337.htm

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Hamer-Herde sind Artefakte (langer Text)

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Geschrieben von Andi am 20. Januar 2006 11:02:13:

Was ist ein Hamer?scher Herd?

Hamer behauptet, im Hirn-CT (cCT) von Krebspatienten Veränderungen entdecken zu können, die einer Schießscheibe ähneln, also sog. konzentrische Kreise.

Zur Art der ?Hamer-Herde? stellen sich sofort zwei Fragen, die von Hamer nirgends beantwortet werden. Er beharrt aber ständig darauf, dass diese Erscheinungen keine Artefakte der Computertomographie seien, ist aber nicht in der Lage dafür einen stichhaltigen Beweis zu liefern, wobei dieser ganz einfach wäre, wenn es keine Artefakte wären.

Welche morphologische Struktur liegt den Hamer-Herden zugrunde?

Bei einer Computertomographie handelt es sich bekanntlich um eine Schnittbilddarstellung mit einer Schichtdicke von wenigen Millimetern.
Damit ein Schnitt durch eine geometrische Figur einen Kreis ergibt, muss diese eine der nachfolgenden Formen oder eine Mischform daraus aufweisen:

1. Die Kugel:
Egal, in welchem Winkel und in welcher Schicht man durch eine Kugel einen ebenen Schnitt führt, er wird immer kreisförmig sein. Ein daneben geführter paralleler Schnitt hat natürlich die gleiche Form, aber nur dann die gleiche Größe, wenn er exakt genauso weit vom Mittelpunkt der Kugel entfernt ist.

Wenn es sich bei den Hamer-Herden also um kugelförmige Gebilde handeln sollte, muss er ab einem Durchmesser größer als die Schichtdicke immer in mehreren Schnittbildern zu sehen sein und auf jedem Bild eine andere Größe haben.

2. Der Zylinder:
Damit ein Schnitt durch einen Zylinder einen exakten Kreis ergibt, muss die Schnittebene im rechten Winkel zur Zylinderachse stehen. Dies dürfte im CT aber nur in den seltensten Fällen vorliegen, sodass die Hamer-Herde meistens als Oval erscheinen müssten. In den benachbarten Schnittbildern müsst in jedem Fall jeweils die gleiche Struktur mit gleicher Größe erkennbar sein. Bei Kippung der Schnittebene muss die Struktur ihre Form verändern.
Zur vorauszusetzenden exakt gleichmäßigen Struktur des Zylinders ist das gleiche zu vermerken, wie bei der Kugel.

3. Der Kegel:
Auch der schnitt durch einen Kegel ergibt nur bei einem rechten Winkel zur Längsachse einen exakten Kreis, andernfalls entsteht ein unregelmäßiges Oval oder eine Parabel. In den Nachbarbildern müssten ähnliche, d.h. gleich geformte, aber unterschiedlich große Strukturen erkennbar sein.


4. Die Scheibe:
Womöglich ist ja der Hamer-Herd genau das, als was er erscheint, nämlich eine flache Scheibe.
In diesem Fall wäre es aber sehr unwahrscheinlich, im CT genau diese Scheibe so zu treffen, dass deren Ebene mit der Schnittbildebene genau übereinstimmt. In allen anderen Fällen wäre mehr oder weniger breite eine Linie oder annähernd rechteckige Fläche zu sehen. Bei genauer Übereinstimmung dürfte in den Nachbarschnitten nichts zu sehen sein, bei nicht genauer Übereinstimmung müssten Linien oder flächen unterschiedlicher Länge erkennbar sein.

Wie dem auch sei, Hamer schweigt sich über das morphologische Korrelat seiner Herde aus. Aber eines wird klar: wenn sie immer als konzentrische Kreise auf einem CT abgebildet werden, müssen sie sehr gleichmäßiger innerer und äußerer Struktur sein. Aus technischen bzw. stochastischen Gründen scheiden der Zylinder, der Kegel und die Scheibe und alle ihre Abwandlungen als morphologisches Korrelat aus. Bleibt also nur die Kugel. Die müsste jedoch auch in weiteren Bildern erkennbar sein, wobei der Schnitt von Bild zu Bild an Größe entweder zu- oder abnimmt.
Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass im Rahmen eines krankhaften Geschehens immer ein exakt kugelrundes Gebilde an verschiedenen Orten des Gehirns auftritt. Weder in der Anatomie noch in der Pathologie sind größere, d.h. im CT erkennbare exakt kugelrunde Strukturen bekannt. Auch wurden bislang aus den Reihen Hamers nie Bildfolgen einer Computertomographie mit sog. Hamer-Herden auf mehreren Bildern, die o.a. Kriterien entsprechen veröffentlicht.


Warum sind ?Hamer-Herde? nur im CT nachweisbar?

Von Kritikern werden die ?Hamer-Herde? von jeher als Artefakt bezeichnet. Diese Ringartefakte sind bei CT-Geräten der 3. Generation (ab 1974), die Hamer bei seiner ?Entdeckung? Anfang der 80er Jahre verwendet haben dürfte, bekanntermaßen keine Seltenheit gewesen, treten aber bei moderneren CTs so gut wie nicht mehr auf.

In der von Hamer als ?Verifikation? bezeichneten Bestätigung der Firma Siemans, an der er allerdings selbst mitgearbeitet hat, wird u. a. als Ausschlusskriterium für ein Artefakt genannt:
?Ein Ringartefakt liegt demzufolge sicher nicht vor, wenn im NMR eine vergleichbare eindeutige Ringformation sichtbar ist, ? die geräteabhängigen Artefakte sind kreisförmige oder kreissegmentförmige Strukturen um das Drehzentrum der Anlage. Wenn solche Strukturen echten anatomischen Gegebenheiten entsprechen können, empfiehlt sich die Wiederholung des Scans mit seitlich oder in der Höhe verschobener Patientenposition. Wenn die Struktur in dem wiederholten Tomogramm bezüglich markanter, patienteneigener Strukturen nicht verschoben ist, liegt kein Artefakt vor. ?
http://www.pilhar.com/Hamer/NeuMed/Zertif/891222.htm

Allein diese beiden Kriterien genügen, um nachzuweisen, ob es sich bei den ?Hamer-Herden? um Artefakte handelt oder nicht. Wenn eine, im cCT entdeckte Ringstruktur an gleicher Stelle auch im NMR sichtbar ist, kann es sich logischerweise nicht um ein Artefakt des CT handeln, denn die Technik des NMR unterscheidet sich grundlegend von der des CT. Im CT wird mit Röntgenstrahlen gearbeitet, im NMR mit magnetischen Impulsen.
Außerdem wäre ein Hamer-Herd zweifelsfrei kein Artefakt, wenn er bei einem erneuten cCT in anderer Position des Patienten oder anderer Schnittbildführung wieder an gleicher Stelle des Patienten erscheint.
Merkwürdigerweise hat Hamer diese Möglichkeit des Nachweises für die Richtigkeit seiner Theorie ? zumindest offiziell - nie genutzt, und bis heute sprechen alle Anhänger der ?GNM? nur immer vom CT, nie aber vom NMR. Das mutet seltsam an, wo doch die Kernspintomographie seit Jahren etabliert und im Gegensatz zum CT strahlungsfrei ist.
Natürlich kann man getrost davon ausgehen, dass Hamer bei allen seinen Bemühungen, die ?(G)NM? zu ?verifizieren? auch versuchte, seine Herde im NMR zu finden. Hätte er sie gefunden, so wäre dies mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit veröffentlicht worden, spätestens auf Pilhars Web-Seite. Im gesamten WWW findet sich jedoch kein einziger Fall, bei dem ein Hamer-Herd im NMR nachgewiesen worden wäre. Das Nichtvorhandensein eines solchen Falles ist daher so zu interpretieren, dass die Hamer-Herde im NMR nicht gefunden werden konnten, und sie somit als Artefakt des CT mit veralteter Technik zu werten sind.
Auch über die Möglichkeit des Nachweises anhand einer Lageänderung oder einer anderen Schnittbildführung im CT gibt es keine einzige Veröffentlichung auf den einschlägigen GNM-Seiten, wobei man auch hier davon ausgehen kann, dass Hamer dies mit Sicherheit versucht hat, aber auch hier scheiterte und die Sache unkommentiert unter den Tisch fallen ließ.
Die artifizielle Genese der ?Hamer-Herde? wird zudem durch die wenigen Beispiele deutlich, die sich auf GNM-freundlichen Seiten finden. Das eindruckvollste Beispiel ist ausgerechnet auf der Seite von Pilhar zu finden:
http://www.pilhar.com/Hamer/Korrespo/2005/20050808_Beisswenger_GlaubeWissenWeisheit.htm

Sieht man sich einmal den sog. Hamerschen Herd an, der auf dieser Seite abgebildet ist, fällt sofort auf, dass sich dieser über die Trennung der beiden Großhirnhälften erstreckt. Sogar die Ringstruktur wird durch die sog. Fissura longitudinalis cerebri deutlich durchbrochen, so dass zwei ungleich große Teile eines Kreises entstehen.
Das macht deutlich, dass es sich hierbei nicht um eine anatomische Struktur sondern nur um ein Artefakt handeln kann, denn welche Struktur kann ohne Verbindung von einem Organteil in ein anderes wachsen oder entstehen, wobei der Verlauf der Grenzstrukturen weiterhin exakt eingehalten wird?


Antworten:

Re: Hamer-Herde sind Artefakte (langer Text) 7 Wunder 20.01.2006 13:48 (0)
Re: Hamer-Herde sind Artefakte (langer Text) Ryke 20.01.2006 11:06 (0)

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ama

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Was ist ein Hamer?scher Herd?
« Reply #1 on: January 20, 2006, 10:44:31 PM »

http://f23.parsimony.net/forum49144/messages/60924.htm

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Re: Hamer-Herde sind nichts anderes als Artefakte
DAS Forum f. Medizin, Heilkunde und Medizinkritik

Geschrieben von Doc am 20. Januar 2006 20:18:22:

Als Antwort auf: Hamer-Herde sind nichts anderes als Artefakte geschrieben von Andi am 20. Januar 2006 10:54:33:

einen weiteren Punkt kann man noch hinzufügen, der das Vorhandensein von Hamerschen Herden absolut unmöglich macht: unterschiedliche Grautöne im CT entsprechen unterschiedlichen Dichtegraden bzw. unterschiedlichen Materialien. Daher müßte ein im CT sichtbarer Hamerscher Herd an den "hellen" stellen, die Abschattungen sind, dichter sein, und an den "dunklen" Stellen, die Aufhellungen sind, umgekehrt. Dabei müßte diese Abfolge von konzentrischen und regelmäßigen Schichten hoher und niedriger Dichte in der morphologie und in der Pathologie zu finden sein, denn die Dichtewechsel können nur im zellulären Aufbau begründet liegen - genau darauf beruht ja das Prinzip des CT. Daher müßte sich der Dichtesprung aber auch auf benachbarte Strukturen auswirken, und er könnte in Strukturen gleicher Dichte (Liquor !) niemals sichtbar sein. D.h. ein Hamerscher Herd, der auch im Liquor sichtbar ist, ist immer ein Artefakt. Ein HH, der die Hemisphären überspannt, ist immer ein Artefakt. Ein HH, der die Grenzen morphologischer Strukturen überschreitet (und z.B. Teile des Stammhirns oder des Corpus callosum erreicht) ist immer ein Artefakt.
Aus oben gesagtem ergibt sich aber auch, daß WENN ein HH "real" wäre, es im NMR und eigentlich auch im Sono sichtbar sein müßte, und es bestätigt wieder die Regel, daß jeder HH, der im NMR nicht sichtbar ist, de facto und ohne jeden Zweifel als Artefakt oder Fälschung bezeichnet werden muß.

Antworten:

DAS Forum f. Medizin, Heilkunde und Medizinkritik
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ama

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Was ist ein Hamer?scher Herd?
« Reply #2 on: February 16, 2006, 08:00:10 PM »

http://f23.parsimony.net/forum49144/messages/60943.htm

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Ergänzung: Hamersche Herde / Artefakte
DAS Forum f. Medizin, Heilkunde und Medizinkritik

Geschrieben von Leo am 13. Februar 2006 13:23:11:

Ich habe mal einen Freund gefragt, der bei SIEMENS Medical Solutions berufsmäßig mit bildgebenden Verfahren befaßt ist, wie er die Diskussion einschätzt.
Er schrieb mir: "Der thread von Andi
(http://f23.parsimony.net/forum49144/messages/60919.htm)
macht für mich absolut Sinn. Der Mann hat Ahnung von Mathe und medizinischer Bildgebung."

Er gab zwei Literaturhinweise, wo man auch was über mögliche Artefakte erfahren könne und die ich an die hiesigen Experten weitergeben möchte:

Imaging Systems for Medical Diagnostics von Arnulf Oppelt
http://www.amazon.de/exec/obidos/search-handle-url/index=books-de&field-author=Oppelt%2C%20Arnulf/028-6399499-3004550

Computed Tomography Fundamentals, System Technology, Image Quality, Applications von Willi A. Kalender (Deutsch oder Englisch)
http://www.amazon.de/exec/obidos/search-handle-url/index=books-de&field-author=Kalender%2C%20Willi%20A./028-6399499-3004550

Außerdem schrieb er:

"Als weitere Methoden der Verifikation bzw. Falsifikation könnte ich mir auch PET/CT bzw. SPECT/CT
(http://www.medical.siemens.com/webapp/wcs/stores/servlet/PSGenericDisplay?storeId=10001&langId=-3&catalogId=-3&catTree=100001&pageId=47588)

und im Falle von MR sowohl 3D - Messungen
http://www.medical.siemens.com/webapp/wcs/stores/servlet/PSProductImageDisplay?productId=75336&storeId=10001&langId=-3&catalogId=-3&catTree=100001,12786,12754

(T1 und T2 gewichtet, Perfusion und Diffusion) mit der Rekunstruktion beliebiger Schichten (mehrfach oblique) als auch Spektroskopie

http://www.medical.siemens.com/webapp/wcs/stores/servlet/SMStandardContentView?storeId=10001&langId=-3&catalogId=-3&contentTypeId=3&pageId=65920&view=individual&catTree=100001,12786,12754
(Metabolitenbilder, z.B. Cholin-Peak-Auswertung) vorstellen."

Für mich als Fachfremden sind das böhmische Dörfer, aber vielleicht sind diese Hinweise ja für die Experten von Nutzen.

Grüße - Leo
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