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Author Topic: Hart aber fair - Faktencheck  (Read 2985 times)

ama

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Hart aber fair - Faktencheck
« on: December 18, 2008, 09:33:42 AM »

http://www.wdr.de/themen/politik/1/hart_aber_fair/faktencheck_081217/index.jhtml

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Hart aber fair - Faktencheck

Sie befinden sich hier:  WDR.de  Politik  
Hart aber fair: Faktencheck zur Sendung vom 17.12.08
 
Was taugt die alternative Medizin?
Faktencheck: Aussagen auf dem Prüfstand

Ärzte sind für die Deutschen Halbgötter in weiß - aber trotzdem glauben
viele gleichzeitig an Heiler, Engel und die Kraft von Pflanzen und
Steinen. Gibt es eine wirksame Medizin jenseits des Messbaren? Findet die
Seele Heilung da, wo die moderne Massenmedizin versagt?

WebTV
Hand auflegen oder nur Hand aufhalten
Was taugt die alternative Medizin?

Eine Talkshow ist turbulent. Auch in 75 Minuten bleibt oft keine Zeit,
Aussagen der Gäste gründlich zu prüfen. Deshalb hakt "Hart aber fair" nach
und lässt einige Aussagen und Behauptungen von Experten unter die Lupe
nehmen. Die Antworten gibt es am Tag nach der Sendung, hier, im
Faktencheck.

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Beda Stadler über die Wirksamkeit der Homöopathie
 
Beda Stadler

Beda Stadler, Professor für Immunologie an der Universität Bern, sagt,
Homöopathie sei Hokuspokus. In Wahrheit werden den Patienten
Zuckerkügelchen ohne Wirkung verkauft und ihnen das Geld aus der Tasche
gezogen. Stimmt diese Einschätzung?

Max Pittler:  Es gibt eine große Anzahl von wissenschaftlichen Studien zu
einer Vielzahl von Indikationen im Bereich der Homöopathie. Zu keiner
Indikation gibt es überzeugende spezifische Wirksamkeitsnachweise in der
Homöopathie. Dies ist nachprüfbar in systematischen Übersichtsarbeiten und
einer Vielzahl von Datenbanken. Nach heutigem Wissen hat die Homöopathie
bei keiner Indikation spezifische Effekte, die über die von
Kontexteffekten (Plazeboeffekte) hinausgeht. Jeder gute Arzt nutzt aber
diese Kontexteffekte, die in bestimmten Situationen stark sein können.
Allerdings hat auch jedes therapeutische Verfahren (Tabletten, Spritzen,
manuelle Verfahren etc.) Kontexteffekte, die gratis sind und die zusammen
mit den spezifischen Effekten der Medikation/Therapie wirken.

Jürgen Windeler:  Das ist sicher eine überspitzte, aber im sachlichen Kern
richtige Aussage. Schon die Theorie der Homöopathie ist in allen
wesentlichen Punkten unbewiesen und in einigen Punkten offensichtlich
falsch. Homöopathische Mittel haben in höheren "Potenzen" und insbesondere
sogenannten Hochpotenzen keine Wirkung. In tiefen Potenzen (z.B. unter D4)
könnten ihre Wirkungen denen von normalen pflanzlichen Mitteln
entsprechen. Gut belegt ist deren Wirksamkeit aber auch nicht.

O-Ton: Beda Stadler

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Barbara Rütting über die Wirksamkeit des "Handauflegens"
 
Barbara Rütting

Gesundheitsberaterin Barbara Rütting sagt, es sei erwiesen, dass mit
Methoden des Handauflegens, wie zum Beispiel Reiki, geheilt werden kann.

Ist das richtig?

Max Pittler:  Im Gegensatz zur Homöopathie gibt es zu Reiki nur sehr
wenige (randomisierte) Studien. Aufgrund dieser Datenlage muss man hier
aber auch sagen, dass es zu keiner Indikation überzeugende spezifische
Wirksamkeitsnachweise gibt. Wenn dies im Einzelfall wie bei Frau Rütting
einmal geholfen hat, ist dies schön und lässt sich nicht weg diskutieren.
Allerdings entspricht die Qualität einer solchen Aussage (wie sie vielfach
während der Sendung gemacht wurde) der einer Patientenanekdote und ist auf
der Ebene der Hypothesengenerierung anzusiedeln. Eine derartige Hypothese,
wie sie von Frau Rütting aufgestellt wurde, lässt sich leicht in einer
randomisierten Studie überprüfen, um zu testen, ob Reiki wirklich
spezifische Effekte hat, die zur Heilung genutzt werden könnten. Dies wäre
wichtig zu wissen, um Reiki auch bei anderen Patienten zur Heilung
einsetzen zu können.

Jürgen Windeler:  Nein. Es gibt Studien zu Reiki, die auf einen positiven
symptom-lindernden Effekt hindeuten, aber auch andere, die keinen Effekt
finden konnten. Die Beweislage ist also unklar, erwiesen ist nichts. Reiki
ist auch nicht Handauflegen, sondern hat z.B. eine Entspannungskomponente.
Und eine Linderung von Symptomen wie Schmerzen oder Angst wäre sicher
wichtig, aber mit "Heilen" hat das nichts zu tun.

O-Ton: Barbara Rütting

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Jürgen Fliege über Placeboeffekte nach chirurgischen Eingriffen
 
Jürgen Fliege

Jürgen Fliege, evangelischer Pfarrer und TV-Moderator, sagt, auch durch
chirurgische Eingriffe, können Placeboeffekte erzielt werden. Stimmt das?

Max Pittler:  Wie in der Bewertung der Aussage von Herrn Stadler schon
angedeutet, hat jedes therapeutische Verfahren (Tabletten, Spritzen,
manuelle Verfahren, chirurgische Eingriffe etc.) Kontexteffekte
(Plazeboeffekte).

Jürgen Windeler:  Ja. Eine der berühmtesten Studien hierzu stammt aus den
1950er Jahren. Patienten, bei denen eine - heute nicht mehr durchgeführte!
- Gefäßoperation am Herzen vorgenommen wurde, waren hinterher deutlich
leistungsfähiger, aber nicht besser als Patienten, bei denen nur ein
kleiner Hautschnitt an der Brustwand vorgenommen wurde. Moderne Studien
haben gezeigt, dass selbst eine Spiegelung des Kniegelenks (Arthroskopie)
einen deutlichen Placeboeffekt hat.

O-Ton: Jürgen Fliege

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Beda Stadler über den fehlenden Nachweis alternativer Heilmethoden
 
Beda Stadler

Beda Stadler sagt, die Wirksamkeit von Methoden der Alternativmedizin
wurde noch nie durch eine Doppelblindstudie nachgewiesen. Stimmt das?

Max Pittler:  Das ist falsch. Es zeigt dass Herr Stadler nicht wirklich
mit dem Thema vertraut ist.

Jürgen Windeler:  Jein. Es gibt einzelne Studien, die einen Effekt z.B.
von homöopathischen Mitteln aufzeigten. Versuche, diesen Effekt in
weiteren Studien zu bestätigen, wie es wissenschaftlich üblich ist,
führten jedoch zu negativen Ergebnissen.
Die Richtigkeit der Aussage hängt aber vor allem davon ab, was man unter
Alternativmedizin versteht. Wenn die Wirksamkeit von medizinischen Mitteln
oder Verfahren überzeugend nachgewiesen ist, würde sie niemand mehr als
alternativ bezeichnen.

O-Ton: Beda Stadler

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Dorothea Fuckert über den Journalisten Immo Vogel
 
Dorothea Fuckert

Dorothea Fuckert, Ärztin, Psychotherapeutin und Geistheilerin, hat
behauptet, Immo Vogel, Autor eines Beitrages für "Report Mainz" aus dem
Jahr 1971 über die Tricks des philippinischen Wunderheilers Tony Agpaoa,
habe diesen Wunderheiler wegen einer Krebserkrankung später selbst
aufgesucht, um sich von ihm behandeln zu lassen.

Die hartaberfair-Redaktion hat mit Immo Vogel, Journalist und ehemaliger
Moderator der ARD-Sendung "Weltspiegel" gesprochen. Immo Vogel hat sich
nie in Behandlung des Wunderheilers Tony Agpaoa oder eines anderen
Wunderheilers begeben. Die Behauptung von Frau Dr. Fuckert sei nahezu
infam. "Ich bewundere fast schon die Chuzpe, die Frau Fuckert mit dieser
Aussage an den Tag legt", so Immo Vogel.


Report-Beitrag vom 2.8. 1971und O-Ton Dorothea Fuckert



Anmerkung der Redaktion:

Prof. Beda Stadler äußerte nach einem Filmbeitrag zu einer Studie über den
Nutzen von Akupunktur leise Zweifel bezüglich der Seriosität der
vorgestellten Studie. Wie in der Sendung angekündigt, geben wir an dieser
Stelle an, um welche Studie es sich handelt.
Die Gerac-Studie ist die bislang umfangreichste Studie, die die
Wirksamkeit von Akupunktur untersucht hat. Die Ergebnisse der Studie
dienten als Grundlage für die Entscheidung des Gemeinsamen
Bundesausschusses die Kosten für Akupunkturbehandlungen bei chronischen
Rücken- und Knieerkrankungen im Rahmen der Schmerztherapie durch die
gesetzlichen Krankenkassen zu decken. Alle Informationen zur Studie finden
Sie hier.

Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.
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In der Sendung gab es etliche Blindgänger. Nach der Sendung aber auch. Was Max Pittler hier sagt, ist Blödsinn:

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Beda Stadler sagt, die Wirksamkeit von Methoden der Alternativmedizin
wurde noch nie durch eine Doppelblindstudie nachgewiesen. Stimmt das?

Max Pittler:  Das ist falsch. Es zeigt dass Herr Stadler nicht wirklich
mit dem Thema vertraut ist.
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Die Betonung in der Aussage von Beda Stadler liegt in dem Wort "nachgewiesen". Studien kann man viele machen. Es geht aber darum, eine Wirksamkeit nachzuweisen! Auch bei der "Akupunkturstudie", der berüchtigten Gerac-Studie, hat es viele Fehler gegeben.

Tatsache ist, daß Akupunktur NICHT wirkt.

Akupunktur ist die Lehre von den "Meridianen" und den Einstichpunkten. Diese ist schon dadurch widerlegt, daß man KEINEN nennenswerten Unterschied zwischen Einstechen am "richtigen" Punkt und an anderen Punkten festgestellt hat.

Tatsache ist aber, daß alle Handlungen am Mensch (und am Tier) eine Wirkung haben. Je intensiver Mensch oder Tier davon beeindruckt wird, desto stärker ist die Wirkung. Wie intensiv wiederum der Eindruck ist, liegt bei Tableten an Farbe, Form und Größe. Bei Nadeln (Spritzen) ist es ähnlich. Kommen Schmerzen hinzu, wird die Wirkung noch stärker.

Akupunktur (eine Nadel) oder Baunscheidtieren (viele Nadeln in einer Fläche) sind reine Scharlatanerie und bergen viele Gefahren, insbesondere, wenn sie noch - wie das Baunscheidtieren - zusätzliche aggressive Stoffe einsetzen und Infektionen und Entzündungen verursachen können. Beim Baunscheidtieren ist das sogar das Ziel!
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« Last Edit: December 20, 2008, 03:06:50 PM by ama »
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lobo

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Hart aber fair - Faktencheck
« Reply #1 on: December 20, 2008, 07:59:17 AM »

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