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Author Topic: Den Astralleib durch eine Wärmflasche auf den Füßen nach unten ziehen  (Read 1401 times)

ama

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http://www.nzz.ch/blogs/nzz_votum/nzzvotum_komplementaermedizin/lasst_sie_reden_1.2547134.html

[*QUOTE*]
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13. Mai 2009, 09:53, NZZ Blogs
Eidg. Abstimmung vom 17. Mai - Komplementärmedizin
Lasst Sie reden
Eine Einladung zum Bier

Eigentlich sollte man die Alternativmediziner mehr in der Öffentlichkeit dozieren lassen. Im Moment tun sie so, als ob man mit Ihrer Ideologie und Medizin die Welt inklusive der verruchten Schulmedizin retten könnte. Was bei denen so im stillen Kämmerchen abgeht, kann man als „Leseprobe“ online erforschen. Etwa im „Merkurstab -die Zeitschrift für Anthroposophische Medizin“. Claudio Lupi kommentiert hier eine der uns drohenden Therapien.

Ich gebe somit einem weiteren Mitblogger das Wort und hoffe, den anderen hier, die ich leider nicht persönlich kenne, wenigstens mal ein Bier bezahlen zu können.

[Gastbeitrag]
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Ein Beispiel unter vielen ist der Artikel „Was hilft bei Tinnitus?“  Dort steht auf Seite 65 unter „Bewährtes Vorgehen mit Mitteln der Anthroposophischen Medizin“:

„Torfmoos tritt in der Landschaft an Stellen auf, wo eine Stase [=Stauung] im Wässrigen besteht; in potenzierter und pharmazeutisch rhythmisierter Form vermag es eine solche im Menschen aufzulösen und kann so etwa im Innenohr vorhandene Schwellungszustände beseitigen helfen.“

Mit anderen Worten:
Torfmoos wächst, wo Wasser gestaut ist. Deshalb gilt – zumindest für Anthroposophen und Homöopathen - folgendes: wenn man Torfmoos zerreibt, das Pulver in Wasser auflöst, die Mischung schüttelt und mehrmals verdünnt (=„potenziert und pharmazeutisch rhythmisiert“), dann kann man mit dem so behandelten Torfmoos „Stauungen“ oder Schwellungszustände im Innenohr eines Menschen beseitigen. Torfmoos wächst, wo Wasser gestaut ist, also kann man damit Blut-Stauungen im menschlichen Körper auflösen...

Das klingt absurd und ist es auch, doch dies ist die Logik der anthroposophischen Ärzte und Homöopathen. Nach Grundlagen wie diesen behandeln sogenannte Komplementärmediziner ihre Patienten.

Im gleichen Artikel etwas weiter unten:
„Der im Unterleib nicht engagierte Astralleib ist vielmehr „nach oben“ gerutscht und führt hier zu einer pathologischen Eigenwahrnehmung. Therapeutisch sollte daher [...] versucht werden die Eigenwahrnehmung im unteren Körper zu fördern, was wir in unserer Praxis durch eine, an die Füße gelegte Wärmflasche während der Infusion unterstützen.“

Mit anderen Worten:
Der Astralleib ist bei Tinnituspatienten nach oben gerutscht und verursacht im Kopf der Patienten Pfeiffgeräusche. Der Astralleib kann aber durch eine auf die Füsse gelegte Wärmeflasche wieder nach unten gezogen werden.

Was wie ein esoterischer Witz klingt ist „state of the art“ Forschung und Behandlung von Patienten gemäss anthroposophischen Ärzten wie Hansueli Albonico und anderen Komplementärmedizinern.
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[/Gastbeitrag]



Welche Schweizer Stimmbürgerin oder welcher Schweizer Stimmbürger möchte tatsächlich diese Art von „Forschung“ finanzieren? Wenn die breite Öffentlichkeit wüsste, was wirklich hinter Komplementärmedizin steckt, würden sie anders abstimmen und auf diese Art der Behandlung verzichten.

Nachtrag: Beda Stadler
Soweit Claudio Lupi. Aber weil es so schön war, noch ein Link zum Blog von Andreas Kyriacou:
"Mahlzeit! Die 100 leckersten homöopathischen Mittelchen"
http://www.kyriacou.ch/files/mahlzeit_die_100_leckersten_homoeopathischen_mittelchen.html

Also, lasst sie reden, die schiessen sich selber ins Bein! Auch den Jesuitenartikel in unserer Bundesverfassung sind wir schliesslich wieder los geworden. Auch wenn es gedauert hat.
 


Leser-Kommentare: 1 Beiträge

Fabian Dietrich (13. Mai 2009, 12:01)

Wirkung potenzieren

Zugegeben, ich verstehe nur wenig von Komplementärmedizin. Doch damit unterscheide ich mich wohl nur sehr geringfügig von den "Ich-geb-mir-die-Kugel"-Anbetern?
Als Ingenieur überlege ich mir halt folgendes: Wenn eine Substanz so lange verdünnt wird, dass die Nebenwirkungen nahe 0 sind, ist dann damit nicht automatisch auch die Wirkung nahe 0?
Ich lasse mir gerne die Physik erneut erklären...warum nicht bei einem Bier (warum ist der Bierschaum weiss)? ;-)
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