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Zum Reklamefilm 'Elternschule'
Was in der Gelsenkirchener Kinderklinik geschieht, ist nicht wissenschaftlich, sondern es ist Folter an Schutzbefohlenen.
http://www.klinikskandal.com

ERFAHRUNGSBERICHTE VON MÜTTERN in der Gelsenkirchener Kinderklinik



http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=10925.0

"Wissenschaftlich abgesichert"? Etwa so gut abgesichert, daß Langer es seit 20 Jahren wohlweislich vermieden hat, seine Dissertation der Öffentlichkeit zu zeigen? Wo ist sein Doktortitel, wenn er promoviert hat? Wo ist seine NACHGEWIESENE Erfolgsstatistik?

Die Akte Ernst August Stemmann und die Kinderklinik Gelsenkirchen
http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?board=437.0

Dr. Wolfgang Klosterhalfen
"Der folgende Artikel stammt aus den Jahren 2005-2008. Darin kritisiere ich das „Gelsenkirchener Behandlungsverfahren“ von Prof. Ernst August Stemmann, aus dem die „Multimodale 3-Phasen-Therapie“ der langjährigen Stemmann-Mitarbeiter Dietmar Langer und Dr. Kurt-André Lion hervorgegangen ist:
http://www.reimbibel.de/GBV-Kinderklinik-Gelsenkirchen.pdf


Dr. Wolfgang Klosterhalfen:
Vollständige Transkription des SWR-Interviews
http://www.reimbibel.de/GBV-SWR-befragt-Stemmann.html


Dr. Herbert Renz-Polster
"Elternschule" jetzt im Fernsehen
https://www.kinder-verstehen.de/aktuelles/elternschule-ein-rueckblick/


Elternschule – so geht Erziehung!
https://www.kinder-verstehen.de/aktuelles/elternschule-so-geht-erziehung/


Die Elternschule – geht weiter…
https://www.kinder-verstehen.de/mein-werk/blog/die-elternschule-geht-weiter/


Elternschule – wer hat die Filmrollen vertauscht?
https://www.kinder-verstehen.de/mein-werk/blog/elternschule-wer-hat-die-filmrollen-vertauscht/


Elternschule – Therapie in Not
https://www.kinder-verstehen.de/mein-werk/blog/elternschule-therapie-in-not/


Elternschule für Kinderärzte
https://www.kinder-verstehen.de/mein-werk/blog/elternschule-kinderaerzte/


Die Elternschule und der liebe Gott
https://www.kinder-verstehen.de/humor/die-elternschule-und-der-liebe-gott/


Wer schreibt da von wem ab?
https://www.kinder-verstehen.de/humor/elternschule-die-reise-des-e/

Pages: [1]

Author Topic: Die Judenbücher und das Vergessen  (Read 39329 times)

ama

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Die Judenbücher und das Vergessen
« on: May 18, 2009, 12:45:50 AM »

Die Judenbücher und das Vergessen

Die Nazis herrschten in Deutschland von 1933 - 1945.
Das Unrecht danach herrscht inzwischen 6x so lange.






[Zeit nachgetragen. Thymian]
« Last Edit: July 08, 2019, 05:33:27 PM by Thymian »
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ama

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Die Judenbücher und das Vergessen
« Reply #1 on: January 13, 2011, 07:24:02 PM »

http://www.transgallaxys.com/~aktenschrank/PR_fuer_Deutschland/Bremer_Uni_Schluessel_2009_04_p4_Judenbuecher_1.jpg

Dieses Bild war verschwunden. Aber wir haben auch andere.


[*/QUOTE*]
--------------------------------------------------------------------------
NS-Massaker in Distomo

13.01.2011

Westerwelle empört über griechische Klage

Eine Schadenersatzklage von Nazi-Opfern gegen Deutschland sorgt für Zündstoff.
Außenminister Westerwelle geht auf Konfrontationskurs zu Griechenland.
--------------------------------------------------------------------------
[*/QUOTE*]


Westerwelle ist empört. Vielleicht sollte er sich lieber mit Politik beschäftigen als mit Liebe Politik zu machen.


Im Landesarchiv unseres Ländle ist etwas passendes für Westerwelle zu lesen:






« Last Edit: February 04, 2011, 06:08:03 AM by ama »
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ama

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Re: Die Judenbücher und das Vergessen
« Reply #2 on: February 04, 2011, 06:15:23 AM »

Zitat aus http://www.pharmamafia.com:

[*QUOTE*]
------------------------------------------------------------------------------------
Abgründe...

An dieser Stelle ein Blick hinter die Kulissen, in die Abgründe dessen, was auch heute noch in voller Härte in den Köpfen von Impfgegnern und den von ihnen belogenen und indoktrinierten Geprägten spukt: Gift. Das Gift des Hasses und der Lüge.



Bild: Zeichnung aus dem "Stürmer", dem Nazi-Hetzblatt
Titel: "Impfung"
Unter der Zeichnung der Satz: "Es ist mir sonderbar zu Mut, denn Gift und Jud tut selten gut."
Quelle:
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/images/Holocaust/
------------------------------------------------------------------------------------
[*/QUOTE*]

Die Ideologie von Impfgegnern stammt nicht bloß an einer Stelle aus dem Nazi-Sumpf.

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pordi

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Westerwelle macht schon wieder das Falsche!
« Reply #3 on: April 04, 2011, 12:16:57 AM »

Westerwelle tritt als Vorsitzender der FDP zurück. Ein furchtbarer Fehler!

Als MINISTER muß er zurücktreten. Er und seine Politik sind untragbar.

An keiner Stelle ist Westerwelle besser als als Parteivorsitzender der FDP. Der gehört so einer vornedran.
« Last Edit: April 06, 2011, 08:25:28 AM by el_Typo »
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ama

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Re: Die Judenbücher und das Vergessen
« Reply #4 on: March 26, 2012, 06:58:51 AM »

Wir vergessen nicht.

Deswegen, als bleibende Erinnerung, die Meldung von heute, bei der man sich verwundert fragt, ob denn schon der 1. April ist:

[*QUOTE*]
------------------------------------------------------------------------------
--- Piratenpartei: Vier IT-Experten ziehen ins saarlaendische Parlament ein ---

Die Piratenpartei ist ins saarlaendische Parlament gewaehlt worden.

Fuer die FDP gilt dagegen in Anlehnung an den bekannten Youtube-Hinweis:
"Diese Partei ist in deinem Bundesland nicht verfuegbar. Das tut uns leid."

------------------------------------------------------------------------------
[*/QUOTE*]

Die nächste Runde im Politiker-Recycling:
http://www.golem.de/news/piratenpartei-vier-it-experten-ziehen-ins-saarlaendische-parlament-ein-1203-90731.html

Was machen sie als nächstes?

el_Typo

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Die Nazis herrschten in Deutschland von 1933 - 1945.
Das Unrecht danach herrscht inzwischen 5x so lange.
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Grammatik ist für Anfänger!
(Solidargemeinschaft frei lebender Buchstaben)

Zollstein

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Re: Die Judenbücher und das Vergessen
« Reply #6 on: April 08, 2013, 08:58:55 AM »

Da schau her! Auch Griechenland hat noch eine Abrechnung offen:

[*quote*]
Ergebnis des Athener Geheimberichts: Deutschland schuldet Griechenland Reparationen

Von Georgios Christidis, Thessaloniki

Noch ist der Bericht streng geheim - bald könnte er großen Ärger auslösen: Auf 80 Seiten arbeitet eine Expertenkommission der griechischen Regierung die möglichen Reparationsforderungen des Landes an Deutschland auf. Doch die Führung in Athen scheut sich, die Ergebnisse zu veröffentlichen.
[*/quote*]

mehr:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bericht-deutschland-schuldet-griechenland-reparationen-a-892962.html

Eine Checkliste aller offenen Forderungen ist überfällig. Die Opfer sollten nicht länger schweigen.
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Zollstein

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Re: Die Judenbücher und das Vergessen
« Reply #7 on: July 03, 2014, 05:10:08 AM »

Konstantin Wecker schreibt heute früh:

http://hinter-den-schlagzeilen.de/2014/07/03/florence-herve-lehnt-bundesverdienstkreuz-ab/

[*quote*]
Florence Hervé lehnt Bundesverdienstkreuz ab

http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2014/07/florence_herve.jpg
[Foto] Florence Hervé

Florence Hervé

Manchmal entdeckt die etablierte Politik ihre Gegnerinnen und Gegner, versucht sie zu umarmen, zu befrieden und sich in ihrem Glanz zu sonnen. Eine solche Feigenblattfunktion nimmt oft die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an engagierte Personen ein. Florence Hervé, deutsch-französische Journalistin und Frauenaktivistin, ließ sich nicht blenden und zeigte dem kriegsfreundlichen deutschen Präsidenken Gauck die kalte Schulter. Hier ihre eindrucksvolle Begründung.
[*/quote*]


ENDLICH!

Ob jemand einen Orden aus Dummheit, aus Trotz, aus falschem Stolz, aus politischem Kalkül oder aus noch anderen Gründen ablehnt, eine Ablehnung ist immer eine Auflehnung, bei der mehr als nur Ratio im Spiel sein kann.

Man sollte unterscheiden zwischen der Person und dem, was sie sagt - und Jubeln oder Kritisieren der Handlung wohlüberlegt sein.



http://hinter-den-schlagzeilen.de/2014/07/03/florence-herve-lehnt-bundesverdienstkreuz-ab/

[*quote*]
Florence Hervé lehnt Bundesverdienstkreuz ab

http://hinter-den-schlagzeilen.de/wp-content/uploads/2014/07/florence_herve.jpg
[Foto] Florence Hervé

Florence Hervé

Manchmal entdeckt die etablierte Politik ihre Gegnerinnen und Gegner, versucht sie zu umarmen, zu befrieden und sich in ihrem Glanz zu sonnen. Eine solche Feigenblattfunktion nimmt oft die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an engagierte Personen ein. Florence Hervé, deutsch-französische Journalistin und Frauenaktivistin, ließ sich nicht blenden und zeigte dem kriegsfreundlichen deutschen Präsidenken Gauck die kalte Schulter. Hier ihre eindrucksvolle Begründung.

Betr.: Zuerkennung des Bundesverdienstkreuzes am Bande  Begründung meiner Verweigerung der Annahme

Monsieur le Président,*

laut Anfrage durch das Büro des Oberbürgermeisters in Düsseldorf vom 10. Juni 2014 soll mir das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen werden und die öffentliche Verleihung dieser Auszeichnung heute, am 2. Juli 2014, im Düsseldorfer Rathaus erfolgen.

Mit dieser Auszeichnung von Seiten des Herrn Bundespräsidenten soll meine langjährige ehrenamtliche Arbeit in Sachen Frauenpolitik, deutsch-französischer und internationaler Zusammenarbeit anerkannt und gewürdigt werden – ein Engagement, das sich häufig im Gegensatz zur Politik der jeweiligen Bundesregierung befindet.

Ich werde diese Auszeichnung nicht annehmen.

Wichtigsten Anliegen waren und sind mir die Emanzipation der Frau, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit, der Frieden und die Solidarität mit den Völkern der Welt, die deutsch-französische Zusammenarbeit, auch im Sinne einer gründlichen Aufarbeitung der NS-Zeit. Dementsprechend habe ich versucht, mich in den vergangenen Jahrzehnten zu verhalten und einzubringen – zumeist gegen die vorherrschende politische Praxis. Das betraf mein Engagement gegen den § 218 ebenso wie den Einsatz gegen die von den damaligen Regierungen in Bonn praktizierten Duldungen der faschistischen Regime in Griechenland, Spanien, Portugal und 1973 auch Chile.

Es widerstrebt mir, eine Auszeichnung vom höchsten Repräsentanten eines Staates anzunehmen, dessen Regierungen selten den Eindruck erweckten, an der Beseitigung von Diskriminierung, sozialer Ungleichheit, an dauerhafter Abrüstung und einer friedensfördernden, gleichberechtigten Zusammenarbeit mit anderen Staaten interessiert zu sein. Derzeit nimmt indes beispielsweise die Frauenarmut wieder zu, an Kindereinrichtungen und Kinderbetreuung wird gespart, die Sorgearbeit wird nach wie vor überwiegend von Frauen geleistet, oft unter prekären Bedingungen und gering entlohnt. Kinder werden so zum „Armutsrisiko“ und Alter als „Problem“ bezeichnet. Zugleich orientiert sich die offizielle Politik in erster Linie an den „Top-Girls“ – und eben nicht an der Mehrheit der Frauen. Die wenigen Fortschritte mussten von Initiativen und Bürger/innen, von Basisbewegungen und Gewerkschaften erstritten werden

Als ich Mitte der sechziger Jahre als junge Mutter begann, mich zu engagieren, war es schwierig, Familie, Partnerschaft und Berufstätigkeit zu vereinbaren. Zwar wurden inzwischen einige Verbesserungen erzielt, doch entsprechen diese in keiner Weise dem Reichtum dieses Landes. Frauen stehen heute immer noch vor der Entscheidung „Kinder oder Beruf“. Das Erziehungsgehalt („Herdprämie“) fördert diese Erscheinung und führt zu sozialer Ausgrenzung vieler Kinder gerade aus einkommensschwachen Schichten.

Inzwischen werden Frauen zum Dienst in der Bundeswehr zugelassen, mit dem fadenscheinigen Gleichstellungsargument, was viele von uns – darunter auch ich – in den 1980er-Jahren entschieden kritisiert haben. Heute werden Frauen als Soldaten in Kriegsgebiete geschickt. Zudem sollen sie die Bundeswehr „weiblicher“ machen und sie „familienfreundlicher“ erscheinen lassen. Was haben Kampfeinsätze mit Familienfamilienfreundlichkeit zu tun, was mit Emanzipation? „Wir wollen keine Kriege lindern, sondern verhindern“, hieß es schon damals. Wir brauchen keine Bundeswehrsoldaten – auch nicht weibliche – im Schulunterricht, sondern eine konsequente Friedenserziehung.

Sogenannte humanitäre Interventionen, an denen auch die Bundeswehr beteiligt war und ist, haben sich längst als inhuman erwiesen. Erinnert sei nur an Kunduz und den Kosovo-Krieg. Die Opfer sind in besonderem Maße unbeteiligte Zivilisten, Frauen und Kinder. Die Zunahme des Rüstungsexports und die angekündigte stärkere, notfalls auch militärische Interventionspolitik stehen im Widerspruch zu einer Politik des Friedens. „Die Waffen nieder“ rief schon die österreichische Friedenskämpferin Bertha von Suttner vor 125 Jahren.

Der Waffenexport der Bundesrepublik – häufig sogar in Konfliktregionen – trägt nicht zum friedlichen Zusammenleben der Völker bei. Das stimmt für die Vergangenheit mit Lieferungen von Waffen an den NATO-Partner Türkei im Kampf gegen die Kurden ebenso wie für jetzt, da Panzer und andere Waffen in die Golf-Diktaturen Qatar und Saudi-Arabien verkauft werden. Das gilt auch für die Lieferung von atomwaffenfähigen U-Booten an Israel.

Sie, Monsieur le Président*, fordern ein stärkeres Engagement in Afrika – auch im Sinne militärischer Einsätze. Dies hat mit einem friedlichen Zusammenleben wenig zu tun. Vonnöten wäre dagegen eine Aufarbeitung der historischen Verantwortung für die anhaltende Ungleichheit und Ausbeutung der betroffenen Länder vor dem Hintergrund der deutschen Kolonialgeschichte. Zum Beispiel gegenüber dem heutigen Namibia: Es gab 2004 eine symbolische Geste der Entschuldigung für den 1904 begangenen Völkermord an den Hereros durch die damalige Ministerin für Entwicklung und Zusammenarbeit. Dabei blieb es bis heute. Weder Entschädigung noch Wiedergutmachung folgten.

Auch Ihre Geste in Oradour-sur-Glane im September 2013 – fast 70 Jahre nach dem Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch die SS-Division „Das Reich“ – blieb leider nur symbolisch. In Ihrer Rede erklärten Sie, mit den Überlebenden und den Familien der Opfer die Bitterkeit darüber zu teilen, „dass die Mörder nicht zur Verantwortung gezogen wurden, dass schwerste Verbrechen ungesühnt bleiben“. Was folgte daraus? Eine tatsächliche Aufarbeitung der Verbrechen deutet sich nicht an. Am 10. Juni 2014 fand nicht einmal ein offizielles Gedenken statt. Auch wurde bisher wenig unternommen, an deutschen Schulen künftige Generationen über das Verbrechen von Oradour aufzuklären.

Eine unzureichende Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit, eine nicht konsequente Bekämpfung des offenen und latenten Neonazismus und Rassismus und eine unzureichende Anerkennung des antifaschistischen Widerstands – über den 20. Juli 1944 und die Weiße Rose hinaus – kennzeichnen leider weiterhin die Politik und das Geschichtsverständnis der Bundesrepublik. Würde ich die Auszeichnung annehmen, befände ich mich zudem in einer Reihe mit solchen früheren Preisträgern, die Nazis bzw. Nazitäter waren. Soweit mir bekannt ist, wurde bis auf eine Ausnahme keinem von ihnen nachträglich das Verdienstkreuz aberkannt. Das wäre im Übrigen ein leicht machbares Unterfangen, das zudem der Geschichtsaufarbeitung diente.

Schließlich möchte ich nicht den Eindruck vermitteln, ich hätte meinen Frieden mit dieser Politik geschlossen.


Zahlreiche Menschen haben sich dafür eingesetzt, dass ich diese Auszeichnung erhalte. Dafür bedanke ich mich ausdrücklich. Ich betrachte es alsErmutigung, auch künftig einzutreten für ein menschenwürdiges, gleichberechtigtes Leben von Frauen und Männern, gegen die Tolerierung von sexueller Ausbeutung und sozialer Ausgrenzung von Frauen, für ein friedliches Zusammenleben der Völker.

Ich verbinde meine Verweigerung der Annahme des Bundesverdienstkreuzes am Bande mit dem Wunsch, dass sich in der künftigen Politik dieses Staates die Ziele meines Engagements widerspiegeln.

Mit freundlichen Grüßen,

Florence Hervé

 

*Die Ansprache „Monsieur le Président“ wähle ich in Anlehnung an das antimilitaristische Gedicht und Chanson von Boris Vian „Le déserteur“ (1954), das zum zivilen Ungehorsam und zu gewaltloser Verweigerung des militärischen Einberufungsbefehl aufrief.
[*/quote*]



Andere mögen andere Teile von Florence Hervés Text bevorzugen. Ich finde jedoch, daß man wahrlich nicht lange suchen muß um einen so eindeutigen Beleg für die Gesinnung dieses Staatsapparates zu finden wie das seit Kriegsende unvermindert herrschende Nazitum.

Das Nazitum hat nicht mit dem Kriegsende aufgehört. Es hat es nicht wahrgenommen.

Das Nazitum braucht auch keinen Führer, wie immer impliziert wird. Nein, das Nazitum braucht nur sich selbst. Und dafür hat es in der Welt (und eben nicht nur in Deutschland!) reichlich Mitläufer und Mittäter, kleine und große. 

Eine Orden abzulehnen, ist eine Sache, wirklich frei zu sein eine andere...


[Ortho korrigiert. Julian]
« Last Edit: July 04, 2014, 01:06:21 PM by Julian »
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Zollstein

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Re: Die Judenbücher und das Vergessen
« Reply #8 on: July 08, 2015, 10:05:08 AM »

Wir werden das niemals vergessen!
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Julian

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Dieser Thread begann vor 7 Jahren, und noch immer ist fast nichts geschehen. Es ist erschütternd.

Wir freuen uns, daß uns die Autoren des folgenden Artikels die Wiedergabe erlaubt haben. Die Bilder habe ich nicht übernommen. Bitte lesen Sie das Original!

This thread was begun 7 years ago, but still nearly nothing has happened. It is depressing.

The authors of the following article were so kind to allow us to place a copy here. For the pictures please see the original!

http://www.zlb.de/fileadmin/user_upload/die_zlb/pdf/raubgut/2013_Sebastian_Finsterwalder___Peter_Proelss_-_Tracing_the_rightful_owners.pdf

[*quote*]
Tracing the rightful owners: Nazi-looted books in the Central and Regional Library of Berlin

Sebastian Finsterwalder, Peter Prölß

(This article was initially published in Mečislav Borák (Ed.): “The West” Versus “The East” or The United Europe? The different conceptions of provenance research, documentation and identification of looted  cultural  assets  and  the  possibilities  of  international  cooperation  in  Europe  and  worldwide. Prague 2014, pp. 92-102.)


In  1930  Rudi  got  a  birthday  present  from  his mother:  the  German  edition  of  Henry  Stanley’s Through the Dark Continent. „Meinem   lieben   Rudi,   zum   dreizehnten Geburtstag  von  Mutti. 25.10.1930”.

This dedication  on  his  thirteenth  birthday  from  his mother is the only information about the book’s former owner. It is very likely that this book once belonged to Rudi Joelsohn, born exactly thirteen years before. In August 1942 he was deported to Riga  and  murdered. [1]

At  first  glance  Rudi's birthday  present  is  nothing  special.  It  is  not  of great  financial  value, a  similar  book  could  be bought  for  a  few  Euros  today.  But  there  is another kind of value that cannot be determined. Books like Rudi’s were taken from the victims of the  Nazi  regime.  Their  owners  were  forced  to emigrate, lost their jobs, homes and belongings, and in the end, many of them were murdered.

Their  books,  however,  are  still  in  German libraries. One is the Central and Regional Library of Berlin – short ZLB. [2]

The ZLB was established in 1995 and consists of the former City Library of East Berlin (Berliner Stadtbibliothek), the Public Library  of West  Berlin  (Amerika-Gedenkbibliothek)  and  the  Library  of  the  Senate (Senatsbibliothek).  Our  research focuses on  the  City  Library  of Berlin founded  in
1901 and located in the eastern part of Berlin. [3]

Footnotes:

[1]
Entry for Rudi Joelsohn in the The Memorial Book of the Federal Archives for the Victims of the Persecution of Jews in Germany (1933-1945), online:  http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en1083051

[2]
Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB).

In 2010 the ZLB intensified its effort to identify and return Nazi-looted books: with financial aid from the Senate of Berlin and the Arbeitsstelle für
Provenienzrecherche /-forschung (Bureau for Provenance Investigation and Research) the two authors of this paper had been employed. We'd like to thank Annette Gerlach, former head of the historical department, for her commitment to provenance research; for more details about the ZLB’s
provenance research see:
Annette Gerlach: Die Recherche nach NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut im Bestand der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, in: Koordinierungsstelle Magdeburg (ed.): Die Verantwortung dauert an. Magdeburg 2010, pp. 75-84;
Peter Prölß: Buchwege, in: Regine Dehnel (ed.): NS-Raubgut in Museen, Bibliotheken und Archiven. Frankfurt Main 2012, pp. 455-472.

[3]
All three branches of today’s ZLB contain Nazi-looted books. The former City Library (Berliner Stadtbibliothek, BStB) received by far the largest amount and knowingly bought looted property.
The City Library of West Berlin, Amerika-Gedenkbibliothek (AGB, America Memorial Library), was founded in 1954 and the stock was built with used books from unknown sources. Random samples from both the AGB and the Senatsbibliothek have shown that their stocks hold looted books.

Page 1

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1. Nazi-looted books in the Central and Regional Library Berlin

The City Library had always been of importance to the residents of Berlin – but was not  an  important part  of  the  scientific  community  of  the  Third  Reich.  Looted collections and books of great value were obtained by other institutions, such as libraries  of  the  Reich  and  its  administration,  organizations  of  the  Nazi  Party,  the Prussian  State  Library (Preußische  Staatsbibliothek) or  various  institutes  of  the University. But the City Library profited by the plunder of the persecuted Jews of Berlin nevertheless. [4]


1.1. A bargain in 1943

After people had been deported, all that remained in their homes was confiscated by the Reich. The household articles, including books, were sold to the City of Berlin, which took them to the City’s Pawn Shop (Städtische Pfandleihanstalt).

In 1943 the library bought about 40,000 volumes that were stored at the Pawn Shop. It is unclear what exactly happened to the books between the confiscation and their arrival at the City Library: very likely the Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR), the Reichstauschsstelle (“Reich  Exchange  Office”)  and  other  institutions  took valuablebooks and collections. [5]

The correspondence between the Library and the Office of the Mayor of Berlin was found in the BStB’s archive in 2004. The City library wanted the books “from the private libraries of relocated Jews” for free, but the answer of the city was quite clear about  why  this  wasn’t  possible:  the  books  were  property  of  the  Reich  and  the revenue was to be used for the “solution of the Jewish Question”. The library decided to take these books and paid 45,000 Reichsmark. These letters show that all persons involved knew where these books came from. [6]


Footnotes:
[4]
A detailed history of the City Library that contains information about its activities during the years of the Nazi-rule is still missing. The latest publication, published in 2001 doesn't mention looted books at all but 100,000 books (50% of the total amount available at this time) that haven’t been catalogued at the end of the war; Ulrike Wahlich: Rückblick mit Zukunft - 100 Jahre Zentral- und Landesbibliothek Berlin. München 2001, p. 96.

In 2002 Detlef Bockenkamm, member of the staff of the department for historical collections, found 75 books belonging to the Social Democratic Party of Germany. They were returned to the Friedrich-Ebert-Stiftung. Since then the library had to come to terms with the fact that it has wrongfully obtained books its shelves.
Detlef Bockenkamm: Geraubt! Die Bücher der Berliner Juden. Berlin 2008.

[5]
A substantial history of the Reichstauschstelle im Reichsministerium des Innern („Reich Exchange Office“) will be published later this year: Cornelia Briel: Beschlagnahmt, erpresst, erbeutet: NS-Raubgut, Reichstauschstelle und Preußische Staatsbibliothek zwischen 1933 und 1945. Oldenburg, forthcoming; Hans Erich Bödeker and Gerd Josed Bötte (ed.): NS-Raubgut, Reichstauschstelle und Preußische Staatsbibliothek: Vorträge des Berliner Symposiums am 3. und 4. Mai 2007. Berlin 2008.

[6]
Historical archive numbers of the City Library HistA 783 -1, 783-2, 783-3; the historical archive of the ZLB has been transferred to the Landesarchiv Berlin (LAB, State Archive of Berlin) in 2013.

For details about the letters, their discovery in 2004 and the beginning of the provenance research in the ZLB see: Detlef Bockenkamm: Geraubt! Die Bücher der Berliner Juden. Berlin 2008, pp. 21-24.

Page 2

#######################################

But even with this evidence it was not clear what had happened with the books: Are they still in the stock? And if so, how can they be found in a stock that today contains around one million books printed before 1943?

In 2008 Detlef Bockenkamm,long time staff member of the department of historical collections, discovered a strange acquisition journal containing around 2,000 entries.
This journal was wrongly attributed to the collection of Fedor Jagor, an ethnologist, that had been lost in the war. But the capital “J” on the front cover does not refer to Mr. Jagor.
Every volume entered in this journal is a looted book taken from a victim’s last home. These books where referred to as “Judenbücher,” as a memo states. [7]

Henry Stanley's Through the Dark Continent got the acquisition number “899” and the shelf mark “Bm 289”: Rudi's book. This number can also be found in the volume itself preceded by a “J”. With this information at hand it was possible to check the stock  and  identify  Nazi-looted  books  – even  if  there  aren’t  other  marks  of provenance, like stamps, autographs or dedications. Of those 2,000 volumes entered in this journal, around 1,500 have been found – about one third of which contain marks from their previous owners. The last entry in the journal is dated April 20th1945. The building was destroyed, the main stock evacuated and a librarian was still sitting in the basement, marking books with “J”s.

[Foto]

The entry for Rudi’s book in the  “J”-acquisition journal and the corresponding acquisition number in the book

Footnotes:

[7]
„Judenbücher Städt. Pfandleihanstalt, Elsasser.  74 (Stadthauptmann Wieser, Stadt 2907) ca. 20000 Bd.“ memo from 1942/43, prior to the
correspondence, HistA 454.

Page 3

#######################################

1.2. Rebuilding a library: 20,000 “gifts”?

After the war the new administration of Berlin took great interest in reopening the library for the general public and of course: they needed books. The largest part of the stock had been taken to depots in Czechoslovakia as a safety measure.
They took  what  they  could  get  or  already  had,  such  as  the  books  from  Berlin’s  Jews obtained in 1943 from the City Pawn Shop. But from now on, they weren’t marked with a “J” and no special journal was used. Instead these volumes were marked with a “G” for “Geschenk” or “gift”. After 1950 until the 1990s books bought from the Pawn Shop in 1943 had still been used to replenish historical collections but since the main
stock returned from Czechoslovakia in 1952 they weren't as useful as in the first years following the war. [8]

This can be proven when marks of provenance from the same owner are found in books from supposedly different acquisitions. Hedwig Hesse lived in Berlin together with her husband Max. Both were deported to Riga and murdered. [9]

Books containing her bookplate had been entered in different acquisition journals: some were marked with “Js” in 1944, some with “Gs” in 1945/46
/47. One was never part of the active stock as it has been found it in a still existing storeroom with thousands of other volumes of inactive stock that contain marks of provenance.

In addition, there were other sources for used books to replenish the stock and the books acquired from those sources were also declared as “gifts” and entered in the same  acquisition  journals:  in  the  summer  of  1945  an  organization  called  the Bergungsstelle für wissenschaftliche Bibliotheken (“rescuing/salvaging organization for  scientific libraries”)  was  founded  to  search  for  and  collect  books  and  entire libraries  from  all  over  Berlin.  They  took  the property of  former  party  members, libraries  of  the  Reich,  the  State  and  the  Nazi-party  and  generally  unclaimed  or abandoned books. [10]

The books were marked with a handwritten number between 1 and 209 describing the place they were taken from. They were transported to a central depot, sorted and divided between Berlin's Libraries. [11]

A few records from this organization still exist in the State  Archive  of  Berlin  (Landesarchiv  Berlin,  LAB) and  contain  some  basic
information  about  the  former  libraries,  the  number  of “salvaged” books  and  the recipients.
The file with the number “15” - the same number can be found in the corresponding  books – states:  “Bibliothek  des SS-Reichssicherheitshauptamtes” (“Library  of  the  Reich’s  Main  Security  Office”,  RSHA)  at  the  Eisenacherstraße  in

Footnotes:

[8]
Wahlich: Rückblick, p. 99.

[9]
Hedwig Hesse (née Bachur), born May 8th 1880, deported to Riga on January 19th 1942 with her husband Max, born 1880.

[10]
For a detailed report about this organisation see: Heike Schroll: Die Bergungsstelle für wissenschaftliche Bibliotheken und Archive des Magistrats von Berlin, in: Berlin in Geschichte und Gegenwart. Berlin 2000, pp. 135-154.

The files of the Bergungsstelle are at the Landesarchiv Berlin (LAB, State Archive of Berlin), images of the files are available online: http://www.bergungsstelle.de

[11]
The final report of the Bergungsstelle (LAB C. Rep 522 pp. 34-41) states that more than one million volumes were collected and distributed till February 1946. The Main recipients were the City Library (60,000 volumes according to LAB C. Rep 522, pp. 60-61), the Ratsbibliothek (350,000 volumes including the library of the Reich Ministry of the Interior) and the Volksbibliotheken (public libraries of the boroughs).
All these books are today in the stock of the ZLB. Other recipients were the Prussian State Library (20,000 volumes), institutes of the university, archives and even the Library of Congress. These numbers might be way to low because the work continued after the final report was made on February 28th 1946.

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Berlin.  There,  in  a  former  house  of  a  masonic  lodge,  the  department VII“ Weltanschauliche Forschung und Auswertung”, established a library dedicated to “enemies of the State”. [12]

Between two and three million looted books from all over Europe were brought to Berlin to build this collection. Despite huge losses due to air
raids and transports to other locations it is estimated that about 500,000 volumes still existed in this building at the end of the war. [13]

Some were returned by the Allied Forces to their home countries via the Offenbach Archival Depot. But an unknown amount was collected and divided between Berlin’s libraries. Between the summer  of  1945  and  1950  the  City  Library  filed  more  than  20,000 volumes as “gifts”: some of them taken from the homes of the deported and bought in 1943,  some  collected  after  the  war  from  Nazi-organizations  and  some  legally
obtained.  Unfortunately  only the  ones  delivered  by  the Bergungsstelle can  be recognized by the entries in the acquisition journals as the field “supplier” is filled with “Bergungsstelle” sometimes followed by the file number (e.g. “15” for the books taken from  the  RSHA).  Most  entries
just  say  “depot”  and  give  no  clue  about  their provenance.

In Summary: the former City Library received an unknown amount of looted books.
From 1933 till the end of the war:
* Property sold or left behind by those who fled the country and books taken directly from the homes of the deported from the City's Pawn Shop in 1943.
* Used books and autographs from antiquarian booksellers that had been sold by their rightful owners as a result of their persecution.

After the war:

* Books collected by the Bergungsstelle and divided between Berlin's libraries: these  deliveries  included  books  from  plundered  libraries  all  over  Europe, from  Jewish  institutions  inside  and  outside  Germany,  from  parties, Freemasons, monasteries and other “enemies of the state”. Including books that were taken from occupied countries against the Hague convention.  [14]

Footnotes:

[12]
Jörg Rudolf: „Sämtliche Sendungen sind zu richten an: ...“ Das RSHA-Amt VII „Weltanschauliche Forschung und Auswertung“ als Sammelstelle erbeuteter Archive und Bibliotheken, in: Michael Wildt (ed.): Nachrichtendienst, politische Elite und Mordeinheit.
Der Sicherheitsdienst des Reichsführeres SS. Hamburg 2003, pp. 204-240.
Probably not each of the „salvaged“ libraries contained Nazi-looted books.
For the full list see: http://www.bergungsstelle.de

[13]
Werner Schröder: Strukturen des Bücherraubs: Die Bibliotheken des Reichssicherheitshauptamtes
(RSHA), ihr Aufbau und Verbleib, in: ZfBB 51 (2004) 5-6, pp. 316-324.
The files of the Bergungsstelle mention around 500,000 books in the RSHA building Eisenacher Straße (file number 15); around 60,000 of them were returned by the Allied Forces (LAB C. Rep. 522, pp. 60-61). The Soviet Trophy Commission took crates with books from another depot of the
RSHA located in the Emser Straße (file number 209); Patricia Kennedy Grimsted: Tracing Patterns of European Library Plunder: Books Still Not Home from the War, in Dehnel, Regine (ed.): Jüdischer Buchbesitz als Raubgut. Frankfurt Main 2006, pp. 139-167, here pp. 147-148.

[14]
In the ZLB books belonging to the following owners from occupied countries were found: up to now one book from the Great Synagogue in Warsaw, a parish register (1751-1811) from the village of Verpel in France, books from various Jewish communities and organisations from Austria and four
books taken from embassies of Czechoslovakia in Poland. In 2012 books with bookplates from Rosa Manus, a well-known feminist and peace activist of Jewish ancestry, were found in the stock of the ZLB. Her personal archive and library was stored at the International Archive of the women’s movement (Internationaal Archief voor de vrouwenbeweging, IAV) in Amsterdam, which had been

plundered after the occupation of the Netherlands. Rosa Manus was murdered in the Ravensbrück concentration camp in 1943. After the war only 10% of the more than 4,500 volumes were returned to the IAV – the fate of the library was unknown. At least the ways of the
volumes found in the ZLB can be traced back to the Deutsches Frauenwerk (“Nazi Woman’s League“) from where the Bergungsstelle took them. Nine books belonging to Rosa Manus and the IAV will be returned later this year. For further details about the fate of the archive see: Vilan van de Loo: “Moet terug. Privaat eigendom“ : de roof, het zoekraken en de uiteindelijke terugkeer van de IAV-archieven.
Amsterdam 2003.

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* In addition to that, the City Libraries in East Berlin, the new public library of West Berlin and the Library of the Senate (today part of the ZLB) purchased used books and autographs without caring for their provenance until the first findings of Nazi-looted books in 2002.

[Foto]
A looted book from the library of Austrian social democrat Engelbert Pernerstorfer with the number 15 for the Bergungsstelle of the RSHA.

But the  City  Library  never  received  entire  collections  that had  been  looted.  Most  marks of provenance and most names are found only once, like in the case of Rudi’s book. When the ZLB intensified its provenance research in 2010, we knew that there were at least 100,000 volumes hidden in the collection that needed to be checked.

Today we estimate that the number might be well above 200,000.

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2. Tracing the rightful owners
2.1 Research


The complex history of looted books and the fact that no-one ever cared for the provenance makes it difficult to separate looted books from legally obtained. Apart from those marked with a “J” there is virtually no clue in the acquisition journals or other files. Only the marks of provenance
found in a book can tell something about the former owners. If there aren’t any, the research comes to a stop.

Regarding the marks of provenance, it is necessary to go far beyond the practice of collecting the information given by bookplates, signatures, stamps and dedications.

Sometimes it  is  possible  to  allot  a  relatively  obscure  clue  to  a person  simply  by gathering, in detail, every piece of information that can be concluded from the marks of provenance, and therefore all the information the book can give about its former owner.

An example for this are the books of Dr. Carl Neuberg, a renowned biochemist, that were found in the stock of the ZLB.

Since we did find quite a few of his books, 40 up to  now, we  were  able  to identify  his  distinct  style  of annotating  and  could  allot books to  him  that  did  not have  his  stamp  or  a dedication  to  him,  even  if the books got a new binding in  the  meantime  or  if  they are missing the flyleaf. [15]

As  a  consequence  of  the huge number of books and detailed  analyses  of  the marks  of  provenance  there is a lot of data to deal with. To  keep  track  of  the checked  books,  to be  able to compare  their  marks  of provenance    and    to document the search for the rightful   owners,   it   is absolutely necessary to use a database system.

[Foto]
Carl Neuberg was Director of the Kaiser-Wilhelm-Institute of Biochemistry in Berlin-Dahlem until he was demoted from this post  in  1933,  although  he  was afterwards  temporarily  as-signed to this post until 1937.
A dedication from 1934 found in one  book  that  Neuberg  was  given  by  his  colleague  Emil Starkenstein  must  be  read  in  this  context:
„Herrn Prof. Neu-berg in alter unwandelbarer Verehrung ergeb. überreicht vom Verf. Prag 18. Mai 1934.“
(“Presented  to  Prof.  Neuberg  in lasting, immutable adoration by the author. Prague, May 18th, 1934.“)
Starkenstein was murdered in Mauthausen in 1942.

Footnotes:

[15]
About Dr. Carl Neuberg (1877-1956) see: Hinderk Conrads, Brigitte Lohff: Carl Neuberg. Biochemie, Politik und Geschichte. Lebenswege und Werk eines fast verdrängten Forschers. Stuttgart 2006. We thank the authors for putting us in contact with the heirs of Carl Neuberg. The heirs decided to give the volumes found in the stock of the ZLB to the Leo-Baeck-Insitute (LBI). A detailed report on the finding will be published by the LBI after the restitution of the books later this year. In quite a lot of books the flyleaf has been torn out or marks of provenance have been removed or obscured.

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The library’s database and catalog can’t be used to describe or analyze marks of provenance,  and  would  not  allow  us  to  publish  our  findings  appropriately  online. Thanks  to  the  support  of  the Arbeitsstelle  für  Provenienzrecherche  / -forschung (Bureau for Provenance Investigation and Research) a system suited for provenance research in libraries was built for the ZLB. [16]

To illustrate the scope: Based on the acquisition journals and new findings far more than 200,000 suspicious books  are  estimated  to  be  hidde
n  in  the  stock. A  few  hundred  thousand  books, maybe more than half a million need to be checked to find them.

* Since 2010 more than 45,000 books have been checked – one by one. [17]

* Up  to  now  around  10,000  books  have  been  entered  in  the  internal  ZLB-database  as  possibly  looted.  A  third  of  them  don’t  have  any  marks  of provenance (and thus might never be attributed to an owner), but the other 7,000 volumes contain more than 18,000 single marks of provenance.

* These marks are connected to around 4,000 different people or organizations. At least two thirds of them might have been victims of the Nazi-persecution.

Based on this figures it its estimated to find marks of provenance of at least 20,000 potential rightful owners in the stock of the ZLB.

As shown in the case of Rudi Joelsohn, it is possible to identify people based on very little information. But if another book belonging to Rudi were to be found in another German library that is checking its stock for Nazi-looted books, but is using a different system to document the findings, probably neither this library nor the ZLB would be informed  about the  information  already  gathered  and  analyzed  by  the  other institution.
The exchange of provenance research data between German libraries is still complicated and far from being fully realized. [18]

2.2 Publication

Unfortunately,  based  on  the  resources  that  are  put  into  provenance  research  in Germany, these possibilities for now remain what they are
– possibilities. There is not yet enough manpower to check the records in archives, such as the files of the Berlin Restitution  Offices  (Wiedergutmachungsämter  Berlin,  WGA) or  the  archive  of  the Berlin Compensation Office (Entschädigungsamt Berlin). [19]

Footnotes:

[16]
At first Microsoft Access was used that was replaced by the database system Collective Access that was adapted to the needs; see
http://www.collectiveaccess.org for details and http://www.zlb.de/raubgut for the public frontend of the ZLB-database. The thesaurus used to describe the marks of provenance is based on the Thesaurus der Provenienzbegriffe (T-Pro), see: http://provenienz.gbv.de/Hauptseite

[17]
The stock of the City Library is organised in a systematic order and not in a consecutive way (“numerus currens”) – i.e. the position of a book on the shelf or its shelf mark doesn't indicate the time of arrival. The search is based on the acquisition journals and started with the most suspicious ones: like the “J”-journal and the ones containing the “gifts” of the post war period.

[18]
Frank Möbus: Provenienzforschung 2.0, in Bibliotheksdienst, volume 46 (2012), pp. 497– 504; and Annette Gerlach and Peter Pröl
ß: Forschungs-Verbunddatenbank 'Provenienzforschung', in Bibliotheksdienst, volume 46 (2012), pp. 14-21.

[19]
Beate Schreiber: Old restitution cases – new research sources. See: http://www.wga-datenbank.de
The around 800,000 case files are stored at the Landesarchiv Berlin (LAB B Rep. 025). The Entschädigungsamt Berlin at the Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (LABO),

dealt with compensation payments and not with material restitutions like the WGA.  There is an abundance of information about persecuted people that could be used: apart from archival records there are genealogical databases, every non-fiction book about the victims, biographies, address and telephone books, research data and findings, etc.  – a database used by provenance researchers that contains at least all names found on objects or records and the respective source (e.g. “Hedwig Hesse, see ZLB”, with a link to the ZLBs website) would be of enormous help.


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Therefore the most important task is to publish all findings, every book and every mark of provenance, together with images online. Certainly someone out there knows more about Rudi and about the thousands of other persons than we do.

At the beginning of 2012 the ZLB's own database went online. This changed a lot about the daily work; since then the ZLB gets about one enquiry
per week. Nobody was looking for the lost books of their relatives, but the site is indexed by search engines and so are the names found in the books. [20]

So if someone would do an online search for Rudi Joelsohn, there is a good chance they will find his birthday present  from  1930.  Every  time  a  newspaper  article  about  Nazi-looted  books  is published the number of visitors on the site is increasing.
Furthermore,  a  list  of  names  found  in  the  books  has  been  kindly  published  on http://www.lootedart.com [21]

The ZLB also publishes its findings at Germany’s central registry LostArt run by the Koordinierungsstelle Magdeburg on a regular basis.  [22]

The practice to publish all findings as soon as possible together with images of the marks of provenance has been successful, even
though the website is still in need for advanced search options, better navigation and translations into other languages, foremost  into
English.  Most  requests  come  in  the  form  of  a  short  email  and  the question if the person mentioned on the ZLB-website or
elsewhere was a relative of the sender.

2.3. Restitution

Some  entries  in  the  acquisition  journals  of  the  late  1940s  had  been  marked  as returned. It is unknown if Nazi-looted books were returned to their rightful owners or if these were just books from other libraries that had ended up in the wrong place.

In  1988  the  City  Library  transferred  books  that  were  known  to  be  looted  to  the Foundation New Synagogue – Centrum Judaicum Berlin
founded in the same year in East Berlin. Thus today the Centrum Judaicum has to check its own stock for looted books and works very closely together with the ZLB. [23]

Footnotes:

[20]
The data stored in integrated library systems is not indexed by search engines. Even if this was the case, these systems were built for a different task and would not be able to present the findings of provenance research in an adequate way. Some libraries use the controlled vocabulary
of the Thesaurus der Provenienzbegriffe (see footnote 17) to show information about provenances in their OPAC (Online Public Access Catalogue) in the form of index terms.

[21]
Many thanks to Mrs. Anne Webber for her support.

[22]
See http://www.lootedart.com and http://www.lostart.com ;currently 4,832 books have been submitted to lostart. This is less than at our own site because quite a lot books are still in evaluation (e.g. unreadable handwritings).

[23]
The Centrum Judaicum and the ZLB use the same database and share all findings; see http://www.zlb.de/raubgut for details. In 2013 the Centrum Judaicum and the ZLB showed the exhibition “Geraubt und genutzt. Bücher von verfolgten und ermordeten Juden in Berliner Bibliotheken”.
We’d like to thank Mr. Hermann Simon director of the Centrum Judaicum for his support and the curator Maria Winkler for her commitment.

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Somehow this knowledge about Nazi-looted books in the stock of the library got lost in the 1990s and stayed lost until 2002. [24]

Since 2009 the ZLB has returned over 100 books of more than 20 private owners and more than 250 books to 14 institutions.  [25]
In two cases books have been returned to their actual owners, both survivors of the Holocaust. [26]

About half of the restitutions to private owners were possible because heirs found us through the mentioned publications, the other half was found and contacted by us.

The title of our article is “Tracing the rightful owners” – this is more of a wish than a reality. Of course, we do what we can to find as many books as possible, decipher as many marks as possible, publish as many names as possible etc. – but the effort, as it is, is in no way a match for the effort that was put into the expropriation of the people and institutions whose books are still stored in our libraries and have been
used by the German public for decades.


Footnotes:

[24]
See footnote 4

[25]
Mostly books from the  Social Democratic Party of Germany (SPD), to which the ZLB had already returned 75 volumes in 2002 followed by another 77 in 2011. 58 books were returned to the Arbeiterkammer Wien, 79 volumes to the monastery of Hünfeld and 26 books were returned to the
Jewish community of Berlin in 2012.

[26]
Walter Lachman, born as Wolfgang Lachmann in 1928, lived in Berlin together with his grandmother Recha Schwarz. Both were deported to Riga but only Wolfgang survived the Holocaust. On April 15th, 1945 he was liberated in Bergen Belsen and emigrated to the USA where he changed his name to Walter.
An article about looted books in libraries mentioned the exhibition by Detlef Bockenkamm and one dedication had been quoted: “dem lieben Wolfgang Lachmann in Freundschaft gewidmet. Chanuka 5698 Dezember 1937 Heinrich Kaul”, see: Michael Sontheimer: Stumme Zeugen, in: Der Spiegel volume 43 (2008) pp. 58-60.
A friend of Mr. Lachman called his attention to this article and he contacted the ZLB. See Gerlach: Recherche, here p. 75. and The Malibu Times: A Holocaust survivor’s childhood book comes home from July 22nd, 2009 (http://www.malibutimes.com/malibu_life/article_16436cdd-125f-53b2-a0f8-1425af798a44.html).

This book and a photograph are the only objects that survived the time of his persecution. Since the return of the book Mr. Lachman tells school children about his story.
[*/quote*]
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RadlMadl

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Re: Die Judenbücher und das Vergessen
« Reply #10 on: January 02, 2016, 12:02:22 PM »

http://www.zlb.de

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Thymian

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Re: Die Judenbücher und das Vergessen
« Reply #11 on: July 08, 2019, 05:36:05 PM »

Die Judenbücher und das Vergessen

Die Nazis herrschten in Deutschland von 1933 - 1945.
Das Unrecht danach herrscht inzwischen 6x so lange.

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