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Der Hochstapler, Fälscher und Betrüger Isaac Goiz Durán"

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Author Topic: Die Propagandamaschinerie der Jesus-Heiler  (Read 9716 times)

ama

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Die Propagandamaschinerie der Jesus-Heiler
« on: March 03, 2006, 09:32:42 AM »

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Die Propagandamaschinerie der Jesus-Heiler

Wunderheiler Erwin Fillafer und die "Geschäftsleute des Vollen Evangeliums"

von Philipp Flammer


(abgedruckt in der Broschüre zum Dokumentarfilm "Christliche Sekten im Vormarsch" von Regisseur Michael Gautsch, S. 4 - 16. Der folgende Text ist die Analyse einer Evangelisationsveranstaltung, die Michael Gautsch am 5. September 1997 filmisch dokumentiert hat.)

Die Renaissance des christlichen Okkultismus
Der Gottesdienst mit Erwin Fillafer
1. Die öffentliche Werbung: Der Wunderheiler vom Fernsehen - mit dem Segen der Katholischen Kirche
2. Der Gottesdienst
2.1. Zeitlicher Ablauf: Die Choreographie der Bekehrung
2.2. Die Botschaft: Steter Tropfen höhlt den Stein
2.3. Die Ideologie: "... der Weg, die Wahrheit und das Leben"
2.4. Der Einbezug der Zuhörerschaft: "Gott sucht nur eins: Dass du dein Herz auch öffnest."
2.5. Bekehrung und "Heilung": "Im Namen Jesu raus aus diesem Körper!"
Europa: Ein missionarisches Entwicklungsland
3. Die Gemeinschaft
3.1. Das Netzwerk der Menschenfischer: Die Geschäftsleute des Vollen Evangeliums und die Rhema Bible Church
3.2. Die Vision: Pioniergeist und religiöses Grenzerleben im europäischen Heidenland
Anmerkungen

[...]

2. Der Gottesdienst

2.1. Zeitlicher Ablauf

Die Choreographie der Bekehrung

Der von einem Filmteam live dokumentierte Gottesdienst mit Erwin Fillafer ist am Freitag, 5. September 1997 offiziell auf 19.30 Uhr angesetzt.3) Die ersten Besucher verlassen die Veranstaltung gegen 22.30 Uhr, die letzten nach 23.00 Uhr. Die Veranstaltung findet im dichtbestuhlten Mehrzweckraum der katholischen Kirche statt. Im Hintergrund des Raums ein Büchertisch mit religiösen Traktaten, Porträts von Karl Pilsl sowie Literatur u.a. von Kenneth Hagin.4) Rund fünfzig Personen sind erschienen.

[...]

3.1. Das Netzwerk der Menschenfischer

Die Geschäftsleute des Vollen Evangeliums und die Rhema Bible Church

Wunderheiler Fillafer steht dem Verein der "Geschäftsleute des Vollen Evangeliums internationale Vereinigung Österreich" mit Sitz in Wien nahe.

Gemäss §15 der Statuten handelt es sich bei diesem Verein um eine Gruppe der "Full Gospel Buisness Men's Fellowship International" (FGBMFI) in Costa Mesa, Kalifornien, USA, deren Satzung auch für die Mitglieder in Österreich gilt soweit sie nicht mit der österreichischen Satzung und dem Recht der Republik Österreich in Widerspruch steht.

Die FGBMFI zählt zur breiten Pfingstbewegung und wurde 1952 von Demos Shakarian, Molkereibesitzer in Los Angeles, gegründet mit dem Ziel, das pfingstlerisch "volle" Evangelium unter Geschäftsleuten zu missionieren. Entsprechend sind in den Statuten der "Geschäftsleute des Vollen Evangeliums" folgende Vereinszwecke festgehalten: a) Gründung und Führung von kleinen örtlichen Evangelisationsgruppen ("Chapter"), b) Evangelisationsveranstaltungen, und c) Herausgabe von Publikationen. Heute soll es weltweit gegen 6'000 solcher örtlicher Gruppen geben und Schätzungen rechnen mit gegen einer Million Mitglieder. Im deutschsprachigen Raum begann die FGBMFI nach ersten Versuchen aus dem Jahre 1957 in den Jahren 1975/76 erneut zu missionieren.

Zudem hat Fillafer offensichtlich gute Kontakte zur "Christengemeinschaft in Klagenfurt", zur "Villacher Christengemeinschaft" und zur "Christengemeinschaft Loeben", die mit Fillafer eine gemeinsame"Vision für Österreich"20) teilen. Dazu später mehr.

Als Veranstalterin des Fillafer Gottesdienstes trat zu Beginn neben der bereits erwähnten "Reformiert-Kath. Gemeinschaft MARANATHA" auch eine "Christliche Glaubensgemeinde Lindach" in Erscheinung, die dann aber vom gastgebenden katholischen Pfarrer nicht weiter als offizielle Veranstalterin anerkannt worden ist.21)

In der persönlichen Bekenntnisbroschüre, die die erste Referentin F.H. am Schluss ihres Vortrags der Zuhörerschaft anbot, lautet ihre Kontaktadresse "Gute Nachricht-Zentrum" in Wels, ein "Christliches Glaubenszentrum" mit "Bibelschule". Dieses "Gute Nachricht-Zentrum" im oberösterreichischen Wels wird vom 51jährigen Österreicher Karl Pilsl22) geleitet.

Karl Pilsl, ein mehrfach gescheiterter Geschäftsmann, fand den Ausweg aus seiner Krise 1982 interessanterweise über eine Veranstaltung der "Geschäftsleute des Vollen Evangeliums" und lernte in der Folge, wie Jesus Christus sein Leben "zum Positiven verändern" kann.23) Das Zentrum gründete er 1994. Ko-Pastor, Direktor der Bibelschule "Gute Nachricht" und "Lobpreisleiter" der Gemeinde ist der 39jährige Amerikaner Fred Lambert.24) Karl und seine Frau Monika Pilsl ebenso wie Fred Lambert absolvierten ihre missionarische Ausbildung 1990 am "RHEMA Bible Training Center" in Tulsa, Oklahoma (USA), einem Zentrum der pfingstlerischen "RHEMA Bible Church" von Kenneth E. Hagin.

Kenneth E. Hagin gehört mit Predigern wie Kenneth Copeland, Frederick K.C. Price oder dem Koreaner Paul Yonggi Cho zu den wichtigsten Protagonisten der sogenannten "Faith Movement" bzw. der "Positive Confession Theology". Dabei handelt es sich um eine Strömung innerhalb der breiten Pfingstbewegung, die den pfingstlerischen Grundgedanken - die "übernatürliche Kraft" des Heiligen Geistes - mit Impulsen aus der sogenannten Neugeist-Bewegung des "Positiven Denkens" verbindet, wie sie etwa von der "Christlichen Wissenschaft" oder der "Unity-Bewegung" vertreten werden: mit der These, dass Realität einzig durch die Vorstellungskraft des einzelnen und seinem öffentlichen Bekenntnis geschaffen wird. Wissenschafts- oder erkenntnistheoretisch kann man dabei von einer Art "radikalem Konstruktivismus" sprechen: Selbst Krankheit und Armut haben in dieser Perspektive ihre Ursachen nicht in äusseren oder objektiven Gegebenheiten, sondern ausschliesslich im falschen Denken oder schwachen Glauben des einzelnen.

1979 haben die Vertreter der "Wort- und Glaubensbewegung" in Tulsa, Oklahoma, einen Dachverband gegründet, die "International Convention of Faith Churches". Im deutschsprachigen Raum werden die Lehren der "Faith-Movement" von Gruppen propagiert wie "Christliche Gemeinde", Köln, "Gemeinde auf dem Weg", Berlin, "Biblische Glaubens-Gemeinde", Stuttgart, "Gospel Life Center", München, "Missionswerk Lebendiges Wort", Hildesheim, "ZOE Evangelistische Vereinigung", Zürich, oder "Agape Christliche Vereinigung", Salzburg.25) Eine starke Infrastruktur mit Grundschulen, Gymnasien, einer eigenen Universität, einem Verlag und gar einem TV-Sender unterhält die Bewegung auch in Schweden.26)

Das "Gute Nachrichten-Zentrum" von Hagin-Schüler Pilsl gehört zu jenen freikirchlichen Gemeinden, die eng mit dem aufwendigen Evangelisations-Kreuzzug des Pfingstpredigers Reinhard Bonnke kooperieren. Bonnke verteilte 1995 die in einer 65 Millionen-Auflage gedruckte Broschüre "Vom Minus zum Plus"27) gratis in die Haushalte deutschsprachiger Länder.

Darin malt er ein düsteres Bild vom Zustand der Welt und verspricht "die erstaunlich einfache Lösung für die Probleme der Menschheit", deren Kerngedanke schon im Namen seiner Bewegung zum Ausdruck kommt: "Christus für alle Nationen (CfaN)". Wer nähere Informationen über diesen "Lösungsweg" bei Bonnke einholt, wird an ein christliches Zentrum seiner Region weiterverwiesen. Wohl nicht zufällig prangt an der Aussenfassade von Pilsls Zentrum ein Transparent mit der Aufschrift "Vom Minus zum Plus". Bonnke, der 1967 in Südafrika zu missionieren begonnen hatte, hat seit 1986 sein Zentrum in Frankfurt am Main. Sein Evangelisationsstil brachte ihm bezeichnenderweise den Übernahme "Mähdrescher Gottes" ein.


3.2. Die Vision

Pioniergeist und religiöses Grenzerleben im europäischen Heidenland

Wenn auf den ersten Blick dieses Netzwerk der Menschenfischer wie ein wirrer Flickenteppich kleiner und kleinster Sekten in einer immer schwerer überblickbaren religiösen Landschaft erscheinen, so zeigt die nähere Analyse, dass viele dieser Gruppen keineswegs unkoordiniert und isoliert dastehen. Vielmehr steckt dahinter eine "Strategie der vielen Netze" (SvN), wie es Gianni Gaeta und sein Team in einem Konzeptpapier mit dem aufschlussreichen Titel "Vision + Strategie für progressiven Gemeindebau" beschreiben.28) Gaeta ist Teamleiter von "Vision für Österreich" (VfÖ), einem "Netz christlicher Gemeinschaften" mit Sitz in Wien.

Die Grundpfeiler für die SvN sind die regionalen Christengemeinden in den einzelnen Gemeinden und Städten, die sogenannten "Ortsgemeinden". Das Konzeptpapier hält fest, dass es nicht darauf ankomme, in einer Stadt eine möglichst grosse Gemeinde zu bauen. Vielmehr "sollen viele Ortsgemeinden gegründet werden, indem mehrere Netze ausgeworfen werden." Es unterscheidet drei wesentliche Formen der Gemeindegründung: Erstens die gezielte "Reproduktion einer Ortsgemeinde", die als "Muttergemeinde" neue "Tochtergemeinden" gründet; zweitens die Gründung einer Gemeinde durch ein "apostolisches" Pionierteam, das vor allem dann zum Zug kommt, wenn die nächste lokale Gemeinde geographisch zu weit weg liegt; und drittens die Gemeindegründung durch ein Ehepaar oder durch einzelne Personen aufgrund einer persönlichen Berufung.

Im Idealfall dauert die Reproduktion einer Ortsgemeinde von der Gründungphase über die Wachstums- und Stabilisierungsphase bis zum Moment, wo die Tochtergemeinde selber wieder zur Muttergemeinde wird, drei bis vier Jahre.

Am Anfang einer Tochtergemeinde stehen die sogenannten "Hauskreise", kleine Zirkel von zehn bis fünfzehn Personen, die sich in Privatwohnungen regelmässig zum gemeinsamen Bibelstudium treffen. Verschiedene solcher Hauskreise beginnen dann gemeinsame Gottesdienste zu feiern, wobei sie personell und materiell von der Muttergemeinde unterstützt werden.

Bereits am Ende des Gründungsjahres findet organisatorisch die Abnabelung von der Muttergemeinde statt.

Die Tochtergemeinde muss nun finanziell selbständig sein und über einen "Gemeindeleiter" und einen "Lobpreisleiter" verfügen, wobei der "Gemeindeleiter" in einer starken Verbindung zu den "Ältesten" der Muttergemeinde bleibt. Abnabelung bedeutet also nicht, dass es keine Kontakte mehr gibt. Vielmehr finden zwischen beiden (oder mehreren) Gemeinden regelmässige gemeinsame Lobpreisfeste, Evangelisationen und soziale Projekte statt.

Die Vorteile eines solchen "Gemeindegründungssystems" sind vielfältig: Die kleinen Hauskreise und übersichtlichen Gemeindestrukturen mit ihren Verbindungen zu befreundeten Ortsgemeinden geben den Gläubigen das Gefühl, in einer kleinen, freien Elitegemeinschaft an einer grossen christlichen Bewegung mitzuarbeiten. Aus der Managementperspektive erweisen sich Hauskreise und Ortsgemeinden jedoch als die idealen sozialen Millieus, in denen die Glaubens- und Lebenspraxis der Gläubigen kontrolliert und beeinflusst und ein "Pioniergeist" erzeugt werden können. In diesem Sinn hält denn auch das Konzeptpapier fest, dass Gemeindegründung ohne Ausbildung von Leiterschaft undenkbar sei. Diese theologisch einschlägig ausgebildete Leiterschaft bildet die Garantie dafür, dass die "vielen Netze" organisatorisch scheinbar freier Christengemeinden im ideologischen Gleichschritt daherkommen und gemeinsam an der Vision einer christlich-fundamentalistischen Einheitskultur schmieden. Prediger wie Erwin Fillafer oder Karl Pilsl sind die zentralen Instrumente, mit denen unternehmerisch denkende Autoritätspersonen wie die Familie Shakarian oder Kenneth E. Hagin ihre transnationalen religiösen Imperien ausbauen.

Obwohl das Team von "Vision für Österreich" den "klaren Plan" für die "Strategie der vielen Netzen" direkt von Gott erhalten haben will, um "Sein Reich in JEDE gesellschaftliche Schicht zu bringen", ist nicht zu übersehen, dass sich diese Vision am Grundmodell der protestantischen Sekten des amerikanischen Wilden Westens orientiert.

Bis ins 19. Jh. wurde der amerikanische Protestantismus wesentlich von einer Vielzahl kleiner Gemeinschaften getragen. Diese genossen nicht nur sämtliche Mobilisierungsvorteile kleiner Gruppen, die ihre Mitglieder mittels sozialer Anerkennung oder Ächtung wirksam zu kontrollieren vermochten, sondern erwiesen sich im sozialen und wirtschaftlichen Kontext der frühen Siedlerzeit als optimale Integrationsinstrumente, die den einzelnen Menschen existentielle Sicherheit und Geborgenheit in einer rauhen, unvertrauten und zum Teil gefährlichen Umwelt boten.

Grundlegend für dieses religiöse Grenzerleben sind eine aktive Bündnispolitik mit befreundeten Kräften und die Verteufelung der Feinde. Entsprechend kooperieren die "Geschäfstsleute des Vollen Evangeliums" mit Christengemeinden der Faith-Movement von Hagin und dem "Christus für alle Nationen"-Unternehmen von Bonnke bei der Rekrutierung neuer Anhänger.

Und alle drei Gruppen sind jenen neuen Fundamentalisten nordamerikanischer Prägung zuzurechnen, über die der amerikanische Fundamentalismusspezialist Scott Appleby schreibt, dass sie trotz einer konfessionelle Grenzen überschreitenden Bündnispolitik zwischen konservativen Christen und kirchenähnlichen Organisationen sich letztlich "als Gottes spirituelle Krieger in einer kosmischen Schlacht bis zum Tod" verstehen.29)
Entsprechend würden diese neuen Fundamentalisten klare Grenzen ziehen und ihre Feinde, die "falsche Religionen" verteufeln, zu denen heute der Sozialismus, der Islam, der Humanismus, der Feminismus und sogar der Katholizismus gezählt würden. Aus der Perspektive dieser Fundamentalisten wird Europa unweigerlich zum heidnischen Missionsgebiet.30)
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Quelle:
http://www.infosekta.ch/is5/gruppen/gdve_flam1999.html
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Kinderklinik Gelsenkirchen verstößt gegen die Leitlinien

Der Skandal in Gelsenkirchen
Hamer-Anhänger in der Kinderklinik
http://www.klinikskandal.com

http://www.reimbibel.de/GBV-Kinderklinik-Gelsenkirchen.htm
http://www.kinderklinik-gelsenkirchen-kritik.de
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