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Author Topic: Peter Zeller über Hamer  (Read 2646 times)

ama

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Peter Zeller über Hamer
« on: March 04, 2006, 06:16:59 PM »

Aus dem Usenet:

[*QUOTE*]
From: Peter Zeller <drzeller@t-online.de>
Newsgroups: de.alt.naturheilkunde
Subject: Zeller über Hamer
Date: Fri, 14 May 2004 10:04:08 +0200
Message-ID: <c81un6$cdc$05$1@news.t-online.com>

[...]

§ 44. Die eiserne Regel des Krebses Hamer.

In seinem Buch Die eiserne Regel des Krebs vertritt der ehemalige deutsche Arzt Hamer die These, daß alle Krebserkrankungen durch ein psychisches Schockerlebnis entstehen. Ursache der Krebserkrankung ist das seelische Schockerlebnis, der entstehende Tumor ist die Reaktion des Körpers auf dieses Schockerlebnis, der Versuch einer Selbstheilung des Körpers, also ein positives Geschehen. Aus dieser These folgt als Therapie, daß man den ja nebensächlichen Tumor in Ruhe lassen soll, denn wird der seelische Konflikt durch Gespräche aufgedeckt und dann verarbeitet, bildet sich der Tumor von selbst zurück. Dieses nannte er die Neue Medizin.

Entdeckt habe er diese Wahrheit, als er durch einen tragischen Unfall seinen Sohn verloren habe. Danach sei er an einem Hodenkrebs erkrankt, den er in München operieren ließ. In dieser Münchner Klinik habe er die Unterlagen der Krebspatienten geprüft und bei allen ein der Krebserkrankung vorausgehendes Schockerlebnis gefunden.

Daß eine solche Therapie des eigentlichen Nichtstuns in der Krebstherapie keinen Erfolg haben kann, liegt auf der Hand, sonst hätten wir heute keine Krebstoten. Nach den unvermeidlich aufgetretenen Todesfällen à conto seiner Nicht-Therapie wurde Hamer 1987 auf Antrag der Ärztekammer gerichtlich die Approbation entzogen.

Die Todesfälle sieht Hamer anders. Sein Buch Vermächtnis einer Neuen Medizin widmet er u. a. den Patienten, den gestorbenen, die mir ans Herz gewachsen waren wie Kinder, die aber so bedrängt oder gar mit massivem Druck gezwungen wurden, sich wieder in die sog. Behandlung der herrschenden Mediziner zu begeben und dort unter Morphium elendig zu Tode gebracht wurden [Hamer 1987, S. 6].

Bekannt wurde Hamer durch den traurigen Fall des österreichischen Mädchens Olivia mit seinem WILMS-Tumor, wo nur das energische Eingreifen des österreichischen Staates die Katastrophe verhindern konnte. Hier sah
man erstmals das erstaunliche Phänomen, daß die Medien auf der Seite des Kindes und gegen den Wunderheiler waren.

Analyse:
1.    Daß die These schlicht spekulativ ist, bedarf keiner Erläuterung.
2.    Die Nähe zu Bach ist unverkennbar, nur daß Bach im Konflikt der Seele
die Ursache aller Krankheiten, Hamer die Ursache aller Krebskrankheiten
sieht.
3.    Beide haben ihr Schlüsselerlebnis, das der Grund ihrer felsenfesten
Überzeugung ist und von Mißerfolgen oder Sachargumenten nicht
erschüttert werden kann.

Hamer bietet viele Beispiele dafür, wie die Wahrheit von den Scharlatanen verdreht wird bis ins Gegenteil. In [Hamer 1987] behauptet er, der Pathologe der Universität Düsseldorf Prof. Pfitzer habe zu ihm gesagt, er, Hamer, werfe wirklich die ganze Medizin über den Haufen mit seinem ontogenetischen System der Tumoren (S. 63). Im Kontext wirkt das so, als ob Hamer mit einer revolutionären Theorie die etablierte Medizin umstürze. Tatsächlich hatte Pfitzer gesagt, daß Hamer die medizinischen Fakten durcheinanderbringe, sie nicht richtig auseinanderhalten könne.

Von einer Anerkennung der Hamerschen Pseudotheorie war keine Rede (pers. Mitteil. 1998). Daraus wird 16 Seiten später daß ein anderer berühmter Professor (gemeint ist Pfitzer) die Neue Medizin offenbar sehr logisch und einleuchtend findet (S. 78). Tatsächlich verdreht Hamer medizinische Fakten nach der simplen Methode, daß er die bekannten medizinischen Kausalitäten einfach umdreht, die tausendfach geprüften Ergebnisse zu Irrtümern der Medizin erklärt und seine Umkehrung als neue Wahrheit verkündet. Tuberkelbakterien lösen im Körper eine Tuberkulose aus, in der Lunge entsteht eine verkäsende Nekrose. Die Verkäsung als Reaktionsform des Organismus ist so spezifisch, daß man bereits aus der Tatsache der Verkäsung auf die Tuberkelbakterien als Verursacher schließen kann, auch wenn man sie noch nicht nachgewiesen hat. Alles falsch, sagt Hamer, die Verkäsung ist in Wahrheit ein Hamersches Krebsäquivalent wie Magengeschwür und Herzinfarkt, und die Tuberkelbakterien sind jetzt unsere freundlichen kleinen Helfer (S. 25, 445 unten), die dieses Krebsmaterial abräumen und uns so das Leben retten. Aber die dumme Schulmedizin schlägt die kleinen Helfer mit ihren Medikamenten tot. Man fragt sich dann schon, warum bis 1950 viele Menschen an Tuberkulose gestorben sind, warum nach der Entwicklung der Tuberkulostatika nur noch wenige gestorben sind, warum seit der gezielten Bekämpfung der Tuberkelbakterien z.B. durch Schlachtung der tuberkulösen Viehbestände die Tuberkulose epidemiologisch keine Rolle mehr spielt.

Manchmal gewinnt man schon den Eindruck, daß Hamer das medizinische Wissen durcheinanderbringt oder nicht verstanden hat. Die Tatsache der Metastasierung von Tumoren will er damit widerlegen, daß er der Medizin unterstellt, aus einem epithelialen Tumor werde in der Metastase ein mesenchymaler Tumor, was barer Unsinn ist. Und dann wartet der Leser auf die Hamersche Widerlegung, aber die kommt nicht. Leukämie ist bei ihm Heilungsphase eines Knochenkrebs (S. 33). Keine Rede aber ist von der 22jährigen leukämiekranken Österreicherin, der er die schulmedizinische Behandlung ausredete und die dann am Hamerschen Nichtstun starb - und zwei kleine Kinder zurückließ.

Herzinfarkt ist eine epileptiforme Krise in der Heilungsphase, Schizophrenie ist eine Erkrankung, die man relativ leicht heilen kann.

Über die Epilepsie sagt er wortwörtlich: Die Epilepsie gilt als eine der Geistes- und Gemütskrankheiten der Psychosen, obwohl niemand so recht weiß, wohin sie nun eigentlich zuzuordnen sind. So wirft er alles durcheinander, und die Medizinterminologie ohne Sinn und Verstand soll nur dazu dienen, den Laien zu beindrucken.

Für die Medizin hat er nur Invektiven, medizinische Zusammenhänge stellt er falsch dar und sagt dann seinen Lesern Seht her, so dumm sind die Ärzte. O-Ton Hamer: So ziemlich der größte Blödsinn sind die sog. ‘Hirntumoren’, die es gar nicht gibt .. Nichts, aber auch gar nichts stimmt bei den sogenannten Hirntumoren. Es gibt sie genausowenig wie die sog. ‘Hirnmetastasen’, die nur ein Gebilde der halluzinatorischen Ignoranz der Schulmediziner sind (S. 139). Der größte Blödsinn ist für ihn das angebliche Dogma der Medizin, aus epithelialen Tumoren entstünden Sarkome und umgekehrt (S. 139 unten). Metastasen intestinaler Tumore im Knochen sollen deshalb Sarkome sein (S. 141). Aber die Medizin hat das nie behauptet, weil es tatsächlich Unsinn ist. So baut Hamer aus falschen Unterstellungen einen Pappkameraden auf, damit er dann nach Belieben auf ihm herumdreschen kann.

Die von Ärzten diagnostizierte Anämie beim Kinde ist für ihn eine glatte Fehldiagnose, weil, so seine Milchmädchenrechnung, bei einer angenommenen Verdopplung des Blutvolumens die absolute  Zahl der roten Blutkörperchen konstant bleibt, die Konzentration, also der Wert, der tatsächlich gemessen wird, sich halbiert und so die Anämie nur vorgetäuscht wird (S. 391). Tatsächlich ist bei der Anämie des Kindes das Blutvolumen gleich oder sogar vermindert, wodurch eine höhere Zahl von roten Blutkörperchen vorgetäuscht wird, als tatsächlich vorhanden ist. Die Verhältnisse sind also genau umgekehrt, als Hamer sie schildert. Außerdem kann sich das Blutvolumen nicht verdoppeln, das beweist eine Vielzahl von Messungen, und nur deshalb kann man sich auf die Konzentrationsbestimmung verlassen. Die Messung des absoluten Blutvolumens ist jederzeit mit der Inulinbestimmung möglich.

Auch das Analogiedenken läßt er nicht aus: Weil der Konflikt mit Flüssigkeit zu tun hat, bekommt der Patient einen Nierenkrebs.

Doch auch Hamer ist nicht frei von Erkenntnis, wenn auch unbewußt. Da schreibt er auf S. 457: „..[nach Meinung der Schulmedizin] könne der Dr. Hamer ja auf keinen Fall Unrecht gehabt haben“! Ein klassischer FREUDscher Verschreiber, der beweist, Hamer weiß, daß er Unrecht hat - und Unrechtes tut.
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