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Author Topic: Skandal bei BR alpha: dreisteste Reklame für Kindesmißhandlung  (Read 2502 times)

ama

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http://excanwahn.wordpress.com/2010/07/12/mail-an-lauterbach/

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excanwahn-Blog
Ruinen aus Ohnmacht und Größenwahn

Mail an Lauterbach

12/07/2010 von excanwahn

Sehr geehrter Herr Lauterbach,

mit großer Genugtuung habe ich am Wochenende von Ihren Ambitionen gelesen, die Homöopathie aus dem Leistungskatalog der GKV streichen zu wollen.

Damit korrigieren die Sozialdemokraten  – mehr als 30 Jahre nach den bis heute unverständlichen Regelungen zu den „Besonderen Therapierichtungen“ innerhalb des unter der Regierung Schmidt beschlossen Arzneimittelgesetzes – eine der fatalsten Fehlentscheidungen der letzten Jahrzehnte, die nicht nur systematisch betriebener Quacksalberei Tür und Tor öffnete, sondern Wissenschaftsfeindlichkeit, Aberglauben und Okkultismus gesetzlich legitimierte und als Entscheidungsgrundlagen in Sachen Gesundheitspolitik etablierte – man denke dabei nur die Selbstverständlichkeit, mit der Mandats- und Verantwortungsträger wie z.B. Schily, Künast, Bender oder Breyer anthroposophische Lobbyarbeit in der Gesundheitspolitik leisten oder geleistet haben.

Zweifellos haben Sie einen Stein ins Rollen gebracht, der schon lange eines kräftigen Trittes harrte, und zweifellos befand sich unter dem Stein ein Wespennest, dessen Bewohner sich nun zum Angriff formieren werden; ich wage, eine deutlich agressivere Diskussion zu prognostizieren, als die, die derzeit in Großbritannien geführt wird.

Letztlich ist aber die Infragestellung der Homöopathie sicher nur ein – wenn auch geeignetes – Startsignal für eine längst überfällige gesellschaftliche Auseinandersetzung, bei der es nicht nur darum geht, den Quacksalbern, Scharlatanen und Abzockern, deren Begehrlichkeiten den Futtertrögen des solidarfinanzierten Gesundheitssystem gelten, eine eindeutige Absage zu erteilen.

Eine viel wichtigere Herausforderung besteht darin, die Krise des Selbstverständnisses unserer Medizin zu überwinden.

Es mag sein, dass die Ursache für diese Krise eine langjährig betriebene, zu einseitige naturwissenschaftlich-technische Ausrichtung ist, die wesentliche soziale Aspekte der Arzt-Patienten-Beziehung ausblendete.

Es mag auch sein, dass die Renaissance des Irrationalismus in der Medizin – als Symptom dieser Krise – in der Hybris und der Egozentriertheit der postmodernen anything-goes-Gesellschaft verortet ist.

Genau so, auch dieser Gedanke ist nicht von der Hand zu weisen, spricht nicht wenig für Annahme, dass sich der Weg in mystische und esoterische Innenwelten als regressiver Trost für das zerstörte Vertrauen in die demokratische, gesellschaftliche Mitbestimmung auf Grund versteinerter, bürokratischer Strukturen und unnachgiebiger, kapitalkräftiger Interessengruppen anbietet.

Die Sehnsucht nach der „Anderen Realität“ nimmt offenbar proportional zur gefühlten geistigen Entleerung und zum erlebten Mangel an Gestaltungs- und Einflussmöglichkeiten im technisch und ökonomisch verwalteten Leben zu.

Aus sozialwissenschaftlicher Sicht ist es deshalb sicher ein erforschenswertes Phänomen unserer Zeit, dass sich neben dem aufgeklärten, wissenschaftlich beeinflussten Weltbild, das sich als Folge des Primats der kritischen Vernunft herausbildete, eine weitere Weltsicht entwickelt hat, deren Ursprünge und Hintergründe sowohl in der Rückbesinnung auf „uraltes“ (Erfahrungs-) Wissen, als auch in der kritiklosen Akzeptanz absurder, pseudowissenschaftlicher Denkansätze liegt, sofern in den Weltbildern nur der Ansatz eines „Gegenentwurfs“ zur realen Welt zu finden ist.

Jedoch, die Entlarvung des gegenwärtigen, sich eben nicht nur in der Medizin präsentierenden Irrationalismus als banales metaphysisches Getaumel, wird nicht die konkreten Bedürfnisse der Menschen ändern.

Wenn ein geschätztes Drittel unserer Gesellschaft aus der Parallelwelt unrealistischer Wunschvorstellungen abgeholt werden soll, muss gezeigt werden, dass die reale Welt mit ihrem funktional-relationistischen Denken eine zumindest gleichwertige, wenn nicht bessere Alternative darstellt.

Konkret auf die medizinische Versorgung bezogen bedeutet das unter anderem, eine deutliche Richtungskorrektur in der ökonomischen Bewertung ärztlichen Handels zu vollziehen.

Ganz pragmatisch geht es darum, dem Arzt für die Erfüllung seiner sozialen Aufgaben mehr Raum und Zeit zuzubilligen, überhaupt diesen Aufgaben grundsätzlich mehr Aufmerksamkeit – auch im Rahmen wissenschaftsmedizinischer Forschung – zu widmen.

Denn in einer zunehmend individualisierten Gesellschaft, in der der Einzelne immer weniger soziale Geborgenheit, Trost in Lebenskrisen und zwischenmenschliche Zuwendung erhält, kommt dem Arzt ganz eindeutig eine besondere Bedeutung als Ansprechpartner zu. Wen wir also in Zukunft eine wirklich ganzheitliche Medizin haben wollen, die auch in solchen Fällen Hilfe leistet, in denen ein Gespräch mehr Wirkung zeigt als jedes Medikament, kommen wir nicht daran vorbei, unseren Ärzten die Möglichkeit dazu zu geben.

Denn nur sie verfügen über die notwendigen Qualifikationen, das Wissen über die physischen und psychischen Prozesse im menschlichen Organismus, das uns die Natur- und die Geisteswissenschaften verschafft haben, in konkrete Therapiemaßnahmen umzusetzen.

Wesentlich ist, dass unsere Ärzte die Gelegenheit bekommen, das zu tun, was ihre eigentliche Aufgabe ist, den Menschen in seiner Gesamtheit zu sehen und zu heilen, sei es nun mit Medikamenten, dem Skalpell oder eben mit Worten. Damit dürften sich die Regentänze um die „sanften Alternativen“ zur „kalten Schulmedizin“ schneller als Selbst- und Fremdbetrug entpuppen, als durch jede Diskussion um die Aussagekraft randomisierter Doppelblindstudien.

Die Mittel und Möglichkeiten dafür zu Verfügung zu stellen, ist allerdings keine medizinische, sondern eine ökonomische und damit gesellschaftspolitische Aufgabe.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihren Ansinnen, vor allem aber die notwendige Kraft, den Gegenwind auszuhalten, der zwangsläufig aufkommen wird.




Veröffentlicht in Alternativ-Heilerei, Alternativmedizin, Hahnemann | Getaggt mit Alternativmedizin, Anthroposophie, Gesundheitspolitik, Hahnemann, Homöopathie, Komplementärmedizin | 2 Kommentare
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Passend dazu: HEUTE in BR alpha eine Sendung, bei der eine Homöopathin "interviewt" wird und dann die Pupswindelmammis anrufen und ihren Kindernahrungsendproduktsenf dazugeben dürfen.

http://www.br-online.de/bayern2/tagesgespraech/index.xml

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Neuer Sparvorschlag
:
Sollen Kassen noch Homöopathie bezahlen?

Heilen mit kleinster Dosis – und auf Kosten der Kassen: Sind
Naturheilverfahren wie Homöopathie so wirksam, dass sie erstattet werden
müssten? Politikern von SPD und CDU kommen Zweifel. Was meinen Sie?
Diskutieren Sie mit! [Tagesgespräch] Neuer Sparvorschlag – Sollen Kassen
noch Homöopathie bezahlen?
Homöopathie: Wunschdenken oder Wissenschaft [IQ - Wissenschaft und
Forschung] Anrufertelefon

0800 / 94 95 95 5

Unter dieser gebührenfreien Telefonnummer sind wir werktags ab 11 Uhr für
Sie erreichbar.
Rufen Sie an! Diskutieren Sie mit unserem kompetenten Studiogast über ein
aktuelles Thema.

Politik, Wirtschaft, Kultur, Religion und Sport – im Tagesgespräch
debattieren wir über alle gesellschaftlich wichtigen Fragen
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Wer ist dieser angeblich kompetetente Studiogast?
Antwort: Die Kruse vom Haunerschen Kinderspital in München, die lügt, daß sich die Balken biegen: über Studien, über erfolgreiche Behandlungen, auch bei krebskranken Kindern!

Und die Kinderbesitzerinnen am Telefon ergehen sich darin, wie ihre Kinder (erkrankt an zu spät erkannter und verschleppter Lyme-Borreliose oder xfacher Mittelohrentzündung) mit Homöopathie ERFOLGREICH behandelt wurden.

DAS IST EIN SKANDAL!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


Ach ja: und dann wundert sich die „Moderatorin“, eine Stefanie Heinzeller (oder so ähnlich) darüber, daß so wenig Kritiker sich melden.

Na klar, wenn die Leitung durch Horden von Homöophantasten blockiert ist, KANN doch kein vernünftiger Mensch mehr durchkommen.



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ama

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Esomafia auf Kollisionskurs
« Reply #1 on: July 12, 2010, 11:37:40 AM »

Der BAH widerspricht Lauterbach...


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GESUNDHEIT ADHOC
Nachrichten und Hintergrund

Montag, 12. Juli 2010, 11:48 Uhr
Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V.
PRESSEMITTEILUNG
BAH widerspricht Professor Lauterbach:
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Homöopathie für Patienten, Ärzte und Krankenkassen sinnvoll
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Bonn - Zur Forderung des SPD-Gesundheitspolitikers Prof. Dr. Karl
Lauterbach in der Spiegel-Ausgabe vom 12.07.2010, den gesetzlichen
Krankenkassen  zu verbieten, homöopathische Behandlungen zu bezahlen,
erklärt der  Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) heute
(12.07.2010) in Bonn:

Auf Wunsch der Rot-Grünen-Bundesregierung wurden die Wahltarife für
Homöopathie
seinerzeit eingeführt. Es erstaunt, dass die SPD nun die Abschaffung
dessen fordert, was sie unter ihrer Regierungszeit für eine sinnvolle
Kassenleistung  (§ 2 Abs. 1 Satz 2 SGB V "Behandlungsmethoden, Arznei- und
Heilmittel der besonderen Therapierichtungen sind nicht ausgeschlossen.")
erachtet hat und was von Ärzten, Patienten und Krankenkassen anerkannt
ist. Es stellt sich die Frage, warum man an Dingen, die
gesundheitspolitisch funktionieren, "herumdoktern" will, statt sich um die
entscheidenden Fragen einer Gesundheitsreform zu kümmern.
Das klingt nach reinem Oppositionspopulismus und nicht nach sorgfältigem
Umgang
mit den Interessen der Patienten und Versicherten. Der Sprecher des
Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenkassen hält im übrigen eine
Debatte über
Leistungsstreichungen derzeit generell für bedenklich.

Ferner belegt eine 2009 durchgeführte Allensbach-Studie, dass die
Bevölkerung der Homöopathie ihr Vertrauen schenkt. Mehr als die Hälfte der
Deutschen hat schon einmal homöopathische Arzneimittel verwendet, und der
Anteil derer, die Homöopathika bewusst anwenden, ist in den letzten 40
Jahren stark
gestiegen.
Das Meinungsbild zu dieser Therapieform ist eindeutig und hat sich in den
vergangenen Jahrzehnten weiterhin positiv entwickelt.

Einen konstruktiven Beweis für den Umgang mit der Homöopathie liefert der
BAH,
indem er in Zusammenarbeit mit der Niedersächsischen Akademie für
Homöopathie und Naturheilverfahren in Celle Aus-, Fort- und Weiterbildung
für Ärzte Apotheker, Hebammen und PTAs anbietet.

Kontakt
Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V.
Ubierstr. 71-73
53173 Bonn

Ansprechpartner:
Heinz-Gert Schmickler
Telefon: (0228) 95745-22
Fax: (0228) 95745-90
Mail: schmickler@bah-bonn.de
http://www.bah-bonn.de

[...]
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Quelle:

http://gesundheit-adhoc.de/index.php?m=1&s=gesundheit&id=8878&layout=print


bzw.

http://gesundheit-adhoc.de/index.php?m=1&showPage=1&id=8878


Auch wenn man es nicht für möglich halten sollte: MANCHE in der SPD sind lernfähig. Wenn die nun ENDLICH gemerkt haben, daß Homöopathie Mist ist, dann ist das arg peinlich für die Esotter. Also schnell wieder die Schlammwerfer aktivieren und Lauterbach und andere Kritiker des Homöopathiebetrugs zuschüttten.

Es ist eine Mafia.

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