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Author Topic: "Erfolg" der GNM-Sekte bei der ARD  (Read 3187 times)

deepbluesea

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"Erfolg" der GNM-Sekte bei der ARD
« on: March 29, 2006, 12:31:54 PM »

Auf seiner Webpage forderte Pilhar bzgl. der Themenwoche Krebs in der ARD  die Hamer-Jünger auf:

[*quote*]
Schreiben Sie ebenfalls an die ARD und bitte Sie darum, Dr. Hamer eine Sendezeit einzuräumen!
[*/quote*]
http://www.pilhar.com/News/news.htm

Wahrscheinlich folgten viele dieser Naivlinge seinem Aufruf - und die ARD reagierte entsprechend:

Zitat:
[*quote]
Die Germanische Neue Medizin
Nach Ryke Geerd Hamer entsteht Krebs durch seelische Schocks, die nicht verarbeitet werden. Der ungelöste Konflikt führt seiner Ansicht nach zum Dirk-Hamer-Syndrom (DHS), welches im Gehirn als Hamerscher Herd sichtbar ist. Hamer hat 5 biologische Naturgesetze formuliert, die das Krebsgeschehen aus seiner Sicht umfassend erklären. Als Therapie schlägt er die Lösung des Konflikts vor. Dazu gehört, dem Patienten zu erklären, worin die Zusammenhänge der Erkrankung liegen,  und die Probleme real oder geistig zu lösen.
Für die Richtigkeit seiner Annahmen fehlt jeder Beweis. Es konnte eindeutig gezeigt werden, dass Hamer Computertomographiebilder nicht richtig beurteilten konnte, auf denen er seine Hamerschen Herde gesehen hatte. Hamer wurde bereits in den 80er Jahren die Approbation entzogen; er wurde zu mehreren Strafen verurteilt, unter anderem wegen unterlassener Hilfeleistung, und ist heute in Frankreich inhaftiert. Seine Anhänger machen dafür ein Komplott verantwortlich und tendieren inzwischen bei ihren Demonstrationen und Protestkundgebungen für die Freilassung Hamers zu eindeutig nationalsozialistisch geprägten Aussagen.
[*/quote*]

http://www.ard.de/leben/themenwoche/alternative-heilmethoden/homoeopathie/-/id=389144/nid=389144/did=403356/nws475/index.html

Also irgendwie beschleicht mich dabei das Gefühl, dass Hamer bei der ARD keine Sendezeit eingeräumt wird.

Kein Wunder. Wo auch immer Hamer-Jünger ihre einstudierten Phrasen ablassen, wird jedem sofort der sektiererische Hintergrund klar.

dbs
« Last Edit: March 29, 2006, 12:34:20 PM by deepbluesea »
Logged
Keine Verschwörungstheorie ist dumm genug, um keine Anhänger zu finden.

Hooligan

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"Erfolg" der GNM-Sekte bei der ARD
« Reply #1 on: March 29, 2006, 01:00:40 PM »

Man muss bei solchen Anlässen schon im Voraus informieren und warnen. Hätte Trutz z.B. der „Passauer Woche“ auch rechtzeitig eine Info-Mail geschickt, dann wäre der „Passauer Skandal“ garantiert nicht passiert.

-------------------------------------------


ARD plant größte Gemeinschaftsaktion seit Bestehen des Senderverbundes

In der Woche vom 3. bis 9. April 2006 widmet sich die ARD erstmals parallel
in allen Hörfunk- und Fernsehprogrammen einem Thema von besonderer
gesellschaftlicher Relevanz. Unter dem Titel "Leben - was sonst?" werden
die Programme umfassend über "Krebs" berichten. Ziel ist, das Thema in das
Bewusstsein möglichst vieler Menschen zu rücken. Sandra Maischberger wird
die ARD Themenwoche Krebs als Patin präsentieren.
"Die ARD-Sender greifen ein Thema auf, das jeden Menschen angeht. Denn fast
jeder hat eine persönliche 'Krebs-Geschichte' - sei es als Betroffener oder
Angehöriger", sagt der ARD-Vorsitzende, BR-Intendant Prof. Dr. Thomas
Gruber. "Die ARD versteht sich als Anwalt derjenigen, die ihre Programme
finanzieren und nutzen: der Bürgerinnen und Bürger. Daher greifen wir ein
Thema von besonderer Relevanz auch mit einer besonderen Programmaktion
auf." Eröffnet wird die Themenwoche am 2. April mit einer hochrangig
besetzten Diskussionsrunde im ARD-Hauptstadtstudio Berlin, die Phoenix
überträgt.
Die Idee für die Themenwoche entstand in einer ARD-Strategiegruppe unter
der Leitung des NDR-Intendanten und stellvertretenden ARD-Vorsitzenden
Prof. Jobst Plog. Er beschreibt das Ziel der Programmaktion: "Mehr als
400.000 Menschen erkranken in jedem Jahr an Krebs. Trotz der großen Zahl
der Betroffenen fühlen sich viele Erkrankte und deren Angehörige ins
gesellschaftliche Abseits gedrängt und alleingelassen. Die ARD will das
Bewusstsein für Krebs daher mit kompetenter, unabhängiger Berichterstattung
schärfen."
Im Zentrum der Themenwoche stehen weder der kurzfristige Spendenaufruf noch
die reine Experten-Sicht oder Betroffenheits-Journalismus. Stattdessen
liefert die ARD fundierte Informationen und präsentiert sich als
kompetenter Ansprechpartner und Ratgeber.
Das Erste greift das Thema in vielen Sendungen auf, so zum Beispiel bei
"Beckmann" und in ARD-Magazinen wie "Monitor", in den "tagesthemen", aber
auch in Spielfilmen wie dem preisgekrönten Drama "Marias letzte Reise".
Die Dritten nutzen ebenso unterschiedliche Formate, beispielsweise
Gesundheitsmagazine, Dokumentationen und Unterhaltungssendungen. Sie
beleuchten dabei auch regionale Aspekte des Themas, indem sie
beispielsweise über lokale Einrichtungen und Institutionen berichten.
Die Spartenkanäle Phoenix, KI.KA, ARTE und 3Sat beteiligen sich mit eigenen
Ideen. So besucht zum Beispiel "Willi will´s wissen" für den KI.KA eine
Kinderkrebsstation.
Der Hörfunk beschäftigt sich in allen Programmen mit dem Thema - von jungen
Wellen wie N-Joy, Radio Fritz oder EinsLive über populäre Wellen wie Bayern
3 oder WDR 2 bis zu den Kultur- und Informationswellen. Auch spezielle
Ratgebersendungen und Foren, Features und Hörspiele werden angeboten.
Unter leben.ARD.de im Internet sowie im Videotext werden programmbegleitend
Informationen und Hintergründe angeboten.
Die einzelnen Tage der ARD-Themenwoche stehen jeweils unter einem Motto:
Prävention, Diagnose Krebs, Leben mit Krebs, Krebs und Gesellschaft,
Krebstherapie, Alternative Heilmethoden und Zukunft - Chancen gegen Krebs.
Während der kompletten Programmwoche wird eine ARD Themenwoche Krebs
Infoline zum Programm geschaltet:
0180 - 5 - 11 77 12 (12 Cent/Minute, ab 02.04.06 erreichbar von 5.00 h bis
00.00 h, sonntags bis 00.30 h).
Bei der Vorbereitung der Themenwoche hat die ARD auf kompetente Beratung
gesetzt: Unter anderem das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg
(dkfz, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren),
die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) sowie die Deutsche Krebshilfe
unterstützen das Vorhaben.

Kontakt:
Karin Jensen
a+o Gesellschaft für Kommunikationsberatung mbH
Tel. 0 40 / 43 29 44 12
Fax 0 40 / 43 18 99 94
Mobil: 01 71 / 749 17 67
E-Mail: Karin.Jensen@a-und-o.com


----------------------------------------------------------------


eMail von Trutz am 17.02.2006 an

Karin Jensen
a + o Gesellschaft für Kommunikationsberatung mbH
Karin.Jensen@a-undo.com



Sehr geehrte Frau Jensen,


die geplante ARD-Gemeinschaftsaktion zu Thema Krebs wird sicherlich vorwiegend seriöse Methoden der Krebsbekämpfung aufzeigen. Vielleicht ist da auch noch ein wenig Platz für die unseriösen. Ich nenne mal einen Namen, z.B. Dr. Rath.

Ich habe mich in der letzten Zeit etwas intensiver mit einem Dr. Hamer und seiner „Germanischen Neuen Medizin“ beschäftigt. Kennen Sie die „Germanische Neue Medizin“? Vielleicht nicht, aber wenn das so weiter geht, werden Sie sie irgendwann kennen lernen, denn nach dieser Heilslehre sind alle wissenschaftlich arbeitenden Ärzte nichts weiter als Schulmediziner, Massenmörder, die mit ihrer jüdischen alten Medizin täglich unzählige Menschenleben auf dem Gewissen haben. Beachten Sie dazu bitte das neuste Rundschreiben von Dr. Hamer an seine Anhängerschaft.

http://www.pilhar.com/Hamer/Korrespo/2006/20060101_Hamer_an_Freunde.htm

(Die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt in der Sache wegen Volksverhetzung, Az 1653 Js 2797/06)

Die Propagandisten der „Germanischen Neuen Medizin“ ködern Interessierte und Betroffene mittels vorgeschobener Kritik an unserem Gesundheitssystem und der Pharmaindustrie - die ja durchaus ihre Berechtigung haben mag - und zerstören systematisch das Vertrauen in die moderne Medizin und damit zwischen Patienten und Ärzten. Sie schwätzen Betroffenen Alternativen auf, die keine Alternativen sind, sondern Kranke in unverantwortlicher Weise von möglichen, wissenschaftlich fundierten Heilungschancen abhalten. Selbst die medizinische Vorsorge wird verteufelt. Durch Einflüsse aus Richtung Scientology wird nun auch zunehmend gegen das Impfen Front gemacht.

Bitte lesen Sie dazu die gutachterliche Stellungnahme der Deutschen Krebsgesellschaft:
http://www.krebsgesellschaft.de/pressemeldung_detail,895,,16104,detail.html

In den Medien gab es in den letzten Monaten eine ganze Reihe kritischer Berichte. Dazu hier einige Links:

Fernsehsendung Kontraste vom 10. November
http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_3362703.html

Artikel aus den „Nürnberger Nachrichten“ vom 19. November
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=421606&kat=27&man=14

Bericht der Schweizer SonntagsZeitung vom 27. November
http://www.sonntagszeitung.ch/dyn/news/nachrichten/565730.html

Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger von 04.01.06
http://www.ksta.de/html/artikel/1135358152883.shtml

Artikel in der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 21.01.06
http://www.neue-oz.de/information/noz_print/stadt_osnabrueck/12798090.html

Artikel in der TAZ vom 30.01.06
http://www.taz.de/pt/2006/01/30/a0080.1/text

Berichte in der Hamburger Morgenpost vom 07. und 08.02.06
http://archiv.mopo.de/archiv/2006/20060207/hamburg/panorama/zu_besuch_bei_der_todes_sekte.html
http://archiv.mopo.de/archiv/2006/20060207/hamburg/panorama/lebenslauf_eines_irrlaeufers.html
http://archiv.mopo.de/archiv/2006/20060207/hamburg/politik/hamer_hat_sie_auf_dem_gewissen.html
http://archiv.mopo.de/archiv/2006/20060208/hamburg/panorama/experten_warnen_vor_der_todes_sekte.html
http://archiv.mopo.de/archiv/2006/20060209/hamburg/panorama/wie_rechts_ist_die_todessekte.html

Neu: Beobachter 4/2006
http://www.beobachter.ch/artikel.asp?session=A3D7A126-3E95-44A9-BF33-050D1AAA7715&category_id=108&DocumentID=3147&AssetID=9807

Eine ausführliche Informationssammlung über die „Germanische Neue Medizin“ finden Sie hier:
www.agpf.de/Hamer.htm


Die Anhänger der „Germanischen Neuen Medizin“ haben in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Netzwerk von „Stammtischen“ aufgebaut:

http://www.pilhar.com/News/Seminar/Weiterbildung.htm

Bei solchen Zusammenkünften propagieren Sie ihre pseudomedizinische Irrleere, die für Kranke lebensgefährlich sein kann, da sie reelle Heilungschancen ausschlägt und mit irrationaler Verblendung Selbstheilung vortäuscht.


Aus der Stellungnahme der Deutschen Krebsgesellschaft:

„Es sind mehrere Todesfälle von Menschen, die seiner Theorie vertrauten, gut belegt, die unter schulmedizinischer Behandlung eine realistische Heilungschance besessen hätten. Deshalb ist die „Germanische Neue Medizin“ mit allem Nachdruck als einerseits absurd, andererseits aber bewiesenermaßen gefährlich zurückzuweisen. Ihrer Verbreitung muss mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln - juristisch und auf dem Wege der Aufklärung - Einhalt geboten werden. Eine Plattform zur Selbstdarstellung darf ihm und seinen Anhängern nicht geboten werden.“

Ich habe in den letzten beiden Monaten alle Gesundheitsämter in Deutschland, in deren Zuständigkeitsbereich Stammtische der „Germanischen Neuen Medizin“ oder entsprechende Veranstaltungen stattfinden, informiert. Das diesbezügliche Gefahrenbewusstsein bei den verantwortlichen Behörden ist größtenteils noch sehr unterentwickelt. So konnte vor zwei Wochen der Adlatus von Dr. Hamer, Helmut Pilhar, einen Vortrag im seriösen Flair der Volkshochschule im oberbayerischen Wasserburg halten.

Vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit, dass in der Gemeinschaftsaktion zum Thema Krebs vor solcher und ähnlicher Scharlatanerie gewarnt werden kann. Es wäre nicht unnötig.
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