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Author Topic: Ein weiteres Perpetuum mobile?  (Read 1413 times)

klarobri

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Ein weiteres Perpetuum mobile?
« on: July 18, 2013, 05:12:59 PM »

Als Physiker empfinde ich die Vergabe von Preisen für eine mich an ein Perpetuum mobile erinnernde Maschine als ein Zeichen zunehmender Ehrlosigkeit vorgeblicher Qualitätskontrolleure. Was ist zum Beispiel von drei Medaillen und einer Ehrenurkunde für ein obskures System zu halten, in dessen Beschreibung nicht einmal die Orthographie des Wortes Medaille korrekt ist? (Ein kurzer Blick in die Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Medaille hätte doch genügt.)


http://www.kosabe.ch/waterenergysail.html

[Behauptung]

STARTSEITE UNTERNEHMEN TEAM WATER ENERGY SAIL DRIVE WIND SYSTEM

Water Energy Sail System©

Das Water Energy Sail System ist die neue Generation der Wasserenergieverwertung. Im Vergleich zu den herkömmlichen Kraftanlagen unterscheidet sich diese einzigartige als Patent angemeldete Erfindung der KoSaBe Energy AG deutlich vor allem in den Maßen sowie in der Funktion. Der Energieumwandler verfügt weder über Motoren noch Getriebe, arbeitet ohne Geräusche und ist in der Lage bereits bei ca. 0,5 m/s (1,8 km/h) Wasserkraft 24 h am Tag Stromenergie zu erzeugen. Die Erfindung wurde mit mehreren internationalen Auszeichnungen gekürt u. a.:

2010 Silbermedallie Saudi Arabien
2010 Silbermedallie Slowenien
2009 Goldmedallie Korea
2009 Ehrenurkunde Deutschland

Prüfung des Systems duch ein wissenschaftliches Institut

Die Funktions- und Leistungsfähigkeit mehrerer Testmodelle wurde im Jahre 2010 von der "Budapester Universität für Technik- und Wirtschaftswissenschaften" geprüft und bestätigt, sowie die Messergebnisse ermittelt.
Das System im Vergleich mit weltbekannten Turbinen - Auszug aus dem Gutachten

Das Funktionsprinzip des Systems

Für die Funktion des einzigartigen Water Energy Sail System gelten die für die herkömmlichen Winkraftanlagen bereits festgestellten physikalischen Grundlagen und deren allgemeine Zusammenhänge. Die Funktion des Systems ist jedoch deutlich abweichend von den Prinzipien der herkömmlichen Windkraftanlagen.
Das System besteht aus einem Kanalsystem, einer Arbeitsplatte und einer Elektronikeinheit.
Eine Wassermenge wird in das System eingefüllt, welche durch spezielle Antriebsmechaniken in Bewegung gesetzt und konstant gehalten wird. Die gleichmässige Wasserströmung ermöglicht die konstante Stromproduktion der Anlage.
Durch die Wasserkraftzufuhr in das Kanalsystem entsteht ein Staudruck, dessen Höhe- und Geschwindigkeitswerte sich permanent verändern. Die Arbeitsplatte wird demzufolge zur alternativen Bewegung gezwungen. Die Funktionswirkung des Systems für die Stromproduktion basiert auf dem Druckunterschied.


Vorteile des Systems im Überblick
umweltbewusst
kein CO2-Ausstoß
minimale Servicekosten
direkt beim Verbraucher einsetztbar
Nutzung der Wasserkraft 24 h am Tag
gefahrlos für Mensch, Fauna und Flora
Lebensdauer des Systems min. 25 Jahre
idealer Stromversorger für Ladestationen der Elektroautos
computergesteuertes Meldesystem bei eventuellem Betriebsausfall
bereits bei 0,5 m/s (1,8 km/h) Wasserkraft wird Stromenergie erzeugt
Energiespeicherung ist nicht notwendig, die erzeugte Stromenergie wird direkt in das Netz eingeleitet

Installation des Systems

Für die Installation einer Anlage wird die Unterbodenfläche nur einmalig ausgehoben, ein Betonkanalsystem verlegt und durch Zuschüttung der alte Bodenzustand wieder hergestellt. Danach kann die Bodenfläche für verschiedene Zwecke wie Landwirtschaft, etc. wieder genutzt werden.

Water Energy Sail System

Idee: die ständige Bewegungen einer Flagge

Umsetzung: eine technische Entwicklung der Flaggenbewegung integriert in ein Kanalsystem

Leistungsfähigkeit: 500.000 kWh pro Jahr
Unterirdischer Grundflächenbedarf: 120 m2
Je nach Energiebedarf und vorhandener Bodenfläche
können eine unbegrenzte Anzahl von Systeme installiert werden.

Copyright 2012 KoSaBe Energy AG. All rights reserved.
[/Behauptung]


Im Prinzipbild, das keines ist, sondern an einen Erstlingsversuch eines Klimaanlagenbauerazubis erinnert, sind zwei parallele Kanäle gezeichnet, in denen offensichtlich Wasser fließen soll. An ihren Enden sind die geraden Kanalteile mit einer 180-Grad-Umlenkung verbunden. Das erklärt einen Wasserumlauf, Rohr 1 von A nach B und Rohr 2 von B zurück nach A, aber ohne einfließendes Wasser oder eine Kraftübertragung von bewegter Luft in das unterirdische System kann es keinen Energieinput in das System geben. Ist das Wasser einmal in Bewegung wird es nach einer gewissen Zeit die Bewegungsenergie durch die natürlichen Reibungsverluste in Wärme umgesetzt und verloren haben und die Anlage steht still.

Die Beschreibung widerspricht sich sogar selbst: "Eine Wassermenge wird in das System eingefüllt, welche durch spezielle Antriebsmechaniken in Bewegung gesetzt und konstant gehalten wird. Die gleichmässige Wasserströmung ermöglicht die konstante Stromproduktion der Anlage." Die konstante Bewegung ist das Gegenteil der behaupteten Funktionsweise "Umsetzung: eine technische Entwicklung der Flaggenbewegung integriert in ein Kanalsystem". Entweder die Bewegung ist konstant, dann gibt es keine wechselnden Druckunterschiede, oder die Bewegung ist stoßweise, dann ist dazu eine starke Mechanik notwendig, die diese Stoßbewegungen an das Wasser ausführt. Laut Beschreibung gibt es eine solche Mechanik nicht: "...Funktion. Der Energieumwandler verfügt weder über Motoren noch Getriebe". Ein Motor gibt durch Energieeintrag mechanische Energie ab. In einem Energieharvester ist das Gegenteil notwendig, das heißt ein - wie auch immer gebildetes - Getriebe oder Hebelwerk, das äußere Kräfte oder Bewegungen in eine Bewegung im System einbringt. Aber beides gibt es nicht. Was also sollen diese Bewerbung eines funktionsunfähigen Systems und die Vergabe von Medaillen?

Klaus Robert Brinkmann


[Doublette gelöscht, ET]
« Last Edit: July 19, 2013, 01:02:52 AM by el_Typo »
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