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Author Topic: Angeblicher PR-Berater Hasso Mansfeld schlampt saumäßig  (Read 282 times)

Moses2

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Angeblicher PR-Berater Hasso Mansfeld schlampt saumäßig
« on: August 02, 2017, 07:18:28 PM »

Deutscher Bundestag, Online-Dienste, gibt bekannt:

http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw02-pa-umweltausschuss/399986

[*quote*]
Dokumente
 
Lage der Insekten in Deutschland angespannt

Podcast Video
http://www.bundestag.de/mediathek?videoid=6375484#url=L21lZGlhdGhla292ZXJsYXk=&mod=mediathek
[Über 1 Stunde!]


Die Lage der Insekten in Deutschland ist angespannt: Nicht nur die Zahl der Arten, sondern auch die der Individuen hat in den vergangenen Jahren teils dramatisch abgenommen. Dieses Bild zeichneten am Mittwoch, 13. Januar 2016, alle vier zu einem öffentlichen Fachgespräch des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit unter Vorsitz von Bärbel Höhn (Bündnis 90/Die Grünen) geladenen Experten. Eine schnelle Lösung scheint auch nicht in Sicht, denn die Ursachen sind vielfältig, lautete der Tenor der Sachverständigen.

"Dramatischer Rückgang seit der Jahrtausendwende"

Josef Tumbrinck, Vorsitzender des Naturschutzbuches (Nabu) Nordrhein-Westfalen, verwies auf Daten, die der Nabu gemeinsam mit Ehrenamtlichen des Entomologischen Vereins Krefeld in den vergangenen Jahrzehnten zur Artenvielfalt in Nordrhein-Westfalen erhoben hatte. Demnach zeigten die Auswertungen von Malaisefallen den dramatischen Rückgang. Im Wahnbachtal bei Bonn zum Beispiel sei seit 1989 bei Großschmetterlingen ein Artenverlust von 22 Prozent und ein Individuenverlust um 56 Prozent registriert worden.

Vor allem seit der Jahrtausendwende habe es einen dramatischen Rückgang gegeben. Als Ursachen kämen verschiedene Faktoren in Betracht, etwa die Fragmentierung und Zerstörung von Lebensräumen. Für den Rückgang in den vergangenen Jahren könnten aber Neonicotinoide, eine Gruppe von Insektiziden, verantwortlich seien, vermutete Tumbrinck. Hier müsse weiter geforscht werden. Aktuell gilt in der Europäischen Union ein Moratorium für Neonicotinoide, das in der Landwirtschaft unter anderem als Beizmittel genutzt wird.

"Einsatz von Pestiziden reduzieren"

Die Bedeutung von Neonicotinoiden und weiteren Pestiziden für den Artenrückgang betonte auch Dr. Teja Tscharntke, Professor für Agrarökologie an der Georg-August-Universität Göttingen. Der Pestizide-Einsatz müsse dementsprechend reduziert werden. Hinzu kämen Probleme mit ausgeräumten Kulturlandschaften und Überdüngung.

Der Verlust von Biodiversität habe gerade in Hinblick auf Bestäuber erheblichen Einfluss auf Wild- und Nutzpflanzen sowie auf die Nahrungsmittelproduktion. Zudem bedeutete der Insektenverlust auch, dass natürliche Gegenspieler für Schädlinge ausfielen, sagte Tscharntke.

"Große Arten mehr als kleine betroffen"

Prof. Dr. Thomas Schmitt (Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut Müncheberg) skizzierte den Insektenverlust systematisch. So betreffe der Rückgang Spezialisten mehr als Generalisten und große Arten mehr als kleine.

Neben den auch von den anderen Sachverständigen angeführten Gründen hätten auch genetische Gründe einen "sehr starken Einfluss", betonte Schmitt. Auch Gewässerinsekten seien betroffen. Hier fielen zum Beispiel Kleinstrukturen weg. Zudem komme auch die toxische Wirkung dessen, was auf den Felder gespritzt werden, in den Gewässern an, sagte Schmitt.

"Zulassungsverfahren im Hinblick auf Biodiversität ausgestalten"

Dr. Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Halle ging auf die Folgen des Klimawandels ein. Diese seien in Hinblick auf Artenvielfalt in Deutschland von geringerer Bedeutung, da der eventuelle Verlust durch Zuwanderung anderer Arten ausgeglichen werden könne. In südlicheren Ländern sei aber von erheblichen Verlusten auszugehen.

Settele regte zudem an, die Zulassungsverfahren für Pestizide und Co. auch in Hinblick auf Biodiversität auszugestalten.So würden zum Beispiel aktuelle Verfahren nicht den Effekt von nichttödlichen Dosen auf die Insekten und die Populationsentwicklung berücksichtigen. Diese Verfahren wären dann zwar wesentlich aufwendiger, aber das sei gerechtfertigt, sagte Settele. (scr/13.01.2016)


Liste der geladenen Sachverständigen

    Prof. Dr. Thomas Schmitt, Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut Müncheberg
    Josef Tumbrinck, Naturschutzbund (Nabu) Nordrhein-Westfalen
    Dr. Josef Settele, Helmholtz-Zentrum für Umweltzforschung (UFZ) Halle, Department Biozönoseforschung
    Prof. Dr. Teja Tscharntke, Georg-August-Universität Göttingen, Department für Nutzpflanzenwissenschaften Agrarökologie

Weitere Informationen

    Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Online-Dienste
© Deutscher Bundestag
[*/quote*]



[Thread-Subject korrigiert. Hasso Mansfeld ist im Fokus. Julian]
« Last Edit: August 08, 2017, 09:08:04 PM by Julian »
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Moses2

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Angeblicher PR-Berater Hasso Mansfeld schlampt saumäßig
« Reply #1 on: August 02, 2017, 08:11:50 PM »

Angeblicher PR-Berater Hasso Mansfeld schlampt saumäßig. Das würde ich nicht sagen, wenn das, was sich dieser Mensch leistet, nicht ein Fall für den Presserat wäre.


Wie ama lehrt: Erst mal das Opus delicti als Ganzes. Man will ja nichts aus dem Zusammenhang reißen.

http://meedia.de/2017/07/18/angeblicher-insektenschwund-wie-die-medien-in-die-gruen-rote-wahlkampffalle-tappten/

[*quote*]
18.07.2017   | 14:11 Uhr 21.07.2017 um 12:08 Uhr
Angeblicher Insektenschwund: Wie die Medien in die grün-rote Wahlkampffalle tappten

Hasso Mansfeld

„Schleichende Katastrophe: Bis zu 80 Prozent weniger Insekten in Deutschland“ – so oder ähnlich titelten am vergangenen Wochenende dutzende Printmedien und über einhundert Onlineportale. Dabei hätte eine kurze Recherche gezeigt: Die beeindruckende Zahl ist nicht belegt.

Von Hasso Mansfeld

Wer den Beginn des Bundestagswahlkampfs in den vergangenen Wochen mitverfolgt hat, erinnert sich vielleicht: Die Zukunft von Fliegen, Faltern und Schmetterlingen ist eines der zentralen Themenfelder, das den Grünen im Oktober den Wiedereinzug in den Bundestag sichern soll. „Der Schutz der biologischen Vielfalt ist bei uns genauso wichtig wie in den tropischen Regenwäldern oder in der Arktis“, schreiben die Grünen in ihrem Wahlprogramm. Und weiter: „Heute kann man von Flensburg nach Freiburg fahren, ohne immer wieder die Frontscheibe seines Autos von Insekten reinigen zu müssen. Das ist keine gute Nachricht.“

Das Problem der Grünen:  Bislang hat das Thema – so berechtigt es durchaus sein mag – in den Medien nicht richtig verfangen. Trump, Erdogan, Putin, die Welt ist in Aufruhr und in den Medien bleibt kaum Raum für Fliegen & Co. Es fehlt die Aufmerksamkeit, die es bräuchte, um die dringend benötigten Wählerstimmen zu bringen. Und viel Zeit bleibt nicht mehr. Kreative Ideen sind also dringend gefragt.

Schon der erste Absatz im Insekten-Alarm von FAZ.net lässt erahnen, was sich die Kommunikationsprofis der Grünen haben einfallen lassen. Hier steht: „Das Bundesumweltministerium warnt vor einem fortschreitenden Insektensterben in Deutschland. In Teilen des Landes habe sich der Bestand von Insekten seit dem Jahr 1982 um bis zu 80 Prozent verringert, heißt es in einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorlag.“

Mit anderen Worten: Die Grünen (Wahlkampfthema: mehr Artenvielfalt) fragen geschickt und die geneigte Ministerin (Wahlkampfthema: weniger Glyphosat) liefert die passende Antwort: „Bestand der Insekten hat sich in Teilen des Landes seit 1982 um bis zu 80 Prozent verringert.“ Selbst das bei den Grünen seit langem beliebte Auto-Bild liefert Barabara Hendricks nochmal mit: „Wer heute übers Land fährt, findet danach kaum noch Insekten auf der Windschutzscheibe.“

Die Strategie ging auf. Hendricks  brachte ihre 80 Prozent in dutzende Regionalzeitungen. Eine Meldung der dpa sorgte für weiteren Schwung. Bis Sonntagabend verbreiteten weit mehr als 100 Online-Nachrichtenportale, darunter Leitmedien wie FAZ, Focus, Spiegel oder Süddeutsche, Hendricks vermeintlich exklusive Zahl. Teils über automatisierten dpa-Kanälen (wie z.B. süddeutsche.de), teils in redaktionell aufbereiteten Artikeln. Besonders gut vorbereitet zeigte sich die FAS, die dem Thema in der Printausgabe eine ganze Doppelseite widmete. Größer geht’s nimmer.

Aber wie kommt das Ministerium eigentlich auf einen Rückgang der Insekten „um bis zu 80 Prozent“ – und vor allem, wie neu ist die Zahl überhaupt?

Eine Antwort darauf bleibt Ministerin Hendricks schuldig – und offenbar hielt es auch keiner der beteiligten Journalisten für nötig, sie danach zu fragen. Dabei hätten schon wenige Klicks bei Google Interessantes zu Tage gefördert: 27.600 Treffer liefert die Suchmaschine zum Begriff „Insekten“ und „80 Prozent“. Zugegeben: Nicht alle Ergebnisse beziehen sich auf das hier diskutierte Thema, aber einige tausend dürften es wohl sein. Kurz gesagt: Die Erkenntnis, die Frau Hendricks als neu verkauft hat und auf die am Wochenende die gesamten deutschen Medien aufsprang, ist nicht belegt und zudem alt. Um nicht zu sagen uralt.

Bereits vor mehr als zwei Jahren, am 21. Mai 2015, forderte der Naturschutzbund Deutschland (NABU) erstmals „politische Maßnahmen“ und begründete dies damit, dass „innerhalb der vergangenen 20 Jahre bis zu 80 Prozent der Biomasse aller Fluginsekten in Nordrhein-Westfalen“ verschwunden seien. Anfang 2016 veröffentlichte die Organisation eine Pressemitteilung mit dem Titel: „NABU warnt vor dramatischem Insektensterben in Deutschland. In Nordrhein-Westfalen fehlen bis zu 80 Prozent der Fluginsekten.“ Auch die Grünen kennen diese Zahl natürlich schon lange. In einem Pressestatement vom Januar 2017 heißt es bereits, „in Nordrhein-Westfalen“ sei ein „drastischer Rückgang der Insektenbiomasse um rund 80 Prozent“ festzustellen. Merke: Nordrhein-Westfalen!  Am 6. März schließlich, bei einem von der Bundestagsfraktion veranstalteten Fachgespräch (Titel: „Stummer Frühling ante portas“) beschäftigten sich die Teilnehmer wieder mit exakt diesem Punkt. Und wen wundert’s: Selbst im Wahlprogramm der Grünen für die Bundestagswahl findet sich der zentrale Satz: „In den vergangenen Jahren hat die Zahl der fliegenden Insekten um 80 Prozent abgenommen.“

Aber wo denn genau? In einzelnen Regionen, deutschlandweit, international oder gar rund um den Globus? Hatten NABU und Grüne zu Beginn der Debatte noch darauf verwiesen, dass es sich um Messungen aus NRW handelt, ist die Differenzierung seit der Vorstellung des Wahlprogramms der Grünen dahin.

Auch für viele Medien ist die Frage, wann, wo und wie denn gemessen wurde, nicht von Belang. So schreibt zum Beispiel die dpa in ihrer Meldung mit Bezug auf Ministerin Hendricks: „In Teilen des Landes habe sich der Insektenbestand seit 1982 um bis zu 80 Prozent verringert.“ Für FAZ.net „findet in der deutschen Natur ein großes Insektensterben statt“, Spiegel Online urteilt schlicht: „Bis zu 80 Prozent weniger Insekten“,  die Münchner TZ titelt: „In Deutschland sterben Insekten aus“ und beim Bremer Weser-Kurier „sind in den letzten Jahren in Deutschland 80 Prozent der Insekten verschwunden.“

Bleibt die entscheidende Frage: Wo ist eigentlich die Studie, die diese magische Zahl liefert? Können NABU, die Grünen oder Frau Hendricks wissenschaftlich belegen , dass die genannten Zahlen stimmen?

Die Antwort lieferte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: „Ein Verein von Hobbyforschern in Krefeld ist der wichtigste Zeuge“, schreibt die FAS  am Wochenende treffend und fährt fort: „Seit 1905 untersucht der Verein das Gebiet zwischen Kleve an der holländischen Grenze bis Koblenz.“ Jahr für Jahr sammeln, dokumentieren und archivieren die Insektenspezialisten penibelst ihre Beute aus mehreren dutzend Insekten-Fallen. 2013 schließlich entschieden sich die Vereinsmitglieder, ihre Erkenntnisse in einer „Entomologischen Mitteilung“ zusammenzufassen und zu veröffentlichen. Seit diesem Zeitpunkt steht die Zahl im Raum und es „vergeht keine Woche, in der nicht wieder ein Journalist anruft“, gibt der Krefelder Hobbyforscher Martin Sorg der FAS zu Protokoll.

Eine wahrlich respektable und anerkennenswerte Leistung, die die rund 50 Vereinsmitglieder in den vergangenen Jahrzehnten vollbracht haben. Beindruckend ist aber auch, was  Sorg der FAS noch erzählt: Die starken Rückgänge „von bis zu 80 Prozent“ sind nicht etwa ein Durchschnitt aller vom Verein betriebenen Messstellen in Nordrhein-Westfalen. Nein, die Zahl, auf die sich seit 2013 alle Experten stützen, stammt von genau zwei Standorten im Krefelder Naturschutzgebiet „Orbroicher Bruch“. Auf die Frage der FAS, ob sich diese beiden Messpunkte denn problemlos auf ganz Deutschland hochrechnen ließen, antwortet Freizeitentomologe Sorg: „Natürlich nicht.“

Nochmal: Das Anliegen der Entomologen und aller Umweltschützer ist berechtigt. Wenn es eindeutige Indizien dafür gibt, dass Insektenarten in Deutschland in breitem Umfang aussterben, muss dem nachgegangen werden – und zwar bundesweit mit wissenschaftlich fundierten, nachvollziehbaren  und damit glaubwürdigen Methoden.

Die Ergebnisse von Hobbyforschern aus zwei Messpunkten in einem Krefelder Naturschutzgebiet zu einem deutschlandweiten Massensterben der Insekten aufzublasen, ist dagegen unseriös bis skandalös. Das schadet nicht nur der Sache, sondern vor allem der Glaubwürdigkeit aller Beteiligten.



Über den Autor:

Hasso Mansfeld arbeitet als selbstständiger Unternehmensberater und Kommunikationsexperte. Für seine Ideen und Kampagnen wurde er unter anderem dreimal mit dem deutschen PR-Preis ausgezeichnet. Hasso Mansfeld schreibt außerdem regelmäßig für das Online-Debattenmagazin diekolumnisten.de. Mansfeld trat 2014 als Kandidat der FDP für die Europawahl an.
[*/quote*]



Wer sich der "Dienste" dieses Herrn bedient, sollte beim Wahrheitsgehalt der Aussagen besonders vorsichtig sein. Sonst ergeht es ihm wie Donald Trump mit Scaramucci...


Über Scaramucci:

https://www.nytimes.com/2017/07/31/us/politics/trump-white-house-obamacare-health.html

[*quote*]
WASHINGTON — John F. Kelly, President Trump’s new chief of staff, firmly asserted his authority on his first day in the White House on Monday, telling aides he will impose military discipline on a free-for-all West Wing, and he underscored his intent by firing Anthony Scaramucci, the bombastic communications director, 10 days after he was hired.

Mr. Scaramucci was forced out of his post, with the blessing of the president and his family, just days after unloading a crude verbal tirade against other members of the president’s staff, including Reince Priebus, Mr. Kelly’s beleaguered predecessor, and Stephen K. Bannon, the chief White House strategist, in a conversation with a reporter for The New Yorker.
[*/quote*]



[Ein "a" umsortiert. ET]
« Last Edit: August 03, 2017, 04:06:00 PM by el_Typo »
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RadlMadl

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Re: Angeblicher PR-Berater Hasso Mansfeld schlampt saumäßig
« Reply #2 on: October 18, 2017, 08:09:53 PM »

Die Geschichte geht weiter.

Für die üblichen Verdächtigen. Sushi-makers, unite!



http://www.sueddeutsche.de/wissen/insektensterben-dramatischer-insektenschwund-in-deutschland-1.3713567

[*quote*]
Home > Wissen > Biologie > Insektensterben: Rückgang um 76 Prozent in Deutschland

18. Oktober 2017, 20:01 Uhr
Forscher belegen Insektensterben
Dramatischer Insektenschwund in Deutschland


 Biologie Insektensterben  Die Blutbiene Sphecodes albilabris gilt als stark gefährdet. (Foto: Entomologischer Verein Krefeld)

Seit 1989 ist die Masse der Insekten in Deutschland dramatisch geschrumpft, belegt eine langjährige Untersuchung.
An 63 Orten im Bundesgebiet - allesamt Naturschutzgebiete - verzeichneten Forscher einen Rückgang um durchschnittlich 76 Prozent.
Experten sprechen von einem "Beleg dafür, dass wirklich ein größerflächiges Phänomen vorliegt".
Eine Ursache für das Massensterben könnten Stickstoffverbindungen sein, die als Düngemittel in der Landwirtschaft eingesetzt werden.
Von Tina Baier

Bislang war es nicht viel mehr als ein ungutes Gefühl, das allerdings immer mehr Menschen beschlich. Gab es früher nicht weitaus mehr Schmetterlinge, Fliegen, Hummeln, Käfer und auch Mücken? Sterben in Deutschland etwa nicht nur die Bienen, sondern ist alles noch viel schlimmer? Gibt es ein allgemeines Insektensterben?

Eine Studie, die holländische, deutsche und britische Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift Plos one veröffentlicht haben, belegt nun erstmals, dass die Wahrnehmung, dass sich etwas verändert hat in der Welt der Insekten, richtig ist: In weiten Teilen Deutschlands hat die Zahl der fliegenden Insekten tatsächlich dramatisch abgenommen. Zu diesem Schluss kommen die Studienautoren, nachdem sie den Inhalt von Insektenfallen gründlich analysiert haben.

Die ehrenamtlichen Mitglieder des Entomologischen Vereins Krefeld hatten in den vergangenen 27 Jahren an insgesamt 63 verschiedenen Orten in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz Fallen aufgestellt. Darin verfingen sich über die Jahre Millionen Fliegen und Falter, Käfer, Wespen, Bienen und alle möglichen anderen fliegenden Insekten, die von den Forschern gewogen wurden. Das erschreckende Ergebnis: Seit 1989 ist die Masse der Insekten um durchschnittlich 76 Prozent zurückgegangen. "Mitten im Sommer, wenn viele Insekten ihren Höhepunkt erreichen, war sogar ein Rückgang von 82 Prozent in den untersuchten Gebieten zu verzeichnen", schreiben die Autoren.

"Wir warten schon lange auf diese Arbeit"

"Die Publikation liefert nun den Beleg dafür, dass wirklich ein größerflächiges Phänomen vorliegt", sagt Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle. Drastischer ausgedrückt: Das Insektensterben ist jetzt nicht mehr nur ein vages ungutes Gefühl, sondern wissenschaftlich erwiesene Realität - zumindest für die Teile Deutschlands, in denen die Untersuchung gemacht wurde. "Wir warten schon lange auf diese Arbeit", sagt Wolfgang Wägele, Direktor des Zoologischen Forschungsmuseums Alexander Koenig in Bonn. "Es ist das erste Mal, dass ein Datensatz dieser Qualität erhoben worden ist." Dass die Insekten tatsächlich weniger werden, kann nämlich nur mithilfe von Langzeitbeobachtungen wie der jetzt vorliegenden Arbeit nachgewiesen werden, da starke Schwankungen von einem Jahr auf das andere bei Insekten ganz normal sind und noch keinen Trend belegen.

Noch erschreckender wird das Ergebnis der aktuellen Studie, wenn man weiß, dass die Proben, die den drastischen Rückgang belegen, allesamt aus Naturschutzgebieten stammen - aus Regionen also, von denen man annehmen würde, dass die Natur dort zumindest noch halbwegs intakt ist. "Wenn die Biomasse an Insekten bereits an geschützten Standorten so drastisch zurückgeht, ist klar, dass die Entwicklung in nicht geschützten Ökosystemen mindestens genauso gravierend ist - vermutlich sogar gravierender", sagt Johannes Steidle, Tierökologe an der Universität Hohenheim in Stuttgart.

Was passieren könnte, wenn die Zahl der Insekten noch weiter zurückgeht, ist kaum absehbar. Klar ist, dass etwa 80 Prozent der wild wachsenden Pflanzen von Insekten bestäubt werden. Bleiben die Insekten weg, können sich auch die Pflanzen nicht mehr vermehren. Außerdem sind Insekten eine wichtige Nahrungsquelle für viele andere Tiere, zum Beispiel ernähren sich etwa 60 Prozent aller Vogelarten von ihnen. Vor diesem Hintergrund ließen die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung auch die andernorts beobachteten Rückgänge insektenfressender Vogel- und Säugetierarten in einem neuen Licht erscheinen, sagt Hans de Kroon, einer der Studienautoren von der Radboud-Universität im niederländischen Nijmegen.

Pestizide und Stickstoffverbindungen könnten den Insekten zusetzen

Was genau die Ursachen für das Insektensterben sind, können die Autoren allerdings nicht sagen. Sie haben aber versucht, mithilfe statistischer Methoden zumindest einige Faktoren auszuschließen. Demnach hat sich zwar die Landschaft und damit auch das Spektrum der Pflanzen in den meisten der untersuchten Gebiete im Laufe der vergangenen 30 Jahre verändert. Doch beides kann nach Auffassung der Wissenschaftler die dramatischen Rückgänge nicht erklären. Genauso wenig wie der Klimawandel. "Ein Anstieg der Temperaturen müsste ja im Gegenteil eher zu einer stärkeren Vermehrung der Insekten führen", sagt Wägele. Schließlich entwickeln sich die meisten Kerbtiere bei Wärme besser als bei Kälte. Das sei aber offensichtlich nicht der Fall. Settele sieht diesen Teil der Arbeit kritischer: "Die Autoren konnten nicht alle klimatisch relevanten Faktoren einschließen", sagt er. Daher könne das Klima als wichtiger Faktor nicht ausgeschlossen werden.

Biologie Insektensterben

Mit solchen Fallen gingen die Insektenforscher auf die Jagd. (Foto: Entomologischer Verein Krefeld)
Doch was setzt den Insekten dann derart zu? Die Tatsache, dass der Schwund nicht lokal begrenzt ist und dass außerdem nicht nur bestimmte Arten leiden, sondern alle, deutet nach Ansicht der Autoren auf Verursacher hin, die großflächig in die Natur eingreifen. Infrage kommen ihrer Ansicht nach die allgegenwärtigen Stickstoffverbindungen, die teils aus Düngemitteln stammen, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Weniger bekannt ist, dass auch durch Abgase aus Autos und Fabriken Unmengen von Stickstoffverbindungen in die Umwelt gelangen. Gegen diese Substanzen helfen auch keine Naturschutzgebiete, da sie mit Luftströmungen nahezu überallhin gelangen und als saurer Regen in die Böden eindringen. Dort verändern sie zunächst die Vegetation: Pflanzen, die auf stickstoffarmen Böden gedeihen, werden von Allerweltsarten wie Brennnessel und Löwenzahn verdrängt, und mit ihnen auch die Insekten, die auf diese Pflanzen zum Überleben angewiesen sind.

Mindestens genauso verdächtig sind Pestizide im Allgemeinen und speziell die so genannten Neonicotinoide. "Diese Substanzen sind hochgiftig", sagt Wägele. "Wenn beispielsweise eine Schnecke ein solches Pestizid frisst und anschließend von einem Käfer gefressen wird, stirbt der Käfer." Hinzu kommt, dass Neonicotinoide nicht spezifisch bestimmte Schädlinge töten, sondern auch viele andere Insekten-Arten. Sie greifen nämlich das Nervensystem der Tiere an, eine zentrale Stelle also, die für alle Insekten gleichermaßen überlebenswichtig ist. Doch auch wenn der Verdacht naheliegt: Dass diese Substanzen wirklich der Grund für das Sterben der Insekten sind, konnten auch die Autoren der aktuellen Studie nicht beweisen. Und das ist vielleicht die erschreckendste Erkenntnis: Solange man nicht weiß, was die Ursache ist, kann man auch nur wenig tun, um den Schwund der Insekten zu stoppen.

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©SZ vom 19.10.2017
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RadlMadl

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Re: Angeblicher PR-Berater Hasso Mansfeld schlampt saumäßig
« Reply #3 on: October 25, 2017, 03:56:21 PM »

Da hat sich der Herr Hasso Mansfeld aber sauber blamiert.  :P
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